1. Verkehr

Am Gotthard, ein den Pilzen überlassener Tunnel!

Der  neu­e  ge­rad­li­ni­ge  57  Ki­lo­me­ter  lan­ge  Ba­si­stun­nel  ü­ber­schrei­tet  an  kei­ner  Stel­le  ei­ne  Höhe  von  550  Me­tern,  und  ist  in  ei­ner  Vier­tel­stun­de  durch­fah­ren.  Die  his­to­ri­sche  Li­nie  hin­ge­gen  gip­fel­t  auf  ei­ner  Höhe  von  1’150  Me­ter,  und  Zü­ge  durch­fah­ren  sie  in  ein­ein­vier­tel  Stun­de  durch­.  Der  Schei­tel­tun­nel  ent­spricht  in  kei­ner  Wei­se,  den  heu­ti­gen  Si­cher­heits­nor­men​.  Die  SBB  ha­ben  mit­ge­teil­t,  dass  kein  Güter­zug  mehr  die­se  Strecke  be­fah­ren  wer­de,  und  dass  die  Li­nie  nicht  mehr  un­ter­hal­ten  wäre,  son­dern  nur  von  Fall  zu  Fall  re­pa­rier­t  würde. 

 

Der  zweispurige  Autobahntunnel  soll  nun  nach  40  Jahren  saniert  werden.  Dazu  soll  er  während  1’000  Tagen  außer  Betrieb  sein.  Um  diese  Sanierung  zu  erlauben,  und  gleichzeitig  die  Kontinuität  des  Verkehrs  zu  gewährleisten,  sind  drei  Lösungen  denkbar:

 

  1. Jene  des  Bundesrates:  für  2  Milliarden  eine  zweite  Autobahnröhre  bauen,  200  Millionen  übergangskosten  dazu  rechnen,  und  dann  für  600  Millionen  die  aktuelle  Autobahnröhre  sanieren,  Gesamtkosten:  insgesamt  2,8  Milliarden.  Der  historische  Eisenbahntunnel  wäre  verlassen,  nutzlos,  gefährlich.  Trotz  des  zusätzlichen  Tunnels  wird  jeglicher  Strassenverkehr  durch  den  Tunnel  während  140  Tagen  verunmöglicht.
  2. Jene  des  Referendumskomitees: ​ die  Lastwagen  auf  Eisenbahnpendelzügen ​ zwischen  Biasca  und  Erstfeld  durch  den  Basistunnel  führen,  während  die  Autos  auf  den  Eisenbahnpendelzügen ​ zwischen  Göschenen  und  Airolo  verkehren,  wie  es  der  Fall  vor  dem  Bau  der  Autobahn  war.  Während  4  Sommern  würden  die  Sanierungsarbeiten  unterbrochen,  um  den  Ferienverkehr  passieren  zu  lassen.  Gesamtkosten,  Bau  und  Betrieb:  1,4  Milliarden.  Der  historische  Eisenbahntunnel  wäre  verlassen,  nutzlos,  gefährlich.
  3. Jene,  die  ich  vorschlage:  den  historischen  Eisenbahntunnel  außer  Betrieb  setzen,  sein  Profil  erweitern,  ihn  mit  einer  Sicherheitsgalerie  versehen  und  einer  modernen  Lüftung  ausstatten,  ihn  in  einen  Straßentunnel  um  bauen:  das  Ganze  für  800  Millionen.  Anschliessend  den  heutigen  Straßentunnel  sanieren:  600  Millionen.  Gesamtkosten  1,4  Milliarden,  um  zwei  vollständige  Autobahnröhren  zu  erhalten.

 Die  Autobahn  durch  den  Gotthard  bliebe  ohne  Unterbruch  befahrbar.

 

Am  kommenden  28.  Februar  sind  die  Bürger  dazu  aufgerufen,  sich  zu  einem  Gesetz  zu  äußern,  das  den  Bau  der  zweiten  Autobahnröhre,  die  durch  den  Bundesrat  vorgesehen  ist,  gutheisst,  aber  gleichzeitig  verbietet,  mehr  als  zwei  Spuren  gleichzeitig  zu  nutzen.  Die  Annahme  dieses  Gesetzes  würde  dem  Bundesrat  freie  Hand  lassen  und  die  Chancen  sowohl  der  durch  das  Referendumskomitee  vorgestellten  Lösung,  wie  auch  meiner  eigenen  auf  Nichts  reduzieren.

Die  Lösung  des  Bundesrates  kostet  2,8  Milliarden.  Sie  muss  abgelehnt  werden.  Die  Lösung,  die  ich  vorschlage,  erbringt  dieselben  Vorteile,  allerdings  für  die  Hälfte  der  Kosten,  nur  1,4  Milliarden.

 

 

https​://sites.google.com/s​ite/gothardscheiteltu​nnel/memoire

 

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Comments to: Am Gotthard, ein den Pilzen überlassener Tunnel!
  • November 19, 2015

    Mein Vorschlag ist der,das zuerst eine zweispurige,sichere zweite Röhre gebaut wird.Wenn dieser fertig ist,nimmt man die Renovierung der alten Röhre in Angriff,und wenn dieses Werk auch fertig ist,lassen wir den Verkehr auf je zwei Spuren durch beiden Röhren fahren,damit es endlich eine durchgehende Autobahn wird,ohne kilometerlange Rückstaus,die das Reusstal mit Abgas verpesten,und zudem die Nerven der Autofahrer schont.Nachher alles wieder auf eine Spur zurück zu reduzieren,ist für mich unverständlich und nicht nachvollziehbar.Aber hoffen wir,dass dannzumal eine neue Generation von Entscheidungsträgern,​sich dannzumal der logischen Vernunft nicht entziehen wird,und diesen seltsamen Entscheid wieder rückgängig machen tut.

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    • Juli 19, 2021

      Die beiden Lösungen können Ihre Wünsche erfüllen. Aber:
      Am Ende der Lösung des Bundesrates bleiben zwei Autobahnröhren, und ein völlig veralteter Bahntunnel, den heutigen Sicherheitsnormen in keiner Weise entsprechend, also gefährlich, nutzlos, unbrauchbar. Sie würde 2,8 Milliarden kosten, und 15 Jahre nehmen.
      Am Ende meiner Lösung bleiben zwei Autobahnröhre. Sie kostet 1,4 Milliarden, und nimmt 6 Jahren.
      Die Lösung des Bundesrates muss abgelehnt werden.

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    • Juli 19, 2021

      ..auch da nehme ich mal an,dass man ja die Orte Airolo,Göschenen-Ande​rmatt und die Dörfer in der Leventina,sowie im oberen Reusstal,nicht einfach links liegen lassen kann und somit,sowie auch touristisch gesehen, durchaus ein etwas gelichteter Eisenbahn-Fahrplan nach wie vor diese Orte mit der weiten Welt verbinden wird.Nicht zu vergessen,dass,wie beim Glacier-Express,es neue Möglichkeiten einer Vermarktung dieses einmaligen bahntechnischen Werkes gibt.Wem nämlich das Reisen als Ziel seiner Träume lieb ist,nimmt gerne eine etwas sehenswertere Route in Kauf,als einfach das “Transportiertwerden”​ von einem Punkt zum Andern.Das ist der neue Schwachpunkt aller neuer SBB.Linien,dass sie mehr und mehr zu einer U-Bahn light verkommt,wo man vor lauter Tunnels und Galerien,überhaupt nichts mehr wahrnehmen kann von den schönen Landschaften,die man früher genussvoll durchfahren hat.”Geopfert” einer Zeitersparnis von Ort zu Ort,die eigentlich in einem kleinen Land wie der Schweiz nicht wirklich soooo viel bringen tut…!..Man sitzt höchstens mal eine halbe Stunde früher vor der Flimmerkiste..!….mi​ch reisst dieser Kampf um Minuten der SBB wirklich nicht von den Sitzen…!

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    • Juli 19, 2021

      Ich bin für Ihre Betrachtungen sehr sensibel. Herr Schneeberger, Verkehrsspezialist der NZZ hat sich gefragt, ob es nicht klug wäre, die alte Linie nach Basistunneleröffnung während ein Jahr zu bewirtschaften, um die Enrwicklung des Verkehrs zu messen, bevor irgendein Entscheid genommen wird. Der Bundesrat hat es nicht so gewollt.

      Dazu möchte ich noch sagen, dass mein Projekt nur den Tunnel betrifft, und nicht die Rampen. Die Rampen könnten also weiter mit historischen Zügen befahren sein. Auf der Nordrampe habe ich das folgende Szenario skissiert: Die Rampe zwischen Flüelen und Göschenen mit einer Schmalspur auszustatten, so dass Touristen von Luzern nach Flüelen auf dem See fahren, und dann einen Zug nehemen, der sie bis Poschiavo führt, oder bis Zermatt.
      Eigentlich bin ich der Meinung, dass meine Lösung die einzige ist die vom historischen Tunnel etwas macht, dass nachhaltig ist.

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  • November 21, 2015

    Ein Bundesverfassungsarti​kel aus dem Jahre 1994 (Alpenschutzinitiativ​e) schreibt zwingend vor, dass der Durchgangsverkehr durch den Gotthart-Tunnel auf max. 650’000 PW & LKW zu beschränken ist, alles weitere
    muss auf die Schiene verladen werden.

    Der Bundesrat als oberste Exekutive ist gehalten, die geltende Verfassung auch hier endlich einzuhalten.
    Mit der Milliarden-NEAT kann dies – mit etwas gutem Willen und Respekt vor dem Willen des Souverän – sicher eingehalten werden.

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    • Juli 19, 2021

      Also folgen Sie meine Empfehlung: Lehnen Sie den Vorschlag des Bundesrates ab!

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    • Juli 19, 2021

      Herr Hottinger

      Grundsät​zlich haben Sie recht…. dies aber leider mit einem Aber.

      Der BR kann seine Auflage nicht mehr erfüllen, seit der Unterschrift von Verkehrsabkommen mit der EU. Diese besagt, dass der Durchgangsverkehr in keiner Weise behindert, benachteiligt oder in keiner Weise verhindert werden darf. Somit ist die vom damaligen Verkehrsminister ausgehandelte Variante ausgehebelt.

      Es gibt nur noch eine von uns für die Schweiz gültige Regelung. Kann oder will man diese von der EU nicht einhalten, sind wir machlos. Wir dürfen noch nicht mal Durchfahrtszölle erheben, oder den Verkehr mittels Mehrsteuer belegen, damit er umgelenkt würde. Ausser… man belegt diese auf ALLE Benützer, was vermutlich kaum zu einer Mehrheit finden wird, wenn dies zur Abstimmung kommen würde.

      Daher erneut mein Vorschlag:
      Gotthard in eine AG umwandeln, diese zu 49% an Private verkaufen. Dann eine Zahlstelle einführen, welche dann zulässig wäre, weil der Gotthard damit nicht mehr in das Verkehrsabkommen des Bundes fallen würde. So wie auch in anderen Staaten die Tunnels von Privaten unterhalten werden.

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