1. Umwelt, Klima & Energie

Grüne-Bashing statt endlich Neu-Orientierung

Den Gärtner hauen und den

Bock mei­nen, so​ könnten wir

zusammenfassen. ​Die Grünen

sollen heute daran schuld

sein, dass die Alternativenergien

n​icht mehr gefördert wurden. Aber wer sitzt denn 

in der Regierung und hat heute Fehlentscheide

zu verantworten? Wir sind in der Schweiz und

auch weltweit 60 Jahre energiepolitisch in die

falsche Richtung​ unterwegs gewesen, haben

die “versteckten Kosten” eines Kernschmelzrisi​kos

bis zu Tschernobyl (1986) ignoriert und auch nicht

gekannt, aber heute ist nun klar, dass auch Fukushima

für das Betreiberland zu enormen Kosten führen

wird. In der Schweiz wäre das nicht anders.

Da kann man denn schon behaupten, alternative

Energien​ seien zehn mal teurer als Kernenergie,

wenn wir dann aber so ein “Restrisiko” aufrechnen,

ist dem plötzlich nicht mehr so. Auch die Enlagerung

der AKW-Abfälle ist nach wie vor nicht über Generationen

sicherg​estellt, die Standortsuche zieht sich 

nun schon Jahrzehnte hin. Aufs falsche Pferd gesetzt,

Vertreter der bürgerliche Parteien der Schweiz!

 

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Comments to: Grüne-Bashing statt endlich Neu-Orientierung
  • März 29, 2011

    Ich sehe das Japan/KKW ein bisschen anders. Im Moment findet aufgrund der Verängstigung der Bevölkerung ein Bashing der Regierungsparteien statt. Die Grünen profitieren enorm, ohne einen Leistungsausweis zu haben. Es ist natürlich einfacher, eine weisse Weste zu haben, wenn man keine Vergangenheit hat!
    Und nun zur Energiestrategie. Es gab verschiedene Möglichkeiten – und es wird sie auch in Zukunft geben. Eine Kompromisslösung führte zur heutigen Situation. Viele andere Möglichkeiten mit erneuerbaren Energien waren, gerade weil die Grünen und andere grün-orientierte Parteien dies nicht wollten, nicht mehrheitsfähig. Zum Beispiel: höhere Stauseen, Windmühlen, Gaskraftwerke, Solarpanele auf den Dächern, einfachere Bewilligungen für Umbauten, Umbaumöglichkeiten bei Altgebäuden unter Heimatschutz.
    Und zum Restrisiko: Vielleicht hat man das verdrängt. Aber spätestens seit Tschernobyl wusste das Volk genau, was ein Restrisiko ist. Dennoch ist es verständlich, dass beim realen Anblick des “Restrisikos” dieses anders beurteilt wird. Grosse Anlagen birgen auch grosse Risiken! Oder stellen Sie sich vor, was passiert wenn ein Staudamm bricht. Dagegen kann man die dezentrale Energieversorgung setzen. Doch auch sie hat Nachteile.
    Last but not least: Obwohl es verständlich ist, aber zurzeit muss man in der Schwiez nicht in Hektik ausbrechen. Es steht aktuell keine Entscheidung an. Ausserdem weiss man noch gar nicht, was in Japan wirklich passiert ist (auch wenn wir in der heute schnelllebigen Zeit lieber sofortige Antworten hätten). Man vermutet inzwischen eklattante, menschliche Verfehlungen. Da machen mir ehrlich gesagt, die AKWs in Frankreich viel mehr Sorgen, als unsere in der Schweiz! Die Learnings daraus wären also, dass KKW nicht nur eine Schweizerische Herausforderung ist, sondern dass man diese Kontinental überdenken muss – zusammen mit Frankreich, Deutschland und anderen Ländern, die Atommeiler führen. Nicht ganz einfch…

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    • Juli 18, 2021

      Das ist eine typische freisinnige Antwort auf ein Problem: Das Problem wird zwar anerkannt, aber Vorschläge von andern Parteien werden mit “So nicht” und “Wir müssen zuerst ein konsensfähiges Konzept” haben torpediert oder auf die lange Bank geschoben. Die FDP hätte weiss Gott lange Zeit gehabt, einen vernünftigen Ausstieg aus der Atomenergie vorzubereiten.

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    • Juli 18, 2021

      @Alex Schneider. Leider ist halt das Leben so, dass man die besten Entscheidungen nicht in der Hektik der Stunde treffen kann. Man kann jetzt natürlich sagen. Alle AKW sofort vom Netz. Das wird ja sowieso nicht passieren und tönt verdammt gut. Gute Lösungen brauchen Zeit und die Schweiz ist ein Land der Kompromisse und nicht der Schnellschüsse! Und ich finde das gut so!

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    • Juli 18, 2021

      @Alex Schneider… Möchte noch anfügen. Die Besonnenheit der Schweizer hat uns zu dem gemacht, was wir sind. Dank dem Freisinn und dank der Bescheidenheit und Bedachtheit, die unserer Mentalität anheim ist. Ich finde das gut so!

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    • Juli 18, 2021

      Besonnenheit ist schon gut, aber die Mitte-Parteien – meines Erachtens die entscheidenden Parteien im schweizerischen System – bringen halt schon nicht so viel zustande (neben der verschlafenen Energiepolitik kommen noch Gesundheitspolitik, Sicherheitspolitik, Raumordnungspolitik, Bankenpolitik usw.). Wenn ihre Lösungen von den Pol-Parteien blockiert werden, könnten sie es einmal mit Volksinitiativen versuchen, aber das ist ein ungewohntes und mühsames Geschäft…

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    • Juli 18, 2021

      Volksinitiativen sind nicht zwingend ein mühsames Geschäft. Warum sonst würden die Parteien dieses Instrument mehr und mehr für die Wahlpropaganda einsetzen? Und das steht dann alles in der Verfassung. Da fehlt doch der Respekt vor unserer Verfassung.

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    • Juli 18, 2021

      Frau Schoch, haben wir Zeit, um noch ewig und drei Tage darüber nachzudenken was zu tun ist, mit wem, wer schuld ist, dass nichts geschieht, wieviel das kostet und ob in “Resteuropa” nicht noch gefährlichere Meiler am Laufen sind.
      Ich habe unsere seit neuestem “Ex-Atomkraft-Befürw​orter” in Verdacht, ein möglichst langes Aussitzen dieses tödlichen Problems anzustreben. Anscheinend soll solange diskutiert werden, Studien analysiert werden, Zahlen verglichen werden, Kosten berechnet werden – bis zumindest die Wahlen vorbei sind. Gleichzeitig werdet ihr wohl angestrengt hoffen, dass Fukushima sich in Luft auflöst.
      Leider ist diese Hoffnung vergebens – es wir eher jeden Tag schlimmer und lässt sich nicht verstecken, verharmlosen und schönreden.
      Diese taktischen Manöver, das endlose Hinausschieben einer längst fälligen vernünftigen Entscheidung durch Blablabla hier und Blablabla dort verhilft höchstens noch mehr dazu das Gesicht und die Wahlen zu verlieren.

      Man soll jetzt den Mut haben, grundsätzlich den baldmöglichsten Ausstieg aus dieser unberechenbar gefährlichen Art der Energieproduktion in die Wege zu leiten. Nicht hysterisch, nicht hektisch und unkontrolliert, dafür soll man ohne das ewige Parteiengezänk in Zusammenarbeit mit allen Parteien schnellstmöglich Lösungsmöglichkeiten zum Ausstieg aus der Atomenergie erarbeiten, zielorientiert und ehrlich.

      PS., an Herrn R. Weiler, Grüne: Auf’s falsche Pferd gesetzt (Climategate) habt ihr Grünen auch schon! Ausserdem halte ich es für mühsam angesichts von dem Elend in Fukushima in Häme auszubrechen!
      Kümmert euch um Lösungen, seid endlich weniger fanatisch, dafür kompromissbereiter. Ihr habt keinen Grund zu triumphieren.

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    • Juli 18, 2021

      @ Franziska Keller: Ich habe da mehr Vertrauen in die Politik als Sie. Die Politiker werden das tun, was die Mehrheit ihrer Wähler will. Als Volksvertreter wollen sie ja wieder gewählt werden. Nach Japan (leider erst danach) ist das politische Klima und die Meinung im Volk über die Stromzukunft nicht mehr wie vorher. Einerseits hat die KKW-Gegnerschaft Auftrieb erhalten, andererseits werden neue (resp. andere) Komprimisse möglich sein. Ich selber finde zum Beispiel den Weg über ein Gaskombikraftwerk, ein gangbarer Weg. Das ist zwar CO2-mässig nicht so optimal wie ein KKW (obwohl ich mir da nicht so sicher bin, wenn die graue Energie bei den KKWs mitgerechnet wird), aber es würde uns mit weniger Risiko genügend Zeit einberaumen, um die erneuerbaren Energien und auch dezentrale Energieproduktion so aufzubauen, dass sie in signifikanter Menge (heute

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    • Juli 18, 2021

      @ Franziska Keller: Ich habe da mehr Vertrauen in die Politik als Sie. Die Politiker werden das tun, was die Mehrheit ihrer Wähler will. Als Volksvertreter wollen sie ja wieder gewählt werden. Nach Japan (leider erst danach) ist das politische Klima und die Meinung im Volk über die Stromzukunft nicht mehr wie vorher. Einerseits hat die KKW-Gegnerschaft Auftrieb erhalten, andererseits werden neue (resp. andere) Komprimisse möglich sein. Ich selber finde zum Beispiel den Weg über ein Gaskombikraftwerk, ein gangbarer Weg. Das ist zwar CO2-mässig nicht so optimal wie ein KKW (obwohl ich mir da nicht so sicher bin, wenn die graue Energie bei den KKWs mitgerechnet wird), aber es würde uns mit weniger Risiko genügend Zeit einberaumen, um die erneuerbaren Energien und auch dezentrale Energieproduktion so aufzubauen, dass sie in signifikanter Menge (heute

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    • Juli 18, 2021

      @Elisabeth Schoch
      Leider haben wir kein Gesetzesinitiativrech​t auf Bundesebene; daher müssen Volksinitiativen über Details immer auch Verfassungsinitiative​n sein.

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    • Juli 18, 2021

      Das Rot-Grüne Zürich ist heute stolz darauf genügend AKW-Freie Elektrizität zu haben.

      Gehen wir mal 100 bis 120 Jahre zurück, so werden wir erkennen, dass die Wirtschaft, Ingenieure und Inverstoren die Visionären Ideen mit den Wasserkraftwerken hatten und dieses auch realisierten. Ebenso war es im EKZ-Gebiet.

      Diese Kraftwerke sind keine Rot-Grünen Taten, im Gegenteil, wollte man diese heute Bauen würde man solches mit VCS-Einsprachen zu verhindern wissen, auch die Umweltverträglichkeit​ würde solches Verteuern und den Bau mindestens um Jahre verzögern.

      Jedesma​l wenn ich im Bündnerland bin und die eindrücklichen RHB-Viadukte sehe, weiss ich, solche Bauten würde heute Rot-Grün verbissen bekämpfen, heute währen solche Pioniertaten einfach nicht mehr möglich.

      Das gleiche wird mit grösseren Alternativ-Energie Vorhaben geschehen. In unserem Lande ist man geschlossen gegen Pioniertaten und gross im Verhindern.

      Will man Alternatve Projekte, muss man diese im weit entfernten Ausland bauen, unser Land ist dazu nicht mehr in der Lage auch der Wille dazu fehlt.

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  • März 29, 2011

    Ja, Frau Schoch, es ist Ihr gutes Recht, die Probleme in Japan und von AKWs für sich individuell zu überlegen. Die Grünen haben bereits vor dreissig Jahren Ideen gehabt für eine verträglichere Energiepolitik und zusammen mit den Linken haben wir schon gegen Kaiseraugst demonstriert. Soviel zu “keine Vergangenheit”. Vielleicht haben aber die Atomgetreuen keine Zukunft mehr, das ist dann eigentlich viel wichtiger. Es steht keine Entscheidung an? Da sind Sie aber nicht richtig informiert. Es wäre uns sogar zuzutrauen, weitere AKWs zu planen und zu bauen (wohlweislich ohne die Entsorgungsfrage geklärt zu haben…). Auch wir trauen ausländischen Reaktoren nicht (glauben aber auch nicht, dass “unsere” besser seien als sie). Keine Hektik: einverstanden, aber vertieftes Nachdenken hat noch niemandem geschadet. Und natürlich: die Herausforderung ist nicht nur europäisch, sondern global.

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    • Juli 18, 2021

      Alles schön und gut Herr Weiler, aber auch die Grünen haben bis heute keine Antwort darauf geliefert “wohin mit den radioaktiven Abfällen”. Ein Endlager ist vor allem von links nirgendwo erwünscht in der Schweiz, also ab ins Ausland damit – oder? Wie stellen sich die Grünen heute dazu?

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  • April 13, 2011

    Frau Schoch, haben Sie sich schon mal vorgestellt, was passiert, wenn der Staudamm oberhalb des veralteten Atomkraftwerks Mühleberg bricht? Sie sagen ja, es ist keine Hektik angebracht. Es muss wohl vorher wieder was passieren, verharmlosen, vertuschen, verniedlichen, Zeit gewinnen. Glauben Sie, dass das eine glaubwürdige Politik ist? Siehe FDP-Wahlergebnisse in Zürich, Basel-Land, Luzern und im Tessin. Es geht auch anders, siehe Deutschland, Österreich und Schweden, die bereits aus der Atomenergie ausgestiegen sind oder den Ausstieg planen.

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  • Mai 19, 2011

    Es ist Wahlzeit, darum verwundert es nicht, dass die meisten Politiker nun auf den Anti-AKW Zug aufspringen und versuchen das Volk zu ängstigen und mit dieser Angst Politik betreiben.

    Nun wurden die AKW’s überprüft und es wurden Auflagen gesetzt die für Extremumstände gelten. Das auch da etwas gemacht werden muss ist klar aber wenn nun die Zeitungen in Schlagzeilen bringen: unsere AKW’s sind voller Mängel stimmt dies so nicht. Das ist zu vergleichen, wenn ihr Auto von der MFK bemängelt wird, dass für den Motor ein Frischluftschnorchel (wie bei einigen Geländefahzeugen) anzubringen ist, damit der Wagen auch bei einem eventuell erwartenden Hochwasser von 1,5 Meter noch fahren kann.

    Man will nun wie in Deutschland die AKW’s abstellen und sagt, Deutschland funktioniert ja auch mit abgestellten AKW’s vorzüglich, das man den Strombedarf einfach aus Französischen und Tschechischen AKW’s und dem Hochfahren von Kohlekraftwerken deckt, davon spricht niemand! So etwas hat auch System!

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    • Mai 19, 2011

      Es ist nicht nur permanent Wahlzeit wie bei der SVP,
      sondern auch nach-Fukushima-Zeit. System hat auch
      die bequem gewordene Atomenergie-Lobby. Seit 1969
      setzt die Schweiz auf diese Technologie, und alternative
      Energie-Quellen wurden von der AKW-Lobby verteufelt.
      Immer wieder sagte man bedauernd, die alternativen
      Energien seien zu teuer. Die Entsorgung der Abfälle
      und die Stilllegung der AKWs sparte man bei der Strom-
      Preisberechnu​ng ebenso aus wie die Kosten im Falle eines
      AKW-Unglücks.
      Strahlende AKW-Abfälle werden im Ausland entsorgt,
      es wird also nicht nur aus dem Ausland Strom importiert.
      Ein deutscher Experte hat die schweizerische Energie-
      politik als “antiquiert” bezeichnet. Wir beziehen im
      Übrigen auch bereits Strom aus Windkraftwerken aus
      dem Norden Deutschlands. (Stadt Winterthur, grüner
      “Energieminister”​). Weiter denken wäre angesagt–
      und natürlich zuallererst ernsthafte Sparbemühungen
      und bessere Ausnützung von einheimischen erneuer-
      baren Energien in Gang setzen. Und vielleicht ergeben
      sich ja plötzlich unerschöpfliche Energiequellen aus
      der Kernschmelzung.

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    • Mai 20, 2011

      Nun habe ich nie von einem Verbot zur Erstellung alternativer Energien gehört. Warum wurde nur davon gesprochen, aber nie etwas realisiert? Wenn ich natürlich nur von den Andern solches erwarte, selber mir aber zu Schade bin etwas zu Unternehmen, dann wirds nie etwas. Natürlich hätte das Arbeit bedeutet.

      Sagen sie jetzt nicht es währe unmöglich gewesen. Ich habe als Elektroinspektor in den letzten 25 Jahren einige Fotovoltaikanlagen abgenommen. Dies waren meist Pioniere die Arbeit und Geld hineingesteckt haben. Aber dies waren Einzelfälle. Und die haben auch nie gejammert und auf Geldregen gewartet.

      Wenn es Kreise gegeben hätte die den Willen gehabt hätten, währe es mit Sicherheit möglich gewesen grössere Anlagen zu bauen, aber keiner wollte da sein Geld investieren! Man erwartete es immer von den Andern. Auch heute ist es im grossen Ganzen noch so.

      Was ich jetzt einfach sehe, ist das diese alternativen Kreise nur auf den Geldregen vom Staat warten, sie verlangen Subventionen und sind nicht bereit ein finanzielles Risiko einzugehen. Währen die Industriepioniere so träge gewesen würden wir immer noch mit Kerze und Petrollaterne unterwegs sein.

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