1. Ausländer- & Migrationspolitik

Alter Wein in neuen Schläuchen?

aus mei­nem Blog: Links vor Rechts!

http://buehrigssoz​iblog.blogspot.com/

 

Ein Lebender kann vielen Toten die Augen schliessen, aber Tote können noch weitaus mehr Lebenden die Augen öffnen!
Um für einen verheerenden Schlag auszuholen, reicht es wenigen Wahnsinnigen aus, wenn die Vernunft dieser Besessenheit nur zuschaut. Am Unglück, das sie in jedem Fall verursachen werden, sind nicht nur sie schuld, sondern auch jene, die es hätten verhindern können.
Nach einem Zitat von Erich Kästner
Auch wenn das mein Blog für politische Zeilen ist, gelten meine ersten Gedanken geprägt von Mitleid und Solidarität den jungen Opfern und ihren Angehörigen, die in ein unglaubliches und ungerechtfertigtes Elend gestürzt wurden. Meine zweiten Gedanken gelten aus hoffnungsvollem Erbarmen dem Täter, der aus unverständlichem Hass viele junge Menschen ermordet hat und dessen Tat nicht rückgängig gemacht, sondern nur durch seine aufrichtige Reue gemildert werden kann. Meine letzten Gedanken der Andacht gelten den mutigen Tröstern wie dem Sozialdemokraten und norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg, der mit folgenden Sätzen den Nagel auf den Kopf traf:
Die Antwort auf Gewalt ist mehr Demokratie, mehr Menschlichkeit, aber nicht mehr Naivität. (…) Niemand wird uns durch Bomben zum Schweigen bringen, niemand wird uns durch Schüsse zum Schweigen bringen.

Noch nie zuvor habe ich ein Regierungschef wie ihn gesehen, der heute Sonntagmorgen zum Krankenhaus in der Nähe des Geschehens fuhr und dort die Angehörigen umarmte, sie tröstete. Das ist gelebte Solidarität, wahre Nächstenliebe, die bei denen, die sonntags nur davon sprechen, ganz offensichtlich fehlt.
Die Fragen nach dieser grössten Katastrophe Skandinaviens seit dem 2. Weltkrieg bleiben also: Was tun? Was hätte man denn zuvor tun können? Wie bereits bekannt ist, verfasste der Täter Anders Breivik unter einem Pseudonym ein 1500-seitiges Manifest, indem er sich als fundamentalistischer Christ und rechtsextremen Islam-Hasser outete. Angeblich sei er als Jugendlicher ein Günstling von Prügelknaben gewesen, die sowieso alles Muslime gewesen seien (zur Erinnerung: in Norwegen leben 144‘000 Muslime, Passive mitgezählt). Gott habe ihn von diesem Unrecht weggeführt und ihm dieses „notwendige Massaker“ aufgetragen. So irrational und dumm diese Gedankengänge auch sind, so haben sie im normalen angefangen – weil unsere Gesellschaft Nährboden dafür ist, weil andere nur zugeschaut haben.
Ich hoffe, dass meine jungen Genossinnen und Genossen nicht umsonst gestorben sind, sondern diese aufrütteln, die bisher nur zugeschaut haben. Islam-Hass, irrationale und anti-wissenschaftlich​e Überfremdungstheorien​ und Identitätsängste sind auch in der Schweiz eine Realität. Und damit kann es auch bei uns und überall geschehen, dass Unschuldige für den Wahnsinn von Nationalisten und religiösen Spinnern sinnlos sterben müssen. Wenn wir das Geschehene aber als Zeichen für das akzeptieren, was noch getan werden muss, dann können wir gemeinsam Brücken über die Schluchten bauen, die nicht einfach nur zwischen verschiedenen Völkern und Religionen „da sind“, sondern erfunden wurden, um solche Taten wie das Massaker an fast 100 unschuldigen JungsozialistInnen zu rechtfertigen. Dann kann aus Asche neues Leben entspringen, das kein Massenmörder auszulöschen vermag, dann ist niemand umsonst gestorben!
Solidar​ische Grüsse an alle LeserInnen
Pascal Bührig
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Comments to: Alter Wein in neuen Schläuchen?
  • Juli 27, 2011

    Es ist billig, dem Normalbürger die Verantwortung dieser Tat zuzuschreiben. natürlich ist nur die SP unschuldig hier. Aber seit sich die SP vom Arbeiter Abgewant hat auch sie ihre Unschuld verloren und ist eine weitere Kleinbürgerliche Partei.

    Der Massenmord und die Bomben in Norwegen sind durch nichts zu Rechtfertigen es ist eine abscheuliche Untat!

    Um solchen Taten den Boden zu entziehen sollte die Politik sich wieder für Volk und Leute einsetzen, soll eine Politik im Interesse des Volkes führen und nicht wie heute gegen das Volk und für die eigenen Interessen!

    Fühlt was das Volk und die Werktätigen beschäftigt, geht in die Niederungen der Arbeiter und einfachen Angestellten und seit nicht Hochmütig! Dann erfahrt ihr auch was getan werden muss!

    Nicht das Ausland, fremde Richter, fremde Politiker müssen die Richtschnur unserer Politiker sein, sondern das eigene Land!

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  • Juli 28, 2011

    Wenn man weiss, dass islamische Jugentliche jüdische Bürger in Schweden anpöbeln und zum Teil verprügeln, dabei getraut sich Politik und Polizei nicht Stellung zu beziehen und ihre bedrängten Mitbürger zu schützen. Man gibt den Juden einzig den Rat in andere Wohngegenden unzuziehen, weil man sich nicht getraut diese zu unterbinden.

    Wem soll das Volk da noch vertrauen? Wenn man dies kritisiert ist man Rassist und Islamgegner! Schöne Welt! Erinnert mich an die 1930er im Deutschen Reich!

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  • August 18, 2011

    Pascal Bührig JUSO
    Kein Kommentar!!!!!

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  • August 18, 2011

    Nach einem Zitat von Erich Kästner?
    Lesen Sie doch mehr dazu: Zum Beispiel”Als ich ein kleiner Junge war”

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  • August 18, 2011

    @Jeannette:
    Die wahrscheinlich unnötigsten Kommentare, die hier je geschrieben wurden 😛 Danke, dafür hab ich’s jetzt hinter mir.

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  • August 29, 2011

    Als ich jung war sah ich die Welt auch nur aus der rosa Brille, ich war auch in linken Aktionsgruppen, da erinnere ich mich doch an viele öffentliche Diskussionen mit Herr Cincera ( die Älteren werden ihn noch kennen, http://de.wikipedia.o​rg/wiki/Ernst_Cincera​ ).

    Doch wenn man älter wird und einem an einer schweizerischen Jugendkonferenz des SGB das Mikro abgeschaltet wir weil man für die 40 Std.-Woche spricht weil dies den „Oberen“ nicht gefällt merkt man schnell wie die Welt funktioniert. In der Arbeiterbewegung nicht anders als in der Kapitalistischen Welt.

    Wenn man dann später noch für eine Familie verantwortlich ist muss man sich die Hörner abgestossen haben und in der Realität angekommen sein, man sieht nun alles klar und das Rosa ist weg!

    Ich engagiere mich nun immer noch aber auf einer anderen Ebene. Ich musste 2 Kids erziehen, habe im Vergleich zu anderen Ländern, die ich sehr schätze, unser Land schätzen gelernt, und ich bin bereit dafür jederzeit einzustehen.

    Wenn ich nun den Attentäter aus Norwegen sehe, muss ich aus meiner Lebenserfahrung sagen, dass dieser Mensch mit seiner Tat keine Partei ist sondern seine Tat ist der Ausdruck eines sehr verirrten Geistes an einem realen Problem unserer heutigen Gesellschaft in Europa.

    In Norwegen, wie in der Schweiz und in vielen Ländern Europas werden die Probleme von den Menschen gesehen aber von den politischen Avantgarden bewusst übersehen, weil es politisch unkorrekt wäre diese Probleme anzugehen, weil man sich fürchtet. Darum lässt man die schwächsten Glieder der Gesellschaft, die Arbeiter alleine mit diesen und hofft dass man diese Aussitzen kann, was aber, wie man sieht leider nicht funktioniert! Zum Unterschied zu den Ländern Europas hat das Volk bei uns das Recht sich in die Politik einzumischen und die politischen Irrwege zu korrigieren. Dies wird von immer weniger Politiker bei uns gerne gesehen und man versucht die Volksrechte einzuschränken. Dies ist der falsche Weg und kann so zu einem Irrläufer wie in Norwegen führen!

    Man kann hoffen, dass auch bei vielen Jusos die rosa Brille mit der Zeit transparent wird. Noch ist Polen nicht verloren, wie man sagt!

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