1. Umwelt, Klima & Energie

Die Schweiz hat die Energiewende verdient

Die Schwei­zer Ener­gie­wende kommt end­lich. Scha­de, dass es hierzu eine ver­hee­rende Na­tur­ka­ta­stro­phe​ mit an­sch­lies­sen­der mehr­fa­cher Kern­schmelze im Atom­kraft­werk Fu­kus­hima ge­braucht hat. Die Aus­wir­kun­gen des GAU in Japan sind noch nicht abschätzbar, da die Si­tua­tion noch längst nicht unter Kon­trolle ist. Ein rie­si­ges Ge­biet wird für die kom­men­den Ge­ne­ra­tio­nen nicht be­wohn­bar sein. Grosse Men­gen ra­dio­ak­tiv ver­seuch­tes Was­ser sind ins Meer ge­langt, mit noch un­be­kann­ten Kon­se­quen­zen. Das macht mich be­trof­fen.

Schon vor Fukushima war für mich klar, dass die gesellschaftlichen, ökologischen, aber auch wirtschaftlichen Kosten der Atomenergie deren unbestrittenen Nutzen übersteigen. Dieses Missverhältnis ist inzwischen noch offensichtlicher und kaum mehr bestritten. In diesem Sinne beglückwünsche ich CVP- Bundesrätin Doris Leuthard zum mutigen Entscheid, den sie im Bundesrat herbeiführte: Schliesslich ist die Landesregierung jenes Gremium, das die Verantwortung nicht nur für die volkswirtschaftlichen​ Kosten, sondern auch  für den betriebswirtschaftlic​hen Nutzen tragen muss.

Die Energiewende muss sich auf drei Pfeiler abstützen: Erstens muss die wertvolle Energieform Strom intelligenter genutzt werden. Heute verfügbare Technologien erlauben enorme Stromeinsparungen, vom Licht über Motoren bis zu Büro- und Haushaltsgeräten. Mehr als ein Drittel des Verbrauchs liesse sich einsparen, ohne an Komfort oder Produktionsleistung einzubüssen. Zweitens sind erneuerbare Energien nicht nur die beste, sondern langfristig die einzige Wahl. Denn Sonnenstrom, Wind- und Wasserkraft, Strom aus Holz, Biogas und tiefe Erdwärme sind einheimische Energiequellen und stehen bei nachhaltiger Nutzung schier unbegrenzt zur Verfügung. Uran und fossile Energie müssen dagegen importiert werden und ihre Reserven sind begrenzt. Drittens muss die Schweiz das überalterte Stromnetz zukunftsgerichtet ausbauen und bei der EU sicherstellen, dass das Schweizer Netz ins EU-Supernetz eingebunden werden kann. Das ist insbesondere für die Stromwirtschaft attraktiv, verbessert aber zusätzlich auch die Versorgungssicherheit​.

Der Bau grosser Gaskraftwerke wurde vom Bundesrat zu Recht nicht als Priorität bezeichnet, denn die grossen CO2-Emissionen würden den Klimawandel zusätzlich anheizen. Die Potenziale an zusätzlicher Energieeffizienz und mehr erneuerbaren Energien in der Schweiz sind so gross, dass eine sichere Stromversorgung in unserem Land hoffentlich auch ohne Gaskraftwerke zu schaffen ist. Richtig umgesetzt kann der Atomausstieg gar zu CO2-Reduktionen führen. So gibt es in der Schweiz Tausende grosser Öl- und Gasfeuerungen mit hohen CO2-Emissionen. An deren Stelle können Holzheizkraftwerke oder Biogas-Wärme-Kraft-Ko​pplungsanlagen gebaut werden. Diese versorgen weiterhin die Wohnüberbauung oder den Industriebetrieb mit Wärme, gleichzeitig wird aber auch wertvoller Winterstrom produziert.

Eine Energiewende bedeutet, dass wir ab sofort kräftig in Effizienz, erneuerbare Energien und Stromnetze investieren müssen, was das Schweizer Gewerbe und die Industrie weiter stärkt. Einerseits, weil die Wirtschaft dank Effizienzmassnahmen selber Strom spart und so tiefere Energiekosten hat. Gleichzeitig profitiert sie von Aufträgen für den Umbau des schweizerischen Stromsystems und in die weitere Effizienzsteigerung von Anlagen beispielsweise im Gebäudebereich. Damit hat die Schweizer Exportwirtschaft auch eine bessere Ausgangslage, um am weltweiten Boom im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien teilzuhaben und allen anderen Ländern zu helfen, die Energiewende zu schaffen. Der Nationalrat hat am 8. Juni den Atomausstieg des Bundesrates bestätigt​ und erste Meilensteine auf dem Weg zur Energiewende gesetzt. Meine Stimme war nicht erst seit Fukushima auf sicher.

 

 

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Comments to: Die Schweiz hat die Energiewende verdient
  • Juni 29, 2011

    Auch wenn Zahlen und Experten etwas anderes nahe legen… die CVP glaubt und glaubt und glaubt…

    Und dann noch das Manna mit der doppelten Dividende: Cleantech werde nicht nur die Natur retten, sondern auch noch eine Wohlstandsexplosion dank First Mover Advantage erzeugen. Wahrscheinlich werden wir wegen zu teurer Energie noch nicht einmal bei Cleantech-Produkten konkurrenzfähig sein. Wie die Deutschen, deren Milliardensubventione​n der Windkraft grösstenteils in den fernen Osten wandern. Aber selbst wenn es nicht so arg kommen sollte, mit subventionierten Industrien – Vorläufer oder nicht – wird der Wohlstand nicht explodieren, sondern implodieren. Es ist als wollte die ganze Schweiz auf subventionierte Landwirtschaft umsteigen. Und am Schluss müsste sich als die Landwirtschaft selber subventionieren.

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  • Juni 29, 2011

    Es brauchte offensichtlich Fukushima, damit die CVP die Energiewende schafft. Manche lernen es spät (CVP), andere gar nie (FDP und SVP). Während Grüne und SP schon seit Jahrzehnten für den Atomausstieg sind, brauchte die CVP 20 Jahre länger, um zur gleichen Einsicht zu gelangen. Für die einen reichte die Erfahrung Tschernobyl, für die CVP brauchte es noch Fukushima.

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    • Juni 29, 2011

      Da ich seit Tschernobyl Kernkraftkritisch bin, erübrigt sich ein weiterer Kommentar….

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  • Juni 29, 2011

    Sehr geehrte Frau Barbara Schmid-Federer,
    Dann​ schauen wir einmal, was das alles kosten wird, und was an Einsparungen überhaupt möglich ist, ohne an Komfort einzubüssen.
    Weiter schauen wir mal, wie das mit den Bewilligungen und Vorschriften aussieht, wenn man Tiefenbohrungen machen möchte, auch für Private. Dass man auf Akzeptable Temperaturen kommt.
    Erst 2008 und 2009 habe ich auf Erdgas Heizungen gesetzt, das heisst die Entscheidungen dazu sind noch in der Zeit gefallen, als Erdgas noch von der CO2 Steuer ausgeschlossen war. Heute bezahlt man mit.
    In diesem Verlauf der Evaluation wurde mir zugetragen, dass in einer Stadt Zürich, von einer Stadt Zürich, es einerseits Ölheizungen gibt, welche nicht einmal LRV 95 einhalten, und geschütze Gebäude, welche keine Wärmeisolierglas Fenster haben.
    Will man etwas umbauen, umnutzen, kommen aber “gleiche Behörden” damit, dass man Fenster und Türen Isolierglas aus dem 1992 bereits ersetzen muss, da es sonst keine Bewilligung gibt.
    Übrigens bin ich selber absolut kein Beführworter, der Art Intensiv in Holz-Schnitzel-Heizun​gen und Kraftwerke zu investieren, da hab ich meine Bedenken, unsere Wälder einfach nur zu verbrennen, anstelle Nachhaltige Produkte wie Häuser, Möbel, usw herzustellen.
    Ich bin ja wirklich gespannt, wie in der Realität nun diese Versprechen umgesetzt werden.

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  • Juni 29, 2011

    DIE GEOTHERMIE KANN WESENTLICH ZUR ENERGIEWENDE BEITRAGEN

    Geschätzte Frau Schmid-Federer

    Die Geothermie, die Sie mit tiefe Erwärme bezeichnen, wird gemäss Schätzungen von Experten bis zu 30% unseres Strombedarfs abdecken können. Ihre Parteikollegin Kathy Riklin ist mitten drin und amtet als Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung für Geothermie.

    Diese Form der Energiegewinnung scheint langlebig und beherrschbar zu sein. Sofern die Projekte erfolgreich realisiert werden ist aus meiner Sicht ein Verzicht auf neue Kernkraftwerke sinnvoll. Damit wird der Grundsatz-Entscheid des Bundesrates und ihrer Partei verständlich. Zurzeit stösst er aber leider noch nicht auf Begeisterung. Die Versorgungs-Sicherhei​t der Bevölkerung soll gewährleistet werden, insbesondere in den Planungsarbeiten betreffend dem Liefervertrag mit Frankreich und der Restlaufzeit der bestehenden Kraftwerke.

    Weitere Informationen:
    http://www.tagesanz​eiger.ch/wissen/techn​ik/Tiefbohrungen-soll​en-vier-AKW-ersetzen/​story/16090127
    http://www.vimentis​.ch/d/dialog/readarti​cle/geothermie-hoffnu​ngsvolle-alternative-​der-zukuenftigen-ener​g/

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    • Juni 30, 2011

      Leider verzetteln die Politiker die Mittel für die Realisierung von Klein- und Kleinstprojektchen…​statt massiv in Forschung zu investieren.

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    • Juni 30, 2011

      Geschätzter Herr Saurer

      Sie haben in kurzen Worten die Verzettelung in den Vordergrund gerückt. Darin stimme ich ihnen zu.

      DIE UNGLÜCKLICHE KOMMUNIKATION DER ENERGIEWENDE
      Bei absichtlicher Kommunikation der Energiegewinnung ohne Anteilsgrössen stehen mit grosser Wahrscheinlichkeit die angestrebte Geldverteilung für Kleinprojekte und eine gewisse Bevölkerungsverachtun​g im Vordergrund. Sollten alle beteiligten Kräfte ihr Vorgehen aber unabsichtlich auf diese Weise gewählt haben so sind die politischen Fähigkeiten zu hinterfragen.

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  • Juni 30, 2011

    Wer zahlt für die toten AKWs?

    Die WOZ schreibt heute, der Rückbau eines Meilers vom Typ Mühleberg (gar grösser als jener) werde in Deutschland etwas mehr als 1 Milliarde Franken kosten.
    Und : “Grundsätzlich müssen die Betreiber dafür aufkommen. In der Schweiz wurde zu diesem Zweck ein Stilllegungsfonds eingerichtet. Gemäss den Berechnungen des Fonds soll der Rückbau des AKWs Mühleberg 379 Millionen Franken kosten. Der Abbruch aller fünf Schweizer Reaktoren wurde mit 2,2 Milliarden Franken veranschlagt.”

    Die Schweizer können also für den doppelten Preis als die Deutschen das 5-fache leisten. Und das, wo bei uns doch alles teurer ist.

    “Gerhard Schmidt vom Öko-Institut Darmstadt begleitet in Deutschland seit Jahren den Rückbau von Atomanlagen. Bei Mühleberg komme man sicher auf ähnliche Kosten wie in Würgassen, sagt er: «Es wäre ein Wunder, wenn es nicht so wäre – das gäbe einen Pilgerstrom, weil alle sehen wollten, wie das Wunder vollbracht wurde.» “

    Mehr hier:
    http://www.woz​.ch/artikel/2011/nr26​/schweiz/20925.html

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    • Juni 30, 2011

      Geschätzter Herr Estermann

      Ihre Rechnung finde ich interessant und sie wirft gewisse offene Fragen auf. Die Kosten und deren Bezahlung mögen wesentlich sein. Die Sicherheit für die Bevölkerung muss aber Priorität haben.

      Die WOZ scheint der Zeit etwas voraus zu sein. Ich selbst bin auch für den Rückbau des Kraftwerks Mühleberg und empfinde die vorläufige Abschaltung bis September als ein positives Signal. Die Kraftwerke der älteren Generation bieten einige grössere Gefahren.

      Ein Video aus Deutschland: Vier Kraftwerke und ein Interessenkonflikt
      http://www.youtube.​com/watch?v=BGBP1fHEH​X0&feature=related
      Dieses Video zeigt wahrscheinliche Gründe für den Abschaltungsentscheid​ unseres nördlichen Nachbarlandes auf.

      Für mich ist es noch immer 50% zu 50% ob die Geothermie-Projekte ein Erfolg werden oder ob in der Zukunft zwei neue Kernkraftwerke notwendig sind. Ich selber trenne Entscheidungen wegen der Sicherheit der alten Kraftwerke und der Bau von Neuen.

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    • Juni 30, 2011

      Interessantes Video.
      Noch mehr als die WOZ ist allerdings die Weltwoche der Zeit voraus. Diese verkündet im am 4.11.11 (sic!) erschienenen Videokommentar:
      «War​um die AKW nicht für zwei Monate abschalten?»

      Ich denke, Mühleberg wird im September nicht mehr reaktiviert.

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  • Juni 30, 2011

    Herr Estermann, dass ist ein sehr interessantes Thema, dass man bei Diskussionen über die ach so günstige Kernenergie gerne “vergisst”.

    AKW Rheinsberg, DE:

    http://www.3sa​t.de/page/?source=/na​no/cstuecke/92539/ind​ex.html

    Überblick und Berechnungen zu CH-AKW und DE:

    http://www.swi​ssinfo.ch/ger/special​s/klimawandel/energie​/Mit_dem_Abstellen_st​eht_ein_AKW_noch_lang​e_nicht_still.html?ci​d=29930920

    Angaben​ zu Entsorgungs- und Stillegungskosten aus kernenergie.ch:

    ht​tp://www.kernenergie.​ch/de/entsorgungs-sti​lllegungsfonds.html

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    • Juni 30, 2011

      Frau Keller, danke für die Links. Den Swissinfo-Artikel hatte ich als Halbauslandschweizer im April gelesen. Swissinfo – ist das nicht auch eine SRG-Division, der Sie den Geldhahnen zudrehen möchten?

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    • Juni 30, 2011

      Kann sein. Aber nur wegen dieser einen Verbindung die mir jetzt gerade zugegebenermassen gute Info’s liefert, sind die hohen Gebühren für die SRG noch keineswegs gerechtfertigt.
      Und ich werde mich jetzt keinesfalls auf eine Debatte über Sinn und Unsinn der SRG mit Ihnen einlassen, mein Guter!

      Ehrlich gesagt hat die SRG im Vergleich zum Rückbau von “toten AKW’s und der daraus entstehenden aber immer verniedlichten Kosten wirklich keine Prorität….

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  • Juni 30, 2011

    Sehr geehrte Frau Barbara Schmid-Federer

    In einer Fantasiewelt zu leben, hat manchmal seinen Reiz. Doch auf Ihre Art von der „Energiewende“ zu träumen, dient weder der Schweiz noch der ganzen Welt.

    Vorerst zwei dringend notwendige Korrekturen Ihrer Aussagen:
    „Uran ist begrenzt.“
    Das ist zwar nicht falsch, doch entsteht durch diesen isoliert da stehenden Satz beim Leser ein ganz falscher Eindruck. Solange es Menschen gibt auf dieser Erde, kann die Kernenergie in Reaktoren genutzt werden. Der Brennstoff ist nicht begrenzt. Neben dem bis heute genutzten Isotop Uran-235 steckt im Natururan und damit auch in den heute ausser Betrieb gesetzten Brennstäben noch das wesentlich häufigere Isotop Uran-238. Die in 12 Staaten in Entwicklung stehenden Reaktoren der 4. Generation werden auch dieses Isotop nutzen können. Damit kriegen wir die 50-fache Energiemenge aus dem Uran im Vergleich zu heute. In diesen Reaktoren kann man zudem Thorium-232 nutzen, welches auf der Erde recht häufig zu finden ist. Auch das bei der nuklearen Abrüstung problematische künstliche Plutonium-239 ist in den in Zukunft inhärenten Reaktoren als Brennstoff geeignet. (In den heutigen nicht inhärenten (= überhitzbaren) Reaktoren würde ich das in MOX-Brennstäben vorhandene Plutonium-239 hingegen nicht zulassen.) Mit den erwähnten Brennstoffen können wir die Kernspaltung noch viele tausend Jahre nutzen. In der zweiten Jahrhunderthälfte wird die Kernfusion zunehmend an Bedeutung gewinnen. Wie rasch sie die Kernspaltung wird verdrängen können, wissen wir heute noch nicht. Brennstoff für die Kernfusion gibt’s unbeschränkt.

    „Ein​ riesiges Gebiet wird für die kommenden Generationen nicht bewohnbar sein.“
    Vor der bald beginnenden Dekontaminierung des etwa 30km langen und bis zu 5km breiten in Windrichtung verstrahlten Landstreifens sind solche Aussagen Unsinn. Gemäss dem kompetentesten Experten in der Schweiz, dem Nuklear- und Strahlungsexperte Dr. Emmanuel Egger am ABC-Labor in Spiez, haben die 30 am stärksten verstrahlen Tepco-Mitarbeiter ein während den kommenden 50 Jahren um 1% erhöhtes Krebsrisiko. Dieses ist kleiner, als wenn sie 20 Jahre lang täglich ein Päckchen Cigaretten rauchen würden. In etwa zwei Jahren wird die Verstrahlung bei den Reaktorunfällen von Fukushima schon wesentlich besser abgeschätzt werden können. Siehe auch: http://www.bernerzeitung.ch/​ausland/asien-und-oze​anien/Fukushima-Viele​s-eindeutig-uebertrie​ben-/story/26864193

    Doch brauchen wir die Kernenergie überhaupt?
    Erdöl und Erdgas werden in den kommenden Jahrzehnten knapp, spekulativen Einflüssen ausgesetzt und folglich zunehmend teuer. Zudem bringen Machtkämpfe um Fördergebiete unvorhersehbare Sicherheitsrisiken in einigen Regionen. Die fossilen Energien schrittweise abzulösen ist ein Riesending: http://www.bernerschach.ch/I​EA.pdf

    Eine Folge davon ist ein schrittweise ansteigender Stromverbrauch und die bald einsetzende Wasserstoffproduktion​. (Wasserstoff ist bekanntlich keine Energiequelle sondern muss wie Strom vorerst produziert werden.)

    Doch wie sieht der Strombedarf bis zur geplanten Ausserbetriebsetzung 2035 unseres letzten Kernkraftwerkes aus? Die von Prognos im Auftrag des Bundesamtes für Energie gemachten und für unsere Politik massgebenden Abschätzungen zeigen uns ganz klar: Die geschätzte Stromlücke von 40,4 TWh kann nur zu einem kleinen Teil von 12,2 TWh durch vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien abgedeckt werden. Siehe Grafik: http://www.bernerschach.ch/A​KW-Ersatz.pdf

    Der grösste Teil wäre demnach nur durch bessere Energieeffizienz zu erreichen. Sie, Frau Schmid-Federer, sind davon überzeugt, dass das möglich ist. Doch vergessen Sie nicht, die Verbesserung der Effizienz findet schon seit einiger Zeit statt und müsste im Stromverbrauch bereits deutlich sichtbar sein. Doch der Stromverbrauch steigt kunjunkturbereinigt seit langem jährlich um drei Petajoule. Es ist vor allem unsere täglich wachsende Infrastruktur, die von uns unbemerkt mehr Energie braucht. Sei es die Neat, die notwendige zusätzliche Stufe der Abwasserreinigung, das im Unterhalt stark vernachlässigte Schienen- und Strassennetz, der ebenfalls vernachlässigte Unterhalt des Wasser- und Abwassernetzes (siehe Beitrag im Beobachter). Diese Liste könnte beliebig fortgesetzt werden.
    Realistisch gesehen dürfen wir keinen signifikanten Rückgang unseres Energie- und speziell des Stromverbrauchs erwarten. Vielmehr ist es so, dass schon bisher dank steigender Effizienz der Energieverbrauch weniger stark angestiegen ist und auch in Zukunft weniger stark ansteigen wird.

    Ohne eine zunehmend grosse Zahl von Gaskombikraftwerken ist die „Energiewende“ leider nicht zu erreichen. Sie selbst, Frau Barbara Schmid-Federer, wünschen sie nicht und schreiben: „die grossen CO2-Emissionen würden den Klimawandel zusätzlich anheizen“.

    Die Studien des Bundesamtes für Energie wie auch des Paul Scherrer Instituts kommen zum Schluss: ohne Gaskombikraftwerke geht es nicht! Auch Frau Bundesrätin Doris Leuthard sieht das so. Sie stellte sich und den Sie beratenden Experten kurz nach den Fukushima-Reaktorunfä​llen die Frage: „Wie viele werden es sein? Es ist ein grosser Unterschied für unseren CO2-Ausstoss und unsere Abhängigkeit vom Erdgas, ob wir zwei oder neun solche Anlagen bauen werden.“

    Ohne eine sehr gewissenhafte Abschätzung der Zahl der zu erwartenden Gaskombikraftwerke und ohne diese Resultate öffentlich zu machen und über deren Akzeptanz eine Diskussion zu ermöglichen, ist die vom Bundesrat vorgeschlagene

    „Energiewende“ ein „Schnellschuss“, den die Schweiz nicht verdient!

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    • Juni 30, 2011

      Geschätzter Herr Jorns

      Die Geothermie könnte gemäss Experten 30% unseres Strombedarfs abdecken. Was halten Sie davon?
      http://www.tagesanz​eiger.ch/wissen/techn​ik/Tiefbohrungen-soll​en-vier-AKW-ersetzen/​story/16090127
      http://www.vimentis​.ch/d/dialog/readarti​cle/geothermie-hoffnu​ngsvolle-alternative-​der-zukuenftigen-ener​g/

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    • Juni 30, 2011

      Geschätzter Herr Oberholzer

      Das heisse Magma befindet sich in der Schweiz im Vergleich zu andern Ländern in mittlerer Tiefe. Davon abhängig ist die notwendige Bohrtiefe, um auf Temperaturen zu stossen, die eine Stromerzeugung ermöglichen. In der Schweiz müssen es mindestens 3’000 m sein.

      St. Gallen hat Glück und findet in über 4’000 m Tiefe Wasser führende Gesteinsschichten. Ich verfolge das Projekt auf http://www.geothermie.stadt.​sg.ch Es besteht bei diesem Vorgehen kein Erdbebenrisiko und die Wirtschaftlichkeit ist, vorausgesetzt man findet grosse Wasservorkommen, gemäss den Projekteinschätzungen​ gut. Vor den Bohrungen hat ein kompetentes Team aus Deutschland umfassende seismografische Untersuchungen durchgeführt und daraus Empfehlungen für den Ort der Bohrungen erarbeitet.

      Doch leider sind solch günstige geologische Verhältnisse in der Schweiz nicht häufig anzutreffen. Es existiert jedoch überall die Möglichkeit, ins kristalline Gestein auf etwa 5’000 m Tiefe zu bohren und dort eine Wasserdurchlässigkeit​ künstlich herbeizuführen. Dieses Verfahren birgt ein Erdbebenrisiko. Erste Versuche sind in unbewohntem Gebiet zu machen. Ganz klar ist das nutzbare Energiepotential sehr hoch. Ob es wirtschaftlich und mit vertretbarem Risiko nutzbar ist, muss erforscht werden. Irgendwelche Angaben über den zukünftigen Anteil an die Stromproduktion sind noch verfrüht. Doch wir haben allen Grund, mutig Erfahrungen zu sammeln und ein Know-how aufzubauen.

      Prognos (BFE) nimmt in seinen Abschätzungen bis 2035 eine Stromproduktion von 1,0 TWh an. Zwar haben wir im Moment keinen Grund, diesen Wert anzuzweifeln, doch wird man ihn mit zunehmender Erfahrung sicher anpassen müssen.

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  • Juni 30, 2011

    so so, jetzt auf einmal kommt endlich für die CVP die Schwei­zer Ener­gie­wende daher. Noch vor einem halben Jahr tönte es aber völlig anders von der CVP! Das ist reinster wisch-waschi und wird Ihnen bei den Wahlen nichts helfen! Die Wähler haben genug von dieser Windfahnepolitik der CVP. Die technischen Fakten bezüglich A-Strom haben sich ja bisher nicht geändert, sondern nur die Emotionen. Ansonsten würde man ja nicht auf den Untersuchungsbericht zu Fukushima warten bis Ende Jahr!

    Reto Wehrli (CVP) hat übrigens neulich in einem Radio 1 Interview selber gesagt, dass diese Kehrtwende nicht glaubwürdig ist!

    Generell finde ich die CVP unglaubwürdig. Bei der Abzocker Vorlage von Thomas Minder, wird immer noch alles von der CVP und FDP im Stöckli behindert und verlangsamt. Da wird argumentiert, man müsse sich für so eine komplexe Materie halt genügend Zeit nehmen und nicht aus dem Bauch heraus entscheiden.

    Wie ist das aber mit der ganzen Energie Frage, Frau Schmid-Federer? Die ist nämlich noch weitaus komplizierter als die ganze Geschichte mit der Abzocker Vorlage! Aber hier fällen Sie schon 3 Monate nach Fukushima wichtige Entscheide für Jahrzehnte hinaus, während Sie bei der Abzockervorlage, die viel weniger kompliziert und staatstragend ist, ganze 3 Jahre vertrödeln lassen!! Mit dieser Doppelmoral sind Sie nicht glaubwürdig und entscheiden völlig überhastet mit Emotionen!

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    • Juli 1, 2011

      Damit kein falscher Eindruck aufkommt: Reto Wehrli hat sich und hatte sich schon immer gegen die Atomenergie ausgesprochen. Die Industrie, die jetzt noch darauf setze, sei “Kalter Krieger im Geiste”.

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    • Juli 1, 2011

      @Roli Anderegg: Das habe ich vor Fukushima geschrieben: Ich stehe ein für einen schrittweisen, geordneten Austritt aus der Kernenergie. Der weitere Bau von Kernkraftwerken ist nicht zielführend. Für die bestehenden Kernkraftwerke wird die Laufzeit vorsichtig einzuschätzen sein, in Übereinstimmung mit der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen, die mit Nachdruck voranzutreiben ist. Das dabei gewonnene Knowhow erachte ich durchwegs als gewinnbringend für unsere zukünftige Wirtschaftskraft.
      Si​e können auch mein Smartvoteprofil von 2007 einsehen 😉

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  • Juli 1, 2011

    Die Schweiz und Deutschland versuchen beim Atomausstieg vorzuspuren, koste es, was es wolle. Wer nicht mitzieht oder gar anders denkt, wird zum Paria verdammt.

    Wir wagen den Aufbruch ins Zeitalter der erneuerbaren Energien. Natürlich können wir argumentieren, dass ein solcher Schritt tatsächlich Sinn macht. Allerdings bin ich auf die Umsetzung gespannt, denn nach wie vor fehlt uns der Mut zu einer konsequenten Energiesparpolitik, geschweige denn zu einer zukunftsträchtigen Politik der Energiesicherheit. Mir geht es hier um das Wie, diskutieren wir doch nicht über eine beliebige Nebensache, sondern über die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes​, der unser Leben prägt.

    Wir stehen an der Schwelle eines historischen Versuchs: Kommen gewichte Wirtschaftsnationen ohne Kernenergie mühelos über die Runden? Ein Atomausstieg könnte die Welt zweifelsfrei verändern, doch niemand kennt die Konsequenzen dieses Experimentes.

    Atom​kraftwerke werden abgeschaltet, die Energiewirtschaft muss sich zu neuen Quellen hin orientieren, Gebäude sollen energiesparender werden. Die Energiewende betrifft aber nicht nur Unternehmen, auch wir Verbraucher werden die Folgen spüren.

    Schliessli​ch wage ich auch zu fragen, ob wir – mit dem Ausstieg aus der Atomenergie – den Klimaschutz gedankenlos über Bord schmeissen. Der globale Ausstoss von Treibhausgasen erreichte im vergangenen Jahr ein Rekordniveau. Und das Ziel, den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, ist in weite Ferne gerückt. Der Geist des Kyoto-Protokolls ist verschwunden. Diese Tatsache scheint niemanden zu kümmern, obwohl Dürren und Flutkatastrophen heute besser denn je erahnen lassen, welches Unheil die Erwärmung mit sich bringt.

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  • Juli 1, 2011

    Dies die Worte, die im Nationalrat dazu gesprochen wurden. Sehr empfehlenswert: Die Worte von BR Doris Leuthard am Ende der Liste:
    http://www.parlamen​t.ch/ab/frameset/d/n/​4819/356078/d_n_4819_​356078_356084.htm

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    • Juli 1, 2011

      Frau Bundesrätin Doris Leuthard spricht gut und ihr klarer Gedankengang ist für alle verständlich. Zudem kennt sie ihre “Pappenheimer” ganz genau und ahnt, wie diese reagieren werden. Doch sie hat auch Glück, dass ihr im Parlament niemand “die Stange halten kann”. Denn Schwachstellen gibt’s in ihrer Politik eben doch.

      “Wir im Bundesrat kommen zum Schluss, dass die Kernenergie keine Technologie der Zukunft ist.”

      Dann doch wieder das Zugeständnis:
      “Eine​ neue Generation von Kernkraftwerken ist in der Zukunft selbstverständlich möglich.”
      “Wenn also tatsächlich in dreissig Jahren eine völlig neue Technologie da ist – wie man dem dann auch sagt, ob es die Kernfusion ist, ob es eine vierte Generation von AKW, also eine auf Uran basierte Technologie …”

      Punkt 1: Die vierte Generation von Kernreaktoren ist keine “auf Uran basierte Technologie”. Sie basiert wie bisher auf der Kernspaltung mit zusätzlichen starken Forderungen: Als Brennstoff sollen neben dem bisher genutzten Uran-235 auch Uran-238, Thorium-232 und Plutonium-239 nutzbar sein. Zudem sollen die Reaktoren inhärent sicher sein. Das heisst, dass beim Totalausfall der Kühlung und der Sicherheitssysteme keine kritisch hohe Temperatur erreicht wird. Ein schwerer Reaktorunfall ist also gar nicht mehr möglich. Im Weiteren werden für den “Atommüll” Halbwertszeiten von max. hundert Jahren verlangt, so dass dieser in geeigneter “Verpackung” problemlos wird.

      Punkt 2: Die Bemerkung “wie man dem dann auch sagt” ist im Fall der “Kernfusion” falsch am Platz. “Kernfusion” ist ein in der Physik klar definierter Begriff. “Kernfusion” hat mit “Kernspaltung” nichts zu tun. Die damit nutzbaren Energiemengen sind unvorstellbar gross. Das in einem Glas Wasser enthaltene verschwindend wenige Deuterium und das in einem gewöhnlichen Kieselstein spurenweise enthaltene Lithium, aus welchem Tritium erbrütet wird, genügen, um eine Person in der Schweiz ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.

      Nur 24% unserer Energieversorgung erfolgt über das Stromnetz, weltweit sogar nur 17%. Bereits 85% des Welt-Energieverbrauch​s wird durch fossile Energiequellen abgedeckt und dieser Anteil wächst zusehends weiter. Sowohl die erneuerbaren Energien wie die Kernenergie-Nutzung müssen alle sehr stark zulegen, um dereinst eine Ablösung der fossilen Energien möglich zu machen.

      Wer wie Frau Bundesrätin Leuthard sagt, die Kernenergie sei “keine Technologie der Zukunft”, der träumt. Wir brauchen alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie!

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    • Juli 1, 2011

      Hier ein kleiner Nachtrag:

      Nochmals​ Frau Bundesrätin Doris Leuthard:
      “… in dreissig Jahren eine völlig neue Technologie da ist …”

      Manchmal geht es schneller, als man denkt. Bereits heute sind inhärent sichere Mini-Reaktoren in den USA bestellbar. Allerdings ist die Nachfrage gross. Mehrere Länder haben bereits Bestellungen vorgenommen. Ab 2013 werden die Reaktoranlagen montagefertig geliefert. Sie benötigen kein Bedienungspersonal. Nach jeweils 8 bis 10 Jahren wird das Power-Modul mit dem Brennstoff durch den Lieferanten ersetzt, in den USA gemäss den jeweils neusten Kenntnissen aufbereitet und der “Atommüll” entsorgt. Der Strompreis soll 10 US-Cent nicht übersteigen.

      Eine örtlich verteilte inhärente Stromversorgung bietet in einem dicht bewohnten Land wie der Schweiz eine maximale Sicherheit gegen grosse Reaktorunfälle. Es wäre eine Option, einen solchen Minireaktor im Paul Scherrer Institut zu installieren und in Zusammenarbeit mit unseren Stromkonzernen kritisch zu beurteilen. http://www.bernerschach.ch/H​yperion.pdf

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    • Juli 14, 2011

      Darf ich Sie fragen, wo der “Atommüll” entsorgt werden soll? So lange auf diese Frage keine befriedigende Antwort gegeben wird, ist dies Grund genug um vom Atomstrom wegzukommen!

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    • Juli 14, 2011

      @Mirjam Arnold: Für Ihren Einwand habe ich Verständnis. Die Informationen durch die Presse, die Politiker, ja selbst durch die Nagra führt uns ganz klar zu Ihrer Sicht. Wenn wir aus der Atomkraft aussteigen wollen, müssen wir bis zur erstmöglichen Endlagerung 2040 unseres ältesten Atommülls bereit sein. Im andern Fall sind die heute zwischengelagerten Brennstäbe erst zu 2% genutzt und werden nach einer Aufbereitung gemäss neustem Stand der Technik in zukünftigen Reaktoren wieder eingesetzt. Später einmal braucht es wirklich eine Endlagerung, welche nur noch über eine absehbare und unproblematische Zeitdauer erfolgen muss.

      Früher lernte man, ein Radionuklid, also radioaktive Materie einer bestimmten Sorte (z.B. das sehr gefährliche Plutonium-239), habe eine Strahlung, welche in einer von der Natur vorgegebnen Halbwertszeit abklinge. Diese, sowie auch die Art der dabei entstehenden Strahlung und die schliesslich entstehenden neuen Nuklide sind in der Physik bestens bekannt. Bis hier ist alles richtig! Der Mensch (und auch die Natur) habe keine Möglichkeit, diesen Zerfallsprozess zu beeinflussen. Und das ist ganz klar falsch! – Natürlich können wir das! Z.B. können wir Plutonium-239, welches in unserem Atommüll enthalten ist, bereits heute in so genannten MOX-Brennstäben z.B. im Kernkraftwerk Gösgen als Kernbrennstoff einsetzen und erneut spalten. Es entstehen dann ganz andere Radionuklide mit andern Halbwertszeiten. Ob allerdings die heutigen noch nicht inhärenten (= beim Ausfall der Kühlung Kernschmelze möglich) Reaktoren für MOX-Brennstäbe mit Plutonium-239 zu verantworten sind, muss bezweifelt werden.

      Aufbereite​te Uran-Brennstäbe, wie wir sie in Kernkraftwerken nutzen, werden nur zu 2% verbraucht. Heutiger Atommüll, sofern er nicht wieder aufbereitet wird, enthält noch immer 98% der nutzbaren Energie. 94% des Volumens sind unproblematisches Uran-238, welches in zukünftigen Reaktoren genutzt werden kann. 1% ist übrig gebliebenes Uran-235, der heute genutzte Brennstoff, welches in dieser Konzentration nicht mehr genutzt werden konnte. Die restlichen 5% bestehen aus verschiedensten, zum Teil sehr problematischen Radionukliden, welche in diesem Zustand 1 Mio. Jahre von der Biosphäre ferngehalten werden müssten.

      Hätten diese Radionuklide nur Halbwertszeiten von einigen hundert Jahren, könnten wir sie so einschliessen, dass die „Verpackung“ während einem Vielfachen dieser Zeitspanne sicher dicht bleiben würde.

      Es wäre also wünschenswert, wenn wir vor einer Endlagerung vorerst den Atommüll in einer Aufbereitungsanlage nach neustem Wissensstand auf diese 5 Volumenprozent reduzieren könnten. Diese verbleibenden 5% sind heute (vorerst im Labor) durch Transmutationen in Radionuklide umwandelbar, welche die geforderten kurzen Halbwertszeiten besitzen. In Mol (Belgien) baut man zur Zeit einen Reaktor, welcher diese Transmutationen auch in grossen Mengen zu vernünftigen Preisen durchführen kann. Auch dieser Reaktor wird dereinst Strom erzeugen, allerdings nicht zu Selbstkostenpreisen.

      Wenn wir unseren heutigen Atommüll, wie es die AKW-Gegner fordern, heute verlochen und uns von der Atomkraft verabschieden würden, hätte kaum jemand später einmal Interesse, sich mit dieser stark strahlenden Materie auseinander zu setzen. Werden jedoch nach einer Aufbereitung nach neusten Erkenntnissen die wirklich problematischen 5 Volumenprozent transmutiert, dann können wir die heute noch notwendige lange Abklingzeit vergessen und die Atommüll-Problematik als gelöst betrachten.

      Die erste Endlagerung wäre in der Schweiz sowieso erst ab 2040 möglich. Bei einer sich abzeichnenden weiteren Nutzung des Urans-238 wäre es sinnvoll, die Zwischenlagerung über eine absehbare Zeitspanne weiterzuführen. Siehe auch unter Energiedialog der Axpo: http://www.energiedia​log.ch/2010/12/kein-t​iefenlager-fuer-die-e​wigkeit

      Auch die Nagra hat vor dem zur Diskussion stehenden Atomausstieg nicht mehr von einem Endlager sondern von einem Tiefenlager mit Rückholbarkeit gesprochen. Siehe: http://www.nagra.ch/g​3.cms/s_page/80050/s_​name/rueckholbarkeit/​s_element/127950/sear​chkey/r%FCckholbarkei​t

      Leider ist die Problematik der Energieversorgung wesentlich schwieriger zu verstehen, als uns allen lieb wäre. Unsere Technik, Industrie, Wirtschaft und damit auch die heutige Ausbreitung des Menschen auf der Erde sind stark gekoppelt mit der Nutzung der fossilen Energiequellen. Ihr Anteil an der Gesamtenergieversorgu​ng wächst immer noch beängstigend und liegt bereits bei 85%. Sie schrittweise durch die nicht fossilen Energien abzulösen, ist ein Riesending. Heute wäre es dumm, auch nur auf eine der möglichen nicht fossilen Energiequellen zu verzichten. Wir sind noch derart weit von der schrittweisen Ablösung der fossilen Brennstoffe entfernt, dass wir alles probieren müssen. Welche Form der Energieproduktion dann letztendlich unsere Nachkommen nutzen werden, wissen wir heute noch nicht.

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  • Juli 1, 2011

    Was denken wir uns wenn die Energieversorgung nur noch durch Atomkraftwerke die unserm System und Zugriff durch nationale Interessen von den fremd Staaten natürlich Geschütz sind.
    Ich bin der sich sagt was ich verbreche dazu stehe ich. Ich brauche Energie und die ist bis heute leider nur durch Atomkraftwerke zu erzeugen. Ob ich will oder nicht, ich muss Sie die Energie so nehmen.
    Frech bin ich wenn ich behaupte in Punkto Sauberkeit ist die Atomenergie halt heute noch eine der saubersten und am wenigstens belasten für die Umwelt.
    Nun Sicherheit die gibt es zu 100% nicht bei keiner Art der Erzeugung. Sogar eine Solarzelle kann einem Auf den Kopf fallen.

    Doch wenn ich an meine Zeit denke da ich mich für die Energieerzeugung mit Kleinwasserkraftanlag​e einsetzte, und den Widerstand der gegen diese Projekte mit der man 1975-1990 noch ohne grossen Aufwand alte Mühlen Weihers reaktivieren hätte können. Um so über 10% des heutigen Energiebedarfs zu decken, diese Personen die damals grosses Geschrei machten Biotope und so weiter Naturbeschmutzer, sind heute für die überaus gefährlichen CO2 Schleudern die Gaskraftwerke. Ozon lässt grüssen.
    Ich will da keine Abhandlung über Techniken schreiben nur zum nachdenken anregen. Sparen geht noch wenn man abschaltet und zwar konsequent technisch sind Sparmöglichkeiten sehr gering. die Elektronik hat Ihren Quantensprung schon längst hinter sich.
    Tiefenbohrunge​n bei uns NEIN solche Dummheiten dürfen wir nicht machen wir liegen auf einem Momentan ruhigen Erdbeben sicheren Gebiet doch was lösen solche Tiefenbohrungen aus 1200 m müssen wir Bohren um den nötigen Dampf mit Erdwärme zu erhalten das wir Strom erzeugen können. ??????

    Mein Vorschlag löst das Problem der Energieversorgung und dann schaltet die Atomanlagen ab. Bis dahin gibt es nur eins die Sicherheit der Anlagen immer auf dem besten Stand zu halten und auch ZU KONTROLLIEREN.

    In diesem Punkt hat die Schweiz total versagt. Politik und Interessenkonflikte halt typisch Schweizerisch, auch die Räte wirtschaften lieber in den eigenen Sack, jeder Schweizer ist sich halt am nächsten.

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  • Juli 3, 2011

    VOR ALLEM HAT DIE SCHWEIZ ERSTMAL BEHÖRDEN VERDIENT DIE PFLICHTBEWUSST, SERIÖS, VERANTWORTUNGSBEWUSST​ DEN BÜRGERN GEGENÜBER PERMANENT DIE SICHERHEIT UNSERER ALTEN DESOLATEN AKW’S ÜBERPRÜFEN – FUKUSHIMA/TEPCO ETC. IST POTENTIELL ÜBERALL UND GLEICHGÜLTIGKEIT, SCHLENDRIAN, FAHRLÄSSIGKEIT UND SCHLIMMERES IST EBENFALLS NICHT NUR IN JAPAN ANZUTREFFEN!!!!
    Wenn man das Obige zu der so günstigen Stromproduktion der so sicheren AKW’s dazurechnet, dann sind die Dinger samt ihrem Abfall einfach untragbar teuer!

    http://bazonline.​ch/schweiz/standard/B​ericht-Muehleberg-mue​sste-seit-einem-Jahr-​abgeschaltet-sein/sto​ry/19727137

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    • Juli 3, 2011

      Geschätzte Frau Keller

      Es läuft nun einiges im Themengebiet der Kernkraft. Die FAKTEN sind:
      Das Kernkraftwerk Mühleberg ist vorübergehend vom Netz. Dies ist ein grosser Schritt.
      Der oberste AKW-Prüfer Peter Hufschmid ist zurückgetreten. Er war ENSI-Ratspräsident.

      SPEKULATIONEN:
      Ob das Kraftwerk Mühleberg im September wieder hochgefahren wird, darüber kann zurzeit spekuliert werden.
      Der Rücktritt des ENSI-Ratspräsidents ist schwierig einzuschätzen. Die restlichen Mitglieder bleiben im Gremium, was zur aktuellen Zeit für eine gewisse Glaubwürdigkeit spricht. Die öffentlichen Meldungen über die AKW-Berichte werden interessant, insbesondere diejenigen über die zwei älteren Kraftwerke in Beznau.

      NEBENBEI:
      Dass Mühleberg abgeschaltet wird, wurde auch von mir seit einiger Zeit erwartet und gefordert. Die Sicherheit der Bevölkerung steht für mich im Vordergrund. Die zweite Priorität ist die Versorgungssicherheit​ zu guten Preisen.

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  • Juli 7, 2011

    Energiewende durch Einwanderungsstop:


    In den letzten Jahren sind jeweils etwa 50’000 Ausländer in ihre Heimat zurück gekehrt. Das macht in 10 Jahren etwa 500’000.

    Wenn wir uns vor zehn Jahren zu einem Einwanderungsstop entschieden hätten, so wäre heute der Energieverbrauch entsprechend kleiner.

    Diese Chance ist vertan. Aber wir können uns auch heute noch zu einem Einwanderungsstop entscheiden. Der Natur zuliebe.

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  • Juli 7, 2011

    Die kostengünstigste alternative Energie ist die eingesparte Energie.

    Wie lassen wir uns zum Energiesparen verführen?

    Nur schlecht. Denn die Energie ist zu billig. Wir reagieren erst dann, wenn es weh tut. So sind wir halt. Von lobenswerten Ausnahmen abgesehen.

    Am einfachsten ist eine Lenkungsabgabe:
    Wir lassen uns vom Staat in den Geldbeutel greifen und konsumieren weniger Energie weil sie künstlich verteuert wurde.
    Der Staat steckt uns heimlich das Geld wieder zu.
    Und beim Blick ins Sparschwein merken wir: unter dem Strich haben wir sogar noch dazu verdient.

    Damit das funktioniert muss die Lenkungsabgabe drei Bedingungen erfüllen:
    1. Der Konsument muss spüren, dass das Geld direkt an ihn zurückfliesst. Sonst stimmt er bei der Abstimmung Nein.
    2. Die Verwaltung darf fast nichts kosten. Das lässt sich so erreichen: Der Energie-Verkäufer kassiert ein. Das Geld wird über einen bestehenden Kanal wieder verteilt: Für Private zum Beispiel die Krankenkasse, bei Firmen die AHV-Ausgleichskasse.

    3. Alles Geld muss wieder beim Konsumenten ankommen. Also keine Förderung von alternativen Energien. Diese muss über das ordentliche Budget laufen.

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    • Juli 9, 2011

      Lenkungsabgaben kennen wir bei Heizöl und Erdgas fürs Heizen. Der Bundesrat möchte sie auf Benzin und Dieseltreibstoff ausweiten. Das Parlament klemmt. Eine Lenkungsabgabe beim Stromverbrauch müsste sich auf Privathaushalte beschränken. Doch diese machen nur 32% unseres Stromverbrauchs aus. Die Auswirkungen bei der Industrie auf den für Schweizer Unternehmen ohnehin schwierigen internationalen Konkurrenzkampf wären katastrophal und wertvolle Arbeitsplätze würden verloren gehen. Auch bei den Privathaushalten würde eine Lenkungsabgabe beim Strom schwerwiegende Nachteile bringen.

      Erdöl und Erdgas werden in den kommenden Jahrzehnten zunehmend knapp. Ihr Preis wird durch Spekulationen in nicht abschätzbare Höhe getrieben. Das Interesse an Regionen mit grossen Vorkommen wächst und damit auch das Potential für politische Machtkämpfe und Kriege. Doch der weltweite Verbrauch von fossilen Brennstoffen nimmt erschreckend zu und hat bereits einen Anteil von 85% am weltweiten Energieverbrauch erreicht. Als Folge davon steigt auch die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre beängstigend. Wir müssen dringend damit beginnen, schrittweise die fossilen Energiequellen abzulösen. Dies geht nicht ohne einen stark ansteigenden Stromverbrauch und ohne eine bald einsetzende Wasserstoffproduktion​. (Wasserstoff ist bekanntlich keine Energiequelle sondern muss wie Strom vorerst produziert werden.)

      Der Strom wird nicht nur durch die sich abzeichnende Verteuerung der Stromproduktion sondern auch durch die dringend notwendige Verbesserung des Leitungsnetzes, die Erweiterung der Speichermöglichkeiten​ und die notwendige Infrastruktur für die Verbrauchssteuerung mit Smart Grid wesentlich teurer. Ihn noch durch Lenkungsabgaben zu belasten, wäre erneut ein Schnellschuss in die falsche Richtung.

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  • Juli 8, 2011

    Wenn ich die Energiediskussionen lese, habe ich immer wieder das Problem des Energiesparens, und die hier herrschende Inkonsequenz. “Schwieriges Stromsparen” hat die “NZZ am Sonntag” die Problematik in jedem Haushalt bezeichnet. Da und auch andernorts ist von Haushaltgeräten A, A+, A++, selten auch von A+++ oder AAA die Rede. Eine neue europäische Norm spricht seit 2011 sogar schon von A++++. Ich verstehe nicht, warum mir heute noch ein A++ oder A+++ Gerät zum Drei- bis Fünfachen Preis verkauft wird, mit der Begründung, ich würde dann diese Mehrkosten (in den nächsten 20 Jahren, in denen es schon drei-Mal erstetzt werden musste) einsparen. Es ist absolut absurd, dass heute energiesparende Geräte exorbitant teurer verkauft werden. Und das ist auch wirtschaftlich aus Sicht der Lieferanten nicht zu begründen. Auch hier wird leider abezockt, und niemand wagt es, sich damit zu befassen, und sich dem zu widersetzen. Die Abhängigkeit macht den Markt, nicht die liberale Marktwirtschaft, die es nicht mehr gibt, ausser in der Predigt. Und genau deshalb nehme ich politische Aussagen immer weniger ernst.

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  • Juli 12, 2011

    Herr Franz Karl,
    Energiediskuss​ionen und Sparen in Ehren, Aber….!
    Kauf ich einen Kühlschrank, A++ wie das Ding auch heisst, die Entwicklung geht so schnell voran, dass in einem Jahr das Ding bereits wieder überholt ist. Heute nach nicht einmal drei Jahren müsste ich, bereits einen Neuen A++++ Kaufen.
    Kommt mir so vor wie mit den Heizungen, da ist es ja Befehl, Abgase, LRV95 zuerst, dann LRV 2005, wenn mein Ding aus 1994 die Neuen Normen nicht mehr einhalten kann, muss ich investieren. Amortisieren, wie denn?
    Ich hätte es so halten wollen wie Staatsbetriebe, die weder LRV 95 einhalten, noch irgendwelche Isoliermassnahmen getroffen haben. Aber als Privater hat man da keine Chance.
    Leider sind wir heute so weit, dass es sich eigentlich nicht rechnet, von der Amortisation her gesehen, Neue Geräte anzuschaffen, hinsichtlich Energiesparens. Und diese Anschaffungs-Kosten sind wirklich viel zu hoch, unmittelbar, ein Jahr später kann man dann ein Schnäppchen machen.
    Gilt auch für Herstellen von Energien durch Alternativ Techniken. Wer heute etwas aufs Dach stellt, muss damit rechnen, dass es technisch gesehen, in ein paar Jahren überholt ist. Man nur noch ein Altes Ding auf dem Dach hat.
    Dann kann es noch vorkommen, dass politisch aufs falsche Pferd gesetzt wird. So die Glühlampe contra Neon-Sparlampe. Dass auf einmal Giftstoffe und Sondermüll entdeckt werden, die Lebensdauer nicht stimmt, und man mit Dioden besser dran wäre. Gut hätte man das gewusst bevor man Tausende in Beleuchtung gesteckt hat. So hängt nun teurer Sondermüll an der Decke, der zwar pro Einheit nur 7Watt anstelle 33Watt früher verbraucht.
    Mir fehlt in diesen ganzen Diskussionen der Wahrheitsgehalt, was wirklich geht, Sinnvoll ist, ausserdem bezahl und eben, amortisierbar ist.
    Aber, so lange geneigte Politikerinnen und Politiker schneller Reden können als ich es umsetzen kann, habe ich keine Chance.

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  • November 17, 2011

    Die Deutschen wurden nach dem Krieg zu richtigen Hypochonder und Angsthasen, sie fürchten sich vor allem und jedem, sie reagieren zu allem wie aufgescheuchte Hühner!

    Dass sie so auf das japanische AKW-Unglück reagieren war voraus zu sehen. anstatt ihre Aufsicht der AKW’s richtig wahr zu nehmen und ev. schwachstellen zu beherben, alte AKW’s durch neue, sicherere zu ersetzen, reagieren sie mit Panik, stellen AKW’s ab, kaufen AKW- und Kohlestrom im Ausland und meinen alles sei nun gut.

    Unsere Politiker sind nicht viel inteligenter, schon seit Jahrzenten kopieren sie alles was die deutsche Politik an Sinn und Unsinn produziert, anstatt eigene Lösungen zu erarbeiten, so wundert man sich auch über die übereilte und unkluge Energiewende nicht. Da unsere Politik die Ängste im Volk schürt, werden wir mit der Energiewende in eine Energiesackgasse laufen und unseren Wohstand so auf Spiel setzen!

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