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Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.

Beim Für und Wider der Pau­schal­be­steue­ru​ng von rei­chen Ausländern muss man sich letzt­lich nur eine Frage stel­len: Recht­fer­tigt ver­meint­li­cher Pro­fit den Ver­stoss gegen die Rechts­gleich­heit? Ich für mei­nen Teil sage Nein. Ich bin nicht wei­ter be­reit, einen Grund­wert un­se­rer Eid­ge­nos­sen­schaft​ mit Füssen zu tre­ten und rei­che Ausländer für ein paar Steu­er­bat­zen zu be­vor­zu­gen, während alle an­de­ren nor­mal zur Kasse ge­be­ten wer­den. Um es auf den Punkt zu brin­gen: Pau­schal­be­steue­ru​ng ist nichts an­de­res als staat­li­che Pro­sti­tu­ti­on. Oder wie es Ber­tolt Brecht einst sag­te: «Erst kommt das Fres­sen, dann kommt die Moral.»

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Comments to: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
  • Oktober 29, 2014

    Was ist das für eine angebliche ‘Moral’, die keinen Beweis erbringt, dass ein PB Besteuerter versus anderer Veranlagung weniger Steuern bezahlt?

    Den Nachweis können die Initianten nicht führen. Können Sie das zweifelsfrei darlegen? Glaube ich nicht.

    Es sind, im Gegenteil, Fälle bekannt geworden, in denen der Wechesel von PB zur Andersveranlagung dann weniger Steuern erbrachte. Aber Hauptsache moraline Prinzipienreiterei hat Urständ getrieben.

    Das ganz ist im Kern nichts weiter als eine neigetriebene sinnlose Initiative, die ausser viel Spesen und unsinninger Zusatzarbbei in den betroffenen Finanzämtern, nichts bringt.

    Wird die CVP die möglichen Steuerausfälle aus der Parteischatulle kompensieren? Wohl kaum.

    Zürich hat die PB vor 1 1/2 Jahren abgeschafft. Und was sehen wir heute?

    Statt eines CHF 28.- mio. Budgetertrages nun ein Minus von CHF 200.-mio.

    Stadt Zürich für 2015 CHF 150.- mio Miese.

    Ein Schelm, der sich dabei etwas denkt, auch an die 150 PB Besteuerten und Weggezogenen. Weitere werden mit Garantie folgen. Die brauchen nur etwas länger…..

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  • Oktober 30, 2014

    Die Blogüberschrift:

    ‘​Erst kommt das Fressen, dann die Moral’

    lässt auf den Verfassen selbst tief blicken.

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  • Oktober 31, 2014

    Danke Herr Lütolf…

    … dass Sie künftig meine höheren Steuern bezahlen werden, weil Sie für sich entschieden haben, dass Sie auf von nicht erwerbsmässigen Pauschalsteuerzahler verzichten möchten.

    Sie vergessen aber hier ehrlich zu erklären, dass diese Personen mit grösser Wahrscheinlichkeit in der Grosszahl hier bleiben werden. Ja genau… aber dann Gratis ohne etwas zu bezahlen. Auch keine Pauschalsteuer mehr.

    Sie Wissen so wie ich auch, dass es diesen Menschen möglich ist mittels Steuertricks alles so zu schieben, dass sie einfach neu in Österreich nicht bezahlen wo sie neu angemeldet sein werden, aber auch hier nicht, wo sie künftig weiter wohnen werden.

    Danke vielmals für Ihre Weitsicht (ironisch)

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  • November 16, 2014

    Wir stimmen hier über etwas ab, was im steuerlich luftleeren Raum steht oder eben reine Prinzipienreiterei ist.

    Die Initianten wollen per VA ein Anliegen durchbringen, können es aber per Delta nicht beweisen, bemühen sich schon gar nicht, es auch nur ansatzweise darzulegen.

    Diesen​ Beweis darzulegen, ist nicht Sache des Wählers, sonder jene der Initianten. Der Beweis ist auch enorm schwierig darzustellen, denn JEDER STEUERFALL IST EIN INDIVIDUALFALL.

    In​ Zürich hat man die PB abgeschafft, aber auch ohne tief greifende Argumente, so zu sagen probehalber.

    Und wo steht der Kanton und die Stadt heute bei den Budgets? IN ROTEN ZAHLEN!!! Und flugs wird versichert, das habe mit der Abschaffung der PB nichts zu tun.

    Dass aber nun von den 300 PB Besteuerten 150 weggezogen sind und ca. 50 Fälle entweder neu weniger oder gar keine Steuern bezahlen, ist der Erfolg von steuerprobesledwyla Kanton Zürich.

    Die restlichen Hundert verbliebenen werden sich auch umorientieren, mit jeder Garantie. Braucht nur etwas länger Zeit.

    Ich habe also nur die Wahl ja oder nein zu sagen, nicht die Wahl, die Sachgründe – die das Steuersubstrat: heute versus künftig – nach zu vollziehen. So einfach ist das.

    Indessen machen uns SP NRtinnen Kiener Nellen und Leutengger-Oberholzer​ doch vor, wie man als MillionärInnen Steuern spart.

    Dumm nur: die sind keine AusländerInnen! Die Passfrage spielt bei der SP neidgetriebenen INI PB eben auch eine Rolle. Ausgerechnet…!

    Ich lehne dieses Steuervakuum ab. Er ist links prinzipien- bzw. neidgetrieben und bringt am Ende entweder gar nichts oder weniger, aber unnützen Aufwand bei den Steuerbehörden.

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  • November 16, 2014

    ZITAT
    Pau­schal­be­s​teue­ru​ng ist nichts an­de­res als staat­li­che Pro­sti­tu­ti­on. Oder wie es Ber­tolt Brecht einst sag­te: «Erst kommt das Fres­sen, dann kommt die Moral.»
    ZITAT ENDE

    Beim ersten Satz stimme ich Ihnen zu, Herr Lütolf.

    Das Zitat aus Brechts “Dreigroschenoper” passt jedoch überhaupt nicht in diesen Zusammenhang. Es lautet:

    “Ihr Herrn, die ihr uns lehrt, wie man brav leben
    Und Sünd und Missetat vermeiden kann
    Zuerst müßt ihr uns was zu fressen geben
    Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.

    Ihr, die euren Wanst und unsre Bravheit liebt
    Das eine wisset ein für allemal:
    Wie ihr es immer dreht und wie ihr’s immer schiebt
    Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
    Erst muß es möglich sein auch armen Leuten
    Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden. (…)”

    (In: Die Dreigroschenoper, Erstdruck von 1928, Suhrkamp, 2004. S. 67)

    Da geht es um ein kommunistisches Lehrstück gegen die kapitalistischen Ausbeuter.

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