1. Ausländer- & Migrationspolitik

Absolventen unserer Hochschulen müssen bleiben können!

In vie­len Zen­tren der Schweiz, aber nicht zu­letzt in Basel wurde und wird lau­fend viel in die Ent­wick­lung der Hoch­schule für Musik mit ihrer Spe­zia­li­sie­rung auf Neue Musik sowie die Schola Can­torum Ba­si­li­en­sis, welt­weit berühmt als spe­zia­li­sierte Hoch­schule für Alte Mu­sik, in­ves­tiert. Die In­ves­ti­tio­nen tra­gen bis­her Früchte: Die bei­den Schu­len sind welt­weit hoch an­ge­se­hen und zogen Ta­lente aus aller Welt an, wel­che hier bei uns ihr vol­les Po­ten­zial ausschöpfen wol­len und können. Der Kul­tur­stand­ort Basel – und mit ihm auch die ganze Schweiz – er­freut sich an der Tätigkeit der hie­sig aus­ge­bil­de­ten Jaz­z-Mu­si­kern, Chorsängern, Cel­lis­ten usw. 

Im Falle des Kantons Basel-Stadt bspw. darf es demnach nicht sein, dass 50 (!) ausgebildete Musikerinnen und Musiker „vor die Türe gestellt werden“, ihnen eine Arbeitsbewilligung entzogen bzw. verweigert wird obschon sie hier ausgebildet wurden und gearbeitet haben. Solch ein Vorgehen ist schlicht als Irrsinn zu bezeichnen, einerseits gegenüber den betroffenen Musikerinnen und Musikern, andererseits gegenüber der Allgemeinheit die zwar die Ausbildung mitfinanziert bzw. Investitionen säht, jedoch deren Früchte nicht ernten kann.

Gerade deshalb muss der Aufenthalt von professionellen Musikern , welche Absolventinnen und Absolventen von Schweizer Kunsthochschulen und als selbständig Erwerbstätige in regelmässigen Abständen in Kunstprojekten in der Schweiz tätig sind, deren Arbeitspensum in Kombination verschiedener Erwerbstätigkeiten einem Beschäftigungsgrad von 75% gleich kommt, ermöglicht werden. Dabei sollen die Engagements aufgrund ihrer bisherigen Karriere (Biographie) für Hauptrollen auf Bühnen bzw. tragende Funktionen im Orchester oder als Mitglied eines bestehenden, in der Schweiz basierten Ensembles berücksichtig werden.

Die Rolle der Kulturwirtschaft für den Wirtschaftsstandort im sogenannten “war of talents” wird oft massiv unterschätzt. Gerade der Forschungsstandort Schweiz, vor allem der Pharmastandort Basel, ist darauf angewiesen, dass wir die besten Forscherinnen und Forscher nach Basel locken können. Nur so sind ein Novartis Campus und Roch-Hochhäuser mit ihren vielen gut bezahlten Arbeitsplätzen in der Nordwestschweiz möglich. Dass es uns gelingt in diesem „war of talents“ die besten (Pharma-) Spezialisten in die Schweiz zu holen ist unabdingbar für unseren wirtschaftlichen Erfolg. Wer attraktiv für die Besten der Besten sein will, weil er sie in die Schweiz locken möchte, muss viel bieten. Denn, viel bieten lohnt sich: Es hat sich gezeigt, dass eine lebendige, hochstehende Musikszene eine der abdingbaren Voraussetzungen ist um für genau die hochqualifizierten Talente attraktiv zu sein. Nicht zuletzt deshalb müssen die 50 Absolventinnen und Absolventen in der Schweiz bleiben können. Deshalb habe ich eine Interpellation eingereicht und bitte den Bundesrat bzw. Bundespräsidentin Sommaruga zu handeln. Ich hoffe auch auf Gespräche die Kollege Beat Jans eingefädelt hat.
Absolventen unserer Hochschulen müssen bleiben können – auch wegen dem „war of talents“

People reacted to this story.
Show comments Hide comments
Comments to: Absolventen unserer Hochschulen müssen bleiben können!
  • Dezember 5, 2014

    Das Beispiel der Musikausbildungen an Hochschulen finde ich nicht sonderlich gut, weil Sinfoniemitglieder im Normalfall sehr schlecht bezahlt sind. Ausgebildete Musiker sind mit einer grossen Leidenschaft am Werk und nicht aus einem Karrieregrund. Der Graben zwischen Erfolg und Misserfolg in der Kulturwirtschaft ist sehr tief. Bei individuellem Erfolg hat dies ausschliesslich mit Glück oder zum richigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu tun. Die Popularität spielt heute eine grosse Rolle. Nur aussergewöhnliche Musiker werden erfolgreich sein.

    Report comment
    • Juli 19, 2021

      Es stimmt, dass viele ausgebildete MusikerInnen mit Leidenschaft am Werk sind. Trotzdem müssen sie, wie wir alle, irgendwo wohnen und sich durchbringen können. Im Laufe ihres Studiums schaffen sie sich ein Netzwerk von Musikern und Auftraggebern, das vor allem dort funktioniert, wo sie studiert haben, also z.B. in Basel. Davon profitieren wir BewohnerInnen, indem wir ein riesiges Angebot an musikalischen Anlässen nützen können. Mit sinnvollen Regelungen (die nicht von einem unrealistischen Pensum von 75% ausgehen), bleibt uns diese Vielfalt erhalten.

      Report comment
  • Dezember 6, 2014

    Zitat von Herr Stolz

    ‘..Absolvent​en unserer Hochschulen müssen bleiben können
    – auch wegen dem „war of talents“..’

    Ende Zitat

    Darin steckt m. E. mehr als ein Widerspruch.

    Die FDP ist doch für die volle PFZ Personenfreizügigkeit​, nicht wahr?

    ‘Der Krieg um die Besten’ ist in der EU schon lange im Gang und ist in den letzten Jahren erbitterter geworden, mit allen Absurditäten, die das mit sich bringt.

    Das führt u. a. zur Leerräumung von nationalen ‘Besten’ (Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Italien, Spanien etc., in Richtung Mitteleuropa. Das allerdings nennt man ‘Braindrain’ – Verlust von Fähigkeiten, die in den betroffenen Ländern dringend gebraucht werden, vor allem Ärzte!!

    In der EU wie hier sind alle Menschen der Konkurrenz ausgesetzt.

    Eine Konkurrenz à la Menü EU, die in der masslosen Liberalisierung der EU groteske Formen angenommen hat, aber ganz auf der FDP Linie liegt, aber in der Schweiz zum ‘Import von > 80000 Menschen pro Jahr führt!!

    Und jetzt möchte uns Herr Stolz, so lese ich das wenigstens, plötzlich Schotterbänke wie diesen vorschlagen: Absolventen unserer Hochschulen müssen bleiben können – auch wegen dem „war of talents“?

    Eine FDP Extrawurstausnahme für eine relativ kleine Gruppe?

    Wer diesen Berufsweg beschreitet, muss sich über Zukunftsaussichten vorher im Klaren sein.

    Einerseits müssen diese Überlegungen alle anderen ‘Talents’ auch machen und andererseits ist mit keiner Silbe für jene eine Extrasubventionsbehan​dlung begründet und dorthin würde es folgerichtig doch laufen, Herr Stolz, oder?

    Report comment

Write a response

Neuste Artikel

Bleiben Sie informiert

Neuste Diskussionen

  1. Ja und unser Bundesrat ist ebenfalls dabei zusammen mit der EU unser liberales Waffengesetz "pragmatisch" zu zerstören. BR Sommaruga am…

Vimentis Login

Willkommen bei Vimentis
Werden auch Sie Mitglied der grössten Schweizer Politik Community mit mehr als 200'000 Mitgliedern
Tretten Sie Vimentis bei

Mit der Registierung stimmst du unseren Blogrichtlinien zu