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Einstehen für die Schweiz!

Einstehen für die Schweiz!

Die Schweiz und ihre Angst vor den eigenen Wurzeln und Identität ist für mich immer wieder ein Wermutstropfen. Wir neigen dazu, uns immer neutral und diplomatisch, immer öfter gar unterwürfig zu verhalten. Mittlerweile sind wir so weit, dass ein Alphorn auf rot-weissem Grund vor einem Schulhaus in Emmen offenbar für rote Köpfe gesorgt hat. Die aufgemalte Schweizerfahne musste übermahlen werden, damit die Kinder aus den anderen Nationen nicht benachteiligt werden. Auch wurde in vielen Kantonen die sogenannte Standardsprache – also Hochdeutsch – bereits im Kindergarten eingeführt, damit sich Kinder mit einem Migrationshintergrund​ nicht benachteiligt fühlen sollen. Gleichzeitig möchte die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) sogar unsere Nationalhymne ersetzen und macht daraus einen Wettbewerb. Ich finde diese Entwicklungen sehr bedenklich. Gerade die Vielfalt der Schweiz mit ihren vier Landesprachen, unterschiedlichen Mentalitäten und einem enorm hohen Ausländeranteil macht es unbedingt notwendig, dass wir unsere Identität und damit die eigene Sprache – nämlich Mundart – intensiv pflegen und vor allem im Alltag leben. Es kann und darf nicht sein, dass ausgerechnet im Kindergarten und in der Schule ein Hauptpfeiler unserer Identität unterdrückt und schleichend abgeschafft wird.
Deshalb hat die SVP des Kantons Zug die Mundart-Initiative lanciert.
Bald feiern wir wieder unseren Nationalfeiertag und somit die Gründung der schweizerischen Eidgenossenschaft. Es wäre schön, wenn das Bewusstsein für den Wert unserer Identität als Schweizerinnen und Schweizer nicht nur an diesem Tag, sondern auch danach wieder stärker würde.

Beni Riedi, Kantonsrat, SVP Baar

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Comments to: Einstehen für die Schweiz!
  • Juli 18, 2014

    Elsi D. Stutz sagte gerade eben

    Sehr geehrter Herr Riedli, es ist einfach mal wieder typisch! Der schweizer Gutmensch stört sich am Nationalstolz der eigenen Bevölkerung indess, stört es ihn def. nicht, wenn sogenannte Zuwanderer, ihren Nationalstolz, auf die Heimat, der sie ja aus irgendwelchen Gründen den Rücken gekehrt haben und ihr Glück lieber hier suchen, wann und wo immer möglich, offen und teils absolut provokativ, zur Show tragen! Selbst noch, als Mitglieder der Schweizer Armee! Oder auch nur dezent auf dem Autozennkzeichen ersichtlich , weil man damit noch mehr vom Zuwanderer Status profitieren kann, auch wenn es nicht ganz legal ist nach Schweizer Gesetz.

    Aber mit uns kann man’s ja machen! Wie lange noch Herr Riedli?! Dürfen wir den 1. August noch feiern?! Hat diese Selbstkastration klein Ende?

    Weil, dann können wir mit dem ganzen Guggus auch gleich auffhören und die Eindgenossenschaft begraben. Uns im EU-Supf still und klanglos auflösen, mit all unseren USP’s und unserer Neutralität und Humanität, für die unsere Landesväter in der Vergangenheit eingestanden und gekämpft haben! Oder wir warten einfach bis die unter unseren Augen rekrutierten Gotteskrieger von ihrem heiligen Einsatz zurückkehren und sich bei uns für ihre Inetgartion und Fördernung bedanken… ist ja dann Einerlei!

    Düster, Düster, sprach der Lüster. Bevor er von der Decke fiel…
    Guet, Nacht Schwitz!

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    • Juli 19, 2021

      Liebe Frau Stutz,
      momentan leben ca 600’000 Schweizer ständig im Ausland als registrierte “Auslandscchweizer”. Nach Ihrer Leseart hätten also diese Auslandschweizer “ihrer Nation den Rücken gegekehrt”. Das ist aber nicht so, denn sie lernen und arbeiten in allen Ländern der Welt um vielleicht gereift und mit Erfahrung ausgestattet wiedereinmal in die Schweiz zurückzukehren.Viele sind Doppelbürger in denjenigen Ländern, wo das geht.
      Gruss sterngucker

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    • Juli 19, 2021

      “Das ist aber nicht so, denn sie lernen und arbeiten in allen Ländern der Welt um vielleicht gereift und mit Erfahrung ausgestattet wiedereinmal in die Schweiz zurückzukehren.”

      V​ielleicht! Vielleicht aber auch nicht! Ändert nichts am Fakt, dass sie lieber woanders leben, oder? Was ich im übrigen, je länger je besser, verstehen kann!

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    • Juli 19, 2021

      Herr Wild,
      Es besteht in Ihrer Aussage ein Irrtum, den man korrigieren muss. Wir haben sicher nicht darüber abegestimmt, dass 600000 Auslandschweizer nicht mehr in die Schweiz heimkehren dürfen. Das käme ja einer Ausbürgerung gleich. Oder stand das im Abstimmungstext?
      Sch​weizerbürger bleiben Schweizerbürger, auch wenn sie dauernd im Ausland leben. Sie können wann immer sie wollen in die Schweiz zurückkehren und wieder ausreisen.
      Die Schweiz hat mit vielen Ländern Europas und mit den USA ein Doppelbürgerschafts-A​bkommen. Meistens geschieht dies mit der Geburt eines Kindes oder auf Antrag. Die Vorteile sind klar. Man bewegt sich in beiden Ländern als Bürger. In gewissen Bürgerpflichten aber muss man sich entscheiden (z.B. Militärdienst).Schwei​zer im Ausland sind der verlängerte Arm der Wirtschaft des Handels und der Bildung/Forschung. Wenn ein Schweizer Dozent in den USA lehrt und Forscht, lebt er dort und ist Auslandschweizer.
      Gr​uss A.Müller

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  • Juli 18, 2014

    Herr Riedi

    bin ganz gar einverstanden mit Ihren Zeilen!Aber bitte keine Panik auf der Titanic…!!!…soooo​ schnell geht das Land nicht unter! Sie können hochdeutsch reden im Kindergarten,sie können nach einer neuen Nationalhymne suchen,sie können den 1.August am 31.Juli feiern,sie können hier die Meinungen löschen,die ihnen nicht passen,sie können das Land an die EU verhöckern,sie können Abstimmungs-Ergebniss​e nicht umsetzen,sie können weiter leere Versprechungen machen…!!..sie tun alles,dass…bei den nächsten Wahlen, Ihre Partei noch weiter zulegen wird!…Eigentlich tragisch von denen,dass sie`s nicht merken wollen….!

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  • Juli 18, 2014

    Die Schweizer-Identität besteht nicht aus Alphornblasen, Jodeln, Handörgelispielen und Kuhglockenschwingen. Das ist auch für mich als Schweizer eine fremde Welt. Hatte nie Kontakt mit dieser Tradition und sie gefällt mir auch nicht.

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    • Juli 19, 2021

      Das Jodeln und singen hat aber eine befreiende Wirkung!..nur wer frei und ohne Angst ist,kann so herrlich jodeln und singen,das es eine Freude ist.!!!
      “Wo man singt und lacht,…da lass Dich ruhig nieder.!!!!
      “böse Menschen singen keine Lieder!!!” (hab nicht ich erfunden!)
      …deshal​b ist Jodeln und Alphornblasen sehr wohl ein Teil unsrer Identität!
      ..alle anderen Musik-Stilrichtungen sind international…..!..​..än schöne Ländler isch ebe tüpisch Schwizerisch!!!!!..ju​uuuuuhuiiiii….!!!

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    • Juli 19, 2021

      Herre Kneubühl,

      das müsste richtig heissen:

      ‘Die Schweizer-Identität besteht nicht N U R aus Alphornblasen, Jodeln, Handörgelispielen und Kuhglockenschwingen’.​

      Diese Art Musik ist Geschmacksache. En lupfiger Länder gefällt mir noch immer besser als das oft vernehmbare DSDS Gewimmere und Geschreie.

      Aber: Musik ist und beleibt Geschmacksache, auch die teilweisen Musiksendungen auf SRF 2.

      Die Schweizer Identität macht sich nicht nur am Pass oder ID fest, sondern an Selbstverantworung, umsichtigem und nachhaltigem Handeln und in Volksverbundenheit, worunter ich ausdrücklich nicht den finanziell einseitig besetzten Ausdruck ‘Solidarität’ verstehe.

      Diese CH Volksverbundenheit ist viel mehr. Und Sie trägt keine Extreme, weder rechts, noch links.

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    • Juli 19, 2021

      Richtig Herr Lars von Limaa!

      Es VERTRÄGT überhaupt keine Extreme !!..weder von rechts noch von links..!…Alle diese politischen Extremhaltungen sind extrem unschweizerisch!Wir sind eine sogenannte WILLENSNATION! und keine Nation eines bestimmten Volks-Stammes!Diese Land hat nur eine Existenz-Berechtigung​,wenn es sich an die urdemokratischen Regeln der direkten Demokratie halten tut!!
      Werden diese direkt-demokratischen​ Institutionen über Bord geworfen,(woran offenbar bedenklich gerüttelt wird!)…gehen die Lichter dieser Willensnation irgendwann aus.
      Es spielt dann keine Rolle mehr,wie die Gegend heisst,wenn wir von Brüssel aus regiert werden.Es sind dann Verwaltungs-Bezirke,o​der so….!…..nicht daran denken…!..mir graut davon….!!

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  • Juli 19, 2014

    Können jetzt auch Hunde schreiben?

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  • Juli 19, 2014

    Wenn wir schon bei den Hunden sind, möchte ich an unseren Nationalhund, den Bernhardiner erinnern. Sie werden seit einiger Zeit nicht mehr von den Mönchen am St. Bernhard betreut, sondern von der Stiftung “Fondation Barry”. Der Stiftung ist es zu verdanken, dass die Hunde wieder zu ihrem ursprünglichen Aussehen zurückgezüchtet werden. Was mich persönlich besonders freut ist, dass ein Teil der Hunde zu Therapiehunden ausgebildet werden.

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  • Juli 19, 2014

    Um wieder auf die Menschen zurückzukommen: Johann Heinrich Pestalozzi, Henry Dunant und natürlich auch die Mönche, die mit Hilfe der Bernhardiner unzählige Menschenleben retteten. Das sind für mich wesentliche CH-Werte. Aber wahrscheinlich würden heute Pestalozzi, Dunant und auch die Mönche als “linke Gutmenschen” diffamiert. Herr Riedi fand sie jedenfalls nicht erwähnenswert.

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  • Juli 21, 2014

    Die Schweiz hat nicht Angst vor Ihren Wurzeln. Im Gegenteil: Die Schweiz weiss, dass man Wurzeln nicht konservieren darf – sonst sterben sie ab und mit ihnen der ganze Baum. Wurzeln müssen ständig weiterwachsen und stossen so immer auch in noch unbekannte Erde vor. Es ist vielmehr die Angst vor dieser unbekannten Erde, die manche dazu treibt, unsere Wurzeln konservieren zu wollen und sie so zum absterben bringen.

    Kultur und Identität sind nicht in Geschichtsbüchern festgeschriebene Werte, es sind gelebte und demnach auch ständigem Wandel unterworfene Konstrukte. Kultur und Identität mit Geboten und Vorschriften erhalten zu wollen, ist ein törichtes Unterfangen. Man erhält damit keine Kultur, man schafft lediglich eine neue Gebots- und Verbotskultur, eine vom Staat diktierte Kultur.

    So ist auch das Hochdeutsche im Kindergarten kein “sich abwenden” von unserer Kultur. Im Gegenteil: Das Schweizer Hochdeutsche ist als eine unserer vier Landesprachen ein Stück unserer ureigenen Kultur. Diese unsere Landessprache nun per Grundsatzentscheid gänzlich aus den Kindergärten und teilweise aus den Primarschulen zu verbannen ist nichts anderes als ein staatliches Diktat gegen einen sinnvollen, situativen und pragmatischen Einsatz dieser unserer Landessprache.

    Dass der Schweizerpsalm, der erst 1981 offiziell als Nationalhymne bestimmt wurde, heute von einer Gruppe von Personen infrage gestellt wird, ist letztlich ebenfalls nichts anderes als der Vorbote eines Kulturwandels in diesem Bereich. Viele Schweizer können sich nicht mehr mit diesem Religionslied identifizieren. Das hat in erster Linie gar nichts mit den zugewanderten Muslimen oder anderen Religionsgruppen zu tun, sondern ist dem Umstand verdankt, dass heute mehr als ein Fünftel der Bevölkerung keiner Kirche und keiner Religion mehr angehörig ist und der Schweizer Bundesstaat Schweiz grossmehrheitlich die Trennung von Staat und Kirche achtet.

    Ich bin absolut dafür, dass man die vielen verschiedenen Dialekte in der Schweiz weiterhin spricht, liest und schreibt und damit lebendig erhält. Aber ich bin dagegen, dass man eine Kultur, die es so nicht mehr gibt und die es in einigen Fällen so gar nie gab, als “unsere einzig wahre Kultur” konserviert, staatlich diktiert und in diesem Wahn nichts anderes tut, als die wirkliche, die lebendige Kultur zu Tode zu bringen.

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    • Juli 19, 2021

      Ja, Frau Margit Noser Drachenburg, aber die einbezahlte AHV und IV seit 1960 bekommen wir heute. Seltsam. Ist Ihnen etwas entgangen?

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  • Juli 28, 2014

    Was meint der mit eigenen Wurzeln? Dass im Rütlischwur kein Recht auf Asyl existiert, nicht einmal wenn die Einreise per Flugzeug erfolgt?
    http://www.20min.ch​/schweiz/news/story/S​VP-will-Recht-auf-Asy​l-praktisch-abschaffe​n-15339683

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  • Juli 28, 2014

    Jetzt aber nicht aufgeben, Bürgerliche! Das Matriarchat ist nah, ganz nah! Wirklich!

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  • Juli 29, 2014

    Ohne den Dialekt kann das sogenannte „Schweizerische Standarddeutsch“ gar nicht erlernt werden, denn dieses basiert auf den dialektsprachlichen Eigenheiten.

    Was im Kindergarten gelehrt werden soll, ist eine gesamtdeutsche Schriftsprache, die so bisher nirgends gesprochen wird.

    Mit diesem Mittel wird versucht, ein eigentliches Staatsdeutsch als Umgangssprache zu implementieren, deren Wortschatz durch die staatlich indoktrinierte Schule, an die politisch korrekte Genderideologie angepasst werden kann.

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    • Juli 19, 2021

      Das Schweizer Hochdeutsch oder Standarddeutsch beinhaltet tatsächlich Wörter, die sich in einigen Dialekten wiederfinden, aber ich weiss nicht, ob man deshalb sagen kann, dass das Standarddeutsch ohne die Beherrschung eines Schweizer Dialekts nicht erlernt werden kann.

      Das Standarddeutsche war bis zum ersten Weltkrieg auch durchaus eine im Alltag und in der Öffentlichkeit gesprochene Sprache. Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts wollte man sich in der Schweiz stärker von den Deutschen abgrenzen und die Schweiz erlebte (vor allem ab den 60er Jahren) eine Art “Mundartwelle”.

      De​nnoch gibt es auch heute noch einige Bereiche des öffentlichen Lebens, in denen das Standarddeutsch gebräuchlich ist, etwa in einem Teil der Parlamente, im Schulunterricht, in den Universitätsvorlesung​en, in gewissen Radio- und Fernsehsendungen, bei Ansagen in öffentlichen Verkehrsmitteln etc.

      Auch ist zu betonen, dass im Kindergarten noch keine Sprache im eigentlichen Sinne “gelehrt” wird. In vielen Kantonen ist es aber ein Ziel, dass die Kinder bereits im Kindergarten mit dem Standarddeutschen vertraut werden. Dazu wird in bestimmten Situationen Hochdeutsch gesprochen und die Kinder werden ermuntert, dies ebenfalls zu tun. Die Kinder dürfen aber grundsätzlich jederzeit Mundart sprechen, was grundsätzlich auch die eigentliche Unterrichtssprache bleibt.

      Diese situative angepasste Verwendung des Schweizer Standarddeutschen nun per Staatsdoktrin zu verbieten, erscheint mir daher wenig sinnvoll.

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    • Juli 19, 2021

      Sicher gibt es einige Bereiche des öffentlichen Lebens, in denen Standarddeutsch gebräuchlich ist, Herr Vaucanson, aber eben nicht im Kindergarten.

      Reno​mmierte Kinderpsychologen und Erzieher wie Allan Guggenbühl zum Beispiel sind klar der Meinung, dass das Erlernen einer Fremdsprache erst nach Ausprägung der tagtäglich gesprochenen Muttersprache (Dialekt) sinnvoll ist. Normalerweise so ab sieben Jahren. Im Kindergarten führt das nur dazu, dass schlussendlich keine Sprache wirklich gut gesprochen wird.

      Anbei ein Zeitungsartikel der die Erfahrungen in Deutschland beschreibt und verständlich macht, dass Deutsch lernen im Kindergarten nicht wirkt.
      http://www.ze​it.de/online/2009/04/​kindergarten-deutschu​nterricht

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    • Juli 19, 2021

      “Sicher gibt es einige Bereiche des öffentlichen Lebens, in denen Standarddeutsch gebräuchlich ist, Herr Vaucanson, aber eben nicht im Kindergarten.”

      Off​enbar doch, sonst hätte Herr Riedi ja keinen Grund, sich dagegen einzusetzen.

      Aber wie gesagt, die grundsätzliche Unterrichtssprache im Kindergarten ist heute nach wie vor Mundart. Von einer “Unterdrückung der Mundart” kann nicht die Rede sein – im Gegenteil: Gerade die Initiative will ja jegliche Verwendung der Standardsprache per Gesetz unterdrücken. Wozu solche starren, staatlich diktierten Regeln gut sein sollen, weiss ich nicht.

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    • Juli 19, 2021

      Eigentlich wäre es ja am, Herr Vaucanson, normalsten, wenn die Wahl der Sprache im Kindergarten gar nicht reguliert würde. Aber heute ist im Kindergarten vorgeschrieben, dass Hochdeutsch zu mindestens ein Drittel als Unterrichtssprache verwendet werden muss. In Ihrer Logik müsste man also sagen, die Mundart wird heute bereits zu 33% unterdrückt.

      Der ideale Initiativtext sollte eigentlich heissen: “Im Kindergarten darf die Unterrichtssprache nicht reguliert oder vorgeschrieben werden, denn der Kindergarten ist keine Schule und es soll dort auch nicht unterrichtet werden”.

      Wer die Einführung einer staatlich kontrollierten Sprache verhindern will, der muss jedoch etwas gegen die heutige Vorschriften tun, denn die werden sukzessive ausgebaut.

      So heisst halt die Stossrichtung der Initiative: “Im Kindergarten soll Mundart gesprochen werden”. Die ist immerhin weniger leicht zu manipulieren…

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    • Juli 19, 2021

      Es gibt heute keine gesetzliche Regelung bzgl. der Unterrichtssprache im Kindergarten oder jedenfalls keine, die mir bekannt wäre. Kennen Sie welche?

      Was es gibt sind Lehrpläne, Unterrichtsziele oder allfällige weitere Vorgaben der jeweiligen kantonalen Bildungs- oder Schulbehörde und damit auch von pädagogischen Fachleuten.

      Nehmen​ wir das Beispiel des Kantons Zug, um das es hier ja geht. Im “Lehrplan Kindergarten” des Kantons Zug wird die Verwendung der Standardsprache nirgends vorgeschrieben. Im Gegenteil: Eines der Richtziele ist “Regeln der Umgangssprache erleben und anwenden”.

      Neben dem Lehrplan hat der Kanton Zug sogenannte “Stundentafeln” erstellt, die für alle Stufen und alle Klein- und Regelklassen der gemeindlichen Schulen verbindlich sind und z. B. die Unterrichtszeiten aber auch die Unterrichtssprache regeln. Für den Kindergarten heisst es dazu:

      “Mit hochdeutschen und fremdsprachlichen Versen, Liedern und Sprechspielen wird spielerisch der Sprachhorizont erweitert. In einzelnen wiederkehrenden Situationen ist der Gebrauch der Standardsprache konsequent anzuwenden. Dadurch wird die sprachliche Integration der fremdsprachigen Kinder unterstützt.”

      Das war dann auch schon alles. Die Unterrichtssprache bleibt damit die Umgangssprache. Zu der von Ihnen erwähnten Ein-Drittel-Regelung habe ich bisher nichts finden können. Woher haben Sie das?

      Es geht hier also nicht um das Lehren einer Sprache im Sinne von Rechtschreibung und Grammatik, sondern um einen ersten spielerischen Umgang mit der Standardsprache als eine unserer vier Landessprachen, wie Sie das Volk in der Bundesverfassung definiert hat.

      Daher halte ich es für weitaus manipulativer und gefährlicher, wenn sich der Gesetzgeber nun mit starren juristischen Regeln die bestehende Flexibilität bzgl. den Lehrplänen und Unterrichtsvorgaben blockiert. Vor allem auch deshalb, weil dieser Eingriff in erster Linie nicht aus pädagogischen sondern aus gesellschaftspolitisc​hen Gründen geschieht, wie das Herr Riedi ja so schön erläutert hat. Herr Riedi möchte eine staatlich diktierte kulturelle Identität schaffen. Das kann nicht gut ausgehen.

      Darüber hinaus halte ich Ihren “idealen Initiativtext” auch deshalb für problematisch, weil der Kindergarten sehr wohl Teil des öffentlich-rechtliche​n Schulsystems ist und nicht einfach irgend eine Kinderkrippe. D. h. auch im Kindergarten soll bereits eine Art von Unterricht stattfinden. Dieser (mitunter vom Volk erteilte Auftrag) setzt die Schulbehörde mit den entsprechenden Lehrplänen und Unterrichtszielen ja gerade um.

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    • Juli 19, 2021

      Aus der anbei verlinkten Liste, Herr Vaucanson, können Sie ersehen, dass viele Kantone die Deutsche Unterrichtssprache bereits zu 50% vorschreiben. 1/3 ist also noch zu tief gegriffen.

      Standardsprache im Kindergarten – rechtliche Grundlagen http://www.logopaedie​​.ch/fileadmin/user_u​p​load/customers/logo​pa​edie/dlv/download/​DLV​aktuell/Unterrich​tssp​racheKG-1.pdf


      Auss​erdem schreibt educa.ch (der Bildungsserver der Schweiz): „Die Kindergartenlehrpläne​​ gehen von gleichen Grundlagen und Bildungszielen aus wie die Lehrpläne der Primarstufe“.
      Was jetzt noch als „spielerisch“ verklärt wird, kann schnell zum „Kompetenzauftrag“ werden. Das gefährliche daran ist, dass solche Entscheide unter den Kantonalen- und immer mehr den Nationalen Behörden ausgeklüngelt werden, ohne dass die Bürger etwas dazu sagen können.

      Initiative​​n sind das einzige Mittel der schleichend einzuführenden Staatsdoktrin-Sprache​​ Einhalt zu gebieten.

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    • Juli 19, 2021

      Ihr Link funktionierte leider nicht, aber ich habe das Dokument dennoch gefunden.

      Laut dieser Zusammenstellung kennen einzig die Kantone BS und GR eine Art 50%-Regelung, alle anderen Kantone geben kein prozentuales Mindestmass vor (die aufgeführte Regelung im Kanton AG ist veraltet). Ich muss sagen, solche fixen Prozentregelungen gefallen mit auch nicht besonders, immerhin betonen aber beide Kantone daneben genauso die Dialektförderung bzw. die bewusste Pflege des Dialekts. Gerade beim Kanton GR kann ich mir auch gut vorstellen, dass die Situation mit den vielen verschiedenen Umgangssprachen (der Kanton ist offiziell dreisprachig, mit zig verschiedenen Dialekten) nicht unbedingt einfach ist und dass die Standardsprache hier ein wertvolles Hilfsmittel sein kann.

      Im aktuellen Beispiel des Kantons Zug liegt wie in den allermeisten Schweizer Kantonen ja dann auch gar keine Prozentregelung vor. Auch kennt der Kanton Zug für den Kindergarten durchaus einen eigenen Lehrplan, das habe ich vorhin bereits erwähnt.

      Die Lehrpläne werden von den kantonalen Behörden erstellt, das ist richtig. Die Bevölkerung hat hier insofern ein Mitspracherecht als dass sie die entsprechenden Entscheidungsträger meist direkt wählen kann. Dass die einzelnen Lernziele im Detail dann aber von pädagogischen Fachkräften definiert werden, finde ich sinnvoll.

      Das spielerische Element bei den entsprechenden Lernzielen auf Stufe Kindergarten ist dabei keineswegs eine Verklärung, es entspricht der im Kindergarten gelebten Unterrichtspraxis.


      Ihre Angst vor einem verfrühten Kompetenzauftrag kann ich z. T. nachvollziehen. Allerdings halte ich eine restriktive gesetzliche Vorgabe wie das angestrebte Verbot (was ja dann fast schon ein “Kompetenzverbot” wäre) für keine geeignete Gegenmassnahme. Ich finde es schon fast ein bisschen ulkig, dass man ein befürchteten “schleichend einzuführenden Staatsdoktrin” ausgerechnet mit exakt einer solchen Staatsdoktrin verhindern will und dabei noch das Gefühl hat, man rette irgendeine Kultur damit.

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    • Juli 19, 2021

      Neben den beiden, Herr Vaucanson, Kantonen die eine 50%-Regelung kennen, gibt es noch andere, die verlangen, dass die Hälfte aller Halbtage in Deutsch zu unterrichten seien. Das Problem ist, dass solche Quoten durch nicht kontrollierbare Gremien jederzeit eingeführt oder geändert werden können.

      Was herauskommt, wenn man die sogenannten pädagogischen Fachkräfte machen lässt, sieht man jetzt anhand des völlig irren „Lehrplan 21“. Das Konzept ist dermassen weit entfernt von dem was es braucht um ein selbstverantwortetes Leben eigenständig führen zu können, dass man für die zukünftigen Generationen mit schrecklichen Szenarien rechnen muss.

      Um zu verschleiern was an neurolinguistischer Psychoprogrammierung durchgeführt wird, behauptet man einfach es würde doch nur „spielerisch“ erfolgen. So werden auch bereits im Kindergarten „spielerisch“ sämtliche sexuellen Perversionen vermittelt und als „völlig normal“ indoktriniert. Theoretisch kann man auch Mord und Totschlag spielerisch übern, was ja mittels PC-Games und so bereits stundenlang getan wird.

      Dass quasi eine Staatsdoktrin eine abzulehnende Staatsdoktrin verhindern soll, tönt schon komisch, das stimmt. Allerdings ist das Verfügen von staatlich definiertem Deutsch etwas ganz anderes, als die Verfügung von staatlich nicht beeinflusster Mundart.

      Die eigentliche Gefahr bei der ganzen Sache ist, dass man nicht eigentlich die Sprache vermitteln will, sondern durch die Hoheit über die gelehrten Begriffe, das Denken der künftigen Bürger an sich, möglichst früh prägen will.

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  • Juli 29, 2014

    ZITAT
    Die Schweiz und ihre Angst vor den eigenen Wurzeln und Identität ist für mich immer wieder ein Wermutstropfen. Wir neigen dazu, uns immer neutral und diplomatisch, immer öfter gar unterwürfig zu verhalten.

    (…)

    Es kann und darf nicht sein, dass ausgerechnet im Kindergarten und in der Schule ein Hauptpfeiler unserer Identität unterdrückt und schleichend abgeschafft wird.
    Deshalb hat die SVP des Kantons Zug die Mundart-Initiative lanciert.
    ZITAT ENDE

    Wie gesagt, Herr NR Riedi, unsere zweite deutsche Sprachvarietät, das deutschschweizerische​​​​​ Standarddeutsch, gehört ebenso und gleichberechtigt zu unsern Wurzeln wie unsere lokale Mundart. Es ist gemäss Bundesverfassung eine der 4 Landessprachen und eine der 3 Amtssprachen und darf deshalb nirgends verboten werden. Das deutschschweizerische​​​ Standarddeutsch betont übrigens unsere Nationalität stärker als die Mundarten, für die auch ich übrigens eifrig eintrete.

    Die Diglossie der Deutschschweizer ist eine besondere Form der Zweisprachigkeit: Zwischen den beiden Sprachvarietäten wird je nach Situation gewechselt. In der Deutschschweiz werden Mundart und Standardsprache also (noch!) nicht als Dialekt-Standard-Kont​​​​​inuum verwendet. Um diese Entwicklung zu verhindern, ist es notwendig, die Unterscheidung und den Wechsel zwischen unseren beiden Sprachvarietäten früh spielerisch kennenzulernen.

    ht​​tp://​​​de.wikipedia​.​org/wi​k​i​/Digloss​ie​

    Ein​ starkes Dialekt-Standard-Kont​​​​inuum ist mündlich zum Beispiel in Österreich üblich.

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  • Juli 30, 2014

    “(…) Bald feiern wir wieder unseren Nationalfeiertag und somit die Gründung der schweizerischen Eidgenossenschaft. (…)”

    Es handelt sich um die “Bundesfeier”, Herr Riedi. An diesem Tag reden sich die Schweizer/innen seit 123 Jahren die historisch unhaltbare Gründung einer schweizerischen Eidgenossenschaft ein – einen Mythos.

    Die Schweiz hat noch keinen NATIONALfeiertag. Dieser müsste am 12. September stattfinden. Das wäre ein Thema für Nationalisten wie Sie.

    http://www.vi​mentis.ch/dialog/read​article/fuer-einen-na​tionalfeiertag-am-12-​september/?jumpto=125​603

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