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Gesamtreform statt Pflästerli-Politik

Inzwischen fragt sich wohl je­der, wie seine künf­tige AH­V-­Rente be­zahlt wer­den soll, denn die AH­V-­Kasse gerät durch die ver­än­derte De­mo­gra­fie zu­neh­mend in Schief­la­ge. Die­ses Jahr fei­ern mehr Per­so­nen ihren 65. Ge­burts­tag als Leute 20 Jahre alt wer­den. Immer mehr Pen­sio­nierte er­hal­ten eine AH­V-­Ren­te, währen immer we­ni­ger Be­rufs­tätige Bei­träge ein­zah­len. Als die AHV 1948 ein­ge­führt wur­de, fi­nan­zier­ten rund sechs Er­werbstätige einen Rent­ner, heute sind es vier und in 20 Jah­ren wer­den es nur noch zwei Er­werbstätige sein. Der Bund steu­ert der AH­V-­Kasse rund 20% bei.

Ausgerechnet in dieser schwierigen Zeit fordert die Initiative „AHVPlus: Für sichere Renten“ des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes 10% mehr AHV-Rente für alle. Für mich völlig unverständlich. Mit Annahme der Initiative werden unsere Löhne, die sowieso schon teuer sind im Vergleich mit dem Ausland, noch teurer. Der Bund muss sich ebenfalls überlegen, woher er das Geld nehmen soll. Soll er bei der Bildung kürzen? Bei der Forschung? Oder bei der Landwirtschaft?

Die FDP will andere Lösungen. Wir wollen das Rentenalter für Männer und Frauen angleichen und flexibilisieren. Wir wollen eine Schuldenbremse für die AHV, das heisst es wird nicht mehr ausbezahlt als herein kommt. Wir wollen sicher keine Erhöhung der Lohnbeiträge und der AHV-Renten, die dann die nächste Generation bezahlen muss. Bei der Pensionskasse wollen wir eine Senkung des Mindestumwandlungssat​zes und eine Anpassung an die Teilzeit-Arbeitswelt.​ Gute Ideen wären also auf dem Tisch.

Die Initiative ist eine Pflästerli-Politik und lenkt davon ab, dass die Altersvorsorge als Gesamtes (AHV inkl. Pensionskasse) reformiert werden muss. Im Parlament findet die Diskussion zur „Altersreform 2020“ bereits statt und wir müssen bald eine Lösung finden. Darum stimme ich NEIN zur Initiative am 25. September 2016.

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Comments to: Gesamtreform statt Pflästerli-Politik
  • August 31, 2016

    Ein Angestellter kann muss bei seiner Pensionskasse mit einer Rentensenkung gegen 500 CHF im Monat rechnen.

    Mit AHVplus kann dieser Verlust nicht wettgemacht, aber reduziert werden. MIt je 20 CHF Mehrbeitrag pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer kann die AHV-Rente um 200 CHF erhöht werden. Das ist mehr als ein “Pflästerli”, Herr Vitali – ein erster Schritt von den schwachen Pensionskassen zur starken AHV.

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  • August 31, 2016

    2% der Schweizer gehört so viel wie dem ganzen Rest! Gegen dieses Ungleichgewicht haben Sie, Herr Vitali anscheinend nichts! Aber denen, die eh wenig haben, noch ihr karges Häppchen kürzen, da steigen Sie voll ein! Wie haben Sie damals gestimmt, als es darum ging, der UBS und anderen Banken Milliarden nachzuschiessen? Im übrigen wären diese 70 Fränkli eine Investition in die Wirtschaft, da sie von den Rentnern dringend gebraucht und sicher laufend ausgegeben würden. 70 Fränklis gegenüber Milliarden, die Sie den Reichsten nachzuwerfen bereit sind, deren Gewinne und Bonis meist nicht so recht versteuert werden. Dass Sie NEIN stimmen ist klar. Sie stimmten ja auch schon JA zur letzten Merzschen Unternehmenssteuerref​orm trotz horrender Verluste, die der Staat zu tragen hatte..

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  • August 31, 2016

    Herr Vitali, wenn Sie als Parlamentarier unser Sozialwerk AHV derart vernichtend beurteilen, muss man annehmen, dass Sie das ganze Schweizervolk für Dumm verkaufen wollen. Wenn man mit einem Lohnbeitrag von 0,4% Abzug ein solches Gejammer veranstaltet, kann man nicht mehr ganz gesund sein. Ein Beispiel, wir geben jährlich 5 Milliarden für eine psychologische Sicherheit in der Unsicherheit aus. Wenn es zur Anwendung kommen würde, müssten 2 Millionen Menschen unschuldig sterben, wenn Sie der AHV zustimmen, können 2 Millionen Menschen besser leben. Welches ist wohl intelligenter? Seit mindestens 50 Jahren predigt das Parlament mehrheitlich von einem AHV-Fiasko, dass nicht der Wahrheit entspricht. Die AHV ist kerngesund, die PK muss saniert werden, weil die Zinsen im Keller sind. Nehmen Sie das endlich einmal zur Kenntnis. Einem solchen Parlament muss man einmal kräftig auf die Füsse klopfen, damit sie endlich einmal eine prosperiende Lösung erarbeiten und das zum Wohle des ganzen Volkes. Wir haben auch 50 Jahre für unsere Väter und Grossväter bezahlt.

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  • August 31, 2016

    “Die­ses Jahr fei­ern mehr Per­so­nen ihren 65. Ge­burts­tag als Leute 20 Jahre alt wer­den. “

    Aber Herr Vitali, dafür sind doch 120’000 neue gekommen, die alle überdurchschnittlich viel einzahlen! Sind ja angeblich alles dringend benötigte, Fachkräfte mit entsprechend guten Löhnen, oder?! Und all die jungen, gut ausgebildeten Männer aus Nordafrika, die uns berreichern…! Oder war das mit der Bereicherung, doch ganz anders gemeint? Heute wo wir die Sexisten in den eigenen Reihen weitgehend aberzogen haben, importieren wir zur Bereicherung der europäischen Frauen…..

    Was geht bei dieser Rechnung nicht auf?

    Wir werden doch einfach nur noch verascht und belogen! Bepflästerlet und ausgenommen.

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  • August 31, 2016

    zu Ihrem Beitrag nur einige Bemerkungen aus KMU-Sicht:
    1. Wie lange weiss die FDP schon, dass es die Babyboomer gibt und wie hat sie im Parlament vorgesorgt? Sie hat in den vielen vergangen Jahre nichts dagegen lanciert. Sie hat die Probleme, wie alle Parteien, vor sich hergeschoben. Das ist kein unternehmerisches Denken. Das ist entweder Dilettantismus oder dann ein absichtliches Vorgehen um die Sozialwerke nachhaltig zu minimieren.
    2. Machen Sie die unselige USR II rückgängig. Wir hätten Milliardenbeträge für die AHV. Und das Jahr für Jahr. Wir KMU haben ausser der Nachfolgeregelung in keiner Art und Weise von dieser Reform profitiert. Diese Nachfolgeregelung wäre auch anders zu realisieren gewesen. Heute bin ich der Ansicht, dass die FDP (Merz) mit der USR II einen Milliarden-Betrug am Steuerzahler und den KMU’s begangen hat. Sogar das Bundesgericht hat sie als nicht rechtmässig sanktioniert, aber das Parlament hat sich geweigert, das Unrecht zu beseitigen.
    3. Bei der Einführung der AHV wurde leider das Umlageverfahren eingeführt. Deshalb haben wir nun den Zustand, dass nicht jede Generation für sich einzahlt, sondern die junge Generation für die Alte. Bei der Einführung der AHV waren die Parteien massgeblich daran schuld, dass das Umlageverfahren zum Zuge kam, weil sonst einmalig zu Beginn Schulden für eine kleinere Generation hätten gemacht werden müssen. Das wäre aus heutiger Sicht ein lächerlicher Betrag gewesen. Nun wollen Sie einfach, weil die Babyboomer älter werden, die AHV nicht mehr der Teuerung anpassen. Als Unternehmer würde ich untergehen, wenn ich die Einnahmen und Löhne nicht auch teilweise der Teuerung anpassen könnte. So also ist auch bei der AHV den gestiegenen Haushaltsausgaben der Privaten Rechnung zu tragen.
    4. Ich habe bis heute noch kein seriöses Berechnungsmodell gesehen, das die Einkommen der Pensionierten mitberücksichtigen würde. Es wird immer nur von der arbeitenden Bevölkerung gesprochen. Die Pensionierten werden teilweise so begütert sein, dass sie nicht nur Renten, sondern sonstige grössere Einkommen zu versteuern haben. Es wird der Schweiz nicht schlechter gehen! Es ist nur so, dass die AHV ein klein wenig aus den Steuer oder dem AHV-pflichtigem Lohn bezuschusst werden muss, weil bedeutend höhere Einnahmen gemacht werden als budgetiert. Auch dieses Jahr ein Minus budgetiert, und einen Überschuss erzielt. Und das zum wiederholten Male. Werden wir verars….?
    5. Bei jeder AHV-Budgetierung muss auch die Zuwanderung miteinbezogen werden. Oder glauben Sie, Herr Vitali gar, dass nur die Unternehmer von der Zuwanderung profitieren und nicht die Steuern und die AHV, sondern, dass der Steuerzahler bei der Zuwanderung «drauflegt»? Wenn wir die Personenfreizügigkeit​ erhalten wollen, so wie wir Unternehmer dies eigentlich gerne hätten, dann sollte man aber so ehrlich sein, die Zuwanderung auch in die Rechnung der Steuern und AHV miteinbeziehen. Sonst, und das sage ich Ihnen als Unternehmer, Herr Vitali, sollten wir schleunigst die Personenfreizügigkeit​ begrenzen.
    6. Die FDP kann sich einfach nicht so billig, wie Sie das vorschlagen, aus der Diskussion verabschieden.

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  • September 1, 2016

    Ich weiss ja nicht, was und wie unsere Politiker Tikken.

    Aber es war schon immer klar, dass die AHV nur mit einem bestimmten Wachstum sich selber finanzieren nicht kann. Dass aber die Schweiz nicht so wachsen kann, wie sie das benötigen würde, hätte man schon von 20 Jahren erkennen können. Das dürfte nichts Neues sein.

    So wird hier sogar behauptet, dass mit Fr. 20.–/Mt mehr Abzug Fr. 200.– mehr Rente bezahlt werden kann. Genau das ist die sog. Logik welche Politiker und Superrechner an den Tag legen, bei einem System, das als Umlagerungssystem besteht. Woher dann die Fr. 180.– kommen soll? Naja…. halt eben wie erhofft, von 10x mehr Einzahlern. (ironisch) Aber der Normalbürger ist halt “zu dumm” um zu erkennen, dass aus einem 20.– Frankenschein dann plötzlich ein 200.– Frankenschein entstehen werde.

    Dass diese Rechnung der AHV nicht aufgehen wird und kann, wird auch die versuchte Einwanderungsphilosop​​hie nicht lösen. Aber davon scheint man ja überzeugt zu sein, dass dank der PFZ und grosser Einwanderung und Migration viele neue Zahler dazu kommen würden. Und die sog. Super-Elite-Spezialli​​sten die Schweiz überrennen, weil sie mit der MEI das nicht könnten.

    Ich für mich werde mich jedenfalls nicht auf die AHV abstützen als Grundlage der Lebenserhaltung in der Schweiz. Dass ich bis heute rund 35 Jahre gutes Geld einbezahlt habe, hat und wird kaum einer interessieren, von Jenen die das System weiterhin aushöhlen.

    Viel Spass jedenfalls, mit dem Versuch durch “Steigerung” der Beitragszahler das Problem lösen oder mildern zu können. Das wird genauso wenig funktionieren, wie die Schuldenidee im Bund, die automatisch auch immer ein Wirtschaftswachstum benötigt um nicht Miese zu fahren.

    Aber scheinbar kann man dem Bürger Normalo ja alles angeben und glaubhaft darlegen.

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  • September 2, 2016

    “Immer mehr Pen­sio­nierte er­hal­ten eine AH­V-­Ren­te”

    Herr​ Vitali, lesen Sie manchmal die Todesanzeigen in der Zeitung oder im Internet?
    Dort sähen Sie nämlich, dass nicht alle immer älter werden!
    Nicht wenige sterben vor sie das Rentenalter überhaupt erreichen!
    Wird das Rentenalter erhöht werden es noch mehr, aber darauf spekuliert man vielleicht.
    Wen wundert es, mit dieser ständigen Panikmache seitens der Medien und der Politik, der in den letzten Jahren bei vielen Unternehmen gestiegene Druck und die Unsicherheit am Arbeitsplatz welcher vermehrt zu Burn Out und der Einnahme von Psychopharmaka und anderen Drogen führt. Das dies die Lebenserwartung nicht gerade fördert sollte klar sein.

    Auch frage ich mich, warum gar nicht so wenige 50-65 jährige das Rentenalter gar nicht erreichen, obwohl wir ja das beste Gesundheitswesen haben? Oder vielleicht auch nur das Teuerste?

    Ich finde gar, manche Politiker bedrohen mit Ihren Aussagen den Landesfrieden, indem die heute Jungen gegen die Alten aufgehetzt und gegeneinander ausgespielt werden. “Wegen den Alten müsst ihr zukünftig mehr Beiträge bezahlen, es ist nicht sicher dass ihr je AHV bekommt usw.” Manche Junge zweifeln bereits heute, ob sie je eine Rente bekommen. Solche Panikmache und so zu politisieren finde ich fahrlässig und völlig verantwortungslos. Denkt man auch daran, dass man damit später gar Übergriffe auf Rentner provozieren könnte?
    Auch wundere ich mich darüber, dass immer wieder die sogenannten “Babyboomer” herangezogen werden. Es sind die heutigen Rentner, welche aus Grossfamilien stammen während die Babyboomer eher aus Kleinfamilien stammen. So müsste es in naher Zukunft ja eher weniger als mehr Rentner geben, dem gesunden Menschenverstand folgend, da ja auch wieder Renten frei werden von den heutigen Grossfamilien – Rentnern wenn diese dann nicht mehr leben!
    Aber ich bin auch der Meinung, es sollten nur die Mindestrenten erhöht werden.

    Ideen zur AHV Sanierung (sofern überhaupt notwendig) gibt es bereits:

    Z. B über eine Mikro-Steuer

    In der Schweiz werden pro Jahr elektronische Bezahlungen im Wert von circa 100’000’000’000’000 Franken getätigt. Nicht nur beim Kauf und Verkauf von Aktien oder Anleihen, sondern auch beim Bezahlen im Restaurant, beim Geld abheben oder beim Online-Banking. Die Summe, die über solche Transaktionen bewegt wird, entspricht etwa 160 Mal dem Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz. Wenn der Staat von dieser riesigen Summe 0,2 Prozent besteuern würde, hätte er bereits 200 Milliarden Franken eingenommen – das ist mehr als der gesamte Steuerertrag der Schweiz, inklusiv der Mehrwertsteuer. Dieser Vorschlag stammt vom Zürcher Finanzunternehmer Felix Bolliger.

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    • Juli 19, 2021

      Ich denke auch, dass diese grosse Errungenschaft der Schweiz – die AHV – nicht totgeschwatzt sollte. Dass die bürgerlichen Parteien auf Grund ihrer Parteipositionen stets nach Abbau von AHV und Renten rufen und viel Werbekosten dafür aufbringen, gehört zu unserer Demokratie. Dazu präsentieren sie immer wieder das unsinnige “Heilmittel” > höheres Pensionierungsalter. Wenn aber schon im Alter von z.B. 55 Jahren niemand mehr angestellt wird, kann die Rentenkasse nicht aufgefüllt werden. Das ist ein Widerspruch, auf den man diese Parteien hinweisen darf.
      Die Idee, dass von Umsätzen 0,02 % für die AHV abgezweigt werden könnte, ohne dass es jemandem wehtut, erinnert mich an jenen Bankangestellten (aus den 60er Jahren). Der richtete sich in seiner Bank ein Konto ein, darauf zweigte er alle Beträge unter einem Rappen ab, welche sich z.B. bei Zinsberechnungen ergaben und normalerweise “abgerundet” wurden. Das brachte ihm ein hübsches “Nebeneinkommen”, welches buchhalterisch überhaupt nirgends sichtbar war. Obschon sein Handeln weder strafrechtlich oder schädigend wirkte, wurde es von seinem Arbeitgeber nicht positiv gewürdigt.

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  • September 3, 2016

    Es bleibt dabei: Die FDP ist die Partei des „Soo nicht!“ ohne eigene konstruktive, politisch mehrheitsfähige Lösungen.

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  • September 3, 2016

    Wie man es auch wendet: Mehr Sozialstaat = höhere Steuerlast.

    Angesi​chts des demographischen Wandels ein Fass ohne Boden.

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