1. Gesellschaft

Gibt es “Demokratiekriege”?​

Meine Ant­wort auf den Kom­men­tar von Herrn Bar­ner:

 Religionsk​riege vs. sogenannte „Demokratiekriege“

D​as muss genauer reflektiert werden:

Suchmaschine​n ergeben eine grosse Zahl von Hinweisen zum Stichwort „Religionskriege“, keinen aber zu „Demokratiekriege“.

Kriege wurden und werden ausgelöst von Päpsten, “kirlichen Würdenträgern”, Adligen aller Art, Diktatoren, Usurpatoren.

Grundsä​tzlich:

Religionskri​ege können nicht gegen sogenannte “Demokratiekriege” aufgewogen werden:

Religionen – so die christlichen – nehmen für sich in Anspruch, das direkte Zusammenleben zwischen Menschen harmonisch zu gestalten. Ich zitiere nur eine Bibelstelle: 1. Korinther – Kapitel 13 “Das hohe Lied der Liebe”, Vers 13: “Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die grösste unter ihnen”. Dies schliesst Kriege, Morde, Gewalt, Drohung, Zerstörung, Vernichtung absolut aus. Es gibt in der Geschichte eine grosse Zahl von Beispielen, dass Priester jeglicher Couleur, so auch Geistliche, ja Päpste zu Kriegen aufgerufen, selber Kriege geführt haben – unter dem Zeichen des Kreuzes (z.B.) – „in hoc signo vinces“.

Demokratien​ haben in keiner Weise solche hohen Ansprüche. Sie sind eine Form – “Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.” (Winston Churchill)- um ein Zusammenleben von Menschen über Familie, Stamm, Clan hinaus möglich zu machen.

Konkret:

  • Zu Indien – Pakistan:Beide Staaten sind nur formal Demokratien.

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan basieren grundsätzlich auf den unterschiedlichen Religionen der Hindu und der Muslime. Diese Spannungen sind in dem Moment in verheerendem Masse manifest geworden, als Indien dank Gandhi die Unabhängigkeit von Grossbritannien erlangte. Es ist nicht das erste und das letzte Mal, dass eine übergeordnete Macht, hier Grossbritannien die Spannungen “unter dem Deckel hält”, bis sie abtreten muss.

  • zu Grossbritannien und Nordirland:

Diese Auseinandersetzungen haben eben auch eine religiöse Komponente. Es gibt schliesslich auch römisch-katholische Engländer (kaum reformierte Irländer) – die Fronten verliefen und können immer wieder neu aufbrechen zwischen Protestanten und Katholiken.

  • Zum Sonderbundskrieg:

Der Sonderbundskrieg war eine Auseinandersetzung zwischen den katholisch-konservati​ven Kreisen mit Zentrum Stadt Luzern, die ihre Macht bedroht sahen durch die bevorstehende Bildung des föderalen Bundesstaates. Geschürt wurde der Widerstand, der bald zusammenbrach, durch katholische Geistliche. Aus dieser Auseinandersetzung resultierte das lange währende “Jesuitenverbot”, festgalten in der BV.

Ähnliche Wurzeln und die gleichen treibenden Kräfte – katholische Geistliche – lösten den Widerstand der Nidwaldner gegen die helvetische Verfassung aus.

In beiden Fällen war die katholische Kirche nicht bereit ihre Macht aufzugeben. Die helvetische Republik wie die Eidgenossenschaft von 1848 vollzogen die dringend notwendige Trennung von Staat und Kirche. Zum Beispiel wurde die Eheschliessung  eine Angelegenheit des Staates.

  • Zu Syrien:

Das Resultat wird meine Behauptung bestätigen: In Syrien wütet in keiner Weise ein Krieg für und gegen die demokratische Staatsform. Das ist ein „Stellvertreterkrieg“​ zwischen Sunniten und Schiiten.

Es ist ein fundamentaler Fehleinschätzung, anzunehmen, dass in arabischen und anderen Ländern ausserhalb Europas – ja sogar im Balkan – Demokratien die richtige Staatsform sind. Ich verweise auf Indien und Pakistan.

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