1. Umwelt, Klima & Energie

Frontartikel NZZ von heute: Hysterie um Fukushima!

Der Leit­ar­ti­kel der NZZ von heute begründet das Wachs­tum der Grünen in Deutsch­land mit der hys­te­ri­schen Re­ak­tion auf die Re­ak­tor­ka­ta­stro­​phe in Fu­kus­hi­ma. Das ist Zy­nis­mus pur! Die grösste zi­vile ato­mare Ka­ta­stro­phe pas­siert aus­ge­rech­net im si­chers­ten Land der Welt, in Ja­pan, mit Aus­wir­kun­gen, die meh­rere Ge­ne­ra­tio­nen und Mil­lio­nen von Men­schen tref­fen! Das als Hys­te­rie zu be­zeich­nen, ent­behrt jeg­li­chen Ge­schmacks.

– Noch heute leben in Japan über 80 000 Menschen in Notunterkünften

– Noch heute leben in der unmittelbaren Umgebung von Fukushima, in Gebiet, das gemäss offiziellen Empfehlungen evakuiert werdne müsste, über 30 000 Menschen. Sie sind verstrahlt und werden weiter verstrahlt – und sie werden erkranken an den Folgen

– Noch heute strahlen die defekten Reaktoren

– Nahrungsmittelkette und Trinkwasser sind betroffen

– Hunderttausende von Tonnen verstrahlte Erde sollten abgetragen werden, wohin damit?

– Es ist hinlänglich bekannt und publiziert (wissenschaftlich), was uns die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl gekostet hat und noch kostet, und wie sie in der Öffenlichkeit heruntergespielt wurde.

Ich bin nicht bereit, selbst Mitverantwortung zu übernehmen für Restrisiken dieser Dimension, zumal die Alternativen vor der Türe auf uns warten. Im Minimum erwarte ich Respekt gegenüber den Opfern, und Empathie.

 

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Comments to: Frontartikel NZZ von heute: Hysterie um Fukushima!
  • September 24, 2011

    Der Wahlkampf der GLP in GR beruht im Wesentlichen darauf, dass ihr NR-Kandidat mit seiner Baufirma den Bau von ein paar Windrädern im Churer Rheintal plant. Die jährliche Stromproduktion seines Windrades in Haldenstein würde aber bloss 0.04% (1/2500) der Wasserkraft in diesem Kanton betragen! (Eine Zahl, die die GLP konsequent verschweigt — dafür wirbt sie mit falschen/irreführende​n Zahlen zu den Nachteilen.) Angesichts solcher Grössenordnungen ist es höchst irreführend, so zu werben, als ob dieser NR-Kandidat den Atomausstieg ermöglichen würde.

    Zitat YG: “Der Leit­ar­ti­kel der NZZ von heute begründet das Wachs­tum der Grünen in Deutsch­land mit der hys­te­ri­schen Re­ak­tion auf die Re­ak­tor­ka­ta­stro­​phe in Fu­kus­hi­ma. Das ist Zy­nis­mus pur!”

    Zynismus ist, mit “Atomausstieg” auf Stimmenfang zu gehen, obwohl man diesen nicht realistisch anbieten kann.

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    • September 24, 2011

      Vielleicht ist Ihnen entgangen, dass ich nicht Mitglied der GLP bin. Ich stehe in der Verantwortung für mein Handeln. Natürlich können wir den Atomausstieg anbieten, ohne Stromlücke. Aber niemand kann das allein, es braucht eine Mehrheit im Parlament. Da die grüne Partei zweifelt, dass sich nach den Wahlen eine parlamentarische Mehrheit findet, hat sie die Atomausstiegs-Initiat​ive lanciert. Die Bevölkerung wird also das letzte Wort haben.

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    • September 24, 2011

      Zitat: “Vielleicht ist Ihnen entgangen, dass ich nicht Mitglied der GLP bin.”

      Das weiss ich. Es war nur ein Beispiel, wie eine “grüne” Partei mit “Atomausstieg” auf Stimmenfang geht. Ihre Partei im genannten Kanton macht sich nichtmal die Mühe, selber ein Windrad zu planen…

      Zitat: “Natürlich können wir den Atomausstieg anbieten, ohne Stromlücke. … die Atomausstiegs-Initiat​ive”

      Der Initiativtext garantiert nicht einen Atomausstieg ohne Stromlücke und ohne Atomstromimporte aus Ländern mit weniger sicheren AKWs. Er enthält bloss das Verbot von AKWs in der Schweiz sowie vage Absichtserklärungen zu Stromsparen und Förderung von Alternativenergien.

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    • September 25, 2011

      Entschuldigen Sie Frau Yvonne Gilli,

      Aber auch in der Krankenkasse haben Sie so komische Ansichten. Ich würde das nicht Verantwortung übernehmen nennen.

      freundlich​e Grüsse.

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    • September 25, 2011

      Die 3 Negativ-Punkter zu meinem letzten Beitrag (“Der Initiativtext garantiert nicht einen Atomausstieg ohne Stromlücke …”) mögen doch bitte erklären, was daran inhaltlich falsch war. Aber einfach willkürlich punkten ist halt einfacher als argumentieren…

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  • September 24, 2011

    Der Erfolg der Grünen in Baden-Würtemberg ist hauptsächlich auf den Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung in vielen Bereichen und auf Stuttgart21 zurückzuführen.

    Zuletzt in Berlin wurden sie wieder auf das rechte Mass zurückgestutzt, obwohl ich der meinung bin, dass die Grünen viele Wähler an die Piraten verloren haben.

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  • September 25, 2011

    Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wurde durch einen Irren Menschen verursacht, plus marode Technik, was man nicht Technik nennen dürfte.

    Dieser Irre hatte eine Fundi Idee, einen Test durchzuführen, der dann in die Hose ging.

    Japan als das sicherste Land zu bezeichnen, in dem es laufend Erdbeben gibt, kann man. Wobei einmal mehr festzuhalten ist, das Erdbeben wurde überstanden, der Tsunami nicht.

    Gut, Sie Frau Yvonne Gilli sind nicht bereit Risiken mitzutragen. Kommt es zu einer Abstimmung, wird eine demokratische Mehrheit über den Weiter Fortgang von KKW bestimmen, ob die alle abgeschaltet werden, oder eben man Neue Wege baut.

    Wenn Grün, Rot, wer auch immer noch Zweifel hat, „teilweise zu Recht“, abschalten will, so müssen Sie von dieser Seite her Hand bieten, und genügend Alternativen Real existent anbieten.
    Aber kommen Sie nicht mit sparen, 2000Watt Gesellschaft und so einem Schrott, sondern stellen Sie zusammen mit Ihren grünen Kumpels genügend Alternativen auf.

    Nur so werden Sie schlussendlich eine Mehrheit gewinnen, damit man abschalten kann, oder Neue bauen kann.

    Einfach Zeitungsartikel zerreissen, oder auf Katastrophen hinweisen reicht nun einmal nicht mehr. Keine weiteren Papiertiger, sondern Reale Umsetzung.

    Freundl​iche Grüsse.

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    • September 25, 2011

      Sehr geehrter Herr Nabulon
      – ich respektiere unsere demokratische Regeln und befürworte eine Volksabstimmung. Dieser bin ich als gewählte Politikerin verpflichtet, ganz in ihrem Sinn.
      – den spezifischen Ursachen einer Katastrophe nachzugehen (menschliche Fehlentscheide, ungewöhnliche Naturereignisse) finde ich selbstverständlich auch notwendig und wichtig, da wir so auch laufend unsere Risikosituation neu beurteilen können.
      – Ich unterstütze Ihre Aufforderung, an realpolitischen Lösungen konkret mitzuarbeiten, konstruktiv! und halte mich daran.

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    • September 26, 2011

      Gut Frau Yvonne Gilli,

      – Wir brauchen verantwortungsbewusst​e Führungspersönlichkei​ten an solch wichtigen Schlüsselstellen.
      – Geldgeile und Geldgierige Börsen Junkies alà Börsen die ohne irgendwelchen Verstand dem Mammon hinterherrennen, sind die falschen.
      – Mal abgesehen dass die meiner Ansicht nach überall falsch sind, weil Die am Ende mehr Schaden anrichten als Nutzbares einfahren. (Aber, bis heute sind ja alle hinter diesen Casio Spieler her gerannt wie hinter dem Rattenfänger).
      – Wir​ brauchen aber auch nicht die Protestierer, diese Überängstlichen die vor allem und jedem Schiss haben. So, die Welt ist schlecht und wir gehen alle unter!

      Schaut man Unsere Themen an, Überall ist der Verstand abhanden gekommen. Nichts funktioniert richtig.
      Arbeitsmarkt eine Katastrophe, Gesundheitswesen, eine Katastrophe, Schule und Bildungswesen was soll man dazu sagen, seit 40Jahren geht uns der Sprit aus nur um die Preise für Energie in die Höhe zu treiben, der ÖV eine Katastrophe, die Armee eine Katastrophe, Umgang mit Kriminellen, eine Katastrophe, Staatsverschuldungen,​ Privatverschuldungen eine Katastrophe,
      Alle von „Links bis Rechts“ rennen hinter Ideologien her, Ohne Verantwortung zu übernehmen.

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  • September 25, 2011

    Grüezi Frau Gilli, ich teile meine Meinung mit der NZZ und bin deshalb nicht der Meinung dass es Zynisch gemeint ist. Schauen sie, in meinem Umfeld ist ein junger Mann mit dem Motorrad Tödlich verunglückt, der Schock war Gross! Just zu diesem Zeitpunkt standen wir vor dem Kauf eines Motorrads für meinen Sohn. Panik machte sich breit bei meiner Frau und mir und wir entschlossen uns den Kauf abzusagen. Etwas später überdachten wir die Situation und so konnten wir unserem Sohn nicht mehr wieder stehen und er bekam sein Motorrad!

    Genau das Verhalten ist auch in unserer Gesellschaft so. Nach Fukuschima war die Welt erschütter und alles schrie Kopflos nach dem Stopp der AKW’s. Von den AKW Gegner und den Grünen wurde zwar gross der sofortige Ausstieg Beschworen, eilig versuchte man der Bevölkerung wiederholt zu suggerieren, dass es möglich sei aber ohne konkrete Fakten vorlegen zu können. Wir Bürger sind heute nicht mehr abhängig von Parteien die auch ihre Existenzberechtigung aufzeigen wollen-müssen. Dank dem Internet wurde nicht nur Mubarak gestürzt, nein auch können wir heut viele Meinungen von Verschieden Experten einsehen und nicht nur die, die man uns zeigen will. Das unabhängige Volk, also jene die nicht für die Partei oder sonstige Interesen Vertreten müssen, machen sich neu und unabhängig Gedanken! Wie sie sehen, besteht kaum Interesse an ihrem Blog noch Anderswo! Auch wenn die Grünen mit allem mittel versuchen das Thema mindesten bis zur den Wahlen aufrecht zu erhalten. Das Volk weiss um den Handlungsbedarf aber es weiss auch, dass wir zur Zeit keine echte Alternative zur Kernenergie haben!

    Ich schliesse mich dem Kommentar von Herr Nabulon an!

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  • September 26, 2011

    Sehr geehrte Frau Gilli

    „… zumal die Alternativen vor der Türe auf uns warten.“

    Da wartet nichts! Es braucht intelligente Forscher und Entwickler mit viel Power in allen Bereichen der nicht fossilen Energiequellen. Nur so kommen wir schrittweise vom knapp und teuer werdenden, zunehmend umstrittenen Erdöl und Erdgas weg.

    Die vermehrte Nutzung der Biomasse und der Wasserkraft ist nur beschränkt möglich. Die bisher genutzten Möglichkeiten zur Gewinnung neuer erneuerbarer Energien bringen nur wenig. Einzig die Nutzung der Windkraft bringt nennenswerte Anteile. Doch deren Möglichkeiten sind auf windreiche Gebiete begrenzt. Die Photovoltaik hat beachtliche Fortschritte gemacht, doch ihr Anteil ist auch in Ländern wie Deutschland und Österreich zwar wachsend, aber immer noch sehr klein. Nur in den Träumen und Phantasien der AKW-Gegner sind bereits riesige Flächen mit Solarzellen bedeckt. Über den kaum zu bewältigenden Aufwand für den Unterhalt dieser zeitlich beschränkt einsetzbaren Anlagen machen sie sich kaum Gedanken. In der Schweiz hat die Nutzung der tiefen Geothermie das grösste Potential. Doch in Basel und Zürich waren die ersten Versuche erfolglos. Ob wir in Zukunft ausser in einigen privilegierten Zonen wie etwa St. Gallen wirtschaftlich und gefahrlos Strom erzeugen werden können, wissen wir heute noch nicht. Hier zur Erinnerung die für unsere Politik massgebende Einschätzung der zukünftigen Möglichkeiten der Stromerzeugung in der Schweiz im Vergleich zum geschätzten Strombedarf durch Prognos (Bundesamt für Energie). http://www.bernerschach.ch/A​KW-Ersatz.pdf Natürlich kann man verschiedenste Szenarien rechnen, bis man zu einer Variante kommt, die ohne Kern- und Gaskombi-Kraftwerke auskommt. Doch betrachtet man alle, auch die realistischen Szenarien, sieht man, dass es ohne mindestens eine Sorte dieser Stromerzeuger offensichtlich nicht geht.

    Wer wirklich „grün“ und umweltbewusst denkt, sieht schon lange, dass die weltweite Energieversorgung langfristig nicht ohne die Weiterentwicklung in allen Bereichen der Nicht Fossilen Energien möglich ist.
    http://www.bernerschach.ch​/Gesamtenergie.pdf
    http://www.bernerschach.ch​/Erneuerbare.pdf
    www​.bernerschach.ch/Kern​energie.pdf

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    • September 26, 2011

      Über Ihre Antwort freue ich mich sehr, bestätigen doch Ihre Überlegungen, die ich weitgehend teile, dass ich wirklich grün und umweltbewusst denke und handle.

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  • September 26, 2011

    Werter Herr Benedikt Jorns,

    Sehen Sie, das ist doch genau das was ich meine. Noch vor 6Jahren 2005 plädierten die Umweltbewussten, / ich schreibe jetzt absichtlich nicht die SP, oder die Grünen, oder die Grünliberalen, weil es da Mitläuferinnen und Läufer hat aus der FDP, aus der CVP, / noch für das „Saubere Erdgas“!
    Da man, „Ich“ ja nicht schuld sein will, wenn diese Kyoto Protokolle nicht erfüllt werden, stellt man um auf Erd-Gas!
    Ihre geschriebenen Worte:
    „Nur so kommen wir schrittweise vom knapp und teuer werdenden, zunehmend umstrittenen Erdöl und Erdgas weg.“ C.P.

    Da wird bereits Erdgas und Erdöl in einem Atmen Zug genannt. Es ist also absehbar, wenn man weiter mit solchen Politikerinnen und Politiker weitermachen will, Erdgas Verbrauch wird der nächste Zankapfel.
    So kommen wir doch nicht weiter. Nebst den CO2 Abgaben welche ebenso auf Erdgas verlangt werden.

    Irgendwann, heute, hat man genug von den Lafferis mit immer mehr neuen Ideen auf dem Papier, das ist kein Computerspiel in dem man Game over eingibt und neu Startet.
    Wenn wir etwas machen kostet das Geld. Wenn die Investition vergebens war, wer bezahlt die Zeche? Ja, logisch, es werden die Mieter sein.

    Gut, man könnte sich noch die Frage stellen, warum man so schnell investiert, und verändert?
    Das werde ich in Zukunft auch nicht mehr machen, sondern schön längsam ein Schritt nach dem anderen, wie das die Berner so tun….easy…

    MFG Werner Nabulon

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  • September 29, 2011

    Könnte man die warme Luft, welche Politiker wie Sie tagtäglich produzieren, für die Energiegewinnung nutzen, wäre das Problem gelöst. Leider geht das genausowenig, wie die sichere Versorgung ohne Kernkraftwerke. Während hier hysterisch und fernab jeglichen Fachwissens der Atomausstieg propagiert wird, reiben sich Länder wie Indien oder auch nähergelegene Ostblockstaaten genüsslich die Hände. Sie bauen neue Kernkraftwerke und werden uns durch Wohlstand erblindeten Mitteleuropäern bald ihren günstigen Atomstrom teuer verkaufen. Wie blöd muss man sein, den über Generationen erarbeiteten Wohlstand freiwillig wegzuwerfen. Schade, dass Plauderpolitiker wie Sie dereinst nicht für den volkswirtschaftlichen​ Schaden aufkommen müssen. Bezüglich Japan und hochtechnologisiertes​ Land. Mag sein, dass dies heute so ist. Die Blöcke von Fukushima aber waren alles andere als hochtechnologisisert.​ Nachrüstungen wurden keine gemacht. Hätten die Japaner auch nur einen Teil der Schweizer Nachrüstungen gebaut, wäre die Katastrophe vermeidbar gewesen.

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    • September 29, 2011

      Sehr geehrter Herr Eichelberger
      ich bedaure Ihre undifferenzierte Kritik, die mit einer vorgefassten Meinung versehen ist. Ich trete gern mit anders Denkenden in Kontakt und finde das eine Bereicherung, aber ich weiss, dass Sie selbst nicht mit Attributen eingedeckt werden möchten, die Sie mir austeilen. Schade!

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    • September 30, 2011

      Grüezi Frau Gilli
      Interessant, was Sie über mich wissen. Sie kennen mich ja gar nicht….? Das einzige Attribut, das ich Ihnen direkt an den Kopf warf, war Plauderpolitiker. Das war nicht wirklich freundlich meinerseits, sorry. Alles andere ist global abgefasst, dazu stehe ich nach wie vor. Wenn man von undifferenzierter oder vorgefasster Meinung spricht, dann dürfte man wohl automatisch auf die Politik der Grünen kommen. Kernkraft ist des teufels, und muss ohne wenn und aber weg, koste es was es wolle. So das Motto der Grünen. Auch Ihres? Ihr seit nicht ansatzweise bereit, GAU’s wie Fukushima oder Tschernobyl differenziert zu betrachten. Sie sind mir der Schweiz nicht direkt vergleichbar. Da aber der Atomausstieg bei den Grünen Religion ist, ist meist auch keine Diskussion möglich. Günstige Energie ist der Motor unseres Wohlstandes. Dies gibt linksgrün ohne mit der Wimper zu zucken preis. Wir werden auch künftig keine MWh weniger Atomstrom haben, er wird künftig einfach nicht mehr in der CH produziert und wesentlich teuerer im Ausland eingekauft. Frankreich macht 80% der Energie mit KKW’s. Deutschland musste nach dem voreiligen Abschalten ihrer 8 ältesten Werke tausende MWh an fehlender Energie täglich importieren und wird nun vermehrt Kohlekraftwerke auslasten, ev. sogar neue bauen. Tschechien hat bereits einmal angetönt, man werde sehr gerne neue KKW zur Versorgung Europas bauen und die Russen dürften wohl die mögliche Geldquelle auch nicht ausen vor lassen. Linksgrüne (Energie)Politik ist schlicht und einfach selbstzerstümmelung. Aber wie hat es euer Guru Dani Vischer auf Tele Züri mal in einem anderen Zusammehang gesagt. Uns ging es lange genug gut, jetzt sind auch mal die anderen an der Reihe. Mir scheint so, als sei darauf die ganze linksgrüne Politik aufgebaut. Zum Glück wollen aber nicht alle den gewonnenen Wohlstand aufgeben.

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    • September 30, 2011

      Sehr geehrter Herr Eichelberger
      Gern beziehe ich jetzt nochmals Stellung zu Ihren Argumenten:
      – Kernkraft muss weg, ohne wenn und aber, koste es, was es wolle: nein, ich teile diese Haltung nicht. Ich bin mir auch bewusst, dass der Ausstieg aus der Atomenergie noch mehrere Jahrzehnte dauern wird, und unterstütze jeden Schritt, der den Ausstieg politisch und wirtschaftlich voranbringt. Persönlich denke ich, dass kleine Restrisiken mit sehr grossem Schaden breit gesellschaftlich diskutiert werden müssen. Letztendlich wird in dieser Frage die Bevölkerung entscheiden und ich werde diesen Entscheid respektieren. Natürlich gilt es, die Unfälle in der Vergangenheit differenziert zu analysieren und allfällige ähnliche Schwächen in der Schweiz zu beheben. Ich weiss von mehreren bürgerlichen Politikern, die aktiv und engagiert die Nuklearenergie unterstützten, die wegen Tschernobyl und Fukushima ihre Haltung grundsätzlich geändert haben. Auch das kann eine differenzierte Entscheidung sein, die Mut braucht, da einige unter ihnen auch VR-Sitze in Energiekonzernen inne haben oder hatten.
      Zur linksgrünen Politik: Es gibt einige Städte und Kantone, die grüne RegierungsvertreterIn​nen haben, deren staatstragende Arbeit sehr geschätzt ist. Im National- und Ständerat sind die Grünen eine Minderheit, die nur zusammen mit mindestens einer grossen bürgerlichen Partei eine Mehrheit erreichen kann. Hier möchte ich darauf aufmerksam machen, dass der Kampf gegen unethische Finanzgeschäfte, Abzockermentalität und die “too big to fail” Problematik uns in eine heikle Finanz- und Wirtschaftssituation geführt haben, eben weil die CVP, FDP und SVP wesentlich durch die Finanzelite mitfinanziert sind und die Transparenz der Parteienfinanzierung verweigern.

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    • September 30, 2011

      Gerade weil der Ausstieg noch Jahrzehnte und nicht Jahre dauern wird wäre es sinvoll gewesen, ein neues KKW, gebaut nach neuesten Erkenntnissen und auf dem neuesten Stand der Technik, zu bauen und damit 2-3 alte zu ersetzen. Dies hätte wohl der Sicherheit wesentlich mehr gedient, als das hysterisch durchgeboxte Bauverbot von neuen Anlagen. Aber ein nochmals minimiertes Restrisiko hätte den Grünen politisch nichts gebracht, deshalb verbietet man lieber einen Neubau, wettert derweil über die alten Anlagen und kann gleichzeitig ausser blöde Sprüche (wenn man den Ausstieg will geht das auch) keinerlei Alternativen anbieten. Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, wir werden auch künfitg nicht weniger Kernenergie haben, wir müssen nur teuer dafür bezahlen, haben die Arbeitsplätze nicht mehr und, das schlimmste an der Sache, wir haben auch die Kontrolle über die Anlagen nicht mehr.

      Selbstverständlic​h werde auch ich, genau wie Sie, einen Volksentscheid unabhängig des Ausgangs akzeptieren. Ich hoffe aber schwer, das Volk wird sachlicher abwägen als die Politik.

      Für die Schweiz, die persönliche Freiheit, das Privateigentum ,die Selbstverantwortung und unseren Wohlstand bleibt zu hoffen, dass die Grünen auch weiterhin eine Minderheit bleiben werden.

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    • Oktober 1, 2011

      Tja, so sind Wertehaltungen verschieden. Das macht die Demokratie aus. Nur noch eine letzte Replik. Die Grünen bestehen aus einzelnden Individuen und sind keine homogene Masse, die mit einem statischen Klischee versehen werden kann. Aber als Feindbild taugt ein Klischee immer besser.

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  • September 30, 2011

    Wir sind alle froh, dass ein Teil der Evakuationszone von Fukushima nun wieder bewohnt werden kann. Die Radioaktivität ist sehr stark zurückgegangen. Hoffen wir, dass die restlichen Evakuierten auch bald zurückkehren dürfen. Die Erhöhung von Krebsrisiken der Leute rund um Fukushima ist gemäss dem für die Beurteilung von radioaktiver Strahlung kompetenten AC-Labor in Spiez äusserst klein. Einzig einige Tepco-Mitarbeiter werden in den kommenden Jahren ein Krebsrisiko haben, vergleichbar mit demjenigen von mässigen Rauchern. Siehe dazu http://www.bernerzeit​ung.ch/ausland/asien-​und-ozeanien/Fukushim​a-Vieles-eindeutig-ue​bertrieben-/story/268​64193

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    • September 30, 2011

      Das ist leider eine krasse Verharmlosung

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    • Oktober 1, 2011

      Sehr geehrte Frau Gilli

      Dass ein namhafter Teil der Evakuierten aus der Gegend von Fukushima bereits wieder zurückkehren kann, ist die Realität. Japan begründet diese Entscheidung ausführlich und es ist bekannt, dass Japan sich sehr darum bemüht, seriös und vorsichtig solche Entscheidungen durch Abklärungen abzustützen.

      Dr. Emmanuel Egger, der im Zeitungsartikel von Tagesanzeiger, Bernerzeitung und Der Bund informierte, ist Strahlenspezialist im AC-Labor in Spiez. Er und sein Team werden staatlich finanziert, gelten als die massgebenden Spezialisten in der Schweiz und müssen als objektiv neutral angesehen werden. Der Artikel stammt vom 3.06.2011, ist also nicht mehr ganz auf dem neusten Stand. Ich erwarte in naher Zukunft eine neue Stellungsnahme des AC-Labors. Sie dürfte gemäss den neusten Entwicklungen in Japan eher noch etwas zuversichtlicher sein, insbesondere was die Evakuierung betrifft.

      Doch hier noch etwas ganz Anderes:

      Seit dem Fukushima-Hoch scheint es unerwartet rasch stark bergab zu gehen mit den Grünen. Nicht zuletzt die vielen nach unten weisenden Daumen bei den Artikeln im Vimentis von Frau Teuscher und euch andern Parteivertreter(innen​) bestätigen die neusten Entwicklungen vor den Wahlen. Auch das AusSitzen und andere Aktionen rund um Mühleberg waren ein Flop einiger hartnäckiger “Atomkraft – Nein Danke – Kämpfer”.

      Ich schlage Ihnen einen Deal vor. Als überzeugter Umweltfreund würde ich sehr gerne Mitglied bei den Grünen. Allerdings müssten Sie und Ihre Parteifreunde damit leben können, dass ich mich für die schrittweise Ablösung der fossilen Energiequellen einsetze und die Meinung vertrete, es brauche dazu alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie (inkl. Kernfusion).

      Sobald ein neues Kernkraftwerk-Projekt​ in der Schweiz zur Diskussion stehen sollte, habe ich eine „Volksinitiative für eine umfassende Energiestrategie“ bereit, in welcher folgende Punkte hervorzuheben sind:

      – Klare Zielvorgabe > Ablösung der fossilen Brennstoffe durch Nutzung aller Nicht Fossilen Energien und aller zur Verfügung stehenden Technologien.

      – Konkurrenzierung der erneuerbaren Energien durch die Kernenergie muss periodisch analysiert und abgeschätzt werden. Dem Resultat entsprechend sind flankierende Massnahmen zur Entschärfung der Konkurrenzsituation festzulegen.

      – Förderung von Forschung und Entwicklung zur Erreichung der obigen Ziele ist in BV verankert.

      Siehe unter http://www.bernerschach.ch/E​nergiestrategie.pdf

      Damit bekäme die Grüne Partei zwei Flügel. Auf der einen Seite wären wie bisher die überzeugten “Atomkraft – Nein Danke – Kämpfer”. Auf der andern Seite wäre ein neuer Flügel mit einer offenen Denkweise gegenüber allen Energiequellen, welche helfen, die fossilen Energien schrittweise abzulösen. Ich bin überzeugt davon, dass dank diesem neuen Flügel die Grüne Partei in der Schweiz schon bald stark wachsen und an Bedeutung gewinnen würde.

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    • Juli 19, 2021

      Da würde ich nicht bei den fundamentalen Grünen anklopfen, sondern eher bei der SVP. Denen ist nähmlich eine sichere und auslandsunabhängige Energieversorging wichtig.

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  • Oktober 1, 2011

    Weder die Atomkraft-Befürworter​ noch die Atomkraft-Gegner argumentieren fair.

    Die Einen beschwören den blitzartigen Niedergang des “Wohlstandes” würde man denn den “Stecker ziehen” und verharmlosen die Risiken der Atomstromproduktion in verantwortungsloser Art und Weise, die Anderen visionieren den problemlosen Ersatz der Atomkraft mit den Erneuerbaren und wollen gleichzeitig die unbegrenzte Zuwanderung von weiteren Energieverbrauchern in unser Land fördern.

    Befürwort​er und Gegner sind in ihrem Pro und Kontra nicht ehrlich.
    Es geht auch niemandem um eine wirkliche Lösung der anwachsenden Risiken und Probleme die mit unserem Energieverbrauch zusammenhängen!
    Das Thema versteckt die dahinter stehende Absicht – und das ist wie überall die eigene politische Karriere!

    “Fukush​ima ist nicht mehr gefährlich” und das nachdem die Tepco-Betreiber und die japanische Regierung bezgl. der Verstrahlung die Bevölkerung dermassen belogen haben, dass es an mörderische Fahrlässigkeit grenzt!

    Glaubt wirklich irgendjemand diesen Blödsinn, dass höchstens ein paar Tepco-Abeiter ein minimales Krebsrisiko, analog dem eines schwachen Rauchers mit sich herumtragen? Gibt es dafür Beweise?

    Haben andererseits die Grünen irgendwas anderes zu bieten als unbewiesene Behauptungen über die Machbarkeit eines Ausstiegs ohne den willigen Bürger mit enormen Kosten und sonstigen Auflagen noch mehr zu belasten? Und wieso und wie können die Grünen eine Reduktion des Energieverbrauches anstreben und gleichzeitig immer mehr Menschen in unserem Land mit Energie versorgen wollen?

    Wie soll das denn gehen? Darauf habe ich noch nie eine vernünftige Antwort gehört!

    Warum glaubt überhaupt irgendjemand an die superschnelle Wende in der Haltung des BR zur Atomfrage?
    Ich bin bloss gespannt darauf, auf welche Weise unsere “Volksbeschwichtiger​” sich nach den Wahlen wieder aus dieser Affäre ziehen werden. Und auf das empörte Gezeter der Grünen, dass unweigerlich auf die erneute Wende zurück zur Atomenergieproduktion​, folgen wird.
    Es hat sich überhaupt nichts wirklich geändert, weder im Denken noch im Handeln – meine Damen und Herren! – Es ist nur Wahlkampf – Da wird erfahrungsgemäss noch mehr gelogen als sonst!

    http://www.ta​gesschau.sf.tv/Nachri​chten/Archiv/2011/09/​30/International/Kata​strophe-in-Japan/Ruec​kkehr-zum-AKW-Fukushi​ma-teilweise-moeglich​

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    • Oktober 1, 2011

      Sehr geehrte Frau Keller

      Auch wenn ich einige Ihrer Aussagen unterstütze, diesmal hab ich Ihnen den Daumen nach unten gedrückt. Weder Dr. Emmanuel Egger noch ich sind Politiker. Wenn ich es jemals würde, wäre es genau umgekehrt, weil ich meinen Anliegen, z.B. meiner „Volksinitiative für eine umfassende Energiestrategie“ mehr Chancen geben will. (Siehe meinen Beitrag etwas weiter unten.)

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    • Oktober 1, 2011

      Viele wünschen sich weniger Polarisierung und mehr Zusammenarbeit und zielorientierte Arbeit in der Politik. Genau mit wertenden Verallgemeinerungen oder einer pauschal negativen Grundeinstellung wird dieser Wunsch aber nie in Erfüllung gehen. Ich setze mich als grüne Politikerin dafür ein, dass:
      – wir das Ziel Ausstieg aus der Nuklearenergie ohne Hintertüre formulieren
      – wir gleichzeitig Ziele formulieren für die Steigerung der Energie-Effizienz und verstärkter Nutzung erneuerbarer Energie
      – wir uns auf den Weg machen, diese Ziele zu erreichen: zusammen, praktisch, realitätsbezogen und ehrlich. Ich habe nie gesagt und werde nie sagen, dass wir AKW’s sofort abschalten können. Ich sage ebenfalls nie, dass der Umstieg keine Konsequenzen auf unsere Lebensführung hat. Was den Wohlstand betrifft, so möchte ich ihn zusammen mit allen meinen KollegInnen im Parlament für uns alle in der Schweiz erhalten.

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    • Oktober 1, 2011

      Geehrte Frau Gilli und geehrter Herr Jorns:

      “Fukushi​ma ist nicht mehr gefährlich” und das nachdem die Tepco-Betreiber und die japanische Regierung bezgl. der Verstrahlung die Bevölkerung dermassen belogen haben, dass es an mörderische Fahrlässigkeit grenzt!

      Glaubt wirklich irgendjemand diesen Blödsinn, dass höchstens ein paar Tepco-Abeiter ein minimales Krebsrisiko, analog dem eines schwachen Rauchers mit sich herumtragen? Gibt es dafür Beweise?

      Haben andererseits die Grünen irgendwas anderes zu bieten als unbewiesene Behauptungen über die Machbarkeit eines Ausstiegs ohne den willigen Bürger mit enormen Kosten und sonstigen Auflagen noch mehr zu belasten? Und wieso und wie können die Grünen eine Reduktion des Energieverbrauches anstreben und gleichzeitig immer mehr Menschen in unserem Land mit Energie versorgen wollen?

      Wie soll das denn gehen? Darauf habe ich noch nie eine vernünftige Antwort gehört!

      Das sind konkrete Fragen auf die ich bis anhin weder von Pro’s noch von Kontra’s glaubwürdige Antworten gehört habe. Leider auch nicht von Ihnen.

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    • Oktober 1, 2011

      Sehr geehrte Frau Keller

      Um zu den Folgen von radioaktiver Bestrahlung kompetent mitreden zu können, braucht es eine entsprechende Ausbildung, eine jahrelange intensive Lektüre von Fachzeitschriften und einen Wissensaustausch bei internationalen Konferenzen. Wahrscheinlich sind solche Spezialisten in der Schweiz an einer Hand abzuzählen. Wir Vimentis-Diskutierer gehören sicher nicht zu ihnen. Ich würde jedoch erwarten, dass Dr. Emmanuel Egger, Strahlenspezialist im AC-Labor in Spiez, ein solcher ist. Wenn er es nachweislich nicht wäre, würde ich ihm sofort die Stelle künden. Genau dieser Dr. Emmanuel Egger macht diesen Vergleich mit den Rauchern! Im Moment sehe ich wirklich keinen Grund, ihm nicht zu glauben.

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    • Oktober 1, 2011

      Geehrter Herr Jorns
      Ihren Glauben in Ehren, aber ich teile ihn nicht.
      Auch wenn die Spezialisten sich zu den Folgen der atomaren Gaus mehr oder weniger positiv äussern heisst das für mich keineswegs, dass ihre Äusserungen der Wahrheit, resp. den Tatsachen entsprechen müssen.
      Massgebend sind m.E. immer die Interessen die dahinter stehen.

      Ich unterstelle hier niemandem irgend was, aber gerade wenn wir die Mauscheleien, die Falsch- oder Nichtinformationen der Kraftwerkbetreiber bezüglich diverser Lecks und Schäden, sowie in Sachen Endlagerungen etc. und mangelnder Wartung und Nachrüstung und sonstiger Schlampereien die bereits vorgekommen sind, im Auge behalten, ganz zu schweigen von der bereits erwähnten höchst zweifelhaften Aussagen der japanischen Regierung und Tepco etc. usw., dann ist es für mich tatsächlich nur eine Frage des Glaubens den man jemandem schenkt, den man für kompetent erachtet, ohne zu wissen ob er tatsächlich die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung als oberste Priorität erachtet oder eben nicht.
      Fundiertes Wissen, Sachkompetenz in einer Frage ist nur die eine Seite einer Angelegenheit, die Wahrheit darüber an die Bevölkerung ehrlich weiterzugeben eine gänzlich andere – und dafür hat niemand eine Garantie.

      Vertraue​n ist gut – aber in so einer hochgefährlichen Angelegenheit wo so viel Geld und Macht dahinter steht und soviele Generationen von Menschen direkt von Fahrlässigkeiten betroffen werden können ist wohl eher extremes Misstrauen und Hinterfragen angebracht.

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    • Oktober 1, 2011

      Frau Gilli,
      Sie haben meine Frage nicht beantwortet:

      ….”Und wieso und wie können die Grünen eine Reduktion des Energieverbrauches anstreben und gleichzeitig immer mehr Menschen in unserem Land mit Energie versorgen wollen?

      Wie soll das denn gehen? Darauf habe ich noch nie eine vernünftige Antwort gehört!”

      Ich erwarte von Ihnen übrigens auch keine Antwort darauf. Es gibt sie nicht. Man kann nicht gleichzeitig weniger Energie verbrauchen und eine uneingeschränkte Zuwanderung gutheissen, nicht wahr? Sowas müsste eigentlich dem “Grünsten” einleuchten und das hat mit “Verallgemeinerung und pauschal negativer Grundeinstellung” nichts zu tun, sondern nur mit einer realistischen Bestandesaufnahme der jetzigen Situation in unserem Land und einer kleinen Hochrechnung für die kommenden Zeiten – ach ja – und mit logischem Denkvermögen auch!

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    • Oktober 1, 2011

      Sehr geehrte Frau Keller
      Zur Zuwanderung und der grünen Partei: die grüne Partei ist nicht für eine ungebremste Zuwanderung. Sie hat dazu in dieser Session sogar einen Vorstoss lanciert, der von allen andern Parteien unterstützt wird!
      Ich selbst habe mich bereits vor über einem Jahr zusammen mit Bastien Girod gegen eine ungebremste Zuwanderung ausgesprochen, und zwar öffentlich.
      Jetzt aber noch zu ihrer konkreten Frage: Die Reduktion des Energieverbrauches pro Kopf wird uns, wenn wir dieses Problem nicht selbst anpacken, von aussen aufgezwungen, weil die nicht erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit deutlich teurer werden.
      Den zweiten Teil der Frage, der die Zuwanderung betrifft, habe ja vorweggenommen.

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  • Oktober 1, 2011

    Frau Keller, Berichten zufolge war das Nuklid welches hauptsächlich für die Strahlenbelastung der Umgebung verantwortlich war Jod-131. Ein Edelgas mit einer Halbwertszeit von 8 Tagen. Als Faustregel gilt, dass nach 10 Halbwertszeiten keine Strahlung mehr gemessen werden kann, welche über der natürlichen Strahlung liegt. In Fukushima wurde kein Kerninventar in die Umgebung und die Atmosphäre geschleudert (also kein Plutonium, kein Uran etc). So betrachtet kann es tatsächlich sein, dass die Strahlenwerte bereits massiv zurückgegangen sind, wie dies einem Link zu entnehmen ist, der hier von jemandem gepostet wurde. Fukushima wird nicht für Jahrzehnte unbewohnbar sein.
    Bezüglich Raucher ist es tatsächlich so, dass jemand der 1 Pack am Tag raucht (würde ich pers. nicht als schwachen Raucher betiteln) eine wesentlich höhere Strahlung kassiert, als Otto Normalbürger oder ein KKW Mitarbeiter. Aus dieser Sicht betrachtet kann ich sagen, ja ich glaube das was Sie als Blödsinn bezeichnen. Selbstverständlich kann ich die Angaben der Japaner nicht überprüfen, wie Sie auch.

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  • Oktober 2, 2011

    Schon vergessen – oder verdrängt?
    http://ww​w.tagesschau.sf.tv/Na​chrichten/Archiv/2011​/03/14/International/​Katastrophe-in-Japan/​Was-Radioaktivitaet-i​m-Koerper-anrichtet

    Es geht nicht nur darum was in Fukushima “über’s Land geblasen wurde”, obwohl man da auch verschiedenes und sehr widersprüchliches dazu gehört und gelesen hat, da war damals durchaus nicht nur von Jod 131 die Rede (wer sagte die Wahrheit und wer nicht?)!
    Es geht darum was noch geschehen könnte!

    Atomkraftw​erke bergen prinzipiell ein riesiges Gefahrenpotential in sich.
    Mit reinem Glauben daran, dass nichts geschehen wird, was dieses nicht zu bändigende Potential freisetzen könnte, schliesst man nur schon das rein menschliche Versagen komplett aus, nicht zu reden von allen anderen nicht vorhersagbaren Katastrophen!
    Es ist schon beinahe deppert (pardon!) wie in dieser Beziehung argumentiert wird. Auch wenn man hierzulande nicht mit Tsunamis rechnen muss, gibt’s weiss Gott genug andere Möglichkeiten ein A-Werk gravierend zu beschädigen.
    Wie kommt man bloss dazu, sowas nach dem heutigen Wissenstand einfach auszublenden?
    Wir müssen dem ins Auge sehen, sonst finden wir nie vernünftige einigermassen verantwortungsvolle Lösungen in der Energiefrage.

    Die sind übrigens auch nicht im “reinen grünen Glauben” zu finden! Ich erkenne vorläufig sowohl im Pro- wie auch im Kontra-Lager viel fundamentalistische gefährliche Fixiertheit und eben: Glauben!

    Wieso ist der atombefürwortende Mensch auch heutzutage nicht fähig anzuerkennen, dass es für ihn im Umgang mit gewissen Dingen vorläufige, aber trotzdem noch eindeutig klare Grenzen gibt?
    Grenzen die er, wenn im schon sein eigenes Leben wurscht ist, wenigstens im Namen seiner Kinder und Enkel akzeptieren soll!

    Und warum ist der Grüne Mensch nicht fähig anzuerkennen, dass er im Namen seiner erneuerbaren Ziele kompromissbereiter und realitätsbewusster werden soll.
    Geduldiger und respektvoller und ausserdem Umweltbewusstsein, Liebe zur Natur, Rücksicht auf die kommenden Generationen nicht durcheinander bringen soll mit anderen politischen Ideologien, die seine hehren grünen Absichten in einem unglaubwürdigen Licht erscheinen lassen?

    Für mich persönlich sind beide Lager mittlerweile komplett unglaubwürdig geworden.
    Es geht anscheinend niemandem wirklich darum verantwortungsvolle, anständige Lösungen in der Energiefrage zu finden.
    Das ganze Thema hat sich zum reinen Wirtschafts- Glaubens- und Ideologiekrieg entwickelt und es steht zu befürchten, dass nur nachfolgende kleine und hoffentlich nicht grosse Gau’s (und hoffentlich sind die dann auch wieder “weit weg”!!!) das Bewusstsein schärfen werden, für das worum es wirklich geht!

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrte Frau Keller
      Ich weiss nicht, was ich mir unter “dem grünen Menschen” vostellen muss. Was erwarten Sie von mir für eine Haltung? Welches sind konkret die klaren Grenzen, die Sie sich wünschen? Und welches sind die Ideologien, die mit dem ökologischen Bewusstsein durcheinander gewirbelt werden?
      Ich bemühe mich täglich um eine realitätsbewusste und kompromissbereite Politik. Wo denken Sie, habe ich das nicht getan?

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    • Juli 19, 2021

      Geehrte Frau Gilli
      Erstens möchte ich betonen, dass ich Sie nicht persönlich anspreche, sondern die Grüne Partei!
      Zweitens bin ich davon überzeugt, dass es nicht nur mich “nachhaltig” verärgert, dass sich die Grünen dem EU-Beitritt verschrieben zu haben scheinen. Sowas angesichts der heute klar ersichtlichen Schieflage der EU noch im “Parteiprogramm” zu haben grenzt für mich schon fast an Blindheit.
      Abgesehen davon, finde ich die ursprünglichen Anliegen der Grünen eigentlich anspruchsvoll genug – warum setzt sich Ihre Partei nicht dafür voll und ganz ein und lässt die leckgeschlagene Titanic (EU) einfach untergehen, ohne die Schweiz vorher noch mit einschiffen zu wollen?
      Dieses Anliegen ist ganz und gar nicht grün und hat bei Euch nichts verloren!
      Was bei mir ebenfalls nicht aufgeht sind die diversen fragwürdigen Anliegen mit denen sich zb. Herr Dani Vischer andauernd mit total roten Brillengläsern und infolgedessen überhaupt nicht neutral, aber total negativ und sehr parteischädigend in Szene setzt.
      Nach Fukushima sind vielen Menschen die Augen aufgegangen, dass hat den Grünen Stimmen gebracht. Viele dieser Stimmen sind mittlerweile wieder zu anderen Parteien abgewandert unter anderem oder gerade wegen solchen Gründen wie den oben aufgeführten. Seid einfach grün – dass aber konsequent und lasst die Finger von den roten Farbtöpfen! Rot war noch nie ökologisch sinnvoll.

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  • Oktober 2, 2011

    Sehr geehrte Frau Gilli

    Sie schreiben: “Der Leitartikel der NZZ von heute begründet das Wachstum der Grünen in Deutschland mit der hysterischen Reaktion auf die Reaktorkatastrophe in Fukushima. Das ist Zynismus pur!” Das Wort “hysterisch” finde auch ich unglücklich. Journalisten verwenden solche Ausdrücke gerne. Ich selbst würde schreiben: “mit der aus heutiger Sicht übertrieben starken, der Realität nicht entsprechenden Reaktion”. Ob diese sachlichere Formulierung den Grünen mehr dienen würde, bleibe dahingestellt. Es ist damit zu rechnen, dass schon in wenigen Jahren wissenschaftlich erarbeitete Analysen über die Auswirkungen der Reaktorunfälle in Fukushima vorliegen. Die Zusammenarbeit mit den japanischen Behörden wird wesentlich besser sein, als es in Tschernobyl war. Eines steht heute schon fest: Die aus den Reaktoren ausgetretene radioaktive Menge liegt nur leicht über der als Worst-Case für Leichtwasserrektoren bisher gemachten Schätzung der Experten. Dabei ist zu beachten, dass drei Reaktoren und zusätzlich ein Brennstäbe-Becken beteiligt waren. Die Reaktorunfälle von Fukushima sind die ersten Worst-Case-Reaktorunf​älle für den heute weltweit gebräuchlichen Leichtwasserreaktor. Die erst in der Anfangsphase stehende Kernschmelze in Three Mile Island erlaubte noch keine definitive Abschätzung eines solchen Ereignisses.

    Hätte​n die Parlamentswahlen in der Schweiz etwas früher stattgefunden, hätten die Grünen auch hier vom Fukushima-Effekt profitieren können. Doch in den letzten Wochen geht’s bei den Grünen schon stark bergab. Der Stimmenzuwachs nach dem Erdbeben in Japan ist vollständig weg. Nicht nur das, die letzten Erhebungen zeigen eine Beschleunigung der Talfahrt. Bereits gingen zwei Sitze verloren. Nach den neusten Meldungen aus Fukushima werden es noch mehr sein. http://www.bernerschach.ch/N​ationalratswahlen.pdf​ Gleichzeitig verlieren neuerdings auch die CVP, während sich die SP als Folge der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise halten kann. Im rechten Lager übersteht die SVP die Abspaltung der BDP problemlos. Die FDP verliert wie erwartet sehr viele Wähler an die beiden neuen Parteien BDP und GLP. Ihr zweiter Bundesratssitz ist wohl in Gefahr.

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  • Oktober 5, 2011

    Liebe Frau Gilli

    Auf uns wartet gar nichts! An jeder Podiumsdiskussion die ich besuchte sprach man nur darüber: Ist es möglich? Nein, zurzeit ganz sicher nicht! Oder haben sie etwa Fakten und Lösungsvorschläge mit Hand und Fuss? Ich denke nicht. Auch wenn ich in die Kategorie Atombefürworter eingeteilt werde, bin ich sehr an Alternativlösungen interessiert. Deshalb habe ich mich informiert. Und wissen sie was dabei rauskam? Dass unsere Wirtschaft, wenn dem Beschluss des Bundesrates gefolgt wird, extrem leiden wird. Ich habe ein Projekt wahrgenommen, dass vorsieht, 750 km unserer 2200 m langen Autobahn mit einem Solardach zu überdecken. Diese 750 km kosten 55 Milliarden. Dann nehmen wir doch noch den Abriss eines KKW’s dazu. Allein dieser kostet 300’000’000 Millionen, damit ist die Entsorgung der Abfälle noch nicht bezahlt. Wer soll bitte diese immensen Kosten tragen? Sie etwa?! Wenn sie schon davon sprechen Verantwortung für die nächsten Generationen, also meine und Weitere, dann tun sie das auch. Heute sind die meisten Politiker richtige Sesselfurzer und nicht mehr volksnah. Ich habe keine Lust irgendwann den Mist meiner Vorgänger auszubaden, weil Fehlentscheide getroffen wurden und man einen unüberlegten Schnellschuss wagte. Beziehrn sie uns Jungpolitiker endlich mit ein. Denn Fazit ist: Wir sind noch länger hier als ihr!

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    • Juli 19, 2021

      Grüezi Frau Bader

      Was ist Ihr Lösungsvorschlag zur zukünftigen Energiepolitik?

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    • Juli 19, 2021

      Guten Morgen Herr Mayer
      Entschuldigen sie die verspätete Antwort.
      Ich bin der Meinung, dass zuerst einmal der Entscheid des Bundesrats rückgängig gemacht wird. Der hat in dieser Situation nämlich absolut naiv gehandelt. Wir haben nicht mal ansatzweise eine handfeste Lösung. Ich selbst habe auch keine Lösung. Denn leider habe ich als Jungpolitikerin nocht nicht die Chance erhalten, Einblick in die Fakten des Bundeshaus zu bekommen. Ich hoffe schwer, dass sich dies am 23. Oktober ändern wird. Man sollte besser das Geld, welches für den Rückbau der AKW’s gespart wird, dafür brauchen, in den erneuerbaren Energien zu forschen. Jeder der den Entscheid des Bundesrates unterstüzt, jedenfalls zu diesem Zeitpunkt, ist meiner Meinung nach unglaubwürdig und naiv. Wie lange haben wir gebraucht, bis die Menschheit in den Genuss von Atomenergie kam? Wie lange hat es gedauert bis die 1. Glühbirne erleuchtete? Jahrhunderte hat es gebraucht. Und jetzt wollt ihr allen Ernst innerhalb von 30 Jahren aus dem Atom aussteigen? Sorry, aber das sind einfach nur Träume und Illusionen meine Lieben. Fangt an wieder realistisch zu denken und nicht so emotional. Das hat in der Politik absolut nichts verloren!

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  • Oktober 5, 2011

    Frau Gilli, können Sie nicht einmal ehrlicher politisieren?! Es ist nun mal eine Tatsache, dass schon im April das Interessen an sauberen Strom von Kunden bei den Stromkonzernen massiv nachgelassen! Das stand sogar im linken Tagi! Firmen die Solarpanels montieren sind nicht einmal voll ausgebucht! Eine Energiewende sieht anders aus, da müsste es einen riesen Ansturm auf erneuerbare Energien geben!

    Es gibt dann auch Umfragen die den Grünen Verluste voraussagen bei den Wahlen! Dann immer nur Durchhalteparolen zu bringen, mit lauter Halb- und Unwahrheiten gespickt, ist auch nichts brauchbares für die Leser und langweilt enorm!

    Japan hat dann 128 Millionen Einwohner, die von Ihnen genannten 30.000 Leute in dieser Zone sind damit aber ” nur ” 0,02% der Gesamtbevölkerung! Und von denen gibt es etliche, viele ältere Semester, die auch sonst hier bleiben würden, weil sie sehr erd- und heimat verbunden sind, wie z.b bei vielen Menschen inmitten der Tschernobylregion, die schon lange in der Todeszone leben und noch immer leben! Und das freiwillig, wegen der Erfahrung aus dem 2.WK und nicht weil man sie dort belassen wollte!!

    Das gilt auch für viele Tier- und Planzenarten, die nun überhaupt keine Schäden durch Radioaktivität erleiden! Und wie gesagt leben schon wieder viele Leute in der ” Todeszone ” von Tschernobyl, teilweise schon seit Jahren ohne Schäden und Symptome. Welche Nahrung man draussen anbaut, wie und wo in der Zone, spielt da auch noch eine grosse Rolle!

    Sie haben dann nicht einmal den 1. Untersuchungsbericht zu Fukushima abgewartet, der Ende Jahr erscheinen wird! Aber trotzdem wissen Sie schon alle Fakten und Schlussfolgerungen! Das finde ich unseröis von den Grünen und Linken!

    Was ist mit den 80.000 Japanern in den Notunterkünften? Als Folge vom Atomunfall und/oder wegen dem Erdbeben und/oder Tsunami?

    Am meisten stört mich aber das arrogante Geheuchel der Grünen und Linken! Wasser predigen und Wein saufen! Frau Esther Guyer hat also ein Ferienhaus, während die Grünen anderen Leuten dies verbieten möchten, wegen der Zersiedelung, den CO2 Emissionen und kalten Betten! Dazu musste sich Frau Ruth Genner von Zürich nach Uri mit einer Limousine chauffieren lassen! Ich dachte die Dame benütze immer den ÖV!? So schlecht ist die Verbindung nach Altdorf dann auch nicht!

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Anderegg
      Ich werde meine Aussagen gern korrigieren, sollten sie sich als übertrieben erweisen. Mit Vergleich zur ausführlich untersuchten Katastrophe von Tsernobyl befürchte ich aber, dass meine Aussagen die Folgen zur Zeit herabspielen. Ist es nicht interessant, dass gestandene Politiker wie Urs Hany, Wahlkampfleiter der CVP, nach einem Besuch in Tschernobyl, 25 Jahre nach der Katastrophe, ihre Meinung zu Atomstrom grundsätzlich geändert haben und das immer noch bestehende Leid n dieser Region als unbeschreiblich erlebten?
      Was die Glaubwürdigkeit grüner Politikerinnen betrifft – ich habe weder irgendwo eine Ferienwohnung noch fahre ich in einer Staatslimousine. Aber ich bin dezididiert der Meinung, dass Grüne leben wie andere Menschen in diesem Land auch. Wir setzen uns für neue umweltbewusstere Rahmenbedingungen ein – und diesse werden für alle gelten. Es ist befremdend, wie pauschalisierend Negativkommentare über Grüne sich halten können. Verhalten sich grüne Politikerinnen vorbildlich grün, dann sind sie realitätsfremde Fundis, verhalten sie sich wie die Mehrheit, dann sind sie nicht glaubwürdig. Ich finde es wichtiger, echt mit Andersdenkenden im Dialog zu bleiben, als sich gegenseitig mit negativen Attributen zu versehen. Wir können nämlich voneinander lernen, wenn wir einander respektieren und bereit sind, auch andere Blickwinkel zuzulassen.

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrte Frau Gilli

      Sie haben es sicher schon oft gelesen und gehört: Ein Unfall wie in Tschernobyl ist bei unseren Kernkraftwerken mit Leichtwasserreaktoren​ konstruktionsbedingt nicht möglich. Ich bitte Sie, verwenden Sie in Zukunft nur noch die Reaktorunfälle von Fukushima, um die Risiken und möglichen Folgen bei einem Worst-Case-Ereignis unserer Leichtwasserreaktoren​ zu diskutieren. Die “Grünen” machen sich vollkommen unglaubhaft, wenn sie immer wieder die Ereignisse von Tschernobyl darstellen. Sie sehen auch, dass z.B. Frau Teuscher mit der Beschreibung ihrer Reise nach Tschernobyl bei uns auf möglichst objektive Information bedachten Vimentis-Lesern gar nicht mehr ankommt. Seit ihrem Beitrag über ihre Tschernobyl-Reise kriegt sie, zumindest in der Energie-Diskussion, fast keine Zustimmungen mehr. Ein allfälliges Präsidium der Grünen ab Frühjahr 2012 wäre der beginnende Niedergang der “Grünen”.

      Der wesentlichste Unterschied zwischen den Reaktoren in Tschernobyl und den bei uns im Einsatz stehenden liegt in der Konstruktion. Tschernobyl hatte die verhängnisvolle Eigenschaft, dass bei einem schnellen Anstieg der Leistung diese nicht, wie dies bei allen westlichen Leichtwasserreaktoren​ der Fall ist, von der Konstruktion her gebremst, sondern mit positiver Rückkopplung weiter beschleunigt wird. Dieser “Durchbrennungsproze​ss” spielt sich in Bruchteilen von Sekunden ab und führt zum Zerplatzen der Uranbrennstäbe in Mikroteilchen bei Temperaturen von über 20 000 Grad. Dieses Verhalten hat nichts mit dem bei einem Super-Gau möglichen Schmelzen der Brennelemente in einem Leichtwasserreaktor zu tun. Zudem befinden sich die Brennelemente beim “Tschernobyl-Typ” in einem Grafitklotz, dem so genannten Moderator. In unseren Reaktoren übernimmt gewöhnliches Wasser dessen Rolle. Wasser kann nicht brennen. Der explodierende Brennstoff Tschernobyls konnte den Grafit sofort entzünden, und damit wurde etwa 10 Prozent des gesamten Radioaktivitätsinvent​ars (gasförmig und fest) in hohe Atmosphärenschichten geblasen und mit den Winden über weite Teile Europas verfrachtet.

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrte Frau Gilli

      “Wir können voneinander lernen, wenn wir einander respektieren und bereit sind, auch andere Blickwinkel zuzulassen.”

      Mein​e bisherigen ca. 60 Sprüche wurden von mir selbst geschrieben. Sie entstehen stets spontan und werden durch meine Erlebnisse beeinflusst. Heute erlaube ich mir erstmals, einen Spruch zu “stehlen”. Falls Sie ihn in meinem Kalender 2013 lesen werden, bitte ich Sie vielmals um Entschuldigung für dieses kleine Vergehen. Übrigens haben die “Grünen” mich schon mehrmals zu einem Spruch motiviert:

      “Mir ist es lieber, ein Mensch sei voller Lebensfreude,
      als dass er meine Meinung vertritt.”

      “Wer sich an einer bestimmten Meinung festkrallt,
      läuft oft ins Abseits und merkt es nicht.”

      “Wer ständig dazu lernt, kommt weiter,
      als wer sich hartnäckig an seine Sicht klammert.”

      “Lass​t uns so leben, dass die Erde unseren Nachkommen
      in ihrer heutigen hohen Lebensqualität
      möglichst lange erhalten bleibt.”

      Das Denken und Handeln gemäss obigem Spruch bezeichnet man als “nachhaltig”. Bei der Frage, was dabei für Kriterien zu erfüllen sind, gibt es grundsätzliche Differenzen zwischen den “Grünen” und mir.

      ************

      Der folgende Text ist nur für Leser gedacht, welche ihn nicht schon vor einiger Zeit an anderer Stelle gelesen haben:

      Haben Sie gewusst, Frau Gilli, dass alle drei Jahre der Weltenergierat eine Studie veröffentlicht, welche die Energie- und Klimapolitik aller Länder vergleicht? Die Schweiz belegt den ersten Rang und ist damit “Nachhaltigkeits-Wel​tmeister”. Ich erachte den Weltenergierat als sehr kompetentes Gremium, das erst nach einer genauen Analyse verschiedenster Kriterien diese wichtige Weltrangliste erstellt.

      Der Weltenergierat beschreibt auch ausführlich die Gründe, warum die einzelnen Länder so bewertet werden. Bis zu den Reaktorunfällen von Fukushima sah es sogar so aus, als würden wir in den kommenden Jahrzehnten noch mehr Punkte holen und unsere Spitzenposition noch festigen. Das liegt daran, dass wir sukzessive unsere Energieeffizienz verbessern. Insbesondere wird die Gebäudeisolation ständig erhöht. Zudem heizen wir vermehrt mit Wärmepumpen und nutzen dabei häufig die Bodenwärme oder andere Wärmequellen. Es besteht auch grosse Hoffnung, dass wir mit Tiefenbohrungen sogar derart hohe Temperaturen nutzen können, dass der Einsatz von Wärmepumpen nicht mehr nötig ist. Ob wir in Zukunft ausser in einigen privilegierten Zonen wie etwa St. Gallen wirtschaftlich und gefahrlos Strom erzeugen werden können, wissen wir heute noch nicht. Wir bauen zudem eine weltweit einmalige Bahn-Infrastruktur und die sukzessive Umstellung des Strassenverkehrs auf elektrischen Strom zeichnet sich bereits ab.

      Doch dann kamen die Reaktorunfälle von Fukushima. Und als Folge davon der Schwenker in der Energiepolitik von CVP und BDP. Schliesslich machte auch Bundesrätin Doris Leuthard ihren Schwenker, verbündete sich mit den übrigen drei Bundesrätinnen und hielt im Nationalrat ihre grosse Rede zur “Energiewende”. Sie kam kurz nach den Unfällen von Fukushima im Nationalrat und dank der Fernsehdirektübertrag​ung auch im ganzen Volk sehr gut an. Doch die errechneten Szenarien sowohl von Prognos (im Auftrag des Bundesamtes für Energie) wie des Paul Scherrer Institutes sind sich weitgehend einig, dass wir in den kommenden Jahrzehnten ohne neue Kernkraftwerke höchstwahrscheinlich in eine stark wachsende Abhängigkeit von Gaskombikraftwerken geraten werden. Ergebnis Prognos-Studie: http://www.bernerschach.ch/C​O2-Widerspruch.pdf Wie nicht anders zu erwarten war, hat der Nationalrat bereits zukünftige Zahlungen ans Ausland abgesegnet, um so das CO2-Abkommen einhalten zu können.

      Wir werden auf diese Weise bereits bald in der Nachhaltigkeitsrangli​ste des Weltenergierates nach hinten fallen. Die zu beobachtende Entwicklung in Österreich bestätigt diese Einschätzung.

      Zur Zeit stehen in der Schweiz keine Projekte für neue Kernkraftwerke zur Diskussion. Ein rascher Ausstieg aus unserer heutigen Kernenergie-Nutzung auch nicht. Selbst die Forschung in diesem Bereich ist weiterhin möglich. Es gibt keinen Grund, unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophen von Fukushima eine langfristig wirksame Entscheidung zu treffen. Man hat wirklich den Eindruck, als wollten die AKW-Gegner die Gunst der Stunde nutzen und nicht zuwarten, bis die vielleicht weniger schlimm als befürchtet ausfallenden Analysen über die Folgen der Fukushima-Unfälle vorliegen. Die Förderung von erneuerbaren Energien geschieht heute vor allem über unlimitierte garantierte Einspeisevergütungen.​ Diese kann das Parlament auch bei einem Verzicht auf die “Energiewende” beschliessen. Bei Diskussionen im Volk verliert die “Energiewende” fast zusehends an Akzeptanz. Eine sich abzeichnende Volksabstimmung in etwa zwei Jahren ist noch völlig offen.

      Die im Parlament zur Diskussion stehende “Energiewende” ist ein “Schnellschuss”. Das Schweizer Volk wendet sich zunehmend mit guten Gründen davon ab.

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  • Oktober 7, 2011

    Guten Tag Frau Gilli,

    mal eine Frage, ernst gemeint.

    Ist Heizoel nicht auch CO2 neutral? Einfach auf lange Sicht gesehen?

    In der Schweiz haben wir das Glück, dass wir viel Wasserkraft zur Verfügung haben. ABER für Europa wird das nicht reichen und Solarzellen in der Wüste, machen mich nicht ganz glücklich, weil ich nicht an solche Projekte glaube. Ich bin eher ein Freund von vielen kleinen Energiequellen und nicht von einem Zentralen Ort.

    Ich glaube dass sich Solarzellen und Windräder auf längere Sicht nicht durchsetzen werden. Das heisst nicht, dass was neues kommt, das umweltfreundlich ist.

    Ich selber denke, man sollte mehr in die Forschung, als in die Umerziehung investieren.

    Mit freundlichen Grüssen, Kurt Nünlist

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  • Oktober 7, 2011

    Guten Tag Herr Nünlist

    Sie schreiben: “Ich selber denke, man sollte mehr in die Forschung als in die Umerziehung investieren.” Ich finde diesen Satz genial. Ich werde mir erlauben, ihn in Zukunft “auszulehnen”.

    Die Forschung im ganzen Spektrum der Energieversorgung ist mir ein grosses Anliegen. Deshalb habe ich mich bei den Ständeräten (insbesondere denjenigen im UREK) für den kleinen Zusatz zu den Ausstiegsmotionen eingesetzt. Im Auftrag an den Bundesrat steht demnach, dass das Verbot neuer Atomkraftwerke nicht einem Technologieverbot gleichkommt. Ausserdem soll der Bundesrat periodisch über die Entwicklung der Technologien berichten, auch über Fortschritte in der Kerntechnologie.

    M​ir ist dieser Zusatz sehr wichtig, da leider im Moment der Beitrag des PSI und der ETH an die Entwicklung von Kernreaktoren der 4. Generation äusserst bescheiden ist. Vielleicht müssten Prestige-Projekte wie SwissFEL (eine schweiz. Kleinausgabe der sich im Bau befindlichen neuen Hamburger Röntgenlicht-Quelle XFEL, bei welcher die Schweiz auch beteiligt ist; vergleiche den Bericht im Tagesanzeiger vom 12. Januar 2010) vorläufig zugunsten der Energieforschung (in allen Bereichen) zurückgestellt werden. Durch den alle zwei Jahre von Bundesrätin Doris Leuthard zu veranlassenden Bericht über die Entwicklung der neuen Technologien wird ein nicht zu unterschätzender Druck auf das Paul Scherrer Institut erzeugt und Doktoranden der ETH werden motiviert, eine so auch in der Öffentlichkeit beachtete Dissertation in diesem Bereich zu schreiben.

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    • Juli 19, 2021

      Dass es Leute gibt, die eine Entwicklung ausschliessen wollen, sprich nicht mehr berücksichtigen, ist für mich nicht verständlich. Als normal denkender Mensch, berücksichtige ich doch Veränderungen und beurteile neu. Sowas zeigt mir einfach auch auf, dass vieles nicht objektiv ist, sondern emotional.

      Liebe Grüsse Kurt

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  • Oktober 10, 2011

    Zum Unfall in Fukushima:
    Das eigentliche Problem war noch nicht mal der Tsunami. Im Grunde genommen war der Architekt von Fukushima schuld an dieser Katastrophe. Unter dem Kraftwerk wurden Pumpen zur Abkühlung der Reaktoren gebaut. Nur dachte man(n) in diesem Land nicht soweit, dass ein Tsunami kommen könnte und die Pumpen verstopfen würde. Die Pumpen waren einfach zu tief unter der Erde angelegt und deshalb hat das ganze ein solches Ausmass erreicht. Und so nebenbei. Glaubt ihr Grünen etwa ernsthaft wir könnten in der Schweiz genau so etwas erleben? Haha, ich warte mal und schau ob ein Tsunami von der Aare kommt….

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