1. Bildung & Forschung

Auftrag der Volksschule

Lebenstauglichkeit, Mit­mensch­lich­keit,​ Be­rufs- und Wirtschaftstauglichke​it

 

Eigentlich ist es ganz einfach, was der Auftrag der Volksschule sein sollte. Nämlich unsere Kinder zu bilden, sie mit genügend Wissen und Kenntnis auszustatten, damit sie am Ende der Schulzeit mit einer soliden Basis den Start ins Berufs- und Gesellschaftsleben problemlos antreten können. Die Realität sieht leider häufig anders aus. Etliche Erziehungsdirektoren und deren Departementsverwaltun​gen haben vor lauter Schulreformen den Blick für das Wesentliche verloren. Statt unsere Kinder bilden zu können, müssen sich die Lehrkräfte heute zu einem grossen Teil mit administrativen Arbeiten beschäftigen. Statt die Kinder zu unterrichten, müssen sie mit viel Zeitaufwand Portfolios über die Kinder anlegen. Statt die Kinder individuell zu fordern und fördern, müssen die Lehrkräfte alle Schüler, von lernschwach bis hyperintelligent, in einer Klasse unterrichten. Das ist definitiv nicht die richtige Entwicklung für eine lebens- und wirtschaftstaugliche Zukunft unseres Landes. Ja, ich bin mir bewusst, dass diese Behauptung gerade etwas provokativ ist. Aber, meine Damen und Herren, wo bleibt bei der ganzen und unaufhörlichen Schulreformitis das Kind? Wo ist der gesunde Menschenverstand geblieben?

Lebenstau​glich sein, heisst unter anderem, über eine gute Allgemeinbildung zu verfügen. Wenn aber ein Teil unserer Jugend heute nicht mehr weiss, wie viele Kantone die Schweiz hat, welches die Hauptstadt unseres Landes ist oder wie viele Bundesräte es gibt, dann ist das für mich äusserst bedenklich. Statt grundlegende Kenntnisse zu vermitteln, werden die Kinder heute schon möglichst früh mit Fremdsprachen konfrontiert, noch bevor sie sich das wirklich wichtige Allgemeinwissen aneignen konnten. Lebenstauglichkeit heisst für mich aber auch, mal auf die Zähne zu beissen, sich auch mal mit unangenehmen Dingen auseinander setzen zu müssen, wie z.B. Hausaufgaben an einem schönen, sonnigen Nachmittag zu erledigen. Wir leben nicht in einer Kuschelgesellschaft, wo jeder gerade das machen kann, worauf er Lust hat. Wenn die Kinder heute in der Schule im Unterricht lernen, sich mit dem zu beschäftigen, worauf sie gerade Lust haben, entspricht das nicht dem realen Leben, welches sie später im Erwachsenenalter erwartet. Um Lernerfolge zu erreichen braucht es Ausdauer, Disziplin und Beharrlichkeit. Und Lernerfolge müssen, wohl oder übel, bewertet werden. Ohne Noten sind Lernerfolge kaum messbar.

Wenn die Volksschule unsere Jugend zu Mitmenschlichkeit erziehen soll, braucht es klar eine Klassenlehrerperson. Denn nur wenn eine Lehrperson jeden einzelnen ihrer Schüler kennt, kann sie diese auch individuell in ihrer Persönlichkeitsentwic​klung begleiten. Eine Lehrperson kennt ihre Schüler nur, wenn sie sie auch regelmässig unterrichtet. Nur ist der typische Klassenlehrer in der ganzen Schulreformitis leider auch verlorengegangen.

Un​d wenn wir schon beim Thema Mitmenschlichkeit sind: Der grösste Fehler, den irgendwelche Bildungspolitiker und Verwaltungsangestellt​e gemacht haben, ist die krampfhafte Gleichmacherei unserer Jugend. Alle, egal ob lernschwach oder lernstark, besuchen dieselbe Klasse. Die Lernschwachen werden von Heilpädagogen begleitet, während die Lernstaken sich mit Workshop-Aufgaben selber beschäftigen. Das Ganze nennt man dann klangvoll „Integrativer Unterricht”. Kleinklassen wurden abgeschafft. Und wenn man nun bei den Lehrkräften, den Eltern und den Kindern nachfragt, ist niemand überzeugt von diesem Konzept.

Ich erwarte von der Volksschule, dass sie sich wieder vermehrt ihrem Auftrag widmet und unsere Kinder zu leistungsfähigen und leistungsbereiten jungen Menschen bildet, damit ihnen ein optimaler Start ins Berufsleben gelingen kann. Dazu braucht es eine kompetente Führung und Beurteilung der Schüler durch die Klassenlehrperson, es braucht sehr gute Kenntnisse primär in der entsprechenden Landessprache, bevor voreilig mit Fremdsprachen begonnen wird, es braucht dringend allgemeinbildende Fächer und einen Unterricht, in welchem die Kinder angeregt werden, mit Kopf und Hand zu lernen. Unsere Gesellschaft braucht nicht nur Akademiker, wir brauchen auch Handwerker.

Ich als Arbeitgeberin und Lehrmeisterin wünsche mir, dass die Schulabgängerinnen und Schulabgänger bei ihren Bewerbungen wieder lernen, darauf zu achten, dass die Bewerbungsdossiers sauber und vollständig sind, ohne Kaffeeflecken und Eselsohren, mit gerade ausgeschnittenen Fotos und ohne unzählige Schreibfehler. Dies ist kein Vorwurf an die Schulabgänger, sie haben es ja nicht wirklich lernen können, es wurde ihnen nicht beigebracht. Vielmehr zeigen solche Beobachtungen, dass die Volksschule tatsächlich ihren Auftrag heute oft nicht erfüllt. Die Leidtragenden sind schliesslich die Jungen, welche Mühe haben eine Lehrstelle zu finden bzw. die Lehre erfolgreich zu beenden.

Ich glaube an unsere Jugend, und ich glaube an die ganz vielen motivierten Lehrpersonen, die ihren Beruf mit viel Herzblut ausüben – nun hoffe ich sehr, dass ich auch daran glauben kann, dass die Bildungspolitiker und die Verantwortlichen in den Kantonen merken, dass die Volksschul-Reform gescheitert ist und sie wieder zurück zum gesunden Menschenverstand kommen müssen. Denn Kuschelpädagogik erschwert unseren Kindern den Start ins Berufs- und Gesellschaftsleben. Oder wie Jeremias Gotthelf sagte: „Schwerer Anfang ist zehnmal heilsamer als leichter Anfang.”

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Comments to: Auftrag der Volksschule
  • März 27, 2012

    Ganz richtig Frau Pieren. Früher lernte man fürs Leben. Mitunter war damals auch Sozialkompetenz noch ein Thema. Heute wird gelernt, damit man mit möglichst vielen “Diplömchen, Masters und Bachelors” das angebliche Wissen beweisen sollen “könnte”. Diplomitis akutis. Und vor allem sind die Erwachsenen “meistens Bildungspolitiker oder Schulbehörden” nur darauf aus, dass die Kinder dieser Nation in irgendwelchen Studien wie z. B. Pisa gut dastehen. Es geht nicht um die Kinder, es geht darum, dass die Schweiz in irgendwelchen Ratings gut dasteht. Sozialkompetenz geht verloren zugunsten der reinen akademischen Fächer. Die Kinder lernen rechnen, schreiben und lesen, aber den Respekt zu Mitmenschen, Natur, etc. und anderen nicht akademischen Bereichen ist am verkümmern.

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    • Juli 19, 2021

      In vielem gebe ich Ihnen Recht Frau Habegger – aber in Sachen Sozialkompetenz kann ich gar nicht zustimmen. Ein einstündiges Elterngespräch setzt sich aus 55 Minuten Info über die Sozialkompetenz des Kindes plus 5 Minuten Info über die schulische Leistung zusammen. Das ist doch nicht gesund ?

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    • Juli 19, 2021

      Liebe Frau Habegger

      Dies hat man bereits erkannt, es wurde auch bereits interveniert. Die Sozialkompetenzen sind bei vielen Schulen bereits ein beurteilendes Kriterium.

      Auf Stufe Tertiär (HF / FH / Uni …) stimme ich Ihnen zu.

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    • Juli 19, 2021

      Bea Habegger, Heute wird vor allem Sozialkompetenz in der Volksschule gelehrt. Schon ab der ersten Klasse werden beispielsweise Konflikttechniken gelehrt. Nur haben die Schüler gemerkt, dass die gelehrten Techniken nicht funktionieren, im Unterschied etwa zu Mobbing, Ausgrenzung und Schläge. Oft haben nicht einmal die Lehrpersonen die Klasse im Griff. Da kann der Lehrer einem 10-jährigen 1000x sagen, dass man das nicht machen darf. Es interessiert niemanden und hat auch keinerlei Konsequenzen, nicht einmal im Zeugnis.

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    • Juli 19, 2021

      Werter Herr Keller, dem pflichte ich vollumfänglich bei. Mein Mann als IV-Rentner arbeitet stundenweise als Hilfsabwart in einem Schulhaus. Er nahm mich ein paar mal mit und ich muss einfach sagen: Schockierend! Nur ein Beispiel/Während den Pausen können die Kinder Brot und Schoggistengeli, Eistee usw. kaufen/die mitgebrachten z?Nünis weden in die Gebüsche geworfen. Es besteht eine Pausenaufsicht seitens der Lehrer. Meinn Mann hat mehrere Male versucht den Kindern zu erklären: Schaut, hier ist ein Abfalleimer, werft mir doch die Sachen nicht gleich wieder zu Boden, dort wo ich ich für euch sauber mache. Antwort einiger Kinder/notabene neben dran stehen die Lehrer: “Haut ds Muh, für das bisch agsteut u zaut…..”. Ich weiss nicht, ob man das als Sozialkomptenz-lehren​ betrachten kann, es steht mir nicht zu urteilen, aber verstehen kann und möchte ich solches Verhalten ganz klar nicht. Denke mir dann immer, hoffentlich lernen sie einmal selber denken…. wenn es einige Eltern und Lehrer nicht mehr lehren können.

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  • März 27, 2012

    “Ich als Arbeitgeberin und Lehrmeisterin wünsche mir, dass die Schulabgängerinnen und Schulabgänger bei ihren Bewerbungen wieder lernen, darauf zu achten, dass die Bewerbungsdossiers sauber und vollständig sind, ohne Kaffeeflecken und Eselsohren, mit gerade ausgeschnittenen Fotos und ohne unzählige Schreibfehler.”

    D​abei kann man für wenig Geld professionelle Bewerbungsdossiers erstellen lassen.

    Ich habe eher den umgekehrten Fall erlebt. Das Bewerbungsdossier waren so perfekt, dass es gar nicht zur Person gepasst hat. Hat man diese Person auf im Dossier erwähntes Wissen getestet, ist jeweils herausgekommen, dass vieles überrtieben, bzw. erstunken und erlogen war. Vermutlich waren auch einige der beigelegten Zeugnisse gefälscht oder verfälscht.

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  • März 27, 2012

    Wenn ein Viertel der Kinder einer Klasse nicht richtig Deutsch kann, lässt sich das in den meisten Fällen ohne grössere Probleme ausgleichen.
    Wenn ein Drittel der Kinder einer Klasse nicht richtig Deutsch kann, wird es sehr kritisch.
    Wenn die Hälfte der Kinder einer Klasse nicht richtig Deutsch kann, ist das eine Katastrophe. Für die ganze Klasse.
    Es gibt immer mehr dieser “Katastrophenklassen​”.

    Was lässt sich tun?

    Hier hilft nur eine Aenderung der Ausländerpolitik:
    Es​ dürfen nur Ausländer ohne Kinder im schulpflichtigen Alter einwandern.
    Alle Ausländer müssen die Schweiz wieder verlassen bevor ihre Kinder in der Primarschule eingeschult werden. So wird eine problemlose Reintegration der Kinder in ihrer Heimat gewährleistet.
    Für die bereits in der Schweiz lebenden Ausländer mit schulpflichtigen Kindern gilt eine Uebergangsregelung: Wenn keines der Kinder mehr als vier Jahre eine schweizer Schule besucht hat (ohne Kindergarten) wird die Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilli​gung per Ende des nächsten Schuljahrs aufgehoben. (Wenn Kinder, die länger als vier Jahre schweizer Schulen besucht haben in ihre Heimat zurück kehren müssen, ist mit gravierenden Reintegrationsproblem​en zu rechnen. Diese gilt es zu vermeiden.)

    Dadurc​h wird das Problem jedoch nur teilweise gelöst. Denn immer mehr Eingebürgerte lassen ihre Kinder durch die nachgezogenen (Gross-)Eltern betreuen. Viele dieser “schweizer” Kinder können kein Wort Deutsch, wenn sie in den Kindergarten kommen.

    Hier helfen nur weiter Anpassungen des Ausländerrechts.
    Wie​ strengere Regeln für die Eingürgerung oder eine generelle maximale Aufenthaltsdauer für Ausländer von z.B. fünf Jahren.
    Für weiter Möglichkeiten siehe meinen Kommentar unter:
    http://www.vi​mentis.ch/d/dialog/re​adarticle/souveraenit​aet-oder-abhaengigkei​t/

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  • März 27, 2012

    Wie wäre es mit einer neuen Form der Primarlehrerausbildun​g?

    Das Lehrerseminar beginnt im zehnten Schuljahr und dauert entsprechend etwa sechs Jahre.
    Die Praktika beginnen ab dem zweiten Ausbildungsjahr.
    Der​ Lehrplan umfasst auch den Maturstoff.
    Die Lehrer erhalten zusammen mit dem Lehrerpatent die Matur.
    Es gibt auch eine “Sparvariante” ohne Matur.
    Wer “weitermacht” und Sekundarschullehrer wird, erhält einen entsprechenden “Rabatt” bei der Ausbildung.

    Für Kindergärtnerinnen gibt es neben der gegenwärtigen Ausbildung einen direkten Einstieg nach einem zehnten Schuljahr. Wer diese Kurzausbildung gemacht hat, darf nur dann selbständig einen Kindergarten führen, wenn nach einigen Jahren Praxis eine Zusatzausbildung gemacht wurde. So können wieder mehr Frauen mit einem Flair für Kinder diesen Beruf ergreifen, auch wenn es mit der Theorie etwas “hapert”.

    Eine vergleichbare Lösung sollte es auch in anderen sozialen Berufen geben. Die Anforderung Matur ist zu hoch, denn in der Schweiz ist die Maturquote wesentlich tiefer als im Ausland. Es gibt also weniger Leute, die die restriktiven Bedingungen für die Aufnahme der Ausbildung erfüllen als im Ausland. Dementsprechend arbeiten viele Ausländer in der Schweiz, die in der Schweiz gar nicht zur Ausbildung zugelassen würden.
    Diese Situation ist nicht nur unfair den Schweizern gegenüber. Sie ist auch unklug, die Leute sollten eine ihren Neigungen entsprechende Ausbildung ergreifen können. Eine Aenderung ist überfällig!

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  • März 27, 2012

    Dass bald in der ganzen Schweiz der gleiche Lehrplan gilt, ist sinnvoll.
    Aber die ganze sonstige Reformitis bringt nichts, wenn nicht das zentrale Problem gelöst wird:

    Die heterogenen Klassen.

    Viele Lehrer sind dadurch massiv überfordert. Hinzu kommt noch der immer grössere Stress durch immer mehr Bürokratie.
    Es ist halt einfach so:
    Das Unterrichten ist umso einfacher je homogener die Lerngruppe ist. Dann muss der Lehrer nicht auf Nachzügler warten und die besonders Schnellen beschäftigen. Es gibt nur ein Lerntempo für die ganze Klasse.

    Es fängt schon am ersten Schultag an: viele Kinder können schon Rechnen und Schreiben und viele Kinder können kaum Deutsch.
    Es wäre sinnvoll, wenn die Kinder bereits im Kindergarten mit Buchstaben und Zahlen vertraut gemacht würden. Lieder, Abzählreime, der Buchstabe des Tages, Klötzchen in verschiedenen Farben und Länge usw. So ergibt sich das Lernen spielerisch, dem Alter gerecht werdend, ganz ohne Schulsituation. Es ist zu erwarten dass die Kinder vieles gegenseitig voneinander lernen. Die Kindergärtnerinnen müssen lediglich das Programm geeignet gestalten.
    Für den Uebertritt an die Primarschule würde ein bestimmter Mindeststandard im Rechnen, Lesen und Schreiben festgelegt. Ausserdem müssen alle Kinder genügend gut Deutsch verstehen um dem Unterricht folgen zu können.
    Diese einfachen Massnahmen führen zu wesentlich homogeneren Klassen am ersten Schultag.

    Doch auch wenn alle Kinder am ersten Schultag gleich weit sind, das wird sich sehr schnell ändern. Bereits im dritten Jahr sind die Leistungsunterschiede​ sehr deutlich. Und im vierten Jahr ist es höchste Zeit für die Aufteilung der Kinder auf verschiedene Züge. Im Moment sind die Kinder bis ins sechste Jahr zusammen. Auf dem Land ist das unproblematisch. Aber in den Städten mit der wesentlich heterogeneren Schülerschaft ist das ein grosses Problem.
    In den Städten wäre es sinnvoll, wenn die Kinder bereits nach dem vierten Schuljahr auf verschiedene Züge aufgetrennt würden. In allen Zügen würde jedoch der gleiche Basislehrplan gelten. So kann auf das individuelle Lerntempo Rücksicht genommen werden. Für die schnelleren Schüler gäbe es einen Ergänzungslehrplan. Die Gründe für das unterschiedliche Lerntempo sind sehr verschieden: tatsächliche Unterschiede bei der Aufnahmefähigkeit, mangelnde Sprachkenntnisse, (temporäre) Schulunlust, längere Schulabwesenheit oder unzureichende Teilnahme durch eine Krisensituation (Krankheit, Todesfall, Scheidung, …), usw. Das müsste bei Gestaltung der Züge berücksichtigt werden. Für die schwächeren Schüler sind verschiedene Angebote zwingend nötig, je nach der Ursache der Schwäche. Wenn alle schulschwachen Kinder in den gleichen Topf geworfen werden, ist es für die Lehrer fast unmöglich die unterschiedlichen Bedürfnisse zu befriedigen.
    In den folgenden zwei Jahren können die Schüler den Zug jederzeit problemlos wechseln. Das ist wichtig, denn es gibt keinen wirklich perfekten Selektionsprozess. Durch diese zwei Jahre mit dem gleichen Lehrplan bleibt genügend Zeit die unvermeidlichen Fehlentscheide zu korrigieren und auf plötzliche Entwicklungsschübe zu reagieren.
    Weil in diesen zwei Jahren für alle Schüler der gleiche Lehrplan gilt, kommt es nicht zu einem unerwünschten Verbauen von Chancen und gleichzeitig wird das leistungsgerechte Lernen bereist früher möglich.

    Es braucht den Mut zur frühen Selektion, wenn sich etwas ändern soll.
    Mir ist klar, diese Ideen stehen völlig quer zu Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Aber es muss gehandelt werden. Sonst wird die Situation in den kommenden Jahren immer noch schlimmer, weil die Heterogenität immer mehr zunimmt.

    Es braucht auch Mut zur Lücke.
    Viele Kinder können am Ende ihrer Schulzeit weder richtig Rechnen noch richtig Schreiben. Sie wurden gnadenlos durch die Schule geschleift. Gewisse Kinder können nicht mithalten. Andere wollen es nicht. Das muss berücksichtigt werden.
    Es muss das Ziel sein, dass alle Schulabgänger wenigstens Rechnen und Schreiben können. Der andere Pflichtstoff ist wichtig, aber er muss weggelassen werden, wenn es nicht anders geht. So bleibt mehr Zeit für das absolut Notwendige.

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    • Juli 19, 2021

      Aber dafür haben sie doch die angebliche Sozial- und Konfiktlösungskompete​nz, sie können im Team “arbeiten” und kennen die Propaganda der Links/Grünen aus dem EffEff.

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  • März 27, 2012

    Lange Klage über die Schulbildung, aber kein einziger Lösungsvorschlag. typisches Politikerblabla.

    Wir haben keine schlechte Schule. Die ganz grosse Mehrheit der Jugendlichen haben Ende der Schulzeit genügend Kompetenzen für das folgende Berufsleben. Wir haben jedoch für eine Minderheit der Schulversagen, schätze einmal 10 bis 15%, keine Arbeitsplätze mehr. Ich denke die Quote hat sich nicht verändert, aber die Arbeitsplätze für diese Leute existieren nicht mehr. In diese Leute müssten massiv investieren werden, sonst landen die bei der Sozialhilfe. Die wichtigste Schule ist für mich die Primarschule, da wir Basis gelegt. Gerade Ihre Partei sträubt sich beharrlich gegen jede Massnahme, weil das eben etwas kosten würde. Kleinklassen wurde aus Spargründen abgeschafft…..

    Die Systemdiskussion die jetzt geführt wird, ist für mich reine Ideologie. Eine Schweiz weit einheitliche Schule ist für alle nur von Vorteil, da viel häufiger umgezogen wird. Das hat rein gar nicht mit der Schulqualität gemeinsam. Am Schluss bestimmt der Lehrer an der Front die Qualität des Unterrichts. Das war immer so und wird sicher so bleiben. Gute Lehrer sind das wichtigste, der Lehrplan kommt erst danach.

    PS: Die Allgemeinbildung war seit je schlecht.

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    • Juli 19, 2021

      Hat die SVP etwa einen Vorstoss für Kleinklassen gemacht? Oder hat die SVP etwa Sparmassnahmen gefordert? Wer bei der Schule sparen will, der meint gleichzeitig grössere Klassen. Die Lohnkosten sind nun einmal der grösste Kostenblock.

      Habe ich etwas von den Hausaufgaben geschrieben? Ohne Aufgaben geht es nicht..

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    • Juli 19, 2021

      Hans Meier, die unsinnige und teure Integrierte Schule wollte die Linke nicht die SVP. Für Bildung wird pro Kopf (!) von Jahr zu Jahr mehr ausgegeben nicht weniger. Die SVP will bei der Bildungsdirektion sparen. Weniger Reformen = mehr Zeit für den Unterricht.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Balazs hat absolut recht. Die SVP wehrte sich auch in der Stadt Zürich gegen die Abschaffung der Kleinklassen (ich war zu dieser Zeit selbst Gemeinderat). Es waren die sogenannt fortschrittlichen Kräfte von SP bis FDP, welche die Schulreformen durchdrückten.

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    • Juli 19, 2021

      Wer gegen die Abschaffung von Kleinklassen ist, der muss gleichzeitig der Schule die Mittel nicht entziehen. Ich hoffe die SVP wird das nächst mal Budgeterhöhungen zustimmen. Integrierte Klassen sind halt eine logische Konsequenz der Sparpolitik.

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    • Juli 19, 2021

      Geschätzter Herr Meier, nochmals und ganz speziell für Sie: Die SVP war nicht gegen die Kleinklassen. Wir wehrten uns gegen deren Abschaffung. Wir wären sogar dafür gewesen, wenn die Kosten höher gewesen wären (können Sie in den Protokollen der Ratssitzungen nachlesen). Wir waren und sind aber gegen die heute umgesetzte Volksschulreform, weil sie unklare Verantwortlichkeiten im Schulzimer, einen hohen Koordinationsaufwand und schlechtere Qualität bei höheren Kosten bedeutet. Mit Sparpolitik hat die heutige Volksschule leider ganz und gar nichts zu tun – im Gegenteil.

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    • Juli 19, 2021
    • Juli 19, 2021

      Hans Meier. Die Kosten pro Schüler der Volksschule der Stadt Zürich ist nicht gesunken, sondern die der Gymnasien (Kanton Zürich). Dies vor allem weil die Gymnasien besser ausgelastet werden.

      Da wir die Probleme mit der Volksschule haben und nicht mit den Gymnasien haben, ist wieder einmal bewiesen, dass mehr Geld für Reformprojekte nicht eine bessere Schule machen.

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    • Juli 19, 2021
    • Juli 19, 2021

      Ich persönlich unterstütze sie. Es wäre aber sinnvoll, die massive Mehrkosten durch weniger Reformen auszugleichen.

      Bin​ aber nicht die SVP.

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  • März 28, 2012

    Die Volksschule ist zurzeit so ausgestaltet, dass es nicht mehr genügt das Kind in die Volksschule zu schicken.

    So können schon über die Hälfte vor dem Kindergarten Schreiben und Rechnen. Von selbst haben sie es nicht gelernt. Ohne Lernstudio schafft es ein Kind nie ins Langzeitgymnasium.

    Die Eltern können mit Druck die Lehrpersonen dazubringen, ihren Kindern bessere Beurteilungen bzw. Noten zu geben, bzw. ihre massiv störende Schüler in den Regel-Klassen zu behalten.

    Viele Eltern der leistungsstärkeren Schüler üben extrem viel mit den Kinder und erziehen diese zu Disziplin.

    Das sind die wahren Gründe, welche über den Erfolg in der Volksschule entscheiden, nicht der Migrationshintergrund​.

    Selbstverständlic​h getrauen sich Eltern nicht öffentlich gegen unsinnige Reformen und unfähigen Lehrpersonen anzukämpfen, da sie mit Benachteiligung ihrer Kinder rechnen müssen, sondern engagieren sich persönlich im Elternrat, backen Kuchen für die Schule etc., um die Chancen ihrer Kinder zu verbessern.

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    • Juli 19, 2021

      Wow, dann wissen wir ja nun, wer Schuld ist…

      Am besten bleiben die Schüler gleich zuhause. Schule abschaffen…

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    • Juli 19, 2021

      Die Schule erfüllt schon einen sinnvollen Zweck. Das Kind wird für ein paar Stunden gratis aufbewahrt und unterhalten. Man muss nur die Kinder fragen was ihnen an der Schule gefällt: Spielen, Diskussionen, Singen, Handarbeit und Turnen. Die Schule ist somit nicht sinnlos, sondern erfüllt einige ihr gestellte Zwecke nicht besonders gut.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Keller,

      Wie kommen Sie auf die Idee, dass man mit Druck auf die Lehrer bessere Noten erreichen könnte ?

      Sie dürfen nicht nur die Kinder der 1. und 2. Klasse fragen, Herr Keller. Zudem hat diese Qualifikation der Schüler nichts mit der Qualität der Schule zu tun. Wer zum Geier hat in seiner Schulzeit schon Mathematik als Lieblingsfach angegeben ?

      Fakt ist jedoch, da gebe ich Ihnen Recht, dass die Qualität der Volksschule zu wünschen übrig lässt. Der Tenor ist zwar “Erziehung gehört ins Elternhaus” – Tatsache ist jedoch, dass die Kinder mehr Zeit in der Schule verbringen als zuhause !

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    • Juli 19, 2021

      “Wie kommen Sie auf die Idee, dass man mit Druck auf die Lehrer bessere Noten erreichen könnte?”

      Kenne recht viele Lehrer(-innen) recht gut. Ich will aber hier keine Namen nennen.

      Ist doch positiv, wenn Kinder gerne zur Schule gehen.

      Die Messung der Qualität der Schule ist natürlich abhängig von den gesteckten Zielen und deren Gewichtung. Parteien versuchen zudem ihre Wertungen in der Volksschule durchzudrücken (das böse Atom tec.), und aus politischen Gründen werden Missstände nicht korrigiert (Integrierte Volksschule etc.). Ich könnte aber auch von den Schul-Evaluationsstra​tegien und -methodiken sprechen und über die Konformität zum Leitbild der Schule…

      Zufällig​ war Mathematik mein Lieblingsfach. Ich kann mir noch erinnern, wie ich in einem Antiquariat mein erstes Geld (1 Fr) für ein Mathematikbuch ausgegeben habe.

      Die Erziehung ist ein kontinuierlicher und beschwerlicher Prozess der mit dem 12. Lebensjahr grösstenteils abgeschlossen wird. Nur ist es unfair gegenüber den erzogenen Kinder, wenn die Hälfte der Schulzeit für die Erziehung draufgeht. Würde man die Erziehungsstunden mit Spezialisten ausserhalb der Schulzeit anordnen, wäre die Motivation bei den Schüler eher gegeben sich korrekt zu verhalten. Heute ist es eher so, dass Störefriede beim “blöden” Französischunterricht​ nicht mitmachen müssen, weil der Schulsozialarbeiter die Störefriede dann zum “geordneten” Kämpfen einlädt. Ein wahrer Grund zu stören.

      Oft sind aber auch die von Lehrpersonen vorgegeben Regeln mitschuldig. Wenn man 3x in der Woche “blöd” tun kann ohne Strafe, so wird man am Freitag nicht mehr arbeiten können, da dann die Schüler die fehlenden Blödereien noch einziehen bevor sie verfallen. Ökonomisch korrekt, für das Lernklima in der Klasse aber katastrophal.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Keller

      Ok, eine sehr interessante Ansicht 🙂

      Was genau ist denn Ihrer Meinung nach Zweck, bzw. was stört Sie? Was würden Sie ändern?

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    • Juli 19, 2021

      David Meyer,
      ich würde

      – kleinere Klassen einführen
      – möglichst homogene Klassen zusammenstellen
      – wieder Spezialklassen einführen, aber im gleichen Schulhaus
      – Lehrbücher einführen, mit denen die Lehrpersonen auch arbeiten können.
      – ein zweites Set an Lehrbücher den Eltern abgeben, damit die Kinder nicht jeden Tag zig Kilos herumtragen müssen
      – Erziehungsprobleme ausserhalb der Schulzeit lösen lassen
      – Kindergeld vom Mitmachen der Schüler und Eltern in der Schule abhängig machen
      – keine Reformitis

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  • April 4, 2012

    nein ich bin selber niemals gerne in die schule gegangen und ich würde immer gezwungen in eine Kleinklasse Sonderklasse zu gehen und habe sogar mit 14. Jahre im Juli die 2005 die obligatorische Volksschule abgebrochen und würde opfer von gewallt und bin dann in eine Privatschule gegangen

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    • Juli 19, 2021

      Und ich habe die dritte Primarklasse wiederholt und habe nun als Ökonom an der Universität Zürich abgeschlossen. Und doch hatten wir das gleiche Schulsystem.

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    • Juli 19, 2021

      und ich selber musste nach den kinder garten in eine Kleinklasse gehen ich durfte nicht in die normale 1.klasse gehen weil ich einfach Sprachstörung und Wahrnehmungsstörung hatte dann haben mich meine Eltern als Schweizer in Frankreich normal eingeschult haben von die 1 bis 5.klasse und als ich dann in die 6.klasse in die Schweiz zuruck kämmte sollte ich als Schweizer in eine Integrationsklasse in eine Kleinklasse e gehen obwohl ich selber ein Schweizer gewesen nur weil ich vorher in Frankreich gewesen bin das finde ich immer noch eine Frechheit auch 10. Jahre später immer noch und ich habe jetzt seit den 28. September 2008 seit ich stimmberechtigt und wahlberechtigt gar keine Abstimmungen verpasst und ich habe schon mit 10. Jahre seit März 2001 7. Jahre im vorhaus auf diesen Termin gewartet und ich bin für das Stimmrechtsalter 16 und arbeite in eine behinderte Werkstatt und habe und bin jetzt für die theorieprüfung an machen für Autofahren

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    • Juli 19, 2021

      Viele haben entsprechendes erlebt. Vielen verleidete dadurch die Schule. Früher und teilweise (ev.) auch heute galt, resp. gilt: anders sein = dumm. Meine damit, wer nicht der Norm entspricht (Grösse oder andere “Behinderung”) dem wird die Aus- und Weiterbildung bloss eingeschränkt “gestattet”. Auch auf dem Arbeitsmarkt gestaltet es sich entsprechend schwierig – leider! Doch kann jemand mit einer Sprachstörung denn nicht “normal” arbeitsfähig sein? Die Intelligenz und Geschwindigkeit sind ja dadurch nicht zwingend beeinträchtigt. Ist jede Wahrnehmung denn nicht verschieden? Inwieweit kreieren wir dadurch unsere Sozialhilfe- und IV-Bezüger selber? Wie wäre es, genau und differenziert hinzuschauen, damit die Möglichkeiten entsprechend vorhanden bleiben? Ist dies überhaupt möglich? Denke hier ist Aufklärung notwendig…. Was trägt die Politik, das Umfeld und der Betroffene dazu bei? Unterstützung? Veranstaltungen? Offensives Vorgehen bei Mitmenschen als Betroffener?

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    • Juli 19, 2021

      ja aber ich habe kein keine Sprachstörung und wahrnehmungestörung mehr das lag bei mich vor genau 15. Jahre als ich mit 6. Jahre noch in den Kindergarten gegangen bin jetzt bin ich 21

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    • Juli 19, 2021

      @Herr Schwaiwolb. Schön, dass Sie nun keine Sprach- und Wahrnehungsstörung mehr haben. Doch genau ihr erlebtes – und da sind Sie nicht allene – wird leider ein gesamtes Leben entsprechende Auswirkungen zeigen. Deshalb mein Kommentar oben. Die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft muss einfach entsprechend handeln/Möglichkeiten​ anbieten. (P.S. Kleinwüchsigkeit macht es auch noch schwierig – Schule, Arbeit, Gesellschaftlich mit samt den Aus- und Nebenwirkungen. Auch wenn die Körpergrösse nichts über die zu vermögende Leistung aussagt, so werden jene Menschen wohl auch nicht so toll gefördert etc. wie “Normale”.)

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