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Es geht um viel mehr als um den Mindestlohn!

Ein Haupt­grund der Geg­ner der Min­dest­lohnini­tia­​tive ist, dass sie glau­ben, die Jun­gen würden keine Lehre mehr ma­chen! Unterschätze die Ju­gend­li­chen nicht, sie wer­den trotz­dem eine Lehre ma­chen wenn die Wirt­schaft spurt und anständige Löhne zahlt, die Ge­fahr für das duale Bil­dungs­sys­tem kommt von ganz wo­an­ders: Die Wirt­schaft be­ginnt jetzt schon Di­plome zu miss­ach­ten und deren Wert­lo­sig­keit zu er­ken­nen. Zudem ist das le­bens­lange ler­nen eine PR-­Mass­nahme der mil­lio­nen­schwe­ren​ Bil­dungs­in­dus­trie​. Früher hiess dies “Er­fah­rung” und ermöglichte das Fort­kom­men, heute ver­hin­dern völlig unnütze Di­plompf­lich­ten vie­len, dass sie Ar­bei­ten können. Wir schaf­fen uns den Fachkräftemangel sel­ber indem wir bald für eine Putz­frau eine Fach­hoch­schule vor­aus­set­zen! Viele junge Frauen be­sin­nen sich immer mehr auf die alte Rol­len­tei­lung, ob das der Wirt­schaft passt oder nicht und die jun­gen Männer wol­len le­ben, Kar­riere ver­liert an Be­deu­tung. Die Folge ist ein­fach: Ab­ge­se­hen da­von, dass schon auf­grund der De­mo­gra­fie Ar­beit­neh­mer rar wer­den, wird man auch we­ni­ger auf Frauen aus­wei­chen können. Zudem wird die Ka­der­re­kru­tie­run​g er­schwert wer­den. Fa­zit: Die Wirt­schaft wird sich ent­schla­cken, den bürokratischen Überbau ent­sor­gen und sich nicht mehr leis­ten können Junge drei oder vier Jahre aus zu bil­den. Die Aus­bil­dung wird vie­ler­orts zum Wohle der Wirt­schaft on the Job er­fol­gen. Pro­fi­tie­ren davon wer­den genau die, wel­che heute chan­cen­los sind und die Wirt­schaft, wel­che sich neu ori­en­tie­ren muss. Da­ge­gen ist die Min­dest­lohnini­tia­​tive ein Nichts. Aber sie hat was Gu­tes. Viel­leicht merkt un­sere Gei­z-ist-­Geil-­Ge­s​ell­schaft, dass wir nur anständige Löhne be­zah­len können, wenn wir be­reit sind für Ware und Leis­tung fair zu be­zah­len. Diese Min­dest­lohnini­tia­​tive wäre An­lass sich grund­le­gend Ge­dan­ken zu ma­chen statt nur die Angst­schiene zu fah­ren. Wie wir ent­schei­den ist völlig Wur­st, denn die Umwälzungen kom­men erst noch!

Michel Ebinger Rotkreuz

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Comments to: Es geht um viel mehr als um den Mindestlohn!
  • März 15, 2014

    Der Mindestlohn von 4000 CHF gilt für eine volle Leistung an einer Vollzeitstelle.

    1) Auszubildende sind wegen der Berufsschule nicht in einer Vollzeitstelle. Sie bringen nicht eine volle Leistung, und sie verursachen dem Betrieb Ausbildungskosten. Der Mindestlohn ist in diesem Fall natürlich nicht geschuldet.

    2) Teens ohne Ausbildung können nur in seltenen Fällen a) eine Stelle finden und b) dort eine volle Leistung erbringen. Volle Leistung > Mindestlohn JA, nicht volle Leistung > Mindestlohn NEIN.

    3) In der Regel wird der Arbeitgeber eine Person, die nicht eine volle Leistung erbringt, nicht anstellen bzw. entlassen.

    4) Teilinvalide sollten natürlich angestellt werden. Der Mindestlohn muss in diesem Fall zusammen mit Leistungen der IV erreicht werden.

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  • März 17, 2014

    Auch alle Angestellten, nicht nur Auszubildende, die ihre Arbeit nicht ohne Aufsicht erledigen können, erbringen nicht eine VOLLE Leistung. So lange Kosten für eine Aufsichtsperson anfallen, ist auch für diese der Mindestlohn nicht gerechtfertigt.

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  • April 4, 2014

    “(…) Viel­leicht merkt un­sere Gei­z-ist-­Geil-­Ge­s​​​ell­schaft, dass wir nur anständige Löhne be­zah­len können, wenn wir be­reit sind für Ware und Leis­tung fair zu be­zah­len. (…)”

    Oder wir merken es nicht und gehen weiterhin zur billigsten Coiffeuse, Herr Ebinger. Auch unsere tägliche Zigarre wird uns am Kiosk von jemandem verkauft, der unter dem Mindestlohn arbeiten muss.

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