1. Umwelt, Klima & Energie

Die energiepolitische Vernunft der Ständeratskommission

Die Ständeratskommission ebnet den Weg für mehr Ver­nunft in der EnergiepolitikNein zu dümmlichen Tech­no­lo­gie­ver­bo​­ten!

 

Wie erwartet hat die Energiekommission des Ständerats heute den nationalrätlichen Entscheid, aus der Kernkraft auszusteigen, relativiert. Dies ist gut, da die kommende Debatte im Ständerat damit weniger getrieben ist durch Populismus und Panikmache, welche wenige Wochen nach dem Zwischenfall in Fukushima den Bundes- und Nationalrat in seinem Urteilsvermögen beeinflusst haben, und mehr von Vernunft.

 

Der Ständerat soll im September bei seiner Entscheidung auf jegliche Technologieverbote verzichten! Ebenso soll nicht auf Nuklearforschung verzichtet werden. Diese wird nicht nur benötigt für die Kernkraft, sondern leistet in vielen anderen Wissenschaftsbereiche​n wichtige Inputs. Wir können stolz sein, so wichtige Forschungsinstitution​en wie das PSI und das CERN zu haben! Diese sollten wir nicht abwürgen.

 

Ich hoffe, der Ständerat wird an der Herbstsession im September auch tiefsinnig darüber nachdenken, welche Energie-Optionen die Schweiz hat, kurz-, mittel- und langfristig. Während es langfristig wohl Sinn macht, zu versuchen, von der Kernkraft auf andere, noch sicherere, und gleichwohl CO2-arme Energieträger zu wechseln, bleiben uns kurz- und mittelfristig nur schlechte Alternativen.

Wollen​ wir wirklich unsere KKWs überstürzt abstellen, und lieber französischen Atomstrom importieren, notabene von Kraftwerken, die weniger sicher sind als die unsrigen? Wollen wir wirklich unsere KKWs abstellen, und lieber deutschen Kohlestrom importieren, wohl wissend, dass wir damit zum grossen Klimasünder aufsteigen würden? Nicht besser wären die dreckigen Gas-Kombi-Kraftwerke,​ mit denen wir die Klimaziele des Kyotoprotokolls wohl erst recht nicht erreichen könnten.

Oder glauben wir wirklich, innert knapp einem Jahrzehnt drei von unseren fünf Reaktoren abstellen und stattdessen die rund 1.1 Gigawatt Strom von gemieteten, oder gar von der Schweiz betriebenen Windrädern in der Ostsee beziehen zu können .. oder gar via Solarzellen im Nahen Osten?

 

Ich möchte, dass wir unsere energiepolitische Zukunft auf ausformulierte, substantielle Optionen abstützen, und nicht auf Luftschlösser und Träumereien. Wir sollten sollten unsere Politik beschliessen basierend auf Fakten, nicht rein auf (utopischen) Absichtserklärungen.

 

 

 

Adrian Ineichen

Präsident Jungfreisinnige Stadt Zürich (JFZ)

Nationalratska​ndidat Jungfreisinnige Kanton Zürich (JFZH), Listenplatz 9

 

 

 

Links

NZ​Z Online (30.8.2011): „Atomkraft bleibt eine Option“

http://www.n​zz.ch/nachrichten/pol​itik/schweiz/schweiz_​atomkraft_option_stae​nderat_kommission_1.1​2240919.html

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Comments to: Die energiepolitische Vernunft der Ständeratskommission
  • August 31, 2011

    Ja genau – und in der Zwischenzeit hoffen wir einfach, dass unsere alten A-Werke anständig gewartet bzw. nachgerüstet werden und keiner der dafür Verantwortlichen lieber Geld spart statt seinen Job richtig zu machen und ausserdem hoffen wir von ganzem Herzen, dass unser Land, vor allem in der Umgebung der Standorte unserer AKW’s von gröberen Katastrophen verschont bleibt und kein Terrorist auf die Idee kommt mit einer kleinen Bombe ein viel grössere auszulösen etc. usw.!
    Ausserdem hoffen wir, dass sich das Entsorgungsproblem für Atommüll von selber löst, oder wir das Zeug irgendwo in einem 3.Weltland günstig verbuddeln können und das die Kinder die in der Nähe von AKW’s aufwachsen tatsächlich nicht häufiger an Leukämie erkranken als andere! Obwohl frühere Studien das genau Gegenteil belegten.
    Nicht zu vergessen, wir hoffen auch von den Atomkraftwerkbetreibe​rn und unseren politischen Verantwortungsträgern​ jederzeit vollumfänglich informiert zu werden, wenn etwas mit unserern Meilern nicht stimmt und dann sämtliche Angaben zu der austretenden Strahlung korrekt und nicht geschönt, sofort der Bevölkerung mitgeteilt werden.
    Wir hoffen auch, dass im Falle einer Katastrophe die Bevölkerung klare und sofortige der Situation entsprechende Anweisungen erhält wie sie sich so gut wie möglich in Sicherheit bringen kann.
    D.h. Wie sich das von Panik getriebene Volk so schnell und geordnet wie möglich über die Landesgrenzen hinweg aus der verseuchten Schweiz entfernen kann!

    Wenn alle diese Hoffnungen erfüllt würden hätten wir Glück – aber sonst:
    Bin ich extrem gespannt auf die nächsten vernünftigen Erklärungen zur Kosten-Nutzenrechnung​ der Atomenergie im Vergleich zu anderen Arten der Energieproduktion.

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    • Juli 18, 2021

      Ja, Frau Keller, das Schlimme daran ist, dass eigentlich viele Fachleute und Politiker angstvoll darauf warten, dass wirklich mal was mit Terroristen passiert. Dazu trägt auch die Lagerung von strahlendem Atom-Müll bei, der – auch aus der Schweiz – z.B. in Russland unter freiem Himmel in rostenden Fässern billigst gelagert wird. Und die Schweiz tat sich ja auch in der Meeres-Endlagerung hervor, kippte als letztes Land seinen Atom-Müll einfach ins Meer. Man muss nicht ein Atom-Kraftwerk bombardieren oder sabotieren, ein klein wenig strahlender Atomkraftwerks-Müll reicht für unermessliches Leid.
      Die Studie mit der Leukämie ist denn schon noch ein wenig vorsichtig zu würdigen. Sie ist ja auch unter Fachleuten sehr umstritten.

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  • August 31, 2011

    Adrian Ineichen bezeichnet den von der Bevölkerungsmehrheit getragenen gestaffelten Atomausstieg als dümmlich und die Verwässerung desselben durch den Ständerat als vernünftig.

    Ist es wirklich so vernünftig, das marode AKW Mühleberg trotz Rissen im Kernmantel wieder ans Netz zu nehmen, nur weil die FDP (wie auch die CVP und die SVP) Geld von der Alpiq bekommt?

    Ist es vernünftig, die Atomenergie staatlich zu fördern, die erneuerbaren Energien aber links liegen zu lassen?

    Ich glaube nicht.

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  • August 31, 2011

    Herr Ineichen, unverantwortliche dümmliche Politiker gab es schon immer. Aber Sie sind ja schlau und gescheit. Und Sie kümmern sich ums Volk? Also, bei all Ihrer Gescheitheit, sagen Sie dem Volk, was wir machen, wenn das Restrisiko auch mal in der Schweiz zuschlägt:
    – was machen wir mit den Menschen
    – wohin gehen wir
    – wer bezahlt den Schaden
    – stören Sie die Risse im Sicherheitsmantel von Mühleberg nicht?

    Ich bin enttäuscht, dass Sie als Politiker nicht für einen Technologieschub für die Schweizer Industrie sind, sondern lieber an einer unsicheren, teuren, veralteten Schrott-Technologie festhalten, an denen nur einige wenige ausländische Grossunternehmer verdienen können und das Gros des Schweizer Volkes nichts. Sie sind für mich sicher nicht wählbar.

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    • Juli 18, 2021

      Von welchen Schäden reden sie?

      Mir sind keine bekannt, aber vielleicht wissen sie mehr als wir?

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    • Juli 18, 2021

      Genau, Herr Grimm, genau so wird sich dann die Atom-Mafia aus der Verantwortung stehlen, wenn es um Schäden nach einem Atom-Unfall geht. Und die mein ich. Die sind ja so hoch, dass sie angeblich keine Versicherung versichern kann und drum müssen sich ja unsere Atom-Barone nicht wie andere gefährlichen Produktionsmethoden versichern.

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    • Juli 18, 2021

      Herr Barner, wenn Sie in einem Ostschweizerkanton wohnen gehören sie auch zur Atommafia, dann sind sie mit Sicherheit ein Atom-Baron. Die Axpo gehört uns und wir haben ihr den Auftrag gegeben für uns günstigen Strom zu produzieren und eine sichere Stromversorgung zu garantieren.

      Dank unserem günstigen und sicheren Strom konnten wir uns in den Nachkriegsjahren bis jetzt eine Wohlstand erarbeiten, darunter hat der Strom aus den AKW’s mit 40% seinen grossen Anteil daran.

      Die Axpo hat in etwa 3,5 Millionen Strommafioso, die BKW hat auch sicher 200’000, also mit Sicherheit sind 2/3 der Schweiz Strombarone. Wollen sie uns nun alle Hauen?

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    • Juli 18, 2021

      Dann hat sich also das Volk stets selbst angelogen, wenn es in Abstimmungen um Atomkraft ging? Warum werden Störfälle von den Atomkraftwerks-Betrei​bern auch hier in der Schweiz nicht immer so sauber gemeldet, wie es sein sollte, wenn sie das Volk und seine Sicherheit im Auge haben? Warum sind ihnen Risse im Sicherheitsmantel egal? Durchgehende Risse wohlgemerkt! Geht es um Prämien? Um Macht? Nein, die Atomkraftwerksbetreib​er sind längst nicht mehr das Volk. Und wenn es passiert, dass das Restrisiko in unserer Umgebung zuschlägt, was bleibt dann von diesem angeblichen Wohlstand? Daraus ist doch zu schliessen, dass diesen Atom-Vögten das Volk wirklich egal ist. Der Gewinn zählt!

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  • August 31, 2011

    Alle Schweizer AKWs haben Sicherheitsmängel, so konnte man dieses Jahr in verschiedendsten Medien lesen. Unter anderem hier:

    http://www.w​irtschaft.ch/Schweize​r+Atomkraftwerke+zeig​en+alle+Maengel/49054​1/detail.htm

    Nur wegen Fukushima wurde das überhaupt aufgedeckt.

    Vorher haben linke und grüne Kreise zwar darauf hingewiesen, von bürgerlicher Seite wurde aber alles schöngeredet. Es sei nur Hysterie und Panikmache, hiess es. Die AKW seien sicher.

    Wenn nun ausgerechnet diese Schönredner die alleinige Vernunft für sich beanspruchen, kommt mir dies zynisch vor.

    Falls es wegen der mangelnden Sichehrheit zu einem Unfall kommt, gibt es gemäss VBS-Chef Maurer übrigens keinen Evakuierungs-Plan.


    Soviel zur Sicherheit.

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    • Juli 18, 2021

      Was waren die Sicherheitsmängel? Pfeiffen unsere AKW’s aus dem letzten Loch?

      Die Sicherheitsmängel, verglichen mit einem Auto, sind folgendermassen:

      M​an würde bei ihrem PW fordern, dass die Luftansaugung über ein Rohr, ähnlich wie bei Geländefahrzeugen, zu erstellen ist, wegen möglichen Hochwasser. Weiter würde man ihrem PW vorwerfen, ohne dieses Rohr extrem gefährdet zu sein und mit Sicherheit jederzeit desshalb zu einer gefährlichen Panne kommen kann!

      Natürlich würden sie dies glauben und sofort ihr Auto verrohren. Andere würden ein Lachanfall bekommen und das mit Recht!

      Man soll bei den AKW’s mit Sicherheit alles Vorkehren aber in Hysterie zu verfallen bringt niemandem etwas!
      Zudem wäre es ohne die AKW-Gegner möglich gewesen die alten AKW’s durch neuere mit neuesten Sicherheitsstandart zu ersetzen.

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    • Juli 18, 2021

      Herr Grimm, sorry, aber genau so logen uns auch früher schon die Lakaien der Atom-Mafia an! Haben Sie schon mal was von durchgehenden Rissen in der Sicherheitshülle von Mühleberg gehört? Nein? Dann sind Sie ein geborener Fachmann für AKWs. Ja? Dann gehören Sie wohl zur Vernebelungsequippe der AKW-Betreiber. Und die “sichere” Lagerung für die nächsten 450 000 Jahre des strahlenden Atom-Mülls würde man am besten auch gleich Ihnen übertragen. Aber mit Hohn und Spott machen Sie kein AKW sicherer und lösen das Endlagerproblem genau so wenig wie die AKW-Betreiber oder deren “Fachleute” der Nagra.

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  • August 31, 2011

    Nun ja,
    Erst einmal müssen wir wissen, dass der Stromtransport über Distanzen immer mit einem recht erheblichen Übertragungsverlust an Netzverlust / Strom verbunden ist.
    Um den Verlust zu reduzieren müssen wir erst einmal ein HGÜ Hochspannung Gleichstrom Übertragung Netzwerk aufbauen, damit schlussendlich der Strom vom Norden oder aus der Wüste auch bei uns ankommt.

    Dann müssen wir auch hier alternativen aufbauen an Stromproduzenten, damit wenigstens ein zuverlässiger Energielieferant vorhanden ist. Man kann uns nicht alle Energie Abstellen, Gas, Öl, Strom, auf eine Energie müssen wir uns verlassen können, die sollte auch bezahlbar bleiben.

    Seit Fukushima lese ich hier, Entschuldigung nun schon ein halbes Jahr lang nur dumme Sprüche, aber getan wurde noch nichts.
    Ach ja, das an die „umweltbewusste“ Seite, alles ist mit Industrieller und Bautätigkeit verbunden, also nicht erschrecken wenn dann investiert und gearbeitet werden muss, als Folge Aktien steigen, und tatsächlich wieder einmal etwas sinnvolles geschieht.

    Fukushi​ma bringt eine Wende. Aber nicht so wie sich das die selbsternannten Fachleute vom Umweltschutz vorstellen, welch sich vorstellen, sie können uns den Energiekonsum diktatorisch vorschreiben, die Transportwege blockieren, sprich, unsere Zivilisation sabotieren.

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