1. Sozialpolitik & Sozialsysteme

Die Schweiz in der Krise. Was tun? Welche Freiheit? (3/4)

1. Wir brau­chen die rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­ge​n für einen ökologischen Umbau.
2. Den Atomaus­stieg und Re­duk­tion der Erdöl-Abhängigkeit als Chance nutzen.
3. Nicht die Ell­bo­gen-Frei­heit,​ son­dern die ge­mein­same Frei­heit fördern.
4. Die Fi­nanz­krise ist keine Na­tur­ge­walt: Neh­men wir die De­re­gu­lie­rung zurück.

3. Nicht die Ellbogen-Freiheit, sondern die gemeinsame Freiheit fördern.

Der Neoliberalismus hat ein gefährliches Bild von Freiheit geprägt. Freiheit heisst hier oft nur noch Konkurrenz, heisst Wettbewerb, heisst Egoismus. Dabei ist Freiheit eigentlich etwas, das man nur als Gemeinschaft leben kann. Denken wir an den Rütlischwur, symbolischer Gründungsmoment der Schweiz. Hier versprach man sich Beistand, Solidarität, Gemeinschaft – als Bedingung, als Zeichen und als Ausdruck der gemeinsamen Freiheit und Unabhängigkeit. Und auch die Losung der französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, welche die Moderne prägt, hat keinen egozentrischen, keinen egoistischen sondern einen gesellschaftlich eingebetteten Freiheitsbegriff.

Wi​r stehen heute vor der Herausforderung, als Gesellschaft Bescheidenheit zu lernen. Verschwendung zu stoppen. Wir haben keine zweite und keine dritte Erde, die wir aus dem Vorratsschrank nehmen können, wenn unser Planet ausgeraubt, die Rohstoffe geplündert und Wasser und Luft verschmutzt sind. Die Energiewende bedeutet weit mehr als nur eine Umstellung von alten auf moderne Geräte und von Atom- auf Windenergie. Diese gewaltige Herausforderung können wir nur gemeinsam, als Gesellschaft aufnehmen. Indem wir mehr und nicht weniger Demokratie wagen und indem wir den sozialen Zusammenhalt und die Gerechtigkeit stärken.

 

[Um die inhaltliche Debatte zu erleichtern, werden die einzelnen vier Punkte je als separate Artikel publiziert]

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Comments to: Die Schweiz in der Krise. Was tun? Welche Freiheit? (3/4)
  • September 20, 2011

    Herr Balthasar Glättli, Grüne,

    Was verstehen Sie eigentlich nicht als „Grüner“, Frage.

    Nehmen Wir ihre der Grünen Ihre Natur, als Beispiel! Im Wald findet ein Verdrängungskampf statt, alle Pflanzen versuchen an das Sonnenlicht zu kommen.
    Verschwindet der Wald, sind es Wiesen und Auen, welche sich abwechseln, auch da bestimmen die Stärksten, und ab und zu Synergien, über die weitere Existenz.
    Wenn Sie an Ihr Moor Riedt denken, dass nicht einer Autobahn weichen soll, vergessen Sie offensichtlich, dass hier der See, der Weiher gegen eine Verlandung ankämpft.

    Es heisst doch immer, man solle sich die Natur als Vorbild nehmen, und da wird ein Kreislauf, ein Zyklus gezeigt.
    Der kleine Baum der es schafft, gross zu werden, der es schafft sich zu versamen, dass weitere grosse Bäume heranwachsen, bis ein Wald entstanden ist. Dieser Wald verdrängt Weidelandschaft, Gras, Büsche sterben in der Dunkelheit des Waldes ab.
    Wenn die Bäume genug alt sind, werden sie morsch, machen kleineren Bäumen Platz, oder eine Naturkatastrophe ein Feuer verbrennt den Wald, so dass wieder Weidelandschaft entsteht.
    Ich frage mich schon, wenn ich die „Grünen“ so höre, was haben Sie nicht verstanden am Zyklus Natur?

    Sie wechseln zum Rütlischwur, eigentlich der SVP Lieblingsthema. Da wurde beschlossen, geschworen, 1291 in diesem August, dass man einander Beistehen werde, einander helfen werde, und keine fremden Vögte und Richter mehr akzeptieren wolle. Also Folge, da die Herrscher (EU Fürsten und Könige) dies nicht akzeptieren wollten, gab es nachweislich Schlachten. Befreiungskämpfe, ja, Herr Balthasar Glättli, die Freiheit will erkämpft werden, und notfalls muss man um die Freiheit zu behalten ebenfalls kämpfen.
    Thema für die „Grünen“, darum brauchen wir eine funktionierende Armee.

    Danach führen sie den Sozialismus auf, Französische Revolution, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
    Die Franzosen haben mittels einer Revolution, Kampf, sich ebenso versucht diese Freiheit zu erkämpfen. Einfach der Abschnitt mit der „Gleichheit“, der funktioniert aus der Sicht der Geschlechter und Demografischen Gegebenheiten nicht. Ebensowenig aus der Sicht der Geografischen Unterschiede.

    Übri​gens, 1848 bekamen wir dann unsere Neue Demokratie, in dem der Souverän das Volk direkt mittels 2Kammer System Einfluss nehmen kann.
    Diverse Alliierte haben damals dieses moderne „der Pöbel ist die Regierung“ System bekämpft, welches nach den Ideen des Sozialismus begründet ist.

    Man kann uns schon vorwerfen, wie dass immer wieder gemacht wurde, dass wir aus der Neutralität heraus Vorteile gezogen hätten, an den Kriegen vorbeigekommen sind.
    Diese Neutralität wurde und von den Alliierten gegeben! Vom Völkerbund dann noch einmal bestätigt.

    Nein, ich verstehe Ihre Beweggründe und Aussagen absolut nicht, oder was Sie eben mitteilen wollten. Für mich tönt das nach Ideologischen nicht durchdachten Parolen.

    Freundlic​he Grüsse.

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  • September 20, 2011

    Lieber Herr Glättli,

    da ist uns so etwas wie eine beschwörende Pabstbulle vorgelegt worden;
    gar Rütlischwur und französische Revolution werden herbeibemüht. Wo
    eine solche Rhetorik aufgewendet wird zum Aufruf eines noch erheblich
    solidarischeren Verhaltens, wird einem bewusst, welcher Opfergang uns
    bevorsteht, wenn die neuen Energien einzuführen sind; es ist vergleichbar
    mit der Rede eines Staatspräsidenten zu seinem Volk beim Kriegseintritt.
    Sie vermochten den Bundesrat zum Ausstieg der Kernenergie zu
    bewegen, nun walten Sie richtig, indem Sie uns auch noch vor Augen
    führen, was das alles für uns zu bedeuten hat. Ihnen kann nur die
    allergrösste Aufrichtigkeit attestiert werden.

    Soeben flattert mir ein Blatt „Stromkennzeichnung für das Jahr 2010“
    meiner Wohngemeinde ins Haus, worin u.a. der Bezug aus Kernenergie,
    nämlich​ 47,888%, zu jener aus Sonnen- und Windenergie, nämlich je
    0,003%, gegenübergestellt wird; da dieses Verhältnis auf eine Weise
    umzukrempeln ist, dass die Kernenergie gänzlich verschwindet, ist
    Ihre Sorge um die Akzeptanz der Glaubwürdigkeit somit höchst
    berechtigt. Empfangen Sie unseren besten Dank!

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  • September 20, 2011

    Herr Glättli,

    aus ihrem Mund diesen Satz zu hören “Nicht die Ell­bo­gen-Frei­heit,​ sondern die gemein­same Frei­heit fördern” erstaund mich. Den ich sehe da einen Anderen Balthasar Glättli, einen der die Ellenbogen nur dann einfährt, wen man in die Gleiche Richtung stösst ansonsten verbindet sie nichts mit der französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, welche die Moderne prägt! Dies haben sie kürzlich im Tele Zürich folgend erwähnt. Ich Zitier: „Ich bin ja bekannt das ich mich gerne Streite“

    Die Treffenden Kommentare von Herr Nabulon und Herr Gassman kann ich nur Beipflichten!

    Herr​ Glättli, ich habe da noch eine Frage? Herr Stefan Pfister von den JG Kandidiert ja für den Nationalrat! Wie stehen sie zu diesen Kommentaren von Herr Stefan Pfister auf Vimentis, können sie sich hinter Herr Pfister stellen? (Grosses ?)

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  • September 20, 2011

    Aus diesem Artikel ergeben sich logisch die Schlussfolgerungen: Nein zur neoliberalen/undemokr​atischen/ungerechten EU, Nein zu unkontrollierter Immigration (besonders aus Kulturen, die die Umwelt nicht achten).

    Warum praktizieren die “grünen” Parteien das Gegenteil?

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  • August 22, 2012

    Nicht die Schweiz ist in der Krise, sondern die Politik der regierenden Links-Grünen, weil sie gegen das Volk agieren! Nur haben sie es noch nicht gemerkt!

    Würde unsere Regierung konsequent für Volk und Land eintreten gäbe es keine Krise und das Ausland würde uns respektieren!

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    • Juli 19, 2021

      Lieber Hans P. Grimm

      ich wäre ja sehr froh, wenn die links-grünen unsere Schweiz regieren würden. Tatsache ist, dass es weder in der Regierung (zwei SP-BR, sonst Bürgerliche) noch im Parlament (Nationalrat: SP und Grüne haben 61 von 200 Sitzen; Ständerat: SP und Grüne haben 11 von 46 Sitzen) auch nur im weit entferntesten eine links-grüne Mehrheit gibt.

      Schönen Abend!
      Balthasar Glättli

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    • Juli 19, 2021

      Eine Frage der Wahrnehmung…

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