1. Volkswirtschaftslehre

Das Virus korrigiert die Wirtschaftslehrbücher​

Die Eco­no­mie­Suisse ist durch die Ent­wick­lung ge­ra­dezu ü­ber­rollt wor­den. Ihr Chef­ö­ko­nom wehrte ak­tive Sta­bi­li­sie­rungs­m​ass­nah­men des Bun­des noch eine Woche zuvor als ü­ber­flüs­sig ab. Die­ser Ver­band wird immer häu­fi­ger nur noch als Ab­stim­mungs­ma­schi​­ne­rie für die gros­sen Kon­zerne wahr­ge­nom­men.

Aus Erfahrung früherer Krisenprogramme wissen wir, dass eine Stabilisierung der Wirtschaft nur wirksam ist, wenn sie rasch und pragmatisch an die Zielgruppen gelangt. Mit diesem historisch beispiellosen Krisen programm von 42 Milliarden Franken geht es um rasche Stützungsmassnahmen für wohl über 200000 kleinere und kleinste Firmen und ihre Arbeitnehmer. Deshalb sind die starke Ausweitung der Kurzarbeitsentschädig​ungen auf alle Arbeitsverhältnisse und gleichzeitig die temporäre Erwerbsausfallentschä​digung für Selbständige der richtige Weg. Denn die dazu nötigen Anlaufstellen in den Kantonen existieren und sind eingespielt.

Die Abwicklung der Liquiditätshilfen mittels Kreditbürgschaften an Unternehmen wurde nicht vom Seco, sondern im Finanzdepartement vorbereitet. Serge Gaillard, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung leitete im Auftrag von Finanzminister Ueli Maurer die Arbeitsgruppe. Das Bürgschaftsmodell ist praktikabel und griffig. Aber man muss dabei sicher noch den möglichen Missbrauch durch Zinserhöhungen seitens der Banken regeln.

Mit diesem Massnahmenpaket geht es heute darum, die Wirtschaft sofort zu stabilisieren und den Kollaps von Firmen zu verhindern. Was aber, wenn der Corona-Einbruch in eine längere globale Rezession übergeht? Niemand möchte derzeit über längerfristige Massnahmen für «die Zeit danach» sprechen. Aber eigentlich müsste jetzt schon verwaltungsintern in aller Stille über nachfolgende aktive Konjunkturprogramme nachgedacht werden. Ich denke etwa an Impulsprogramme für nachhaltige Investitionen im Energie- und Solarbereich, an neuartige Werbeimpulse für die eingebrochene Tourismusbranche oder an Sanierungs- und Effizienzmassnahmen für die Gastro- und Hotelbranche. Solche Programme erfordern eine Vorlaufzeit von mehreren Monaten.

Im wichtigsten Wirtschaftsartikel der Bundesverfassung, im BV-Artikel 100, heisst es: «Der Bund trifft Massnahmen für eine ausgeglichene konjunkturelle Entwicklung, insbesondere zur Verhütung und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Teuerung.» Im Zeitalter der Globalisierung und Liberalisierung wollte man diese Staatsaufgabe vergessen. Neoliberale Wirtschaftskundebüche​r haben sie schon gar nicht mehr erwähnt oder bloss als marktschädlich kritisiert. Das Virus hat indes den ideologischen Glauben an die Selbstheilungskräfte der Märkte in Frage gestellt. Ich denke, man müsste gewisse Mainstream-Lehrbücher​ längst umschreiben oder einstampfen.“ (R. Strahm in BaZ vom 2.4.2020)

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Comments to: Das Virus korrigiert die Wirtschaftslehrbücher​
  • April 2, 2020

    Es ist wie bei den „flankierenden Massnahmen“, die gegen die schädlichen Eigenschaften der Personenfreizügigkeit​ unabdingbar sind. Die konsequente Abschaffung der Personenfreizügigkeit​ würde auch deren negative Auswirkungen betreffen und damit alle diesbezüglichen „Massnahmen“ obsolet machen.

    Auch beim aktuellen Corona-Shutdown sind es die diktatorischen „Notrechts-Massnahmen​“ selbst, welche die wirklichen Probleme verursachen. Aber anstatt diese ersatzlos zu streichen und damit die Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen, sucht man nach zusätzlichen „flankierenden Massnahmen“ (vor allem Geldduschen) um die mehr und mehr zutage tretenden, wirklich katastrophalen Nachteile der Freiheits- und Rechtseinschränkungen​ zu überdecken oder zuzuschütten.

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    • April 2, 2020

      Beseelt vom Neoliberalismus, keine ökonomische Lehre sondern als Herrschaftsführungsin​strument konzipiert.

      Helfen​ würde auch, die Auswirkung der Geldschöpfung in Umlage als Wirtschaftseinnahmen zu begreifen und die Umlage des Leistungspreises für das Gemeinwohl, Soziale sogar Gesundheit, über das Erwerbseinkommen endlich als FAKE zu erkennen. Die Krise hilft auch das Denkvermögen zu testen!

      Weil Geld nie fehlen kann, es fällt nicht wie erlernt vom Himmel, sind Krisen nie ein Geldproblem, man kann höchsten Geldprobleme kreieren, wie die Kreditbewältigung der Bundesregierung und ihren Einflüstern, klar aufzeigt.

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    • April 3, 2020

      Herr Georg Bender,
      Nach einem Jahr Zinslos haben die Geldgeber das Recht, Zinsen zu verlangen….es wird einfach nichts bedingungslos gegeben..

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    • April 3, 2020

      Herr Werner Nabulon
      Nein, die Daumen nach unten Drücker, verstehen nur die Milchbüchlirechnung, ich erhalte dann bezahle ich auch!
      Ich warte sehnlichst auf die Antwort dieser Besserwisser, woher die Erwerbstätigen die Anteile Staat, Soziale und Gesundheit erhalten. Wahrscheinlich wird die Antwort gegeben: “vom Arbeitgeber” hat die gleiche Qualität, wie der Strom kommt aus der Steckdose, oder die Milch von der Migros.
      Diese Krise sollte doch zum Nachdenken und plausibilisieren genutzt werden.
      Wer sind die Geldgeber, die gesetzlichen Geldschöpfer oder Privat?
      Dem Wesen der Geldschöpfung nach, ist kein Zins enthalten, geht es nicht in den Schädel. Es ist so bestimmt, aber daher ist doch lange nicht richtig.
      Eine fehlende Betriebs Liquidität darf niemals mit einem Kredit abgedeckt werden. Wer ein solches Denken verinnerlicht hat, hat nicht alle Tassen im Schrank, oder hat betrügerische Ziele (Verstaatlichung)!

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    • April 3, 2020

      Herr Georg Bender, ab und zu neige ich dazu, ihnen zu glauben.

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    • April 3, 2020

      Herr Werner Nabulon
      Würde ich Ihnen nicht empfehlen, zu glauben. Sie sollten zum gleichen Ergebnis kommen, oder auf mögliche Denkfehler hinweisen! Eine Wertung, ohne Begründung, kontraproduktiv!

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  • April 2, 2020

    Herr Alex Schneider
    Haben Sie die Lehrbücher, vor allem des Geldsystems im Geiste korrigiert. Scheint mit nicht so!
    Das Umlagevolumen der Geldschöpfung, schon immer aus dem Nichts, vor und während der Krise wird laufend erhöht. Sie werden es kaum glauben, aber die Ausgaben ergeben die Wirtschaftseinnahmen,​ welche wieder direkt an die Berechtigten, umgelegt werden müssen. Die Staats- Sozial- sogar die Gesundheitsausgaben dürfen als Preis der Leistung, nicht als Betrug (Zahler Phantom) über die Erwerbseinkommen als Addition und Subtraktion, umgelegt werden. Diese Krise sollte doch dem Letzten das Gehirn durchlüften?
    Eine Lösung über Bankkredite entspricht dem Geist des Neoliberalismus, keine ökonomische Lehre, sondern als Herrschaftsführungsin​strument für die Wirtschaft und Regierenden konzipiert.

    Der Staat hat einzig und alleine den Dominoeffekt (ein Fremdwort?) zu verhindern, und zwar ohne jegliche Bankkredite!
    Der Rückfluss (hahahah nicht bezahlen) muss über die Wirtschaftseinnahmen (tarifiert über Nettogewinn zuzüglich frei verfügbarer Entschädigung für Leistung = keine private Steuerzahler als Phantom) und Corina Solidaritätsbeitrag (Sparanteil im frei verfügbaren Einkommen = Bedürfnisse konnten nicht abgedeckt werden).
    Fertig, die Messe ist gelesen, die Betrüger entlarvt! Bedingung die Auswirkung in Umlage zur Abdeckung der Bedürfnisse, mittels gegenseiger Leistung, endlich begreifen.

    Die Krise ist nie ein Geldproblem, sondern einerseits, wie immer Bedürfnisabdeckung (reduziert) und zusätzlich eine psychische Herausforderung!

    D​ie Medienberichterstattu​ngen sind diesbezüglich unglaublich falsch. Sperrt die Ökonomen in die Quarantäne und schliesst die Fakultät. Einverleibung in die Sozialwissenschaft, wäre ein guter Start für nach der Krise!

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  • April 3, 2020

    Was auch immer für Studien und Zukunfts Szenarien Prognosen gemacht werden, Kaffeesatzlesen….me​hr nicht.
    Ausser man unternimmt gezielt Wirtschaftliche Anstrengungen und Manipuliert, die Wirtschaft durch Absprachen…

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