1. Abstimmungen & Initiativen
  2. National

1 : 12 Initiative nicht durchdacht! Zum Zweiten.

1 : 12 Initiative – nicht durchgedacht. Zum Zweiten!

 

 

 

Im​ ersten Beitrag wurde die Initiative mit Blick auf angestellte Manager grosser Konzerne angeschaut. Aber was bedeutet die kleinliche Initiative für die grosse Mehrheit der Eigentümer,  die als Angestellte ihr Unternehmen führen? Denn sie würden auch unter die 1:12, bzw. ca. 1 : 9 Guillotine nach Steuern fallen.  Dass die SPS die Initiative  unterstützt, ohne sie zu verbessern, zeigt ihre beschränkte wirtschaftliche Kompetenz.

 

 

 

Die Schweiz zählt 400’000 Unternehmen. Im Jahr 2008 hatten nur 1150 mehr als 250 Mitarbeiter, 272000 Mikrounternehmen weniger als 10, und 33000 Kleinunternehmen zwischen 10 und 49. Die meisten, sowie auch zahlreiche der  6200 Mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern werden wohl gösstenteils von ihren Eigentümern geführt.  2012 wurden zudem 40000 Firmen gegründet.

 

 

 

Auf was lässt sich eine Person ein – oft ist es ein verheirateter junger Mensch mit Kindern – die eine Firma gründet und selber leitet?

 

 

 

·  ​    Sie setzt sich sehr grossen Risiken aus, da sie oft alle Ersparnisse in die Firma investiert!

 

·      Sie arbeitet oft lebenslang weit mehr als 40-Wochenstunden und steht unter der Dauerspannung des Scheiterns.

 

·    ​  Sie muss oft viele Jahre warten, bis die Einnahmen die Kosten überschreiten, die Firma Gewinne macht – ohne die Gewissheit, dass es so bleibt. In diesen Anfangsjahren kann sie oft nur das zum Überleben der Familie nötige, minimalste Gehalt aus der Firma nehmen!

 

·      Wenn die Firma schliesslich Gewinn macht, wird dieser doppelt besteuert: zuerst in der Firma und, wenn er ausgeschüttet wird, nochmals beim Eigentümer.

 

·    ​  Sie kann auch scheitern und das eingesetzte Geld verlieren! 2012 wurden 30’000 Firmen gelöscht, davon gingen 4400 Konkurs und die Mehrzahl der anderen dürfte den Eigentümern auch grosse Verluste beschert haben, konnten aber den Konkurs vermeiden.

 

·     ​ Im Konkursfall wird die Person für immer auf eine schwarze Liste gesetzt, was eine Anstellung sehr erschwert und es fast verunmöglicht, je wieder einen Kredit für eine neue Firma zu erhalten.

 

·      Sie muss  mit  12.5% des Einkommens doppelt soviel wie andere Arbeitnehmer an die Sozialversicherungen zahlen (inkl. Arbeitgeberbeitrag ihrer Firma), erhält im Falle des Konkurses und darauf folgender Arbeitslosigkeit aber keine Arbeitslosenunterstüt​zung und  wird zum Sozialfall!

 

 

 

Nicht viele sind bereit, diese grossen Risiken des Unternehmertums auf sich zu nehmen. Aber ohne das Heranwachsen immer neuer Unternehmer geht unsere Wirtschaft unter. Deshalb muss es im Erfolgsfalle möglich sein, für das eingegangene Risiko, den grossen Arbeitseinsatz und die Verzichte grosszügig entschädigt zu werden, möglicherweise auch 12 mal mehr als das Minimalgehalt in der Firma. Sie muss auch  wieder Ersparnisse äufnen können.

 

 

Aber für die Befriedigung massloser Gier dank unkontrollierter Macht einer „Meute“ von Managern darf in unserem Land kein Platz mehr sein.

 

 

 

Gotth​ard Frick, Bottmingen

 

 

 

Quellen: www.nzz.ch 27.04.2013, www.bfs.admin.ch, www.bsv.admin.ch (Zahlen gerundet).

 

People reacted to this story.
Show comments Hide comments
Comments to: 1 : 12 Initiative nicht durchdacht! Zum Zweiten.
  • April 30, 2013

    So ist es, Gotthard Frick, SP,
    Ich nenne diese Initianten mal Neider, mit dem 1:12 Getue, denn die schauen erst hin, wenn jemand alle diese Durststrecken überwunden hat, es besser geht.

    Beim Bund und Kanton, (Staatsabgaben und Bundesabgaben) genauso. Bei der Gründung einer juristischen (Person) AG, GmbH, Firma, greifen, bevor der erste Hammerschlag getan ist, alle in dein Portemonnaie und „klauen“ Gelder, weil man als Jungunternehmer die Idee und den Willen hat, Selbstständig zu werden.
    Später wird man vom Bundesrat, National und Ständeräte, über Kanton bis Gemeinden, (Linken Politikerinnen und Politiker) unterstützt durch Staatsfernsehen und Medien, Abzocker und Bonze genannt.
    Aber erst wenn man nach 16Stunden Tagen, 6 bis 7Tage Wochen, es zu etwas gebracht hat. Klappt es nicht, interessiert das niemanden.

    Ich kenne viele ehemalige Berufskollegen, welche früher lieber den Lohn verprasst haben, und heute jammern oder arbeitslos sind.

    Sicher Nein zu dieser Neid Initiative.

    Report comment
    • Juli 19, 2021

      Zitat Nabulon:

      ” es ist einfach nur Unanständig was sich “CEO” und Verwaltungs Räte alles erlauben, das noch meist mit Geldern aus Unseren Pensionskassen…”

      Aber wenn die JUSO mit einer Initiative was dagegen tun will, übernehmen Sie die Sprüche der “Unanständigen”, die jede Kritik an ihrem Salär als “Neid” abtun. Nur weil Ihnen der Absender nicht gefällt.

      Report comment
  • April 30, 2013

    Herr Frick,

    Das Steuerargument ist falsch. Das Gegenteil ist richtig.

    Sie schreiben:

    “Denn sie würden auch unter die 1:12, bzw. ca. 1 : 9 Guillotine nach Steuern fallen.”

    Die progressiven Steuern haben wir nur auf dem Papier. Wenn man die 99 möglichen Steuerabzüge mit einberechnet, haben wir degressive Steuern. Kann man in dem preisgekrönten Artikel hier nachlesen:

    http://​www.beobachter.ch/gel​d-sicherheit/steuern/​artikel/steuern_wer-h​at-dem-wird-gegeben/

    Bei den Steuern wäre 1:12 tatsächlich nicht 1:12. Aber erst recht nicht 1:9. Sondern eher 1:15 oder 1:20.

    Report comment
  • April 30, 2013

    Gerade darum muss die 1:12 Initiative angenommen werden. Damit wird Arbeitslosigkeit gesenkt, Steuereinnahmen erhöt und AHV gesichert.

    Report comment
  • Mai 4, 2013

    Keine Angst. Wer die Arena geschaut hat weiss: Diese Initiative hat keine Chance. Man denke nur an das Gastgewerbe. Viele Gasthäuser, vorallem Hotels, müssten schliessen. Für die Bergregionen eine Katastrophe. Sogar komunal betriebene Quartierbeizen könnten nicht existieren. Die Juso und die Gewerkschaften beissen sich in den eigenen Schwanz. Da gibts noch einen lesenswerten Link:

    http://www.t​agesanzeiger.ch/schwe​iz/standard/Im-Gewerk​schaftshotel-verdient​-jeder-Fuenfte-unter-​4000-Franken/story/15​620215

    Es gibt noch unzählige andere Argumente, die dagegen sprechen.

    Report comment
  • Mai 8, 2013

Write a response

Neuste Artikel

Bleiben Sie informiert

Neuste Diskussionen

  1. Ja und unser Bundesrat ist ebenfalls dabei zusammen mit der EU unser liberales Waffengesetz "pragmatisch" zu zerstören. BR Sommaruga am…

Vimentis Login

Willkommen bei Vimentis
Werden auch Sie Mitglied der grössten Schweizer Politik Community mit mehr als 200'000 Mitgliedern
Tretten Sie Vimentis bei

Mit der Registierung stimmst du unseren Blogrichtlinien zu