1. Sicherheit & Kriminalität

Fünf Polizisten für Amden und Weesen

Über die Not­wen­dig­keit von zusätzlichen Stel­len bei der Po­li­zei, aber vor allem über die Priorität der Auf­ga­ben be­ste­hen kon­tro­verse Mei­nun­gen. Ich mei­ne, zusätzliche Stel­len waren und sind un­ab­ding­bar. Für die­sen Um­stand mache ich vor allem die ver­schie­de­nen Sport­ver­an­stal­tun​­gen ver­ant­wort­lich, bei denen Aus­schrei­tun­gen vor­pro­gram­miert sind. Ich habe gros­sen Re­spekt vor den Polizeikräften, die bei die­sen Einsätzen Zurückhaltung üben müssen, sich nicht pro­vo­zie­ren las­sen dürfen und sich weiss nicht was alles anhören müssen. Ein Job, wahr­lich nicht für je­der­mann. Ein Ärgernis ist, dass auf­grund die­ser häufigen, regelmässigen Einsätze an­dere Auf­ga­ben zwangsläufig zu kurz kom­men müssen. Ärgerlich aus­ser­dem, dass die Öffentlichkeit für den grössten Teil der Kos­ten auf­kom­men muss, die durch die Sport­ver­an­stal­ter​ – oder eben durch ran­da­lie­rende „Fans“ – ver­ur­sacht wer­den. Es stellt sich zwangsläufig die Fra­ge, wel­che Ver­ant­wor­tung hier die Ge­sell­schaft trägt. Zu­neh­mende Ge­walt und Van­da­lis­mus an Sport­ver­an­stal­tun​­gen haben sich im Lauf der Zeit ent­wi­ckelt, der Wan­del der Ge­sell­schaft ist in ir­gend­ei­ner Form zu­min­dest mit­ver­ant­wort­lich​.

 

Die Sicherheit in unserem Land ist nicht gratis. Erlauben Sie mir eine statistische Berechnung. Stets werden Zahlen auf die Bevölkerungszahl herunter gerechnet. So beispielsweise gewisse Aufwandposten der Gemeinden, ohne zu berücksichtigen, dass andere Faktoren, wie Gemeindefläche oder Strassennetz mitverantwortlich sind. Das sieht dann so aus, als würden Mittel verschleudert. Hier also meine Statistik: Im Kanton St.Gallen besteht eine „Polizeidichte“ von 1 Polizist auf 637 Einwohner. Amden und Weesen hätten also mit den insgesamt 3‘140 Einwohnern fünf Polizisten zu gut – und bezahlen diese mit ihren Staatssteuern mit. In Tat und Wahrheit haben Amden und Weesen aber gar keinen Polizisten – immerhin betreuen drei Mann in Schänis die Gemeinden Amden und Weesen mit (was ich sehr schätze). Aber auch hier gilt natürlich das geflügelte Wort: „Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“

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Comments to: Fünf Polizisten für Amden und Weesen
  • Januar 27, 2012

    Zitat: “Ich mei­ne, zusätzliche Stel­len waren und sind un­ab­ding­bar. Für die­sen Um­stand mache ich vor allem die ver­schie­de­nen Sport­ver­an­stal­tun​­gen ver­ant­wort­lich, bei denen Aus­schrei­tun­gen vor­pro­gram­miert sind.”

    Man erinnert sich noch an unseren Sport-BR Dölf Ogi, der bis hinauf zur UNO weltweit predigte, was für eine “friedensstiftende Rolle” der Sport doch spiele. Nun bringt der Sport also in dieses friedliche Land bürgerkriegsähnliche Zustände und macht Polizeistaat-Methoden​ (riesige Bereitschaftstrupps, Internet-Pranger mit Fotos von Hooligans) “nötig”. Hat Dölf etwa nicht die Wahrheit gesagt, so wie bei “40-Tönner kommen mir nie ins Land!”?

    Die Security-Industrie ist ein Milliardengeschäft mit 2-stelligen Wachstumsraten. Ein paar Hooligans lassen sich auch günstig anheuern… Vielleicht sollte die Polizei mal da ansetzen — oder hat man selber gerne Personalaufstockungen​ und neue Methoden? (Die JA-Parole der Polizei zu Schengen lässt grüssen — nun geben sie aufwendig Ratschläge, wie man sich vor Entreissdieben, Enkeltricks, Überfällen und Einbrüchen schützen soll…)

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  • Februar 1, 2012

    Anscheinend ist die Welt in Amden und Weesen grösstenteils in Ordnung. Das alleine schafft Sicherheit und Vertrauen. Nicht allen Menschen ist es vergönnt, an solch beschaulichen Plätzen wohnen zu dürfen. Wirtschaft und Politik haben Auswirkungen, auch negative. Das wollen viele nicht wahrhaben. Je grösser die Ortschaften, desto mehr wird dies ersichtlich.
    Um grösstmögliche Sicherheit in welcher Form auch immer zu erzielen, braucht es den nachhaltigen Blickwinkel. Danach gehandelt, können soziale wie ökologische Probleme minimiert und die Kosten tief gehalten werden.

    http://www​.vimentis.ch/d/dialog​/readarticle/wie-wird​-wirklich-gespart/

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  • Februar 25, 2012

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