1. Bildung & Forschung

Deutschdesign oder ‘Gestaltung der deutschen Sprache’

In Zu­kunft wird beim Bund rich­ti­ges Deutsch ge­spro­chen, ganz ohne eng­li­sche Einflüsse. Die Bun­des­ver­wal­tung hat zu rund 500 Wörtern eine deut­sche Ver­sion er­ar­bei­tet. Ob­wohl dies schon mal in einer Ant­wort eines  Vor­stos­ses angekündigt war, staunte ich, dass man bei den vie­len Einschränkungen und Spar­pro­gram­men in der Ver­wal­tung, Zeit für sol­che Ar­bei­ten hat, an die Kos­ten mag ich schon überhaupt nicht den­ken.  

Man erwartet sogar von uns im Parlament, dass wir diese Wörter brauchen würden. Ich werde jetzt dann nicht mehr die Hotline anwählen, sondern den ‚heissen Draht‘. Fitness heisst neu ‚sportliche Form‘, obwohl ich bis jetzt gedacht habe, dass ich mich mit Fitness in sportliche Form bringe. Wie dies jetzt dann formuliert werden soll, ist mir schlicht ein Rätsel. Das Webdesign wird in der ‚Gestaltung der Internetseiten‘ umgesetzt und der Hacker ist nun ein ‚Kennwortknacker‘.

I​ch finde es schlimm, wenn wir jedes zweite Wort englisch aussprechen, aber ich finde es ebenso schlimm, wenn wir die in der Wirtschaft gängigen Wörter ignorieren und meinen wir müssten beim Bund und in unserer politischen Arbeit eine eigene Sprache erfinden. Wo bleibt da der gesunde Menschenverstand? Ich selber werde also auch in Zukunft mit meinem Webmaster sprechen und die Schrottmails in den Spamordner verschieben. Auch die Mailbox werde ich abhören und darauf hoffen, dass ich Mitteilungen in einer Sprache erhalte, die ich dann auch verstehe.

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Comments to: Deutschdesign oder ‘Gestaltung der deutschen Sprache’
  • Juli 13, 2010

    Es wäre schön, wenn unsere Schüler und Schülerinnen wenigstens noch korrekt deutsch sprechen könnten. Du verstanden mì?

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  • Juli 16, 2010

    Sprache kann (sollte) nicht behördlich reglementiert werden. Gewiss sind viele Anglizismen unangebracht, z.B. SWISS MINT für die Münzprägeanstalt, denn viele halten dies für eine Pfeffermünzzältlifabr​ik. Aber Wörterbücher, wie das der offenbar hochgradig frustrierten Dame aus Bern mit ZEBRASTREIFEN, sind auch nicht sinnvoll, denn mit FUSSGÄNGERSTREIFEN wird darauf hingewiesen, dass diese eben zum Schutz der Fussgänger angebracht sind. Muss ich jetzt annehmen, dass diese Streifen für die hierzulande unzähligen gelbgestreiften Zebras gedacht sind? Solcher Unsinn auf Kosten der Steuerzahler hilft wenig bis nichts! Unsere Sprache wird auch ohne Belehrungen selbsternannter Experten nicht verludern!

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  • September 20, 2010

    Auch die Franzosen machten vor etlichen Jahren ein Sprachgesetz mit dem Ziel, die engl. Ausdrücke zu aus der hehren französischen Sprache zu verbannen. Walkman z.B. sollte balladeur heissen. Ironischerweise hiess der franz. Premier damals … Balladur ! Das Gesetz war ein totaler Flop und heute spricht niemand mehr davon. Und so wird es auch der CH-Bundesverwaltung gehen, die sich in der Tat mit wichtigeren Sachen beschäftigen sollte.

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  • September 23, 2010

    Wir leben in einem einzigartigen land mit vier Sprachen. Warum muss mit aller Gewalt eine fünfte eingeführt werden ? Pflegen wir dies und stehen zu dem was unsere Heimat hat. Ich jedenfalls gehe immer wieder gern in einen Verkaufsladen und verlange nach dem angeschribenen “sale”. 🙂

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