1. Sicherheit & Kriminalität

Bürgerliche blähen Armeefinanzen auf statt echte Armee-Reform voranzutreiben

Dieser Tage spielt sich Be­mer­kens­wer­tes unter der Bun­des­haus­kup­pel ab: Trotz Spar­druck ist die bürgerliche Mehr­heit wild ent­schlos­sen, die Ar­mee­aus­ga­ben sub­stan­zi­ell auf­zu­sto­cken. Und das, ob­wohl in den fi­nanz­po­li­ti­sche​n Sonn­tags­re­den stets der Spar­kurs ge­pre­digt wird. Bei der Armee gel­ten aber of­fen­sicht­lich an­dere Re­geln. So be­schloss der Ständerat sub­stan­zi­elle Mehr­aus­ga­ben. Man muss sich fol­gende Zah­len vor Augen führen: Der ak­tu­elle Ar­mee­pla­fond 2009–2011 sieht eine 4.1 Mil­li­ar­den-Ar­mee vor. Der ak­tu­elle Fi­nanz­plan 2012–2014 sieht eine 4.4 Mil­li­ar­den-Ar­mee vor. Das heisst der Bun­des­rat plant Mehr­aus­ga­ben für die Armee von 303 Mil­lio­nen Fran­ken pro Jahr. Ganz an­ders das Mo­dell „Ständerat“: Es sieht eine 100’000er Armee für jährlich 5,1 Mil­li­ar­den Fran­ken vor, sprich 1 Mil­li­arde jährlich mehr als heute und 700 Mil­lio­nen jährlich mehr als vom Bun­des­rat im Fi­nanz­plan ein­ge­stellt. Zudem sind in der Ver­sion Ständerat die Kampf­jets (5 Mil­li­ar­den Fran­ken) sowie zusätzliche wei­tere Aus­ga­ben von 1.2 Mil­li­ar­den Fran­ken für die “­Be­sei­ti­gung von Ausrüstungslücken“ nicht ent­hal­ten. Dafür ist eine Son­der­fi­nan­zie­ru​ng vor­ge­se­hen, was ein­schnei­dende Spar­pro­gramme oder eine be­fris­tete Erhöhung der Mehr­wert­steuer um 0.4% bis 0.5% zur Folge hätte.

Interessant ist: Das VBS hat im Auf­trag der Ständeräte ver­schie­dene Va­ri­an­ten mit un­ter­schied­lich hohen Beständen (60’000, 80’000, 100’000, 120’000) durch­ge­rech­net. Dass die ver­schie­de­nen Va­ri­an­ten fi­nan­zi­ell sehr ähnliche Fol­gen ha­ben, ob­wohl die Bestände weit aus­ein­an­der ge­hen, lässt einen die Augen rei­ben. Dies ist nur des­halb möglich, weil das VBS vier miese „Tricks“ an­ge­wen­det hat:

Trick 1: An­zahl Ausbildungsplätze
Egal​ wie hoch die Bestände sind, die Zahl der pro Jahr aus­zu­bil­dende Re­kru­ten bleibt stets bei 17‘000 bis 20‘000 – was aus de­mo­gra­fi­schen Gründen un­rea­lis­tisch ist. Zudem dürfen die Zi­vil­dienst­leis­te​n­den nicht ein­fach weg­ge­las­sen wer­den. 2009 und 2010 tra­ten 4‘900 Militärdiensttauglich​e vor oder während der RS zum Zi­vil­dienst über. Die Zivis be­an­spru­chen in der Armee keine Ausbildungsplätze. Al­lein damit können Kos­ten von rund 200 Mil­lio­nen Fran­ken ein­ge­spart werden.

Trick 2 Lohnkosten
Das VBS nahm für alle Va­ri­an­ten die glei­che An­zahl von 8‘800 Lohnempfängern an. Warum braucht eine Armee von 60’000 gleich viele Lohnempfänger wie eine Armee von der dop­pel­ten Grösse von 120’000? Das ist nicht plau­si­bel. Bei der Va­ri­ante 60’000 AdA würden für die Aus­bil­dung vorab Zeit- und Berufsmilitärs ein­ge­setzt, bei der Va­ri­ante 120’000 vorab Mi­li­z­of­fi­zie­re.​ Es gibt kei­nen plau­si­blen Grund, wes­halb die (bil­li­ge­ren) Mi­li­z­of­fi­ziere nicht auch bei der 60’000er Va­ri­ante ein­ge­setzt wer­den könnten und damit Kos­ten ge­spart wer­den könnten.

Trick 3 Kampf­bri­ga­den (Verteidigung)
Das VBS nahm für alle Va­ri­an­ten äusserst starke Verbände für die tra­di­tio­nelle Lan­des­ver­tei­di­gu​ng an. Auch diese Vor­an­nahme ist nicht plau­si­bel. Das VBS sieht damit vor: Je nied­ri­ger die Armeebestände sind, desto grösser wird der An­teil, der für die Lan­des­ver­tei­di­gu​ng vor­ge­se­hen ist. Das ist ab­surd. Wer­den die Pan­zer-, Ar­til­le­rie- und an­de­ren me­cha­ni­sier­ten Trup­pen in den Mo­del­len 60’000 und 80’000 ent­spre­chend re­du­ziert, so sin­ken auch die Kos­ten sehr deut­lich.

Trick 4 Durchhaltefähigkeit der Wehr­pflich­ti­gen im Ernst­fall
Zentrales Ar­gu­ment der Bürgerlichen für die 100‘000er Armee ist die erhöhte Durchhaltefähigkeit. Poin­tiert ausgedrückt: Die Bun­des­rats­ar­mee von 80‘000 AdA stellt „nur“ eine ein­zige Ablösung si­cher. Nach „drei bis vier Monaten“ müssen die Mi­liz­sol­da­ten wie­der nach Hau­se. Die Ständeratsarmee von 100‘000 AdA stellt eine Ablösung si­cher. Nach „drei bis vier Monaten“ kann eine zweite Staf­fel die ein­ge­setz­ten Mi­liz­sol­da­ten ablösen und so den Ein­satz um meh­rere Mo­nate verlängern. Doch dafür fehlt jedes rea­lis­ti­sche Be­dro­hungs­sze­na­r​io. Ein Ter­ro­rist kann die Schweiz während Tagen und ma­xi­mal während Wo­chen in Atem hal­ten, aber nie und nim­mer während mehr als einem hal­ben Jahr.

Der Ent­scheid des Ständerates fiel klar aus, ob­wohl es in den bürgerlichen Rei­hen vor kur­zem noch an­ders tönte: Die FDP ver­langt in ihrem ak­tu­ells­ten militärpolitischen Po­si­ti­ons­pa­pier vom Juli 2007, dass der Armee ein „jährlicher Durch­schnitt im Be­reich von 4 Mrd. Schwei­zer Franken“ zur Verfügung ste­hen soll. Im Po­si­ti­ons­pa­pier der SVP (vom 10. No­vem­ber 2009) ist zu le­sen, dass die „richtige Höhe des für die Armee not­wen­di­gen fi­nan­zi­el­len Be­tra­ges nicht nach der Wunsch­liste des Militärs bestimmt“ wer­den kann, son­dern es darum gehe, „mit den vor­han­de­nen Mit­teln (rund 4 Mil­li­ar­den) den Auf­trag zu erfüllen.“ Und auch die CVP erklärte in ihrem ak­tu­el­len Ar­mee­pa­pier vom Som­mer 2010, dass der Armee mit­tel- bis längerfristig 4 Mil­li­ar­den zur Verfügung ste­hen sol­len. Klare Worte also. Umso unverständlicher die plötzliche Ab­kehr der bürgerlichen Ständeräte.

Statt immer wie­der neue Finanzierungslücken zu schaf­fen, muss end­lich eine Armee mo­del­liert wer­den, wel­che auf so­li­den fi­nan­zi­el­len Grund­la­gen steht. Dies ist mit den aben­teu­er­li­chen Zah­len­spie­len des Ständerates nicht gewährleistet. Der Na­tio­nal­rat hat es in der Herbst­ses­sion in der Hand, end­lich die Wei­chen so zu stel­len, dass die Schweiz wie­der über eine fi­nan­zier­bare Armee verfügt.

(Dieser Text er­schien im eS­Press vom 21. Juni 2011)

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Comments to: Bürgerliche blähen Armeefinanzen auf statt echte Armee-Reform voranzutreiben
  • Juli 11, 2011

    Unsere Militärpolitik dreht sich im Kreis: Sparübungen von gestern werden heute durch Sonderkredite lächerlich gemacht. Eine mehrheitlich akzeptierte Sicherheitsstrategie gibt es nicht.

    Unser Leben wird von verschiedensten Risiken bedroht. Ein militärischer Angriff durch fremde Truppen steht für viele von uns nicht zu oberst auf der Gefahrenliste. Die Meinungen darüber, wie viel Geld wir fürs Militär ausgeben wollen, gehen auseinander.

    Einen​ vom Volk vorgegebenen finanziellen Rahmen für unsere Armeeausgaben respektiere ich gerne. Doch die heutige für mich unverständliche Sicherheitsstrategie unserer Regierung tut mir weh.

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  • Juli 11, 2011

    Grüezi Frau Allemann

    Normalerw​eise bin ich etwas skeptisch, wenn Beiträge seitens SP zur Armee gemacht werden. Ihr Artikel ist jedoch sehr konstruktiv, so dass ich den Eindruck habe, sie wollen die Effizienz der Armee steigern und nicht einfach nur abschaffen 🙂

    Vorab: Ich bin ein absoluter Armeebefürworter.

    ​Ihr Ansatz ist absolut richtig, in der Armee gibt es ENORMES Sparpotential. Jedoch ist der eingeschlagene Weg, bzw. die Optionen, welche aktuell diskutiert werden, völlig irrelevant.

    Denn: Die Armee kann sich nicht nach der Anzahl AdAs (Angehörige der Armee) richten, da die AdAs einzelne Funktionen für die Armee erfüllen müssen (auf denen Sie auch ausgebildet werden).

    Beispiel:​ Eine Schule möchte den Rekruten das Schiessen beibringen. Was wird benötigt?
    1. Ausbilder
    2. Ausrüstung
    3. Logistik
    4. Verpflegung
    5. Standort, Wartung der Anlage…usw

    So um diese Bedürfnisse zu decken benötigt die Armee:
    1. AdA Funktion Kader (im Normalfall Zeit/Berufsmilitär) mit der entsprechender Ausbildung
    2. AdA Funktion Feldweibel (Material Chef)
    3. AdA Funktion Fahrer
    4. AdA Funktion Truppenkoch
    5. AdA Funktion xy…..

    Es braucht also für die Erfüllung einer Aufgabe (in diesem Beispiel die Schiessausbildung) eine minimale Anzahl Personen mit entsprechenden Funktion(en), unabhängig davon, ob nun 80 oder 100 AdAs an der Ausbildung teilnehmen.

    Eine Lehrer wird ja auch genau gleich bezahlt, ob die Klasse nun aus 10 oder 20 Kindern besteht.

    Wenn also gespart werden soll, sollte dies nicht auf der Personellen, sondern auf der strukturellen Ebene passieren. Daraus resultiert dann automatisch weniger Bedarf an Personal, Infrastruktur, Ausrüstung ect.

    Bei Interesse unterbreite ich Ihnen auch gerne die konkreten Lösungsvorschläge hierzu.

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  • Juli 12, 2011

    Sehr geehrte Frau Nationalrätin Allemann

    Mit den 5 Milliarden im Armeebudget folgt der Ständerat meinen Worten vom Oktober; dies freut mich sehr.
    http://www.vimentis​.ch/d/dialog/readarti​cle/es-geht-uns-gut/?​jumpto=1033

    Das Verhalten der beiden Parteien SP und Grüne kann ich nicht verstehen. Als Politiker wollen Sie den Polizeischutz und ein sicheres Land geniessen. Wenn es aber um die Armeefinanzen und somit den Landesschutz geht, dann verstecken sie sich hinter ideologischen Floskeln. Die introvertierte Denkweise muss meines Erachtens auf ihre Ausdehnung und die Gesamtauswirkung hin überprüft werden.

    Im Armeebudget ist das Links-Rechts–Schema verkehrt. Die bürgerlichen Parteien wollen aktuell ausbauen, die linken Parteien hingegen den Staatsapparat reduzieren. Die Frage nach der Vernunft wird somit in den weiteren Beratungen im Vordergrund stehen.

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  • Juli 12, 2011

    Armeereform die wievielte?
    Damit man nachher noch mehr über die Armee herfallen kann, dass dieser „*****“ Haufen nichts mehr tauge? Gleiche Leute welche seit der Armeereform 95 keinen Stein mehr auf dem anderen gelassen haben.
    Katastrophen und Unfälle führen immer wieder vor Augen, wie schnell und wie viel Leute innert kürzester Zeit notwendig sind, um 3Stunden Hagelwetter wegzuräumen. Da meine ich halt, wenn es eine Reform braucht, dann Dienstpflicht für alle, Frauen wie Männer, nicht mehr Zivilschutz und Katastrophenschutz, Feuerwehr etc getrennt, sondern zusammengefasst auch wegen der Kosten unter einem Dach. „Bevölkerungsschutz“.​
    Und von diesem „Bevölkerungsschutz“ wird nur entbunden, wer wirklich keinen solchen Dienst leisten kann, (dafür bezahlt die Person keinen Ersatz). Politische und Religiöse Anliegen gibt’s nicht mehr, weil in diesem Bevölkerungsschutz auch Waffenlos Dienst geleistet wird. Plus, es braucht im Back Office und der Planung damit diese ganze Infrastruktur funktioniert, viele auf dem „Büro“, also können auch etwas „behinderte“ Menschen mitmachen.
    Krisen:
    ​Wenn man nun nach Nordafrika oder auch nach Europa rausschaut, erübrigt sich nach meiner Sichtweise die Idee, es gäbe keine Krisen / Kriegsgebiete, und es brauche deshalb keine unter den Waffen stehende Armee. Ebenso erübrigt sich die Ansicht, es brauche keine modernen Flugzeuge, und Helikopter, plus weitere moderne auch Boden Luft Abwehrwaffen, die Liste wäre noch lang.
    Meiner Ansicht nach muss man in etwa wieder dahin zurückkehren, wo wir 1995 waren. Damit diese Armee wieder eine ist und kein S…..Haufen.
    Übrigens​ auch hier glaube ich, mit einer SP die falsche Partei als Ansprechpartner für solche Fragen zu haben. Es sind diejenigen, welche die Armee dahin gebracht haben, wo sie heute ist.

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    • Juli 12, 2011

      Eine Armee die nur in der Schweiz herumsitzt brauchen wir nicht. Denn unsere Sicherheit wird durch die NATO garantiert. Da könnten wir gleich die Arme einstampfen. Besser wäre allerdings bei Auslandseinsätzen (auch Kriegseinsätze) mitzumachen. Da würden wir für unseren Schutz sorgen und mit Biertrinken im WK.

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    • Juli 13, 2011

      Wer ist die Nato?

      Länder welche sich zusammengeschlossen haben zu einem Nord Atlantik Bündnis. Dass wir gemäss unserer Verfassung (Neutralität) Probleme haben, aktiv an Kampfeinsätzen teilzunehmen, ist auch klar, zudem will das glaub ich niemand. Ich auf jeden Fall nicht.

      Diese Nato ist so lange so stark und kann für Sicherheit sorgen, als die Mitgliedsländer über genügen Finanzen, plus den Willen der Mehrheit der Bevölkerungen haben, sich auch eine Armee zu leisten.

      Leider muss ich feststellen, dass Armee immer mit einem Soldaten gleichgesetzt wird, der mit Waffen (Schusswaffen) kämpft. Der kann grad so gut eine Barre tragen, mit Schaufel und Besen sauber machen.
      Wenn man Gruppierungen zu Einsätzen schickt, bekämpfen von Waldbränden, Überschwemmungen, Erd und Felsabgänge, Lawinenabgänge, auch eine Pandemie so wie das befürchtet wurde, braucht es Organisierte Strukturen. Und da macht es Sinn, wenn die Befehle zentral aus einer Stelle kommen, und zwar von Profis, die das ganze Jahr über im Einsatz sind, notfalls aufgestockt werden können.
      Mit dem Material ist es ähnlich. Es macht keinen Sinn, dass jede Gruppierung für sich Material einkauft, so dass ein Teil doppelt vorhanden ist, und anderes zu wenig.

      Ausserdem meine ich, braucht es genügend Transportmittel, grad für Katastrophen Einsätze im Land selber, oder ausserhalb in Europa, das wären dann Helikopter wie der Super Puma, Transportflugzeuge, Jagdflugzeuge eben doch auch. Welche Flugzeuge das sind, Entscheiden am besten die Fachleute.

      Nehmen wir das Neuste Beispiel Japan, (Fukushima), nach dem Tsunami was eigentlich die Katastrophe war, nebst dem AKW Gau, wo erst die Amerikaner eine Luftbrücke nach Sendai einrichten mussten, damit Hilfe vorangetrieben werden konnte.
      Zur Information, es sind dann keine Soldaten mit Waffen herumgerannt, sondern mit Arbeits- und Rettungsgeräten, von einem Armee-Stab geführt.
      Drücken sie heute mal einem „Büromenschen“ ein Arbeitsgerät das für solche Arbeiten benötigt wird in die Finger, und seien sie nicht erstaunt, wenn dieser sich selber damit verletzt, da nicht ausgebildet.
      Ebenso bei Unfällen, wenn man sieht trotz Nothelfer Kurse, wie unbeholfen die „Gaffer“ sind, Hilfe zu leisten.
      Ausser Bier trinken und herum hocken gäbe es viel zu tun.
      Das meine ich als „Bevölkerungsschutz“.​

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    • Juli 13, 2011

      Herr Meier

      1. Offensichtlich haben Sie keine Ahnung was Sinn und Zweck der NATO ist, inkl. deren Entstehungsgeschichte​.

      2. Wie kommen Sie darauf, das alle WKler Bier trinken? Ich hab keine biertrinkende uniformierte Schweizer gesehen, als diese die Bevölkerung bei den Unwetterfolgen, Tour de Suisse, Eidg. Veranstaltungen, usw. unterstützten.
      Haben​ Sie überhaupt Militärdienst geleistet?

      3. Aha…die Armee soll an Auslandeinsätzen teilnehmen. Ich nehme an, Sie melden sich freiwillig?

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    • Juli 13, 2011

      Wir sind umringt von NATO-Ländern. Rüsten wir uns etwa gegen die NATO? Und jeder Gegner der die NATO besiegt (d.h. vor allem die USA) der kann die Schweiz inner kürze besiegen. Da nützt uns die beste Armee nichts. Im Ernstfall müssten wir zusammen mit unseren Nachbarländer in den Krieg ziehen. Alles andere ist für nichts. Ohne Beteiligung bei der NATO oder einer allfälligen EU Armee ist unsre Armee Sinn und Zwecklos. Für den Rest genügt ein reiner Katastrophenschutz und einige Flieger für die Luftpolizei.

      @ Herr David Mayer
      Ich habe alle Diensttage als Füsilier.
      Die Hauptbeschäftigung vor allem im WK war:
      1. – Zwangsfaulenzen, alle (Tagelanges herumsitzen)
      2. – Bier trinken, viele (sobald möglich)
      3. – kiffen, viele (Der Eingang der Unterkunft konnte man 1 km gegen den Wind riechen)
      4. – Fäkalsprache, zu viele (keine Ahnung warum sich so viele Männer nicht benehmen können)

      Das war so ungefähr das sinnloseste in meinem Leben.

      Nebenbei: Eine wirkliche Ausbildung hat nur Ansatzweise während der RS stattgefunden. Ich halte das ganze Milizsystem ab Stufe Offizier für untauglich. Das schlimmste Beispiel waren Gefechtsschiessen: Da haben sich 20 bis 30% der Soldaten gedrückt. Der Grund bei den meisten war, dass sie sich nicht sicher genug im Umgang mit der Waffe fühlten. Sprich, sie hatten angst sich oder andere zu verletzen. Ist das etwa eine Armee? Wir haben nur einen Witz. Für brauchbare Ergebnisse bräuchten wir nur Durchdiener, ausgebildet und geführt von Berufsoffizieren.

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    • Juli 13, 2011

      Etwas vergessen: Der Einastz für Private Anlässe wie Sportveranstaltungen halte ich für Missbrauch von Steuergelder.

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    • Juli 13, 2011

      Ist zwar müssig über mögliche Kriege zu schreiben, weil zur Zeit weder Russen noch Chinesen ein Interesse hätten, loszuschlagen.
      Aber,​ nur weil es im Moment nicht brennt, schaffe ich die Feuerwehr auch nicht ab.
      Wenn ein Territorium keine Armee hat, meine ja nur es ist lächerlich von 80‘000 Mann auszugehen, könnte eine moderne Armee unser Land dazu missbrauchen, aus der Mitte von Europa heraus zu agieren.
      Wenn ich so in Europa und auch einer USA sehe, wie das Geld knapp ist, wie die Schulden Gigantisch sind, …
      Wie war das mal, die Leute hatten keine Arbeit, eine Wirtschaftskrise war da gewesen, und dann kam einer, und ein Volk rannte hinter Ihm her.
      Man versprach Arbeit, und so vieles mehr, jene die Abstimmen gehen sollten hatten sich nicht um die Politik gekümmert, und ab dem Tag X war es dann zu spät.
      Gut, das ist meine Sichtweise, und ja die lieben Füssel, kiffen und Bier “saufen” konnten sie schon immer…

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    • Juli 13, 2011

      “Und jeder Gegner der die NATO besiegt (d.h. vor allem die USA) der kann die Schweiz inner kürze besiegen.”

      Nein. Die Schweiz war (2. Weltkrieg) im Bezug auf Territoriale Verteidigung hervorragend ausgerüstet. Die Verluste würden in keinem Verhältnis zum Ertrag stehen.

      “@ Herr David Mayer
      Ich habe alle Diensttage als Füsilier.
      Die Hauptbeschäftigung vor allem im WK war:
      1. – Zwangsfaulenzen, alle (Tagelanges herumsitzen)
      2. – Bier trinken, viele (sobald möglich)
      3. – kiffen, viele (Der Eingang der Unterkunft konnte man 1 km gegen den Wind riechen)
      4. – Fäkalsprache, zu viele (keine Ahnung warum sich so viele Männer nicht benehmen können)

      Das war so ungefähr das sinnloseste in meinem Leben.

      Voila. Die Armee ist also schuld, dass Sie so viel gekifft und gesoffen haben….

      Das die Armee führungsschwach ist, muss nicht diskutiert werden. Aber die Gesellschaft, insbesondere Sie Herr Meier, sollten aufhören mit einem Finger auf die Armee zu zeigen und stattdessen sich mal einen Spiegel vorhalten. Sie haben sich damals gegen eine sinnbringende Beschäftigung entschieden…

      Ihr​em “Nebenbei” hingegen stimme ich vollumfänglich zu!

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  • Juli 16, 2011

    Es ist nicht die Zeit, um einfach mehr Geld fürs Militär zu fordern. Gefragt sind Überlegungen zum Nutzen einzelner Truppengattungen und deren Ausrüstung.

    Militärische Konflikte mit unseren Nachbarstaaten sind in den kommenden Jahrzehnten sehr unwahrscheinlich. Weltmachtgelüste wie noch in früheren Zeiten sind heute nicht mehr zu beobachten. Zu komplex ist unsere Welt und damit auch die politische Führung eines Landes geworden. Hingegen lässt die wachsende Verknappung von Erdöl und Erdgas in einzelnen Regionen das Konfliktpotential stark wachsen.

    Panzer und Artillerie sind in der Schweiz sinnlos geworden. Gegen Terroranschläge schützen sie uns kaum. Vielseitig einsetzbar sind unsere modernen Helikopter, sei es für Überwachungsaufgaben,​ Notfalleinsätze jeglicher Art, rasche Transporte in jedes Gelände und vieles mehr. Kampfflugzeuge werden gemäss Experten bereits in etwa fünf Jahren durch die ferngesteuerten unbemannten kleinen Flieger „überholt“. Für die Luftraumüberwachung und Spezialeinsätze sind sie gegenüber bemannten Flugzeugen überlegen. Eine ähnliche Entwicklung können wir schon bei U-Booten beobachten.

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    • Juli 16, 2011

      Sie haben recht, ein militärischer Konflikt mit unseren Nachbar ist unwahrscheinlich.
      Wie sieht es aber mit sozialen Unruhen in unseren Nachbarländern aus? Ich glaube mit der jetzigen Krise im Euroraum ist dies nicht ausgeschlossen. Vor allem wenn man auch sieht, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. Und wenn man dann schaut, was in den arabischen Staten aus einfachen Demonstrationen geworden ist, sind gewalttätige Konflikte nicht ausgeschlossen. Und diese könnten sich dann problemlos auch auf andere Staaten und somit auch auf die Schweiz ausweiten.
      Ich jedenfalls bin überzeugt, dass ein gewalttätiger Konflikt in nächster Umgebung der Schweiz in nächster bis mittlerer Zukunft leider wahrscheinlich ist. Dies ist eine ganz persönliche Einschätzung und ich hoffe, dass ich nicht recht behalten werde.

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    • Juli 17, 2011

      Geschätzter Herr Steiner

      Bei politischen Unruhen sind Armeen ein zusätzlicher Risikofaktor. Dies zeigt uns die Geschichte. Die Waffen geraten oftmals in falsche Hände.

      Besser bewähren sich internationale politische Strukturen. Sie bieten die besten Möglichkeiten, bei entstehenden Spannungen schon frühzeitig das Gespräch zu suchen.

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    • Juli 17, 2011

      Welche politischen Strukturen?? Es gibt keine existierende politische Struktur die ohne eine Armee langfristig funktioniert.

      Gera​de die Schweiz beweist doch, dass sie durch ihre Unabhängigkeit und dadurch auch durch ihre eigenständige Armee (welche notabene bis vor kurzem keiner anderen politischen Struktur angehörte) über viele Jahre erfolgreicher war als viele andere Länder Europas und sogar der Welt.
      Weshalb wird immer wieder ignoriert, dass die Schweiz seit 1815 keine Kampfhandlungen mit anderen Staaten auf ihrem Gebiet erdulden musste. Dies können nicht viele Länder von sich behaupten.

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    • Juli 17, 2011

      Geschätzter Herr Steiner

      Zur Zeit des letzten Weltkrieges war vermutlich das internationale Beziehungsnetz der Schweiz nicht wesentlich besser ausgebaut als das der andern Länder. Dass wir nicht in die beiden Weltkriege hinein gezogen wurden, lag unter anderem darin begründet, dass die seit der verlorenen Schlacht von Marignano 1515 praktizierte Neutralität beim Wiener Kongress 1814/15 von den europäischen Ländern bestätigt und seither auch beachtet wurde. Zudem kooperierte unsere Regierung, wenn es nicht mehr anders ging, gezwungenermassen mit dem Hitler-Regime.

      Seither hat die Schweizer Regierung bewusst ihre internationalen Kontakte zu vielen Regierungen gepflegt. Genf ist der grösste UNO-Standort mit dem meisten Personal. In den wichtigen UNO-Organisationen sind wir schon seit der Gründung Mitglied und unser etwas verzögerter Vollbeitritt wurde mit der Wahl von Joseph Deiss zum Präsidenten der UNO-Generalversammlun​g gewürdigt. Daneben sind auch unsere direkten diplomatischen Beziehungen von grosser Bedeutung. Im Allgemeinen haben wir sehr gute Kontakte zu allen für uns wichtigen Regierungen. Probleme können immer auftauchen, doch sie führen sofort zu Gesprächen. Die notwendigen Kontakte sind da und wir sind bereit.

      Die sozialen Unruhen in Griechenland und andern Ländern könnten zu weiteren Einwanderungen in die Schweiz führen. Vielleicht wird uns das einmal zu viel. Doch militärische Auseinandersetzungen bringt uns das sicher nicht.

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    • Juli 17, 2011

      Was würde denn passieren, falls die EU auseinanderbricht und es zu gewalttätigen Unruhen kommen würde. Ich glaube nicht, dass das Auseinanderbrechen der EU von den jeweiligen Regierungen kommen wird. Sie wird von der Basis her zerstört. Die Akzeptanz in der Bevölkerung der EU nimmt immer mehr ab. Eine Revolution des Bürgers gegen die politische und wirtschaftliche “Elite” wird immer wahrscheinlicher. Wie würde sich eine solche Revolution von unten innerhalb der EU auf die Schweiz auswirken?

      Dies ist sicher ein Schreckensszenario. Aber ich glaube nicht mehr an die Inteligenz der Menschheit wenn es um solche Dinge geht. Wenn die Menschheit wirklich solche Kriesen und Probleme meistern könnte, hätte es keine Finanzkrise gegeben und gäbe es kein Problem wie aktuell im Euroraum.

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    • Juli 17, 2011

      Die Akzeptanz der EU ist auch in der gegenwärtigen Krise immer noch sehr gross. Ein Aufstand gegen die EU-Führung ist weit und breit nicht in Sicht.

      Auf die Frage: “Halten Sie die Mitgliedschaft Ihres Landes in der EU für eine gute Sache?” antworteten 2010 die EU-Bürger wie folgt:

      49% Ja, 18% Nein, 33% Stimmenthaltung

      Quelle: http://www.bpb.de/the​men/XIZ85O,0,0,Die_Ak​zeptanz_der_Bev%F6lke​rung.html

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  • Juli 18, 2011

    In den 1920/30er war die allgemeine Meinung, dass es nie mehr Krieg geben würde. Da klemmte man auch alle Armeekredite ab. Es sind ja nur die Arbeiter und Angestellten die dann bei Bedrohung ihr Leben riskieren, warum soll man solche da noch entsprechend ausrüsten?

    Es ist klar, Solidarität ist in Zeiten des Wohlstandes nicht gefragt, der Dienst am Volke verpönt, sollen doch andere ihre Nase hinhalten und das Nackt und Gratis!

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  • Juli 22, 2011

    Die Amtsvorgänger des VBS haben ein Desaster hinterlassen, das Seinesgleichen sucht! Wenn man bedenkt das EDV-Software von über 700 Millionen angeschaft wurden die jetzt entsorgt werden müssen weil unbrauchbar und nicht kompatiebel, das mit den Armeereformen und mit einigen übernommenen Kadern die Armee so zu Schrott gefahren wurden, ist der jetztige Departementsvorstehen​ erst mal damit beschäftigt alles Üble zu beseitigen, bevor er den Laden wieder aufbauen kann.

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  • August 15, 2011

    Evi Allemann SP
    Irgendeiner in der Vergangenheit hat uns einmal belehrt ,dass hier in unserem Land einige Werte zählen. Man hat uns allen diese Werte gegeben dass wir nach den richtigen Gesetzen leben und diese ganz bestimmt für unser Leben und unser Land als Massstab setzen. Das haben wir alle seit Urzeiten getan, und das Resultat ist heute, dass wir alle vor einem Trümmerhaufen stehen und wenn wir ehrlich sind zugeben müssen, dass wir nicht mehr weiter wissen. Was wir vor unserer Haustüre oder am Bildschirm sehen ist das Resultat unserer eigenen Gesetze. Alle tragen gleichsam Schuld daran. Wer ist verantwortlich? Was muss alles verbessert werden? Wo sind alle Mittel, die nötig sind um diese Entwicklung aufzuhalten? Wie muss organisiert werden? Wann müssen wir beginnen? Warum ist dies alles so geschehen????????
    Fr​eundliche Grüsse

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  • September 14, 2011

    Solange 3 unserer Nachbarländer im Krieg sind brauchen wir eine starke Verteidigung!

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  • September 14, 2011

    Wir brauchen keine Tricks, Frau Evi Allemann, Tricks können Sie im Zirkus anschauen gehen.
    Solange die allgemeine Dienstpflicht / Wehrpflicht noch da ist, muss erst einmal der Gerechtigkeit wegen, jeder Junge Schweizer Mann „zwanghaft“ diesen Dienst leisten.

    Und da Er gezwungen wird, ist der Staat, Wir verantwortlich dafür, dass Er während dieser Zeit über sicheres Material verfügt, so dass Seine Sicherheit grösstmöglich gewährt wird.

    Es kann sicher nicht sein, dass Er Schweizer Mann, verlottertes Material und weitere Unzulänglichkeiten hinnehmen muss.
    Wenn per Abstimmung auch die Frauen Schweizerinnen zum Obligatorischen Landesdienst aufgeboten werden, bin ich bereit, auch mit Frauen über das Thema Landesdienst, Wehrdienst, Zivilschutz Katastrophenschutz zu diskutieren.
    Oder Wir schaffen per Abstimmung den obligatorischen Wehrdienst ab.
    Bis zu diesem Zeitpunkt sehe ich nicht ein, warum sich eine Frau, Frauen zum Thema Wehrdienst äussern.

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    • Juli 18, 2021

      Gerade ein Wort zur Dienstpflicht in der Schweiz:
      Meines Erachtens sollte jeder Bewohner der Schweiz seinen Beitrag in Form eines zivilen oder militärischen Dienstes leisten.
      Jeder (und nicht nur der schweizer Bürger) der in der Schweiz lebt und somit zu unserer Gesellschaft gehört, soll auch einen Beitrag in Form eines aktiven Dienstes für diese Gesellschaft leisten.

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    • Juli 18, 2021

      “Wenn per Abstimmung auch die Frauen Schweizerinnen zum Obligatorischen Landesdienst aufgeboten werden, bin ich bereit, auch mit Frauen über das Thema Landesdienst, Wehrdienst, Zivilschutz Katastrophenschutz zu diskutieren.”

      Aha​, da nur Männer Dienst leisten, sollen nur Männer darüber reden (und entscheiden).

      Und in einer Bankenabstimmung sollen nur die Banker reden und entscheiden?

      Bei Kulturabstimmungen nur die Kulturschaffenden?


      Oder noch besser: bei Ausländerabstimmungen​ nur die Ausländer und die Schweizer nicht! Da hätten Sie Freude!

      Sie merken an den Beispielen, dass dies nicht praktikabel ist.

      Wir haben hier Demokratie. One man, one vote. Und seit 1971 dürfen auch die Frauen mitreden. Auch beim Militär. Wenn Ihnen das nicht passt, Pech gehabt.

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  • September 18, 2011

    Schweizer Armee: Volkswirtschaftliche Kosten prüfen!

    Die volkswirtschaftlichen​ Kosten der Schweizer Armee sind hoch. Ein europäischer Ländervergleich dieser Kosten pro Kopf und/oder pro km2 Fläche wäre als Basis der politischen Diskussion über die Zukunft unserer Armee nützlich.

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  • Dezember 3, 2011

    Sehr geehrte Frau Allemann
    Ich zittiere: Trotz Spar­druck ist die bürgerliche Mehr­heit wild ent­schlos­sen, die Ar­mee­aus­ga­ben sub­stan­zi­ell auf­zu­sto­cken…..

    Von welchem Spardruck reden Sie???
    Vaterschaftsu​rlaub,Bildung, Kinderzulagen, EU – Gelder, usw.
    Ist das alles umsonst?????
    Freundl​iche Grüsse

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