1. Ausländer- & Migrationspolitik

Entwicklungshilfe neu definieren

Der schwarze Kon­ti­nent mit sei­nem Reich­tum an Bodenschätzen (Oel, Gold, Dia­man­ten,­sel­tene​ Erden ua), sei­nem tou­ris­ti­schen Po­ten­tial (ein­ma­lige Land­schaft, Fau­na, Flo­ra,e­xo­ti­sches Tier­reich),ei­nem Klima das bis zu 3 Ve­ge­ta­ti­onspe­ri­​oden zulässt, ver­sinkt im Chaos. Seit Jah­ren, von we­ni­gen Aus­nah­men ab­ge­se­hen, nichts als ne­ga­tive Schlag­zei­len.

 

D​espoten die mit kriminellen Machenschaften sich selber und ihren Clan schamlos bereichern. Sich Machtstrukturen aufbauen, die Menschen in Angst und Schrecken versetzen, für den Machterhalt Privatarmeen unterhalten. Bürgerkriege aus religions und/oder etnischen Gründen führen. Rechtsfreie Räume wo das Gesetz des Stärkeren gilt, Todschlag und Vergewaltigung zum Alltag gehört, Entführungen und Piraterie als Mittel zur Geldbeschaffung zur prestigeträchtigen Hilfe zur Selbsthilfe mutiert sind. Im Sumpf der Anarchie Kriminelle nie zur Rechenschaft gezogen werden.  

 

Wenige Staaten haben geschafft Strukturen aufzubauen, eine Volkswirtschaft zu etablieren, den Menschen (die arbeiten wollen) einfachen Wohlstand zu ermöglichen. Die Mehrheit sind trotz milliardenschwerer Entwicklungshilfe in schlechterem Zustand als im Zeitpunkt der Entkolonialisierung (in den 50er Jahren). Ein Heer von Menschen die ihr Arbeitsleben der Entwicklung in Afrika zur Verfügung stellten, sind heute enttäuscht, frustriert, traurig und wütend zugleich, oder haben gar ihren Einsatz mit dem Leben bezahlt. 

Bilanz dieses Einsatzes:Junge Menschen stehen zu Tausenden auf der “Türvorlage” zum Land “wo Milch und Honig fliesst”.Wer erklärt diesen Menschen endlich, dass sie mitverantwortlich sind an ihrem Schicksal, dass sie selbstverantwortlich sind für ihren Lebensunterhalt​. Wohlstand nur durch Arbeit erreicht werden kann. Sie das humane Kapital ihrer Heimat sind. Für den Aufbau einer funktionierenden Wirtschaft und Gesellschaft ihre Anwesenheit zu Hause erforderlich ist. Ihr physischer und intellektueller Einsatz unabdingbar sind, um ihr Land aufzubauen um dann mit Toleranz in Frieden leben zu können.

Die Entwicklungshilfe der letzten 60 Jahre ist mehrheitlich gescheitert. Dafür haben sich die Organisationen (staatliche,private, kirchliche) zu einer Hilfsindustrie entwickelt. Auf allen Ebenen unseres emotionalen Empfindens werden wir bearbeitet, damit wir unsere Geldbeutel öffnen. Effizient wird periodisch an unser Gewissen appeliert. 

 

Es ist Zeit Bilanz zu ziehen durch die Verantwortlichen. Die Fehler, Flops und Alibiübungen der Vergangenheit aufzuarbeiten. Korrekturen anbringen, Erfolgskontrollen öffentlich machen. Die Spender und Steuerzahler endlich wissen lassen wo die Milliarden versickern.

 

Statt​ Wirtschaftsflüchtling​en Asyl gewähren, monatelang in der sozialen “Hängematte” liegen lassen, auf einem “weissen Blatt” Entwicklungshilfe neu definieren und das Main- und Brainpotential vor unserer Haustüre in deren Herkunftsland für die tatsächliche Entwicklung einsetzen.               

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Comments to: Entwicklungshilfe neu definieren
  • September 5, 2011

    Dem kann ich nur zustimmen. Die Entwicklungshilfe ist von A bis Z gescheitert. das hat für mich 3 wesentliche Gründe:
    – Solange die Diktatoren dieser Leute bei uns Willkommen sind, wird sich daran auch nichts ändern. Wir verdienen gut daran mit der billigen Ausbeutung der Bodenschätzen und der Plünderung der Fischbestände. Zusätzlich zerstören die Agrarexportsubvention​en die Landwirtschaft in diesen Ländern. Das funktioniert nur mit willigen Despoten.
    – Viele dieser Gesellschaften sind äusserst konservativ und nicht bereit Neuerungen anzunehmen. Das Wissen wäre in den meisten Ländern vorhanden. Den Kampf gegen diese konservativen in diesen müssen diese Leute selbst führen.
    – Die Entwicklungshilfe war zu lange oder ist immer noch ideologisch geprägt. Da wird versucht Links-Grüne Utopien zu verwirklichen, die bereits bei uns nicht funktionieren.

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    • Juli 18, 2021

      Grüezi Herr Meier, schön dass Sie als erster ihre Gedanken zu diesem vielschichtigen Problem ausbreiten.Sicher liegen Sie in Ihren Aussagen teilweise richtig.Die Ausbeutung der Bodenschätze jedenfalls ist nur bedingt richtig. Staaten welche keine Strukturen haben, verfügung auch nicht über eine funktionierende Volkswirtschaft. Die von Ihnen genannten “Ausbeuter” verfügen über Technik und Investitionen welche den Abbau von Bodenschätzen erst ermöglichen. Sie schaffen Arbeitsplätze und erwirtschaften Gewinne. Da die regierenden Despoten nur am Geld interessiert sind, ist
      dem Unfug mit Verträgen und Erträgen Tür und Tor geöffnet. Die so “erwirtschafteten”S​ummen werden von den Machthabern für alle Schandtaten benützt. Sicheer kommt es nicht den Menschen oder einer funktionierenden Infrastruktur zugute.Auf die Landwirtschaft und die Fischerei komme ich gern später zurück.

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    • Juli 18, 2021

      http://www.tagesanzei​ger.ch/wirtschaft/unt​ernehmen-und-konjunkt​ur/Glencore-weist-Vor​wurf-der-Steuervermei​dung-in-Sambia-zuruec​k/story/31792322

      D​as ist nur ein Beispiel von vielen. Dazu werden zwei Seiten benötigt. Eine Korrupte Regierung in Afrika und gefeierte Manager bei uns. Ohne ein klares Verbot solcher Praktiken bei uns und eine politische Ächtung diese Manger, wird sich nichts ändern.

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    • Juli 18, 2021

      Ohne Essensrationen der Entwicklungshilfe hätten die Afrikaner schon lange die Paläste ihrer Despoten gestürmt. Die Entwicklungshilfe ist mitschuldig am Elend in Afrika.

      Afrika wird zurzeit von den Chinesen aufgekauft, nicht von den Schweizer Manager.

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    • Juli 18, 2021

      In der Landwirtschaft, mit dem Ziel Selbstversorgung, haben die Helferländer (auch die Schweiz und früher die Missionsstationen) viele Projekte initiiert. Viele sind gefloppt,andere nach der Verselbständigung “ausgelaufen”. In weiten Teilen ist Afrika ein sehr fruchtbares Land, mit bis zu 3 Vegetationsperioden. Aber wenn die Menschen von machtbesessenen Despoten drangsaliert werden, kann ich mir vorstellen wie die Motivation zu beständiger und ausdauernder Arbeit verloren geht. Ohne funktionierende Strukturen, in einem Umfeld geprägt von Krieg und Anarchie, gibt es keine landwirtschaftliche Produktivität.

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  • September 5, 2011

    Es gibt “in guten Treuen” und mit “Fug und Recht” verschiedene Blickwinkel das Problem “Afrika” zu beurteilen. Fakt ist dieser Kontinent und die zahllosen “Regierungen” haben nicht fertig gebracht dunktionierende Strukturen aufzubauen (seit 60 Jahren) in denen die Bürger in Frieden leben können. Statt Wohlstand Chaos und Anarchie. Die Entwicklungshilfe auf diesem Kontinent hat fast gänzlich versagt. Junge Menschen “rennen” davon, sind fahnenflüchtig in ihrer Heimat.Fehlen für den Aufbau dringend benötigter Strukturen.Wann endlich begreifen auch die Strategen der Entwicklungshelfer: Fördern und Fordern ist der Weg zum Ziel!

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  • September 6, 2011

    Herr Meier mein Wissenstand über die Fischerei erschöpft sich bald einmal bei den spanischen EU-Fischereiflotten, die bis in die afrikanischen Gewässer vorstossen, diese mit hochtechnologischen Methoden ausfischen. Die afrikanischen Fischer gehen mit ihren “Fängen” leer aus, d.h. sie können von dem was sie noch fangen ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten. Diese “Schandtaten” sind meines Wissens von Brüssel gestoppt worden. Wie weit sich die Spanier daran halten, bzw. die spanislchen Fischerflotten kontrolliert werden entzieht sich meiner Kenntnis. Leider sind die afrikanischen Fischer und deren Regierungen nicht in der Lage aus eigener Kraft diesen Unfug zu stoppen.Auf den Fischkuttern bringen die Schlepper aktuell das Jungvolk nach Europa.Bis dato habe ich noch nie gehört, dass Entwicklungshilfs-Org​anisationen gegen diesen Diebstal Sturm laufen.

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    • Juli 18, 2021

      Für Senegal trifft es zu, dass die Fischbestände durch hochtechnisierte russische und japanische Fischereiflotten zu Lasten der einheimischen Fischer stark dezimiert worden sind, was eine wichtige Ernährungsgrundlage der Bevölkerung Senegals gefährdet. Anders die Entwicklung in den fischreichen Gewässern der kapverdischen Inseln: Dort ist der Raubbau an den Fischbeständen durch die demokratisch gewählte Regierung mit Hilfe der USA und der EU gestoppt worden, vor allem durch den Aufbau einer aktionsfähigen Küstenwache, die auch in der Lage ist, die Fangquoten wirkungsvoll zu überwachen.

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  • September 8, 2011

    Eine Stimme aus Afrika:

    James Shikwati der den Stop der Entwicklungshilfe unter anderen auch in diesem Interview fordert:

    “Es werden riesige Bürokratien finanziert, Korruption und Selbstgefälligkeit gefördert, Afrikaner zu Bettlern erzogen und zur Unselbständigkeit. Zudem schwächt die Entwicklungshilfe überall die lokalen Märkte und den Unternehmergeist, den wir so dringend brauchen. Sie ist einer der Gründe für Afrikas Probleme, so absurd das klingen mag. Wenn sie abgeschafft würde, bekäme das der kleine Mann gar nicht mit. Nur die Funktionäre wären schockiert. Darum behaupten sie, die Welt ginge unter ohne diese Entwicklungshilfe.”

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    • Juli 18, 2021

      Hallo Herr Grimm, danke für diese Information, hier ist man noch immer ein unmöglicher Stänkerer (ein Mensch der nichts als zu kirtisieren und reklamieren hat), wenn man der Entwicklungshilfe und den Menschen und Institutionen welche diese fördern, kritisch gegenüber steht. Wenn er dies in der Oeffentlichkeit äussert, wird er ganz gern in die rechtspopulistisch-ko​lonialistische Ecke gestellt.Offenbar sehen sogar die Menschen die davon direkt betroffen sind, die Hyperaktivitäten der NGO’s und der ganzen “Hilfs-Industrie” die Sache nicht mehr positiv, so wie sie seit 60 Jahren, mit bescheidenenm Rendement läuft. Danke für Ihre Teilnahme am Blog. Gruss Kurt

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  • September 12, 2011

    Dass heute junge Menschen aus Entwicklungsländern „zu Tausenden auf der Türvorlage des Landes stehen, wo Milch und Honig fliesst“, ist nach Ihrer Auffassung die „Bilanz“ einer gescheiterten Entwicklungshilfe, Herr Brugger. Ich würde es etwas anders ausdrücken: Nicht die Entwicklungshilfe, welche sich heute als Entwicklungszusammena​rbeit definiert, ist gescheitert, sondern die Blindheit der Politik: einer Politik, welche sich als „Fortsetzung des Geschäfts mit anderen Mitteln“ versteht und Entwicklung als Nebengeschäft betreibt.

    Über eine Geschichte des Verdrängens, die Angst vor „Masseneinwanderung“ und das politische Gewissen lesen Sie bitte im Internet unter Alternative Leserbriefe „Frischs Schweizer Biedermänner“: http://alternativeles​erbriefe.blogspot.com​/

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    • Juli 18, 2021

      grüezi Herr Dierauer, ich habe grosse Mühe verstehen zu können, wie Sie die Masseneinwanderung mit der gescheiterten Entzwicklungshilfe in Afrika zusammen bringen wollen, und dazu noch die “Schweizer Biedermänner” von Max Frisch zitieren. Aber ich bin Ihnen dankbar, wenn Sie mir überzeugende Argumente vortragen können, welche das afrikanische Fiasko rechtfertigen können. Sicher ist die Politik mitverantwortlich, aber in aller erster Linie für das was sie nicht getan hat, nämlich: über Jahre Milliarden-Kredite gesprochen zu haben, und das Controlling weder angeordnet noch durchgesetzt. Es wäre noch von Vorteil, wenn Sie mir “Fortsetzung des Geschäfts mit anderen Mitteln” genauer definieren. Sie haben diesen in einen Zusammenhang gestellt, den ich nicht plausibel nachvollziehen kann.

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  • September 14, 2011

    Sehr geehrter Herr Brugger, Ein anderer zitiert Max Frischs “Biedermann und die Brandstifter”. Natürlich will ich Ihnen nicht zumuten, den umfangreichen Blog zu lesen, der vielleicht mehr Auskunft über historische Versäumnisse und Einblicke in eine unter dem Titel “Politik allzuoft ‘Fortsetzung des Geschäfts mit anseren Mitteln'” publizierte Rede Frischs gibt. Dass die Schweiz nach wie vor bloss 0,4 % des BSP in Entwicklungszusammena​rbeit investiert, lässt vielleicht zu, dass man da von einem politischen “Nebengeschäft” spricht, das in der Tat nicht den Erfolg haben kann, den man in sie setzten möchte. Dass die Entwicklungszusammena​rbeit jedoch unter den gegebenen Bedingungen gescheitert wäre, würde ich allerdings nicht behaupten.

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    • Juli 18, 2021

      grüezi Herr Dierauer, Max Frisch hat seinen Bestseller in einer Zeit geschrieben, als noch die ganze Schweiz (nicht nur die Hilfsorganisationen auch die Missionen) in Afrika helfen wollten. Was daraus geworden ist, wissen Sie (wenn Sie es nur wollen) sehr genau. Ob Sie dafür die Bezeichnung “Entwicklungszusamme​narbeit” brauchen, ändert nichts an den Tatsachen. Der schwarze Kontinent versinkt in Chaos,Elend und Anarchie. Da nützt auch schönreden nichts.
      Wie hoch hätte Ihrer Meinung nach der Anteil am BSP CH sein müssen? Die Intensität an Hilfsprojekten hat sicher nachgelassen. Die Gründe dafür sind offensichtlich. Wenn Sie für dieses Fiasko die schweizerische Politik verantwortlich machen wollen, dann gibt es nur 2 Möglichkeiten. Entweder Sie sind blauäugig oder böswillig.
      Die jungen Menschen die aktuell auf unserer Türvorlage stehen und deren Zeuger tragen jeder Einzelne ein grosses Mass an Mitverantwortung. Sie sind es die ihr Land aufbauen müssen, Strukturen einer Volkswirtschaft erarbeiten, und eine Gesellschaft die in Toleranz und Frieden nebeneinander lebt. Da liegt die Mitverantwortung der Politik und der zuständigen Verwaltung, Jung Menschen Monate und Jahre lang in den sozialen Hängmatten liegen lassen kann wohl kaum die Lösung sein. Müssiggang, Drogenhandel, grosse und kleine Kriminalität und das alles unter dem Deckmantel humanitärer Tradition der Schweiz. Das grenzt schon fast an Provokation derjenigen die diesen Schabernack auch noch finanzieren müssen, nämlich der Steuerzahler.

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  • September 17, 2011

    Hallo, Herr Brugger! „Entwicklungszusammen​arbeit“ – das Wort setzt einen anderen Akzent als „Entwicklungshilfe“. Die Konzepte der Entwicklungshilfe haben Sich in der Tat, wie Sie richtig bemerken, seit den Fünfzigerjahren (als Frischs „Lehrstück ohne Lehre“ erschien) in mancher Beziehung grundlegend verändert. Verändert haben sich allerdings in dieser Zeitspanne auch die Herausforderungen. Über den Wandel der Methoden und Zielsetzungen der Entwicklungsarbeit seit der Gründung der DEZA 1961 orientiert zum Beispiel „EINE WELT“, Heft vom 1.März: „50 Jahre DEZA, mehr als Hilfe“. Möglicherweise haben Sie die Ausführungen Elisio Macamos über Afrika gelesen (S.30 ff.) – nicht bloss die Randspalte von Roger Köppel (ebenda S.31). Macamo, selbst Afrikaner, ist Afrikaexperte und Dozent an der Uni Basel. Die „Weltwoche“ hat sich in den entscheidenden zwei Jahrzehnten gewiss nicht den „fundamentalen Sinnfragen“ gestellt, wie Köppel fordert. – Die Schweiz, welche zu den industriellen „Exportweltmeistern“ gehört, befindet sich gemäss der von DEZA/SECO herausgegebenen Statistik mit ihrem Budget von 0,41% des BNE im (eher unteren) Mittelmass der Industrienationen. Wie Sie wohl wissen, investieren die skandinavischen Staaten sowie Luxemburg und die Niederlande traditionell durchschnittlich mehr als doppelt so viel in Entwicklungsprojekte,​ während zum Beispiel die USA umgekehrt Ressourcen und Prestige als Grossmacht mit fragwürdigem Erfolg in industrieller und militärischer „Entwicklungshilfe“ verbrauchen. Angesichts der Ursachen und des Ausmasses der gegenwärtigen Schuldenkrise darf man sich eine Vorstellung machen, wie wichtig m e h r partnerschaftliche Entwicklungshilfe wäre (gewesen wäre)! – Ein paar Hinweise auf Versäumnisse und Defizite vor allem seit der Wende finden Sie übrigens in den kurzen Kapiteln „Die Gegenwart: Globale Perspektive – verpasste Chancen“ sowie „Schicksalsgemeinscha​ft oder Abgrenzung“ des schon erwähnten Blogs “Frischs Schweizer Biedermänner” : http://alternativeles​erbriefe.blogspot.com​/

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    • Juli 18, 2021

      Grüezi Herr Dierauer, ich würde mich freuen von Ihnen ein paar überzeugende Argumente zu hören, mit denen Sie mir erklären können, aus welchen Gründen die Schweiz noch mehr Geld in die Entwicklungszusammena​rbeit investieren soll. Oder vielleicht wollen Sie mir lieber die folgenden Fragen beantworten:

      1. In der Union der afrikanischen Staaten gibt es einige die durch Ressourcen und Tourismus zu einem gewissen Wohlstand gekommen sind. Was tragen diese bei zur Hilfe an Ihre Bruderstaaten?
      2. Wie stark wurde die Leistungsbereitschaft​, der ausdauernde Einsatzwille,die Selbstverantwortung der Menschen gefördert, durch die Milliardenhilfe der letzten 60 Jahre?
      3. Wieviele Projekte (in %) sind gefloppt, nicht nachhaltig erfolgreich, nach Verselbständigung “ausgelaufen” oder sonstwie gescheitert?
      4. Was sollen die jungen Menschen (die sich abgesetzt haben in ihrer Heimat) bei uns. wenn sie dringend für den Aufbau einer Volkswirtschaft und einer funktionierenden Gesellschaft zu Hause gebraucht werden?
      5. Wieviel Geld und Knowhow wurde im schwarzen Kontinent investiert (seit der Entkolonialisierung)?​ (in Mia USD)
      Was ist daraus brauchbares entstanden und was haben die Menschen daraus gemacht?
      6. Wenn nochmehr investiert werden soll, was glauben Sie wie künftig der Aufbau von Volkswirtschaften und das gesellschaftliche Zusammenleben durch die Menschen dort ang4egangen werden müssen?
      7. Wo steht der schwarze Kontinent (vertreten durch die Union afrikanischer Staaten) in 10 Jahren, wenn die Hilfe der Schweiz verdoppelt wird?

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    • Juli 18, 2021

      Hallo Herr Dierauer, ich bin schon wieder da! Sie haben mich mit Ihrem guten Glauben herausgefordert. Ich selber habe den guten glauben verloren. Er ist mutiert zu einem tiefgründigen Misstrauen gegenüber allem was vom schwarzen Kontinent kommt. Dieser Zustand wurde geschürt durch permanente Enttäuschungen. Als Kleinkind auf dem Weg zur Kirche meinen “Sonntags-Batzen” ins “Kässeli” mit dem schwarzen Boy geworfen (Aktion:”Brot für Brüder”), der mir dann (mechanisch zwar) freundlich zu nickte. Als junger Mann einem Freund mit Rat beigestanden, der sich für eine Hilfsorganisation entschied, ein Berufsleben lang in Projekten für den wirtschaftlichen Aufbau in Afrika arbeitete.
      Mit vielen Menschen mit dem Fokus “Hilfe für Afrika” immer wieder Gespräche geführt. Die grosse Mehrheit frustriert, enttäuscht und wütsend zugleich angesichts des aktuellen Chaos.
      Ich bitte Sie daher, Ihre Antworten auf meine Fragen, mit Fakten zu hinterlegen, nicht mit schönfärberischen Argumenten.
      Ich freue mich darauf. MfG Kurt Brugger

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  • September 21, 2011

    Hallo Herr Brugger,

    Da Sie offenbar das erwähnte Heft „Eine Welt“ der DEZA nicht zur Hand haben, zitiere ich aus einem Interview mit Martin Dahinden:

    Frage: Fortschritte lassen auch deshalb auf sich warten, weil die Länder des Nordens insbesondere im Agrarbereich eine Politik verfolgen, die die Entwicklungsbemühunge​n zunichte machen. Was tut die Schweiz, um dieser Inkohärenz zu begegnen?

    Dahinden​: Werfen grosse Produzentenländer ihren Überschuss zum Spottpreis auf afrikanische Märkte, destabilisieren sie tatsächlich die lokale Landwirtschaft. Die Schweiz subventioniert solche Exporte nicht. Aber in anderen Bereichen können ihre Entscheide die Wirkung der Entwicklungshilfe durchaus aufheben. Nach meinem Dafürhalten hat die DEZA die Aufgabe, sich für mehr Kohärenz in der Politik einzusetzen.

    Der in meiner letzten Antwort erwähnte Soziologe afrikanischer Herkunft, Elisio Macamo, sagt: „Wenn Entwicklung scheitert, liegt die Schuld nicht immer nur bei den Afrikanern… Entwicklungszusammena​rbeit ist…immer politische Auseinandersetzung, hier in der Schweiz, wie auch im Süden.“

    Ich zitiere zur Illustration der Antwort Dahindens aus einem fiktiven Monolog Gottlieb Biedermanns: „Was meinen Sie, wir exportieren nicht nur Käse und das reine Wasser unserer Bergquellen. Wir haben andere Kaliber in unserer Exportpipeline: Hightech, Chemie, Energie, Staudämme, Turbinen, Floored Floaters, den starken Schweizer Franken, Gold, falls nötig. Aber wir sind sparsam. Machen aus allem noch ein Geschäft. Wir werfen nichts weg. Wir liefern nämlich unsere ausgedienten Fernseher zum Ausweiden nach Afrika, unsere abgefahrenen Autoreifen, Autobusse, Schrott. Und den Ausschuss unserer heimischen Hühnerzucht. Wir liefern denen noch tiefgekühlt billiger als was sie von ihrer eigenen Zucht auf dem Markt anbieten. Das ist Entwicklungshilfe. Ich will ja nicht sagen, dass die faul sind, die Schwarzen. Aber halt zu wenig geschäftstüchtig.“


    Die Illustration war wohl nicht nötig, Sie kennen sich aus. Sie wissen, wo unser Nationalbank-Gold geschürft wird. Auch durch welche Pipelines wir unser Erdöl und Erdgas herholen. Wohin wir keine Waffen liefern. Welche Art von Firmen etwa von Zug oder Genf aus den Welthandel mit Rohstoffen und Grundnahrungsmitteln steuern. Es geht um Politik. Gerade jetzt, während des Wahlkampfs und den Debatten um Krise und Bankendebakel nehmen die Medien die Gelegenheit wieder wahr, die alte Frage zu stellen, wer eigentlich die Schweiz regiert.

    Ihre Zweifel am Sinn der Entwicklungshilfe werde ich nicht mit den erwarteten „Fakten“ widerlegen, Herr Brugger. Was mich betrifft, will ich mit Bezug auf Ihr pessimistisches Bekenntnis soviel sagen: Einen Glauben (welcher Art immer) hatte ich glücklicherweise nicht zu verlieren, auch nicht durch Enttäuschungen der Art, wie Sie sie erfahren haben. Wenn die Verhältnisse aber so abgründig schlimm sind, in Afrika besonders, etwa in Nigeria, was ich durchaus anerkenne, was bleibt anderes übrig als die Ursachen zu analysieren und bei ihnen ansetzend trotzdem zu handeln? Mit Blauäugigkeit hat diese Haltung nichts zu tun. Immerhin mit der Ueberzeugung: Unsere Steuergelder sind es wert.

    Darum noch diese Feststellung: Wir dürfen wohl jetzt davon ausgehen, dass Afrikaner im Maghreb, etwa in Libyen, wo ein Aufstand siegreich zu verlaufen scheint, ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen wollen. So in Ägypten, vielleicht auch im Südsudan. Und in andern Regionen: in Syrien, im Jemen. Oder jetzt gerade im Schlaglicht der Weltöffentlichkeit: in Palästina. Wir wissen nicht, wie die islamische Revolution verläuft, wie lange die Auseinandersetzungen um demokratische Verhältnisse dauern, wie viele Rückschläge sie fordern. Wir wissen nicht, ob und wie es notwendig sein wird, dass Stammesbindungen, Clanautorität und Klientelstrukturen sich bei dem anlaufenden Prozess auflösen. Aber diese Gesellschaften werden Vermittlung und Hilfe brauchen können, zum Beispiel beim Aufbau einer zuverlässigen, gegen Korruption immunen Verwaltung, oder eines Bildungs- und Gesundheitswesens.

    Mit freundlichem Gruss

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    • September 23, 2011

      Herr Dierauer, danke für Ihre “Auslegeordnung”. Sie argumentieren schon fast wie ein “Profi”. Vielleicht für ein Hilfswerk oder gar für die Dezag. So oder so, “ich höre wohl die Worte allein mir fehlt der Glaube”. Das wird Sie wohl kaum wundern. Mich aber verwundert es sehr, dass es immer noch Menschen gibt, die sich als “Schönredner” engagieren. Angesichts der Misere in den desolaten Staaten kann ich mir in keiner Weise vorstellen, wie man sich mit innerer Ueberzeugung (ohne sich selber zu belügen) diesen unsäglichen Zustand schönreden kann. Wenn die Politik zusammen mit den Hilfswerken endlich eine ehrliche Bilanz ziehen würde, daraus konsequente Massnahmen angeordnet würden, wird dies den Menschen mittel- und langfristig mehr bringen. Leider habe ich im Moment zuwenig Zeit um Ihre Stellungnahme zu analisieren. Gerne gebe ich Ihnen in der kommenden Woche eine ausführliche Antwort.
      NB. Soeben lesse ich, in Somalia werden von den Rebellen (mit Duldung der Regierung) unter Kindern (Jungen) Wettbewerbe veranstaltet. Als Preise sind Maschinenpistolen, Automatische Gewehre, Minenwerfer, Raketenwerfer ausgesetzt! An der
      Elfenbeinküste ist zwar eine “neue” Regierung (ein Despote hat
      den anderen mit Waffengewalt abgelöst)am Werk, es wird aber weiter gekämpft (statt gearbeitet)!

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  • September 22, 2011

    Kurt Brugger

    Sie sind ein Vorbild für uns. Sie haben sich fundiert zum Thema informiert und sind auch sachlich auf die Einwände der Blog-Teilnehmenden eingegangen.

    Danke​ schön!

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  • September 25, 2011

    Hallo Herr Brugger,

    Danke, ich erwarte Ihre Antwort, sobald Sie Zeit haben. Ich möchte auf Ihre Vermutung hin nur kurz antworten: Nein, ich argumentiere hier nicht als Profi im Namen der DEZA oder eines der Hilfswerke, sondern privat – allerdings auch nicht ganz ohne den Hintergrund praktischer Erfahrung (so “blauäugig” und “guten Glaubens”, wie Sie sich vielleicht mal dachten).

    Sie erwähnen die Militarisierung des Alltags in Somalia (Waffen als Kinderspielzeuge). Die SVP verdächtigt etwa Deserteure aus Eritrea, welche in der Schweiz Asyl beantragen, als Scheinflüchtlinge. Ich würde mich hüten, eine solche Auffassung unbesehen weiter zu verbreiten! Man muss sich schon sehr genau informieren, wenn man Propaganda gegen das Asylwesen macht. Nach Ihrer Auffassung versinkt Afrika im Chaos. Man kann es durchaus auch anders sehen. Der Versuch einer historischen Perspektive kann die Optik jedenfalls verändern.

    Noch ein persönlicher Hinweis. Sie kennen den französischen Autor und Philosophen Albert Camus. Camus wuchs in Nordafrika auf und zwar in Algerien vor dem Weltkrieg und der Unabhängigkeit der französischen Kolonie. Im Krieg setzte er sich in Frankreich für die Resistance ein. Bei einem Autounfall kam er 1960 ums Leben. Falls Sie etwa seine Romane “Der Fremde” oder “Die Pest” (Titel der deutschen Uebersetzung) nicht kennen, so würde ich Sie Ihnen zur Lektüre empfehlen.

    Mir freundlichen Grüssen

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    • September 26, 2011

      Hallo Herr Dierauer, wenn ich Ihren neuesten Beitrag lese, ich dabei erfahre, Sie wären kein Profi, dann entschuldigt dies einige Ihrer Aussagen. Ich kann Ihnen nicht ersparen, Sie einen blauäugigen und gutgläubigen Amateur zu nennen. Nicht aus Ueberheblichkeit, ganz einfach aus Ueberzeugung. Wer angesichts der unsäglichen Zustände, schönredet, verdrängt, Gutmensch spielt, ignoriert, das Resultat der Jahrzehnte langen Milliardenhilfe auch noch positiv sehen will der hat schlicht “ein Brett vor dem Kopf”.
      Somalia ist einer der desolatesten Staaten. Statt Philosophen zitieren, sollten Sie sich mal schlau machen, was dort am Horn von Afrika in den vergangenen Jahrzehnten abgegangen ist und noch immer abgeht. Die Jungs die ich im letzten Beitrag nannte, werden als Kindersoldaten rekrutiert, zum morden gedrillt und mit Massenvergewaltigunge​n “belohnt”. Genozide und Ethnische Säuberungen sind “Schnee von gestern”, aktuell wird Angst und Panik verbreitet, aus Langeweile Mord, Totschlag, Vergewaltigung “praktiziert” und am Horn von Afrika Piraterie als Hilfe zur Selbsthilfe ausgeübt.
      Eritrea ist ein besser funktionierender Staat. Die Regierung steht in einem bewaffneten Konflikt mit Aethiopien. Die jungen Männer desertieren nach Europa und ersuchen die Schweiz um Asyl.Da es sich um Kriegsdienstverweiger​er handelt, hat die Schweiz ein aussenpolitisches Problem, wegen ihrer Neutralität.
      Afrika versinkt im Chaos. Das ist nicht nur meine Auffassung. Dafür stehen Tausende von Schweizern. Meine Ueberzeugung ist über Jahre gewachsen. Ich stütze mich weder auf Romane noch auf Philosophen. Zudem orientiere ich mich am aktuellen Zustand, nicht an historischen Ereignissen, wie die Französischen Kolonien in Nordafrika.
      Uebrigen habe ich Ihnen vor längerer Zeit, einige gezielte Fragen gestellt. Die Antworten sind Sie mir noch immer schuldig.

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    • September 27, 2011

      Herr Brugger,

      Sie nehmen sich keine Mühe Äusserungen richtig zu lesen. In Somalia herrschen die Verhältnisse, die Sie schildern. Aber Sie generalisieren, wenn Sie beharrlich immer wieder behaupten, Afrika versinke im Chaos.

      Eritrea ist über das autoritär regierte Dschibuti ein regionaler Nachbarstaat Somalias. Wenn Sie sich über die Militarisierung Eritreas und die Gründe eritreischer Flüchtlinge, nach ihrer risikoreichen Flucht in Europa Asylrecht zu beantragen, Rechenschaft ablegen wollen, dann finden Sie wohl selbst Wege.

      Ich schulde Ihnen übrigens nichts. Ihre Art zu argumentieren ist leichtfertig und Ihre Antwort wohl typisch: Ausblenden und mundtot machen!

      NB. Ich stütze meine Überzeugung auf die Erfahrung praktischer Arbeit. Ich würde Ihnen trotzdem die Lektüre von Camus “Die Pest” weiterhin empfehlen.

      Es ist bitter nötig, den Problemen auf den Grund zu gehen. Sie können versichert sein, dass die schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit das tut – und zwar heute ohne Zielsetzungen und Erfolg ihrer Leistung zu beschönigen.

      Danke​!

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  • September 27, 2011

    Herr Brugger,

    Sie nehmen sich keine Mühe Äusserungen richtig zu lesen. In Somalia herrschen die Verhältnisse, die Sie schildern. Aber Sie generalisieren, wenn Sie beharrlich immer wieder behaupten, Afrika versinke im Chaos.

    Eritrea ist über das autoritär regierte Dschibuti ein regionaler Nachbarstaat Somalias. Wenn Sie sich über die Militarisierung Eritreas und die Gründe eritreischer Flüchtlinge, nach ihrer risikoreichen Flucht in Europa Asylrecht zu beantragen, Rechenschaft ablegen wollen, dann finden Sie wohl selbst Wege.

    Ich schulde Ihnen übrigens nichts. Ihre Art zu argumentieren ist leichtfertig und Ihre Antwort wohl typisch: Ausblenden und mundtot machen!

    NB. Ich stütze meine Überzeugung auf die Erfahrung praktischer Arbeit. Ich würde Ihnen trotzdem die Lektüre von Camus “Die Pest” weiterhin empfehlen.

    Es ist bitter nötig, den Problemen auf den Grund zu gehen. Sie können versichert sein, dass die schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit das tut und zwar heute ohne Zielsetzungen und Erfolg ihrer Leistung zu beschönigen.

    Danke​!

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    • September 29, 2011

      Hallo Herr Dierauer, bitte teilen Sie mir mit in wievielen Staaten des schwarzen Kontinents bewaffnete Konflikte herrschen. Wieviele Menschen innerhalb der legtzten 10 Jahre umgebracht wurden, bzw den kriegerischen Handlungen zum Opfer fielen.
      Ansonsten lasse ich Ihnen gerne Ihre Manie des “Schönredens”. Es ist ganz einfach der falsche Ansatz, um den Menschen dort effizient und nachhaltig helfen zu können. Mit besten Grüssen und herzlichem Dank für den Gedankenaustausch. Kurt Brugger

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