1. Sicherheit & Kriminalität

Der Verteidigungsminister​ soll endlich handeln,statt jammern

Dem VBS ste­hen Jahr für Jahr fol­gende Res­sour­cen zur Verfügung:

1. 6 Mill​ionen Diensttage, was 27’000 Mannjahren einer Berufsarmee entspricht

2. 4.8 Milliarden Franken für Betrieb und laufende Investitionen

3. ein​ Immobilienpark im Wert von 25 Milliarden Franken

4. ein Fahrzeug-, Waffen- und Maschinenpark von mehreren Dutzend Milliarden Fr.

Dienstpflichtige​ und Steuerzahler dürfen verlangen, dass diese Ressourcen optimal einmgesetzt werden, um die militärischen Sicherheitsbedürfniss​e der Schweiz zu decken.

Das ist heute nicht der Fall. Ein taugliches Konzept fehlt. Viele Ressourcen werden unkontrolliert in einem ineffizienten Betrieb verschwendet. Nach den Aussagen des Verteidigungsminister​s fehlt im VBS eine Buchhaltung, mit der der Mitteleinsatz überwacht und gesteuert werden könnte.

Es macht keinen Sinn, die 262 Tage Wehrpflicht in sieben Portionen in grossen Zeitabständen zu absolvieren. Das ist teuer und ineffizient. Es braucht viel Ausbildungspersonal, Material, Fahrzeuge und eine aufgeblähte Administration. Gleichzeitig verschlechtert dieses System progressiv Ausbildung und Einsatzfähigkeit. Im letzten Durchgang wird – wenn er überhaupt stattfindet – in der Regel gar nichts mehr geleistet.

Warum will SVP-Bundesrat Maurer dieses System dennoch weiterführen? Er hat damit auf dem Papier eine grosse Armee mit vielen Brigaden und Generälen. Obwohl diese Truppen nicht ausgerüstet und nicht einsatzfähig sind, kann er damit doch wenigstens auf dem Papier die Wünsche seiner Parteifreunde nach einem möglichst grossen Volksheer und vielen Generälen erfüllen. Das ist der Hauptzweck.

Die von den Steuerzahlern und den Dienstpflichtigen zur Verfügung gestellten Ressourcen sind jedoch nicht dazu da, parteipolitische Fantasien aus dem rechtsnationalen Lager zu erfüllen.

Wenn die 262 Pflicht-Diensttage statt in sieben nur in drei Etappen absolviert würden, stünden zum einen eine einsatzfähige Truppe zur Verfügung, zweitens könnten die Betriebskosten um mindestens einen Drittel abgesenkt werden, was drittens erlauben würde endlich die notwendigen Modernisierungsinvest​itionen zu finanzieren.

Vierten​s kann der Dienst der Soldaten auf die militärischen Notwendigkeiten konzentriert werden. Die heutigen Dienstleistungen bei Schützen- und Schwingerfesten, bei Fussballveranstaltung​en, irgendwelchen Konferenzen oder zur Behebung von Personalengpässen in der Bundesverwaltung könnten endlich gestrichen und durch Zivildienstpflichtige​ ausgeführt werden. Dafür braucht es keine teuer ausgebildeten und ausgerüsteten Soldaten.

Allerdings​ könnte Herr Maurer dann seiner Partei nur noch einen Bestand von 57’000 Mann ausweisen. Dieser Bestand wäre aber eine reale Grösse. Der heutige Bestand von 140’000 Mann ist demgegenüber eine Fiktion, die ausserhalb der SVP niemand ernst nimmt, die weder finanziert, noch real einsatzfähig ist. www.eugendavid.ch

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Comments to: Der Verteidigungsminister​ soll endlich handeln,statt jammern
  • Oktober 2, 2010

    Es ist reine Unterstellung zu sagen, U. Maurer wolle “auf dem Papier” eine grosse Armee ausweisen um seinen Parteikollegen mir einem Volksheer zu gefallen. Diese Aussage ist sogar beleidigend. Glaubt E. David, die SVP-Exponenten seien mit einer “Papierarmee” zufrieden ? Dazu müssten sie schön blöd sein. Sind sie das ? Das Problem ist vielmehr, dass BR Maurer im BR allein steht und weiterhin keine Unterstützung von einem 2. SVP-BR hat (die BR Widmer-Schlumpf unterstützt ihn sicher nicht und mutiert zudem langsam zu einer CVP-BR). Das muss 2011 ändern, sonst kommt es nicht gut !

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  • Oktober 2, 2010

    Grundsätzlich kann ich den Ausführungen von Herrn David nur zustimmen. Ich glaube aber, dass eine Armee von nur 57000 Mann nicht mehr glaubwürdig ist. Auf so eine Armee kann man geradezu ganz verzichten. Die Wehrfähigkeit war über Jahrhunderte fest in der Bevölkerung verankert. Und ich glaube, dass diese Wehrfähigkeit immer einen grossen Faktor in der Entwicklung der Schweiz gewesen ist. Ohne dieses Miteinbeziehung des Bürgers zum erhalt der Eigenständigkeit, wäre die Schweiz nicht was sie heute ist. Nämlich ein eigenständiger Staat mit Bürgern welche direkt Einfluss in die Geschicke des Landes nehmen können und somit auch Verantwortung für ihr Land übernehmen.
    Wie kann nun diese Armee und auch die Verbindung zum Volk trotzdem in Übereinstimmung mit den Ideen von Herrn David gebracht werden? Die Idee, dass der Dienst jedes Bürgers in einem Block absolviert wird finde ich gut. So werden viele administrative Wiederholungen usw. verhindert und es können so Kosten eingespart werden. Auch würde die Ausbildung der Soldaten viel besser sein. Aber trotzdem sollte die Armee eine gewisse Grösse beibehalten. Dies ist einfach zu gestalten indem wir die Soldaten nach dem absolvierten Dienst für einige Jahre in Reserve halten würden. Da die Ausbildung besser war, wird auch die Fähigkeit die Funktion des Soldaten einzunehmen länger Bestand halten. Dabei sollten sie wie bisher ihre persönliche Ausrüstung griffbereit zu Hause haben. Ich würde es sogar begrüssen, wenn sie während dieser Zeit jährlich wie bisher ein Schiessprogramm absolvieren müssten. Es geht nicht darum, ein paar schiesswütige Männer zu unterstützen. Es geht darum, dem Bürger zu zeigen, dass der Staat vertrauen in seine Bürger hat, dass der Staat dem Bürger Verantwortung überträgt, dass der Staat Bürger will die Eigenverantwortung übernehmen. Dies ist doch ein wichtiger Bestandteil dessen was die Schweiz ausmacht: Unabhängige, frei denkende Bürger die Verantwortung übernehmen.

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  • Oktober 2, 2010

    Ich pflichte Georg Stamm bei. Bundesrat Maurer hat im Bundesrat einen schweren Stand gegenüber der linken Mehrheit.

    Unsere Armee muss verkleinert und modernisiert werden. Wie könnte eine gute Verteidigungsarmee aussehen?

    Ich bin gegen eine Kooperation mit dem Ausland. Das wäre das Ende einer glaubwürdigen Neutralitätspolitik und zudem riskant. Ein Staat, der auf Kooperation setzt, ist im Notfall auf die ausländischen Kooperationspartner angewiesen (Polen im Jahr 1939) und verliert zudem einen Teil seiner Souveränität.

    Ich bin der Auffassung, dass eine gute Landesverteidigung ohne Luftüberlegenheit nicht zu gewährleisten ist. Ein Staat ohne Luftüberlegenheit kann die Sicherheit seiner Infrastruktur und seiner Bürger nicht gewährleisten. Siehe Untergang des 3. Reichs im Bombenhagel der Allierten und den letzten Irakkrieg.

    Kampffl​ugzeuge wie z.B. der Luftüberlegenheitsjäg​er F-22 Raptor (mind. 60 Stück), Kampfhubschrauber und ein Raketen-Abwehrsystem würden Sinn machen. Grundsätzlich sollte man auf waffentechnische Überlegenheit setzen und die Armee mit den modernsten Waffensystemen ausstatten. Diese Waffen würden jedoch das von David genannte Budget, selbst bei einer gestaffelten Beschaffung über mehrere Jahre, sprengen. Einen Teil der Mehrkosten könnte man mit der Reduktion der Armee kompensieren. Die Infrastruktur für eine grössere Armee für den Ernstfall sollte jedoch erhalten bleiben, damit das Verteidigungssystem innert nützlicher Frist wieder hochgefahren werden kann. Bedingt grösseres Waffenarsenal und Milizsystem.

    Ebenf​alls sollte man in einen effizienten Nachrichtendienst, die Terrorismusbekämpfung​ und Anti-Terror Einheiten zur Geiselbefreiung investieren. So etwas dürfte bei der gegenwärtigen politischen Konstellation (linke Mehrheit im 2007 gewählten Parlament, siehe Abwahl von BR Blocher) jedoch nicht zu realisieren sein.

    Bezüglich Budget hätte ich eine Idee. Schweizer haben auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Ausländern einen Nachtteil. Schweizer müssen Wehrdienst leisten. Um diesen Nachteil wieder auszugleichen könnte man eine Wehrsteuer für ausländische Arbeitnehmer einführen. Dieses Geld könnte man ins Verteidigungsbudget einfliessen lassen.

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    • Juli 18, 2021

      Guten Tag Herr Müller. Mit Interesse habe ich ihren Beitrag gelesen. Ich glaube aber, dass sie die Prioritäten etwas falsch gesetzt haben. Falls unsere Armee für einen bewaffneten Konflikt um unsere Schweiz zu schützen ausgelegt werden soll (einige Leute sind Heute der Meinung, dass dies nicht mehr notwendig sei), dann ist die Ausrichtung in eine hauptsächlich technisierte Armee der falsche Weg. Mit einer solchen Armee kann ein Konflikt eventuell etwas verzögert werden, aber schlussendlich wurde noch jeder Krieg (mit Ausnahme des Einsatzes der A-Bombe) durch Bodentruppen entschieden. Somit sollte die Priorität mehr in diese Richtung gelenkt werden und ihr Satz:

      Die Infrastruktur für eine grössere Armee für den Ernstfall sollte jedoch erhalten bleiben, damit das Verteidigungssystem innert nützlicher Frist wieder hochgefahren werden kann. Bedingt grösseres Waffenarsenal und Milizsystem.

      sollt​e mehr Gewicht erhalten.

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    • Juli 18, 2021

      Sehr geehrter Herr Steiner, ich habe nichts gegen Bodentruppen. Allerdings sind Bodentruppen, sofern es sich nicht um eine Partisanenarmee handelt, auf eine staatliche bzw. militärische Infrastruktur angewiesen.

      Ich denke da an die Energieversorgung (Kernkraftwerke, Stauseen, Tanklager usw.), das Transportwesen (Fahrzeuge, Strassen, Brücken), den Nachschub (Rüstungs- und allgemeine Versorgungsindustrie)​, die Nachrichtenübermittlu​ng (Sende-Anlagen, Radaranlagen) usw.

      Ohne Luftwaffe, die in der Lage ist die Lufthoheit unseres Landes zu verteidigen, wird es schwierig die Infrastruktur vor feindlichen Luftangriffen zu schützen. Sowohl die Luftwaffe als auch die Bodentruppen sind aber auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen. Deshalb steht und fällt meiner Ansicht nach eine Landesverteidigung mit der Luftwaffe.

      Heutige​ Kriegsführung funktioniert folgendermassen:
      Zue​rst schickt man die Luftwaffe. Diese hat das Ziel die feindliche Infrastruktur zu zerstören. Erst dann schickt man die Bodentruppen um das was übrig geblieben ist platt zu machen. Schauen Sie doch einmal wie die NATO Serbien in die Knie gezwungen hat. Man hat Serbien mit Luftangriffen in die Knie gezwungen. Die serbische Armee war nicht in der Lage seine Bürger vor der feindlichen Luftwaffe zu schützen, schliesslich hat Serbien kapituliert und den Kosovo verloren.

      Zur Prioritätensetzung:
      Unsere Armee hat die Aufgabe das Land gegen äussere und innere Bedrohungen zu verteidigen. Folglich brauchen wir primär eine Verteidigungsarmee und ein Verteidigungskonzept.​ Luftwaffe, Nachrichtendienst und Terrorismusabwehr ist nach meiner Meinung in diesem Verteidigungskonzept zu priorisieren.

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  • Oktober 3, 2010

    Guten Tag Herr David,
    Der Grundaussage Ihres Artikels stimme ich durchaus zu. Sowohl in Sachen “aufhören zu jammern” als auch die Dienstzeit auf weniger Blöcke zu konzentrieren. Allerdings möchte ich dem noch etwas hinzufügen:
    Aus meiner Sicht liegt das eigentliche Problem nicht in der Armee sondern in der Politik. Es kann nicht sein, dass das Parlament in der einen Woche von der Schweizer Armee verlangt sie müsse im Luftraum jederzeit eingreifen können und dann wird in der nächsten Woche das Budget für neue Kampfflugzeuge gestrichen. (Jeder der ein bisschen was von Luftraumüberwachung etc versteht wird mir zustimmen wenn ich sage dass der Auftrag ohne neue Kampfjets nicht ausführbar ist)

    So gesehen sind Ihre Ideen gut, aber sie zielen wiederum nicht auf das eigentliche Problem dass der verkorkste Sicherheitspolitische​ Bericht hätte lösen sollen: Was will/ braucht die Schweiz für eine Armee? Diese Frage muss beantwortet werden und danach das Budget gesetzt werden, nicht umgekehrt (Das dies nicht gut kommt hat man bei der Armee XXI Reform gesehen)

    Ich persönlich bin der Meinung, dass die Schweiz eine Armee braucht die sowohl die Raumsicherung als auch im Notfall eine Landesverteidigung garantieren kann. Ob man mir hierbei zustimmt oder nicht, ist absolut zweitrangig, wichtig ist nur, dass das Parlament/ der Bundesrat entscheidet was man will, und dies dann auch durchzieht (auch finanziell!)

    Die Armee ist wie ein Schiff dessen Steuermann nicht weiss wohin: entscheidend ist jetzt nicht dass alle im Verhältnis kleinen Lecks (zb EDV-Systeme) mit allen Mitteln geschlossen werden, entscheidend ist, dass der Steuermann weiss wohin die Reise geht.

    Noch eine Anmerkung zum Kommentar von Herrn Müller:
    Neue Kampfjets ja, aber die Kampfhubschrauber wären aus meiner Sicht eine Fehlinvestition: Diese Waffensysteme sind extrem teuer im Ankauf (zb. AH-64 Apache (US) ca. 16-20mio $/ Stück (Quelle: globalsecurity.org)) und Unterhalt, zudem ist in der Schweiz das nötige Know-How nicht vorhanden. Ausserdem sind Kampfhelikopter extrem anfällig gegen alle möglichen Waffensysteme (va. sehr primitive Boden-Luft-Angriffe)

    Abgesehen davon: in der Schweiz sind weder die Mittel noch der Wille vorhanden eine so teure Waffe anzukaufen und zu unterhalten.

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  • Oktober 5, 2010

    Das hat sich die SVP selbst zu zuschreiben hätten sie von Anfang an 2 Kanditaten aufgestellt dann wären sie nicht Untervertreten was ich Verantwortungslos halte ist das Sie die eigene Fehler auf andere abschieben. Das ist aber typisch SVP. Sie wollen lieber alles ablehenen und werden dann sauer wenn man das gleiche mit Ihnen tut das ist für mich Kindergarten Herr Brunner

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  • Oktober 6, 2010

    Mein Geburtsjahr ist 1932. Ich habe in meinem Elternhaus noch bewusst den 2.Weltkrieg miterlebt und später dann das Geschehen im Osten und Westen von Europa mitverfolgt. Ich leistete mit Überzeugung Militärdienst während dem kalten Krieg, weil die Gefahr eines militärischen Konflikts zeitweise sehr real war. Es war mir aber auch immer klar, dass der Aufwand für eine Armee nur sinnvoll ist, wenn man einem Gegner gegenüber steht und einen Konflikt fürchtet.
    Heute kann ich aber rings um uns keinen Gegner erkennen und sehe keinen Sinn mehr für Festungen, Panzer und Flugzeuge. Die Aufgabe der militärischen Landesverteidigung könnte man ohne Schaden für unsere Sicherheit und grossem finanziellen Nutzen streichen.

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    • Juli 18, 2021

      Ja Herr Strehler, so wurde auch in den 1920/30er argumentiert und der Armee wurde auch das Geld vorenthalten, mit der Konsequenz, dass General Guisan eine heruntergekommene Armee übernehmen musste und in den ersten Kriegsjahren erst mal das Heer aufrüsten musste!

      Wie ich so ausmache, sind die EU-Staaten höchst interessiert an unserem Geld und ich vermute, in wenigen Jahren werden sie nicht davor zurückschrecken ihre Kavallerie gegen uns in Stellung zu bringen, ausser der Bundesrat wird freiwillig unser Steuersubstrat in die EU verschenken, was mit unseren heutigen Politiker zu befürchten ist. Dann wird die EU uns ohne Gegenwehr einverleiben können.

      Gibt es aber noch Menschen die willentlich ihre Freiheit bewahren wollen, kommen wir nicht darum herum Stärke zu zeigen!

      So Einfach funktioniert die Welt!
      Schwache gehen unter, siehe Tibet, Starke überleben!

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  • Oktober 6, 2010

    Lieber Herr David
    Ihre errechneten 27’000 Mannjahre kann man leider nicht verkaufen, also darf man sie nicht zu den Aktiven zählen. Der milliardenschwere Immobilienbestand dürfte kaum aus gut rentierenden Wohnungen in der Agglomeration Zürich bestehen. Es sind Kasernen, Ausbildungsplätze, Verteidigungsinfrastr​uktur usw. Dass diese keinen bezifferbaren Ertrag in baren Franken abwerfen, müsste Ihnen klar sein. Mit Hilfe der bürgerlichen (Mitte) Parteien wurden dem VBS laufend Mittel entzogen / vorenthalten um die Infrastruktur, Waffen, Gerätschaften auf Vordermann zu behalten.
    Ihre Aussagen zur Papierarmee von Ueli Maurer könnten von GSoA Genossen stammen. Ich war erschreckt, dass dieses Geschreibe von einem bürgerlichen Ständerat aus einem Kanton stammt, in welchem die Armee auch einige Franken pro Jahr liegen lässt.
    Auf welche Gefahren sich die Armee ausrichten soll, ist in der heutigen Zeit wirklich schwierig zu beantworten. In der Taktikausbildung lernt man das Denken in Varianten. Dass die Verteidigung nicht der wahrscheinlichste Fall ist, der in nächster Zeit eintreten wird, habe auch ich begriffen. Man sollte sich dennoch auf die gefährlichste Variante vorbereiten. Diese wäre meiner Meinung nach die Verteidigung unseres Landes. Wenn wir dies mit der Armee wieder hinkriegen, sind wir in kürzester Zeit auch für andere Aufgaben (Schutz, Betreuung, Hilfe bei Katastrophen) bereit. Dass dazu 57’000 Mann nicht genügen sollte jedem klar sein. Übrigens, die Bekämpfung von Cyberware kann nicht Aufgabe der Armee sein.

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  • Oktober 6, 2010

    Ständerat David hat in vielem Recht. Diverse Antworten aber auch. Der Wert der
    Immobilien und des Mobiliars sind sicher zu hoch eingesetzt. Die Luftwaffe ist die die am ehesten zum Einsatz kommende Truppe. Sie muss hochmodern sein.
    Die Genie kommt kurz darauf. Wenn in der Nacht ein Dorf durch Lawinen oder Murgang verschüttet wird wird am Mittag gefragt warum die Armee immer noch nicht dort ist (zuvorderst von GSOA und Sozis!)
    262 Diensttageauf 3 Perioden zu verkürzen erscheitn sehr interessant aber etwa 12 Dienstwochen ergeben Probleme bei Arbeit und Familie.

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  • Oktober 6, 2010

    Ich bin Jahrgang 1944. Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich leider “nur” Hilfsdienst leisten, den allerdings mit Überzeugung.
    Wer heute davon spricht, dass wir rings um uns herum keinen Gegner feststellen können, denkt sehr engstirnig. Die EU bröckelt – wohin das führen mag, weiss zur Zeit niemand, man kann lediglich spekulieren. Der letzte Krieg in Europa war 1999, der KOSOVO-Krieg, der vorletzte der Jugoslavienkrieg ende der 1990-er-Jahre.
    Solche Szenrien können sich wiederholen. Auch Szenrien wie in Georgien sind nicht auszuschliessen. Auch frage ich mich, wer und garantiert, dass nicht eines der umliegenden Länder Gebietsansprüche an uns erhebt – gebiete, die unsere Ahnen ab 1291 erkämpft hat? Zugegeben – letzteres ist eher unwahrscheinlich und dennoch nicht auszuschliessen. Wollte nicht Libyen unser Land aufteilen? Ich denke mir, eine hochmodern ausgerüstete Armee mit top ausgebildeten Soldaten ist ein Muss, auch in der heutigen Zeit – oder – gerade in der heutigen Zeit. Unser Land, unsere Heimat hat es verdient geschützt zu werden.

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    • Oktober 7, 2010

      Herr Stoffel,
      Wenn ich um uns herum keinen Gegner sehe, denke ich an Lichtenstein, Italien, Frankreich und Deutschland. Ein Konflikt in unserem Land ist also erst denkbar, wenn unsere Nachbarn rings um uns überrannt wurden und kapituliert hätten! Dass es im nahen Osten lokale Konflikte hatte und sie wieder auftreten könnten, ist mir auch klar. Wenn wir uns aber dagegen verteidigen möchten, müssten wir unser Panzer der NATO zur Verfügung stellen. Dies wage ich aber bei unserer politischen Landschaft gar nicht zu denken.
      Das Argument Libyen/Gadaffi für die Notwendigkeit unserer Armee ist von Ihnen sicher auch nur als Scherz gedacht worden!

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  • Oktober 6, 2010

    Erstens: Jahrelang hatte Samuel Schmid als sogenannter Verteidigungsminister​ einen “Knorz”abgelassen, das machte aber nichts, da er den Linken und den Halblinken passte! Nun plötzlich seit Ueli Maurer im Amt ist, kommt ein jeder daher und redet ihm ins Zeug!
    Zweitens: Man möchte nur noch eine winzige Armee haben. Das heisst in anderen Worten, sollte es doch wieder einmal einen kriegerischen Konflikt in Europa incl. Schweiz geben, dann kann man ja immer noch nach den Truppen der USA schreien. Diese können dann die Sache, wie schon mehrmals geschehen, wieder einrenken. Selbstverständlich werden die USA zum Schluss als Dankeschön, wie auch schon mehrmals geschehen, mit negativer Kritik überhäuft!

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  • Oktober 6, 2010

    Ich kann sowohl mit dem Text von Herrn David als auch mit den meisten übrigen Kommentaren “leben”. Für mich ist es aber immer unerträglicher, wie da mit der Truppenstärke, mit Panzern und Flugzeugen und weiss ich was “herumgefuchtelt” wird, obwohl wir gar nicht wissen für was dieses Material denn eingesetzt werden soll. Zuerst wären doch die Damen und Herren Politiker gefragt: eine klare Strategie muss jetzt endlich erstellt und beschlossen werden. Die Vorlage dazu muss die Sicherheitskommission​ des NR und SR liefern (dazu wäre sie ja eigentlich da), die auf die in weissgott genügender Anzahl vorhandenen Fachkräfte (Chef der Armee und seine Cracks) zurückgreifen kann.
    Erst dann – wenn diese Strategie einmal da ist (und die hat auf drei Seiten A4 Platz und ist nicht über 160 Seiten stark wie der berühmte Sicherheitsbericht) – erst dann reden wir über die nötigen Mittel. Und über Geld.

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  • Oktober 7, 2010

    Sehr geehrter Herr David, ihre pathologische Fixiertheit darauf was die SVP glaubt oder nicht glaubt, verhindert, dass ihre Analyse sachlich und logisch nachvollziehbar bleibt.

    Aus Gründen, die Sie uns leider vorenthalten, schwebt ihnen eine Art unbewaffnete Fron-Organisation zur Verfügung der Bundesverwaltung vor. Glauben Sie ernsthaft mit einem staatlich verordneten Hilfsdienst sei das Sagmehl streuen und Wef-Bewachen vorbei? Dann geht es doch erst richtig los, wenn jeder Bundesparlamentarier mitendscheiden kann, welchem von seinen Filz-Freunden er etwas staatliche Gratis-Dienstleistung​ zuschanzen kann. Das ist, mit Verlaub der Schritt zurück ins Mittelalter, wo die Leibeigenen herangezogen wurden, um den Mächtigen ihre Träume zu verwirklichen.

    Ein​e starke Milizarmee mit dem bewaffneten Bürger ist die einzige Garantie dafür, dass wir auch in Zukunft von unserer Regierung und allen die an ihren Honigtöpfen hängen, nicht gegängelt werden. Dass eine Armee stark sein muss ergibt sich aus der allgemeinen Lebenserfahrung, wenn man denn nicht zu naiv und zu gutgläubig ist.

    Dass die heutige Schweizer Armee nur noch ein Schatten ihrer selbst, ja eine eigentliche Karikatur einer Armee ist, ist eine triviale Erkenntnis. Schuld daran ist nicht die SVP und auch nicht BR Maurer. Hochverdiente Staatsmänner wie Ogi und Schmid (die hauptsächlich aus ihrer Ecke gewählt wurden), und diverse wertvolle Parlamentsentscheide von Ende 90er Jahre bis heute haben sich diese Lorbeeren verdient. Ihre Schelte trifft also ungefähr soweit daneben, wie man nur daneben treffen kann.

    Die wahren Leidtragenden sind nicht die armen Gutmenschen, die bereits den ewigen Frieden am Horizont ausmachen, und sich jeden Abend vor dem ins Bett gehen noch kurz über die immer noch vorhandenen Reste der Armee aufregen. Die wahren Leidtragenden sind die unzähligen Wehrleute, die trotz allen Widrigkeiten und Unflätigkeiten, die sie sich anhören müssen, immer noch Dienst an der Gesellschaft leisten. Sie wenden Zeit und Energie auf, den Dienst sicher und sinnvoll zu gestalten. Von der Politik wurde und wird ihnen wo nur möglich Widerstand geboten. Sinnvolle dienstliche Tätigkeiten (Trainig von militärisch notwendigen Fähigkeiten) werden konsequent durch von der Politik sanktionierten Schwachsinn ersetzt.

    Wenn Leute wie Sie mit ihrer Vorstellung von Sicherheitspolitik durchdringen, dann werden wir uns in wenigen Jahrzehnten nicht mehr über Dienstpflicht oder nicht, oder Polizeibefugnisse oder nicht unterhalten müssen. Dann unterhalten wir uns noch darüber, was wir anfangs des 21. Jahrhunderts falsch gemacht haben, so dass ein einzigartiges Staats- und Gesellschaftsmodell so kläglich scheiterte. Dann unterhalten wir uns darüber, in welcher fremden Uniform unsere Kinder sterben dürfen.

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  • Dezember 4, 2010

    Sehr geehrter Herr Ständerat
    Abgesehen vom Inhalt, den man so oder so beurteilen mag, finde ich die Überschrift aus der Feder eines Ständerats höchst unpassend. Sie sprechen immerhin über einen Bundesrat! Weiter lässt mich der Eindruck nicht los, dass Sie in den letzten Jahren selbst zum Jammeri verkommen sind. Meiner Meinung nach, haben Sie früher zu den Zugpferden gehört. Das ist definitiv nicht mehr so.

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  • März 14, 2011

    Die Überschrift dieses Artikels ist pointiert aber sehr zutreffend!

    -Herr Maurer hat heute mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als sein Vorgänger Samuel Schmid!

    -In den 2 Amtsjahren von Ueli Maurer hat sich der Zustand der Armee massiv verschlechtert! Der Leistungsausweis von Maurer ist miserabel!

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  • Juni 9, 2011

    Volkswirtschaftliche Kosten der Armee?

    Die volkswirtschaftlichen​ Kosten der Schweizer Armee sind hoch. Ein europäischer Ländervergleich dieser Kosten pro Kopf oder pro km2 Fläche wäre als Basis der politischen Diskussion über die Zukunft unserer Armee nützlich.

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