1. Bildung & Forschung

Für solide Schulen – gegen Kuschelpädagogik

Die Schule ist das Fun­da­ment un­se­rer Ge­sell­schaft. Eine gute Schul­bil­dung ist die Vor­aus­set­zung für ein selbständiges, er­folg­rei­ches Leben in un­se­rer Gemein­schaft. Die Schule for­dert und ho­no­riert Leis­tung und stärkt so die Ei­gen­ver­ant­wor­tu​ng und Leis­tungs­be­reit­sc​haft. Die Schule fördert den Gemein­sinn, der die Grund­lage des Mi­li­z­ge­dan­ken ist. Und Schule und Bil­dung sind zen­trale Er­folgs­fak­to­ren einer Volks­wirt­schaft. Die Schule verkörpert und ver­mittelt somit ur­schwei­ze­ri­sche Wer­te.

Diese urschweizerische Institution ist in den letzten 20 Jahren zum Spielball von Bildungs-, Familien- und Integrationsspezialis​ten geworden. Die Schule droht ihre wichtige Aufgabe für unsere Gesellschaft zu verlieren. Was stellen wir fest?

1.        Besessen vom Gleichheitsgedanken und aus Angst, Unangenehmes aus­zu­sprechen, sind leistungsschwache und leistungsstarke Schüler in den Einheits­topf eines integrativen Unterrichts geworfen worden. Dies zu Lasten der guten Schüler, die unterfordert sind und nicht gefördert werden. Vielerorts wachen Lehrer darüber, dass die Unterschiede zwischen den Guten und den Schwachen nicht allzu gross werden. Die starken Schüler und ihre Eltern tröstet man damit, dass die Schüler Sozialkompetenz im Umgang mit Schwächeren erwerben. Da ist der Ruf mancher Eltern nach freier Schulwahl nur ver­ständlich. Es ist verheerend, dass es mit der Volksschule so weit kommen musste!

2.        Die Integration der schwachen Schüler um jeden Preis hat einer Heer­schar von Spezialisten den Weg in die Schulen geebnet und ihnen dort Verdienst­möglichkeit​en eröffnet. Eltern, die diesen Sommer ihr Kind in die erste Primarschulklasse gebracht haben, berichten, ihnen seien nebst der Lehrerin auch eine Handvoll Fachlehrkräfte für allerlei Spezialaufgaben vor­gestellt worden: der Sonderpädagoge, die Deutschlehrerinnen für ausländische Kinder, der Sprachheilpädagoge, die Schwimmlehrerin und der Schulbusfahrer, der die Kinder zur Therapie fährt. Hier ist die Schule zum staatlich finanzierten Gesundheits- und Therapiezentrum geworden, in dem Patienten von einem Spezialisten zum andern gereicht werden.

3.        Besonders gravierend sind in einzelnen Quartieren der Stadt Zürich und in verschiedenen Agglomerationsstädten​ die Schwierigkeiten der Integration ausländischer Kinder. Eine solche Integration – verstanden als Anpassung an die hiesigen Verhältnisse und Werte – ist in Schulen mit Anteilen ausländischer Kinder von gegen 80% eine Illusion. In einem Kindergarten in einer Agglomerations­stadt wurden den Eltern am Elternabend nicht weniger als 11 sogenannte Kulturvermittler vorgestellt, die sich im Kindergarten als Dolmetscher betätigen.

4.       ​ Unter dem Einfluss der Ausbildungsexperten wird heute in der Schule ein Programm abgearbeitet, das nebst der Ausbildung in den Grundfächern Sozial­kompetenz und Mehrsprachigkeit vermitteln, verschiedene Leistungs­defizite ausgleichen und Verhaltensauffälligke​iten therapieren soll. Dieses Programm geht zu Lasten der Ausbildung in den Elementardisziplinen Lesen, Schreiben und Rechnen. Und es geht zu Lasten unbeschwerter, unverplanter Kinderjahre im Elternhaus, während denen lebenswichtige Erfahrungen gesammelt und Interessen entwickelt werden. Kein Wunder, musste die Kindergärtnerin mit den 11 Kulturvermittlern beim Elternabend die Eltern bitten, zu Hause mit den Kindern zu basteln, weil dazu im Kindergarten die Zeit fehle.

Im Schulwesen muss dringend die Reissleine gezogen werden:

–         Klar leistungsschwächere Schüler dürfen die Ausbildung der anderen Schüler nicht beeinträchtigen. Die Leistungsschwächeren verdienen, dass man sich ihrer gesondert annimmt, mit dem Ziel, ihnen den Anschluss zu ermöglichen.

–      ​   Die gesellschaftliche Integration ausländischer Kinder ist keine Aufgabe der Volksschule. Integration ist eine Aufgabe derjenigen, die sich hier niederlassen. Das gilt besonders hinsichtlich der Sprachkenntnisse. Hier besteht ein Leistungsangebot, mit dem ausländische Kinder schon vor dem Schuleintritt unsere Sprache erlernen können.

–         In der Schule braucht es nicht Manager und ein Team von Spezialisten, sondern Lehrer. Die Verantwortung in den Schulen muss zurück zu den Lehrern, die im Schulzimmer stehen, Vorbilder sind, solide Grundkenntnisse vermitteln und die Regeln des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft durchsetzen. Mit Genugtuung stellen wir fest, dass manche jüngere Lehrer diesem Lehrerbild wieder nachleben.

–        ​ Die Teilzeitpensen im Lehrerberuf sind einzuschränken. Bei Kleinst­pensen wird die genannte Verantwortung nicht wahrgenommen, und es fehlt oft an der Identifikation mit dem Amt und der Rolle. Zudem ist gerade für leistungsschwächere Schüler ein voll verfügbarer Lehrer, der seine Schüler kennt, die grösste Unterstützung. Teilzeitpensen treiben auch den Administrationsaufwan​d in den Schulen in die Höhe.

Die SVP wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass Schule und Bildung tragfähige Fundamente unserer Gesellschaft bleiben. Sie wird sich dafür einsetzen, dass gerade in einer globalen, auf Individualismus und Selbst­verwirklichung​ bedachten Gesellschaft die Volksschule der Ort ist und bleibt, der die Kinder auf das Leben in dieser Gesellschaft optimal vor­bereitet: darauf, dass die Welt dem Tüchtigen gehört und dass das Leben in der Gemeinschaft auch Anpassung und die Beachtung von Regeln verlangt.

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Comments to: Für solide Schulen – gegen Kuschelpädagogik
  • Oktober 4, 2011

    Nicht vergessen: der Schulhaussoziologe (vom Sozialamt gesponsert), die Gewaltspräventionsfac​hleute, die Laustante, die Zahnputzfrau, der Hausabwart, der Securitas, die PFADE_Spezialisten, die Sexualaufklärer, etc.

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  • November 28, 2011

    Warum sollen sich jugentliche Straftäter bessern, ist doch ein ding der unmöglichkeiten in den Ferienkolonien die sich Gefängniss nennt, denen ist es nie besser gegangen, und bei der Kuscheljustiz welche von den linken Parteien gefördert werden ist da auch keine Besserung in Sicht.

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  • November 29, 2011

    Sehr geehrter Herr Vogt,
    ich habe gerade eben einen Positiv-Daumen bei Ihrem Artikel angeklickt – davon ausgenommen ist allerdings der letzte Absatz, der doch eher einem Wort zum Bierholen gleicht. Sie zählen viele und wirkliche Missstände auf, den einen haben Sie vergessen; wer holt denn diese fremdsprachigen Menschen her? Ist es nicht unser krankhafte Wachstumsfanatismus in der irrigen Meinung, je mehr desto besser? Sowas muss doch in einer Spirale enden.

    Ist es nicht ein Segen, wenn unsere Wirtschaft zu schwächeln beginnt, damit der Zustrom nur noch durch die komfortablen Sozialleistungen unseres Staates bestimmt wird?

    Damit habe ich mich schon aufs Eis der allfälligen Problemlösungen vorgewagt, etwas, das man bei Polpolitikern eher selten zu Gesicht bekommt. Aufzählen der Missstände ist wertneutral, Lösungswege sind steinig und voller Fallen für Politiker. Deshalb auch ist von daher kaum etwas zu erwarten. Die naturgegebene Selbstregulierung wird für das Nötige schon sorgen, wenns auch hart sein wird, hart für alle.

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