1. Ausländer- & Migrationspolitik

Fördert Globalisierung die Skalavenarbeit?

Mittlerweilen wird sogar im Bun­des­haus zu­ge­ge­ben dass die Grenz­gän­ger­löhne klei­ner sind und die Ar­beit­neh­mer des­halb

 

re­gio­n​a​​​l​ we­ni­ger verdienen.

 

Eben in der ganzen Konsequenz nimmt der Wohlstand von Inländer/Innen tatsächlich weiter ab. Bisher wurde dies von allen Seiten natürlich immer bestritten. Eine Verkäuferin & Kassiererin an der Kasse eines Grossverteilers in Deutschland (D), wo bei ihr so richtig Stress herrscht, offenbarte sie mir auf meine Frage hin dass sie Netto € 1’220.00 verdient. Dies ist überraschend wenig, vielleicht in D genug zum überleben, noch zu viel zum sterben. Ob ein Grenzgänger im Gewerbe in D 2200 Euro verdient oder hier hier in der Schweiz 4400 CHF ist ebenfalls ein sehr grosser Unterschied, so kann der hiesige Arbeitgeber einem Grenzgänger gut und gerne um einen Drittel Lohn entgegenkommen. Diese Praxis kenne ich aus eigener Erfahrung in meiner Arbeit bei der Fremdenpolizei-Bewill​​​​​​igungsbehörde (Schweizer Arbeitnehmer waren in den 70-iger Jahren bevorzugt zu behandeln). Da die Lebenskosten in D auch viel günstiger sind leben die Grenzgänger in D immer noch auf grossem Fuss, denn sie bezahlen auch an Steuern bekanntlich nur ca. die Hälfte. Im Tessin verschieben sich diese Begebenheiten dann nochmals zu Gunsten der italienischen Grenzgänger, weshalb dort eine noch viel grössere Arbeitslosigkeit unter den Tessiner Arbeitnehmern/Innen herrscht.

Die enorme Zustimmung im Kt. Tessin der MEI bestätigt dies eindrücklich.

 

MEI-Abstimmung im Tessin war Gelegenheit,

ein Zeichen zu setzen

 

Symptomatisc​​​​​​h ist die Entwicklung von Stabio, einem Tessiner Grenzort mit 4500 Einwohnern. „Stabio ist das Lampedusa der italienischen Unternehmer“, sagte kürzlich ein solcher Firmenboss. Will heißen: die Rettung.

 

Im Kt. Tessin sind 80 %

der Arbeitsplätze

von Grenzgängern besetzt.

 

Dort hat sich ein gigantisches Industriegebiet entwickelt. 80 Prozent der 5400 Arbeitsplätze werden von Grenzgängern besetzt. Internationale Modelabel sind mittlerweile hier zu Hause – nur die Bürger von Stabio haben das Gefühl, im neuen Siedlungsbrei nicht mehr zu Hause zu sein.

Sicherlich: Die Grenzgänger finden nur Arbeit, weil es Arbeit gibt. Dank Standort vorteil ist die Zahl aller Beschäftigten im Tessin gestiegen – von 188.000 (2002) auf 220.000 (2012). Doch inzwischen nimmt die Zahl der Pendler stärker zu als die Zahl der Arbeitsplätze. Das sorgt eben für Unruhe. Der Abstimmungssonntag vom 9.2. bot die ideale Gelegenheit, ein kräftiges Zeichen zu setzen.

 

Die Arbeitgeber profitieren enorm

 

Dasselbe erleben ja die Deutschen auch entlang der polnischen Grenze, wo sie von billiger arbeitenden Polen genau gleich unter Druck kommen. Polen arbeiteten ja auch in der Schweiz beim Bau der neuen MUBA in Basel für 5 CHF die Stunde weit unter dem Mindestlohn mittels vielen Tricks der Arbeitgeber, bis man diesem Treiben endlich (per Zufall) auf die Schliche kam. Die ganze Globalisierung und dieser ungezügelte freie Personenverkehr ist für die Arbeitnehmer eine einzige Lohndrückerei, von der die Arbeitgeber enorm profitieren, eben z.L. der hiesigen einheimischen Arbeitnehmer/Innen. Verschärft ausgedrückt würde ich dies als eine Art neuer Sklaverei bezeichnen, alles wird allem Anschein nach dem Mammon unterstellt, weshalb ich hoffe, dass die Menschen (es leiden nämlich auch die Familienangehörigen der unterbezahlten Arbeitnehmer/Innen i.d. Schweiz in den Grenzregionen) dass Einsicht in diese Gegebenheiten eine nötige Reaktion an der Urne jetzt erfolgt. Andernfalls ist der Leidensdruck vielleicht noch immer nicht gross genug. Dann müsste man gar nicht gross darüber lamentieren, nach einiger Zeit werden diese “Unbelehrbaren” dann halt brutaler auflaufen müssen, weil erst danach die richtigen Schlussfolgerung dann sicher kommen werden.

 

Sklavenähnliche Haushaltshilfen

in Deutschland und der Schweiz?

 

Eine Indonesierin putzt in einem Hochhaus Fenster: Nicht alle Haushaltshilfen aus dem Ausland finden einen Arbeitgeber, der sich an das Gesetz hält. Neben den traditionellen Formen wie etwa die der “Bonne”, dem Hausmädchen in Nordafrika, sind es aktuell vor allem die modernen Formen der sklavereiähnlichen Arbeits verhältnisse, die die Menschenrechtler beschäftigen. Und die gäbe es nicht nur nach wie vor, sondern mit wachsender Tendenz. Auch in einem hochindustrialisierte​​​​​​n Land wie Deutschland & der Schweiz. Hier betrifft es die Bauindustrie, Sexindustrie, Gastronomie, bestimmte industrielle Fertigungen und die Landwirtschaft. Ein weiterer Bereich ist der der Haushaltshilfen und der häuslichen Pflege, auch da kennt man Fälle. Das Ausmaß ist unbekannt, genaue Zahlen gibt es nicht, Einzelfallschilderung​​​​​​en haben das Phänomen zunehmend bekannt gemacht.

 

Migranten geraten in die Fänge

von Menschenhändlern

 

Afrikanische Immigranten stehen in der spanischen Enklave Melilla in Nordafrika für Essen an (Foto: AP/2005)

 

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Afrikanische Immigranten stehen in der

spanischen Enklave Melilla in Nordafrika

für Essen an

 

Die wirtschaftliche Perspektivlosigkeit in vielen Teilen der Welt lässt Menschen in den Industrieländern, aber auch im Nahen Osten oder in Lateinamerika nach Alternativen suchen.

 

Sie entscheiden sich für die Migration und geraten dann zunehmend in die Hände skrupelloser Menschenhändler. Meist haben sie keinen sicheren Aufenthaltsstatus. Werden ihnen Schulden für das Einschleusen oder die Beschaffung des Arbeits platzes vorgehalten, können sie sich nicht wehren.

Schließlich wird mit Gewalt gedroht, gegenüber den Arbeitssuchenden oder den Familienmitgliedern in der Heimat. Dann schuften sie an vielen Stunden des Tages unter schlechtesten Bedingungen für kleinste Löhne oder sogar nur für das Essen und einen Schlafplatz. Das schweizer TV hat diese Woche solche Zustände auch in der Schweiz bekanntgemacht, wo ein Pole der aussagen und sich auch filmen liess, dass er noch keine Stelle gefunden habe, aber vielleicht Morgen, sonst gehe er halt wieder nach Polen zurück. Sein Schlafplatz war eine Matratze auf dem Boden und ein Teller warme Suppe waren ihm genug, er sei zufrieden. Der arme Kerl nimmt doch gerne jeden noch so schlecht bezahlten Job gerne an. Da drängt sich eine Frage auf: Hat die eng verknüpfte Weltwirtschaft ausbeuterische Arbeitsbeding ungen wie diese sogar noch befördert? “Ganz klar hat es Auswirkungen auf die Arbeitsverhältnisse, denn es ist immer so, dass ein Arbeitgeber über die gezielte Senkung der Lohnkosten höhere Profite erzielen kann”. Vor allem in Bereichen, wo es um niedrig qualifizierte Arbeit geht oder sehr arbeitsintensive Wirtschaftsbe reiche, weiss eine Mitarbeiterin vom Aktionsprogramm der Zwangsarbeit in der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organizaton – ILO).

 

Was hat die Entwicklungshilfe bewirkt in Afrika?

Nichts, fast gar nichts!

 

Als Axelle Kabou 1991 in Dakar aus ihrem Buch Et si L’Afrique refusait le développement? – »Und wenn Afrika die Entwicklung ablehnte?« vorlas, entfachte sie Entrüstung, man beschimpfte sie als Verräterin, die in Europa ihre Seele verkauft habe. Denn ihre These, die Afrikaner seien selbst schuld an ihrem Elend, weil sie die Modernisierung verweigern, brach ein Tabu. Die schwarzen Eliten glaubten immer noch, schrieb Kabou, der Rest der Welt müsse als Kompensation für erlittenes Unrecht ihren Kontinent retten. Damals, 1991, stand Kabou noch ziemlich allein auf weitem Feld. Heute gibt es eine Reihe afrikanischer Intellekt ueller wie Roger Tagri, George Ayittey, Andrew Mwenda, James Shikwati oder Chika Onyeani, die in ihren cri de colère , ihren Aufschrei des Zornes, einstimmen.

 

»Entwic​​klungshilfe hilft Tyrannen bei der Unterdrückung«

 

Entw​​icklungshilfe stelle Tyrannen die Mittel zur Verfügung, um ihre Völker zu unterdrücken, schreibt der kenianische Ökonom Shikwati. Sie blähe Staatsbürokratien auf und fördere eine absurde Planwirtschaft. Sie werde zum Kauf von Waffen missbraucht. Sie ermögliche »monströse Projekte, die die Umwelt zerstören und menschliche Tragödien anrichten«. Vor allem aber lähmten die Geld- und Sachgeschenke die Produktivität der Empfängerstaaten und die Eigeninitiative ihrer Bürger

 

http://www.z​​eit.de/2007/01/EWP-S​h​ikwati

 

Der Kenianer James​​ Shikwati gehört zu den wenigen Marktliberalen in Afrika der die Meinung vertritt:
 
Um Himmelswillen schickt kein Geld mehr nach
 
Afrika, es bringt Afrika mehr Schaden als Nutzen.

 

Der 36 Jahre alte Shikwati hat vor sechs Jahren in Nairobi das Institut „Inter Region Economic Network“, kurz Iren, gegründet. Mit der Denkfabrik wirbt der ehemalige Lehrer für eine freiheitliche Wirtschaftsordnung in Afrika. Ausländische Entwicklungshilfe lehnt Shikwati ab.

 

https://www.vim​​​​​​​​​​​​​​​entis.c​h​/​d​/​d​i​a​l​o​g​/​​r​​e​​a​​d​ar​ti​cl​​e/​​en​​tw​​ic​​kl​​u​n​​g​s​​h​il​f​e-​i​n​-​b​a​r​-​a​b​s​c​h​a​​f​f​e​​n​-/

 

 

 

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Was​ wäre der freie Welthandel

ohne Sklavenarbeit?

 
@ Andres Tenzer, deutscher Philosoph und Pädagoge (*1954)

 

 

 

 

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Comments to: Fördert Globalisierung die Skalavenarbeit?
  • Februar 11, 2017

    Das Verstehen des Geldsystems würde ausreichen, dafür braucht es keine Meinungen aus dem Bundeshaus!

    Das Geld entsteht aus Schulden und Bankinvestitionen (Bankgirokonto = gesetzliches Zahlungsmittel als Manöveriermasse), somit entstehen die Ersparnisse und Gewinne aus Schulden und nicht umgekehrt! Der Logik der Geldschöpfung folgend besteht Geld aus nicht getilgten Schulden!

    Der Goldstandard war der Parameter für die Schöpfung von Buchgeld (Schulden), welches von den Geschäftsbanken an die Wirtschaft ausgegeben wird! Welche Währung wurde für die Goldkäufe als Zahlungsmittel akzeptiert? Genau wie heute, es wird immer noch wenigen Ländern zugestanden eine Schuldenwirtschaft nach dem westlichen Muster umsetzen zu können! Dafür sorgen die Weltbank, IWF, BIZ damit die Ausbeutung funktioniert!

    Ich möchte die Menschen auf die Auswirkungen fokussieren, welche nicht im Einklang dem Geldsystem umgesetzt werden!

    Wie kann Geld für die Rente fehlen, wenn die Ausgaben wieder zurückfliessen sollten (Umlageverfahren, wie Geld- und Güteraustausch)? Sind etwa die Ausgaben höher als die Beiträge (Verschuldung) und die Wirtschaft profitiert zu unrecht? Genau so verhält es sich für den Gegenwert der Arbeit/Leistung! Das Geldsystem (riesige Geldmenge aus Schulden) würde einen ordentlichen Gegenwert für die Arbeit und Ersatzleistungen ermöglichen! Diese Sozialstandards sollten in den Volkswirtschaftskrieg​en umgesetzt werden und nicht auf Sklaverei setzen (OECD)!

    Die Steuern sind auch in den erwähnten Gegenwerten enthalten, weil das Geld der Staatsquote im Geld- und Wirtschaftskreislauf zirkuliert! Einzig die Zuordnung ist nicht gerecht, weil der Lebensstandard wird nur für die Besserverdienenden korrekt berücksichtigt!

    Di​e Existenzkämpfe und Armut sind eben Menschen gemacht und nicht Gott gegeben, um die Manipulation der Ökonomen und Politiker zu ermöglichen!

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    • Juli 19, 2021

      Dann sind also Steuern von Schulden bezahlte Gegenwerte (welche wiederum Schulden sind), damit wir als Gegenleistung vom Staat Schulden zurück bekommen, damit besserverdienende mehr Schulden haben auf dem Konto als Jene die kein Konto haben, weil sie keine Schulden besitzen um damit Steuern in Form von Schulden zu bezahlen?

      Ohje Herr Bender – Sie schreiben sich um Teufelskommraus in eine Endlosschleife, die für Sie scheinbar stimmt. Nun können Sie wiederum daraus die falsche Schlussfolgerung ziehen, dass ich das Geldsystem nicht verstünde. Naja berichten Sie weiter, es ist sehr interessant oder auch amüsant.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Dany Schweizer

      Genau die Milch kommt aus der Migros und der Strom aus der Steckdose, Ihr Denkvermögen?

      Lese​n ist nicht gleichbedeutend mit begreifen!

      Geld besteht aus nicht getilgten Schulden, weil Geld nur aus Schulden entsteht!

      Die Auswirkung dieser Logik, sollte auch Ihrem Endlosdenken eigentlich möglich sein, oder fehlt Ihnen das abstrakte Denkvermögen!

      Sämt​liche Ersparnisse und Eigenmittel sind Schulden von Anderen, weil das Geldsystem aus Schulden besteht! Diesen Schulden stehen die daraus geschaffenen Aktiven! Am Ende des Geldes bleiben die aus dem Geld (Gegenwert der Arbeit) veredelten Sachwerte! Wenn Sie diese Bilanzwahrheit nicht begreifen können, ist Hopfen und Malz verloren, aber hören Sie auf, mich zu denunzieren!

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    • Juli 19, 2021

      Sie können beleidigen wie Sie möchten. Es war ein ironischer Text, falls Sie das nicht bemerkt haben.

      Schönes Weekend

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  • Februar 14, 2017

    Die Grenzgänger dürfen nicht weniger verdienen als die Inländer, so ist es geregelt. Nun gab es aber Schlaumeier unter den Firmen in Grenzgebieten, die einfach die Löhne für alle so tief ansetzten, dass zum Beispiel ein Tessiner im Tessin davon nicht leben kann, ein italienischer Grenzgänger aber schon, weil er in Italien geringere Lebenskosten hat. Das Tessiner Stimmvolk gab Gegensteuer und nahm eine kantonale Mindestlohn-Initiativ​e an. Das ist auch der richtige Weg. Wenn die Löhne das Problem sind, muss man auch bei den Löhnen ansetzen.

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