1. Bildung & Forschung

Gute Schulen brauchen gute Lehrerinnen und Lehrer

Endlich Schu­le! Der Schul­start ist ein gros­ser Mo­ment im Leben eines Kin­des. Und ein wich­ti­ger. Tau­sende von Kin­dern gehen in die­sen Tagen neu zur Schu­le. Wird es ihnen dort gut ge­hen? Wer­den sie das Rich­tige ler­nen? Wer­den sie Spass am Ler­nen und an der Schule ha­ben? Wer­den sie sich wohl fühlen? Wer­den sie rich­tig aufs Leben vorbereitet?

Wir haben in den letz­ten Jah­ren in­ten­siv über Schule und Bil­dung dis­ku­tiert. Gut so! Bil­dung ist in einer of­fe­nen Ge­sell­schaft so wich­tig, dass man nie zu viel darüber reden kann.

Es wurde viel über Struk­tu­ren, Lehrpläne, Me­tho­den, Werte und Fächer dis­ku­tiert. Es wurde bis­her zu wenig über Pädagogik und die Fra­ge, wie Kin­der ei­gent­lich ler­nen dis­ku­tiert. Und viel zu wenig wurde über die Leh­re­rin­nen und Leh­rer dis­ku­tiert. Dies ob­wohl alle Un­ter­su­chun­gen zei­gen: Gute Schu­len brau­chen in ers­ter Linie gute Leh­re­rin­nen und Leh­rer.

Nur: Wann ist ein Leh­rer ein guter Leh­rer? Und wie wer­den möglichst viele Leh­re­rin­nen gute Lehrerinnen?

Die sie­ben A für gute Lehrkräfte:

1. Auswahl: Erste Wei­chen wer­den bei der Aus­wahl ge­stellt. Wer eig­net sich für die­sen Be­ruf? De­cken sich die Vor­stel­lun­gen einer an­ge­hen­den Leh­re­rin mit dem später zu er­war­ten­den Be­rufs­auf­trag? Wel­ches sind die Mo­tive für die Stu­dien­wahl? Wer heute die­sen Beruf wählt, muss Freude an der Team­ar­beit ha­ben, sich ständig verändern und wei­ter­bil­den wol­len und die Her­aus­for­de­rung in der Viel­falt der Kin­der fin­den.

2. Ausbildung: Die Aus­bil­dung zur Leh­re­rin und zum Leh­rer wurde in den letz­ten Jah­ren mit der Schaf­fung der Pädagogischen Hoch­schu­len grundsätzlich neu auf­ge­baut. Ei­ni­ges scheint noch nicht rund zu lau­fen. Wich­tig ist aber die Sto­ss­rich­tung: Die An­for­de­run­gen in der Leh­rer­aus­bil­dung müssen in der Ten­denz stei­gen und dürfen nicht sin­ken. Dies be­trifft so­wohl die prak­ti­sche wie auch die theo­re­ti­sche Sei­te. Und es be­trifft auch das Ni­veau der Do­zie­ren­den. Er­folgs­fak­tor Num­mer 1 im Top-­Pi­sa-­Land Finn­land ist die Qualität der Leh­re­rin­nen und Leh­rer. Deren Stu­dium gilt als das an­spruchs­vollste aller universitären Aus­bil­dun­gen.

3. Aufstiegsmöglichkeite​n: Ab­schre­ckend für viele jun­ge, am­bi­tio­nierte Pädagogiktalente ist die Tat­sa­che, dass der Lehr­er­be­ruf kaum Auf­stiegs- und Entwicklungsmöglichke​iten bie­tet. Hier haben wir ei­ni­ges auf­zu­ho­len. Nachdiplomstudiengäng​e wie Mas­ter of Edu­ca­tion mit ent­spre­chend ab­ge­stuf­ten Entlöhnungen schaf­fen An­reize zur be­ruf­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung​, brin­gen mehr und vielfältigere Kom­pe­ten­zen ins Lehrer­team und ma­chen die bei­den Wel­ten Schule und Wis­sen­schaft durchlässiger.

4. Ar­beits­be­din­gun­g​en: Gute Leh­re­rin­nen und Leh­rer ver­die­nen anständige Ar­beits­be­din­gun­g​en. Die Löhne müssen mit ver­gleich­ba­ren Auf­ga­ben in der Pri­vat­wirt­schaft Schritt hal­ten und Zu­satz­qua­li­fi­ka­​tio­nen müssen sich im Lohn wie­der­spie­geln. Die Klassengrösse muss auf rund 18 bis 20 Kin­der re­du­ziert und die Pflicht­stun­den­zahl​ ge­senkt wer­den. Im Ge­gen­zug soll die An­we­sen­heits­pflic​ht für Lehrkräfte schritt­weise so er­wei­tert wer­den, dass wir in spätestens einer Ge­ne­ra­tion eine Kul­tur ha­ben, wo Lehrkräfte und Kin­der den Tag ge­mein­sam in der Schule ver­brin­gen.

5. Auftrag: Wer ist für die Er­zie­hung und wer für die Bil­dung ver­ant­wort­lich? Die Ant­wort ist ein­fach und seit es Schu­len gibt be­kannt: Die Schule und die El­tern ge­mein­sam. Schon Pesta­lozzi übertrug der Schule einen Er­zie­hungs­auf­trag​ und so ist es nicht zufällig, dass über den Por­ta­len vie­ler alter Schulhäuser steht: „Für die Er­zie­hung und Bil­dung un­se­rer Kinder“.
Der Auf­trag der Schule ist vielfältig und beschränkt sich nicht auf das, was im Klas­sen­zim­mer pas­siert. Die Schule hat im Leben der Kin­der eine enorme Be­deu­tung. Sie ist so­zia­ler Treff­punkt, Ort des Ler­nens, Reibungsfläche, Ort der Ruhe und Ord­nung usw. Dass ihr so viele Auf­ga­ben übertragen wer­den, ist als Kom­pli­ment und als Aus­druck des Ver­trau­ens zu wer­ten. Die Ge­sell­schaft darf aber nicht auf hal­bem Wege ste­hen blei­ben, son­dern muss das Ver­trauen auch mit den nötigen Res­sour­cen un­ter­mau­ern.

6. An­er­ken­nung: Der Beruf des Leh­rers und der Leh­re­rin ist einer der wich­tigs­ten und an­spruchs­volls­ten Be­ru­fe. Leh­re­rin­nen und Leh­rer ver­die­nen un­sere An­er­ken­nung und Wertschätzung. Diese muss sich – wie oben be­reits erwähnt – in anständigen Ar­beits­be­din­gun­g​en nie­der­schla­gen, aber auch im Re­spekt vor ihrer Kom­pe­tenz. Lehrkräfte sind Ex­per­ten des Ler­nens und als das soll ihre Mei­nung und ihre Er­fah­rung Ge­wicht ha­ben. Auch wenn wir alle zur Schule ge­gan­gen sind: Bil­dungs­fach­leute sind wir damit noch nicht.

7. Au­to­no­mie: Immer mehr Leh­re­rin­nen und Leh­rer haben das Gefühl, zu Ma­rio­net­ten unzähliger Behörden und Ex­per­ten zu wer­den. Die Bürokratie scheint zu wu­chern. Oft er­le­ben die Lehrkräfte ihre Behördenpartner als un­or­ga­ni­siert, indem die eine Hand kaum weiss, was die an­dere macht. Um­zin­gelt von „Dreinredenden“ und Besserwissern“ ent­steht ein Miss­trauen gegenüber al­lem, was von aus­sen kommt. Das ist fa­tal. Die Ent­wick­lung muss genau in die an­dere Rich­tung ge­hen: Die Au­to­no­mie der Schu­len muss gestärkt, die Kom­pe­ten­zen der Schul­lei­tun­gen aus­ge­baut und jene der Behörden re­du­ziert wer­den. Die Schu­len brau­chen Frei­raum, damit sie mit­ein­an­der eine Schul­haus­kul­tur er­ar­bei­ten und leben können. Wir brau­chen nicht unzählige Auf­sichts­gre­mien, son­dern eine Re­chen­schafts­pflic​ht: Schu­len stel­len dar und wei­sen aus, was sie tun.

Die Schule ist wie die Ge­sell­schaft eine ler­nende Or­ga­ni­sa­tion – immer im Wan­del, immer hin­ter­fragt, immer im Gespräch. Der Beruf der Leh­re­rin und des Leh­rers steht im Zen­trum des Wan­dels. Hier müssen wir einen Schwer­punkt set­zen. Der verklärte Blick zurück im Sinne von „Damit alles so bleibt, wie es nie war“ hilft dabei nicht wei­ter. Das Leben kommt nämlich von vorn.  

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Comments to: Gute Schulen brauchen gute Lehrerinnen und Lehrer
  • August 19, 2011

    Nein “Erzogene Schüeler”

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  • August 19, 2011

    Gerade die Akademisierung der Ausbildung zum Primarlehrer hat viele fähige Jugendliche davon abgehalten diesen Beruf zu erlernen.
    Das System mit der Ausbildung in einem Lehrerseminar war über viele Jahre erfolgreich. Ich bin überzeugt, dass dieses System auch heute noch besser funktionieren würde.

    Wenn jemand eine Matur und danach ein Studium absolviern muss, ist der Beruf des Primarlehrers nicht mehr atraktiv. Da gibt es viele andere Möglichkeiten die interessanter und vor allem auch lukrativer sind.

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  • August 19, 2011

    Grüezi Frau Fehr

    Sie haben vollkommen recht. Vorallem bei 5. Auftrag gibt es Differenzen. Die Verantwortung wird auf die Pädagogen abgeschoben, jedoch nicht die Handlungskompetenzen.​ Somit stehen die Pädagogen oft vor dem Problem, verzogene Schüler unterrichten zu müssen, haben jedoch kaum Einflussmöglichkeiten​, auch wegen des Problems 7. Au­to­no­mie.

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  • August 19, 2011

    Wunderschön formuliert. Aber für mich heisst das nichts weiter als: Noch kopflastiger, in der Praxis noch untauglicher, weiter wie bisher, aber hoch 100!

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  • August 19, 2011

    Der ideologisierte, verakademisierte Lehrerberuf schreckt viele Jugendliche ab.

    Wie kann so etwas passieren?
    http://sc​.tagesanzeiger.ch/dyn​/news/zuerich/889326.​html

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    • Juli 18, 2021

      Das ist eine Meinung aus der Konserve und erst noch völlig ungesichert. Wie viele Jugendliche kennen Sie denn, die eigentlich den Lehrberuf ergreifen wollten, sich aber von “Ideologisierung” und “Verakademisierung”​ abschrecken liessen? Ich z.B.wusste von klein auf, dass ich Lehrerin werde, und es kam nichts anderes in Frage. Wie viel Ideologie oder Akademie auf mich warten würde, war mir als Teenager doch vollkommen egal. Das war vor bald 40 Jahren und – stellen Sie sich vor – ich unterrichte immer noch fürs Leben gerne und möchte es wenn möglich bis zu meiner Pensionierung tun!

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    • Juli 18, 2021

      Wenn ihr Weltbild zur Schulideologie passt, so können Sie als Lehrperson glücklich werden. Die Städte sind mit der Entwicklung der Schulideologie weiter. Mich würde es brennend interessieren, wieviel Prozent der Schulklasse jeweils “abgeklärt” werden müssen und ob Sie in einer integrierenden Schule unterrichten (=alle Schüler mit Problemen werden in der Normalklassse unterrichtet) und schliesslich wie gross ihre Klassen im Durchschnitt sind.

      Zurzeit kenne ich 1 Person, die an der PHS ist. Sonst will niemand Lehrperson werden.

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    • Juli 18, 2021

      Mein Weltbild muss nicht unbedingt 100%ig zur Schulideologie passen. In §2 des Zürcher Volksschulgesetzes heisst es lediglich: “Die Volksschule erzieht zu einem Verhalten, das sich an christlichen, humanistischen und demokratischen Wertvorstellungen orientiert. Dabei wahrt sie die Glaubens- und Gewissensfreiheit und nimmt auf Minderheiten Rücksicht. Sie fördert Mädchen und Knaben gleichermassen.” Ich weiss also nicht, was an dieser “Ideologie” so problematisch sein soll, im Gegenteil, sie lässt mir als Lehperson viel Freiheit und befähigt auch die SchülerInnen zu Kritik an und Auseinandersetzung mit der “Ideologie”. Dass Menschen, die sich für diesen Beruf nicht erwärmen können, die PHS meiden, kann der Schule nur dienen, denn nichts schlimmeres als griesgrämige Lehrpersonen, die ständig meinen, das System ändern, Lehrmittel absetzen und die ganze Bildungsdirektion auswechseln zu müssen! Ich behaupte nicht, es gebe nichts zu verbessern, aber zu viele Köche verderben eben auch in der Schule den Brei. Nur in totalitären Systemen werden alle Lehrpersonen (und damit natürlich auch die SchülerInnen) gleichgeschaltet und müssen streng nach der Ideologie, d.h. Buchstabe für Buchstabe nach tendenziösen und zensierten Lehrmitteln unterrichten.

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    • Juli 18, 2021

      Trotz der geforderten Orientierung an christlichen Wertvorstellungen singen die Kinder an Weihnachten höchstens noch Jingle Bells, wegen der Rücksicht auf Minderheiten. Ein kleines Beispiel, was in der Realität aus dem §2 des Zürcher Volksschulgesetzes wird.

      Wenn in einer Klasse 3-4 Kinder trotz Ritalin den Unterricht stören, weitere 3-4 Kinder wegen sprachlichen Problemen den Unterricht nicht folgen können und deswegen 20 andere Kinder dauernd warten müssen, wie sagt man das in der Zürcher Bildungsdialektik?


      Oft wird während den Schulstunden das Kind angeleitet selbständig Aufgaben zu lösen. Die Hausaufgaben – wenn überhaupt abgegeben – setzen regelmässig eine erwachsene Person zur Lösung voraus? (Ich denke da nur an die Chancengleichheit für diejenigen, welche keine Akademiker als Eltern haben.)

      Ich bin nicht so besonders gut im Beurteilen, ob das obligatorische Englischlehrmittel wirklich so schlecht ist, wie in den Zeitungen kolportiert wir. Dass sich die Lehrer nach 10 Jahren langsam getrauen dazu zu stehen ist schon himmeltraurig, da waren die Leute in der DDR schon mutiger.

      Die Schweiz hat nicht ein totalitäres Schulsystem. Nur der Aufwand gegen den Strom zu schwimmen ist extrem hoch und die Alternativangebote verlockend. Die meisten steigen aus.

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    • Juli 18, 2021

      Potz Blitz, Sie scheinen ja umfangreiche Studien über die Volksschule durchgeführt zu haben! Davon wüsste ich aber, und darum basieren Ihre Beurteilungen auf subjektiven Beobachtungen, individuellen Erlebnissen oder gar auf Gerüchten. Ich habe von mir selber gesprochen und hüte mich, zu verallgemeinern! Genau: Die Schweiz hat kein totalitäres Schulsystem, sondern es darf jederzeit kritisiert, aber auch gelobt werden!

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    • Juli 18, 2021

      Ich habe das Glück, dass mein Kind mir immer noch gerne erzählt, was in der Schule alles so passiert. Weiter habe ich mich selbst dafür interessiert wie die Schule so läuft und habe ein paar Halbtage die Klasse ausserhalb des Besuchstages besucht, mich für die Erfahrungen anderer Eltern interessiert und mich mit dem Elternforum kurzgeschlossen.

      M​eine Erfahrungen beziehen sich somit nicht auf eine einzelne Lehrperson, sondern auf das aktuelle Schulsystem in der Stadt Zürich. Ich muss mich eher bei den Lehrpersonen bedanken, welche trotz den widrigen Umständen als Lehrpersonen arbeiten und versuchen das Beste daraus zu machen.

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    • Juli 18, 2021

      Das finde ich immer am besten, wenn Eltern sich für die Schule und den Unterricht ihrer Kinder interessieren und den Kontakt zu deren Lehpersonen pflegen. So lassen sich Konflikte manchmal direkt und sachlich lösen. Manchmal handelt es sich ja auch nur um Missverständnisse, die relativ einfach aus der Welt zu schaffen sind. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kind trotz allem eine hoffentlich schöne und befriedigende Schulzeit bis zum Abschluss!

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    • Juli 18, 2021

      Auch Ihnen alles Gute zum Schulanfang.

      Gleichzeitig sei die Hoffnung ausgedrückt, dass ein paar Forenleser sich an unserem Disput ein Beispiel nehmen.

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  • August 19, 2011

    Warum eigentlich immer dieses Entweder-Oder? Ich kenne viele Lehrkräfte, die sowohl “im Kopf” sehr gut und akademisch ausgebildet und gleichzeitig ausgezeichnete Praktiker sind. Die Erfahrungen in Finnland zeigen, dass es eben genau beides braucht. Der Mensch ist kein Kuchen, bei dem das eine Stück kleiner wird, wenn das andere grösser wird. Der Mensch kann mit Wissen und Erfahrung wachsen.

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    • Juli 18, 2021

      Nur heute sind die Schulen froh, wenn sie das Pensum nicht unter 5 Teilzeitlehrpersonen aufteilen müssen, die oft zudem lieber Bildungstheoretiker geworden wären.

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    • Juli 18, 2021

      Ja Frau Fehr, der Mensch KANN mit Wissen und Erfahrung wachsen – muss er aber nicht!
      Ich rede aus bitterer Erfahrung mit den “Lehrpersonen” und dem Schulwesen. Wenn der Lehrkörper nicht dazu gezwungen wird zu wachsen, dann reagiert er einfach nur verantortungslos, feige, satt und bequem auf dem Rücken der Kinder, Jugendlichen und “Erziehungsverantwor​tlichen”.

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    • Juli 18, 2021

      Na ja, mein älterer Sohn hatte in der ersten Klasse eine Lehrerin, die gab genervt nach 6 Monaten auf, die 2. Lehrerin schafte es nur 3 Monate, dann kam ein Lehrer, der musste den ganzen Schlamassel richte und führte die Klasse zum Glück für uns bis Ende 3.Klasse.

      War kein Toller Schulanfang, auch für uns Eltern nicht!

      Danach hatten wir bessere Lehrer.

      Aber mein Sohn qualifizierte sich in der 6.Klasse für die Sek. der Seklehrer sagte uns nach beendigung der Sek, dass die Lehrerin der 6. Klasse schriftlich gefordert habe, dass unser Sohn nach der Probezeit in die Realklasse umzuteilen sei!

      Toll solche Lehrerinnnen.

      Mit den Lehrern sind wir immer gut gefahren. Warum Wohl? Ich weiss es nicht!

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    • Juli 18, 2021

      Frau Jacqueline Fehr,
      Interessant ist, dass seit Finnland “gewonnen hat” Finnland in aller Munde ist.
      Wer den Norden schon selber besucht hat, weiss, die Menschen sind wirklich anders als wir hier.
      Der Winter ist härter und kälter, die Tage dunkel, die Nächte lang. Möglicherweise verbringen dann die Kinder mehr Zeit beim Lernen für die Schule. Ausserdem haben sie Frühenglisch, was ja in der Schweiz nicht möglich ist.
      Im Sommer hingegen gehen die Finnen raus in die Natur, und kennen die Natur. Viele haben ihr „Ferienhaus“ und sind sehr geschickt, handwerklich, auch die Lehrerinnen und Lehrer.
      Übrigens, sehr viele Nordländer haben Bastelhobbys für die langen Winternächte, ist recht spannend, das mal zu sehen. Aber nicht in Helsinki, sondern etwas ausserhalb, auf dem Land, oder der Agglomeration.

      Es ist übrigens spannend, den hohen Norden zu bereisen, grad in der Ferienzeit, wenn die Mittsommer usw feiern.
      Und es ist festzustellen, die Kinder werden nicht so verwöhnt wie hier.
      Wie man das nun auf die Schweiz umsetzen will?

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    • Juli 18, 2021

      Sehr geehrte Frau Fehr
      Der Mensch kann nur Wachsen, wenn er auch seinen Horizont erweitern kann.
      Es gibt auch gute Lehrerinnen die aber selber sagen: Dass es in der heutigen Zeit schwieriger geworden ist.
      Also müssten wir wieder bei den Eltern anfangen.
      Bitte Frau Fehr nennen Sie mir zu liebe nicht immer ein anderes Land, Wir sprechen hier in der Schweiz uber die Schulen.
      Freundliche​ Grüsse

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    • Juli 18, 2021

      Liebe Frau Wilkow-Nyffeler
      Die Schule ist der Ort des Lernens. Und damit ist es selbstverständlich, dass die Schule selbst auch immer lernen muss, unter anderem von erfolgreichen Modellen aus anderen Ländern. Die Probleme sind überall sehr vergleichbar. Man muss ja das Rad nicht x-mal neu erfinden.

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrte Frau Fehr, sich über ausländische Erfahrungen zu unterhalten ist zumindest der Schweizer Bildungspolitik nicht nützlich. Nützlich wäre schon seit -zig Jahren, wenn drauf hin gearbeitet würde, dass jeder Schweizer mit jedem Schweizer sich wenigstens unterhalten könnte. Ich ging wie Sie auch zur Schule, wurde in “Französisch” unterrichtet – beim ersten Welschland-Aufenthalt​ war ich leider nicht in der Lage in einer Gaststätte “Schnitzel, Pommes-frites zu bestellen. Es ist sowas von ärmlich, dass in einem derart kleinen, mehrsprachigen Land es nicht zum Austausch der anderssprachigen Lehrer kommen kann. Zudem war zumindest damals das Lehrmaterial, aber auch die Sprachkenntnisse der Lehrer eher bescheiden. Im Übrigen glaube ich, dass Sprachkenntnisse sinnvoller sind als “Algebra”.

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    • Juli 19, 2021

      Richtig Frau Fehr das Rad lässt sich nicht Neu erfinden.
      Als ich in die Schule ging konnten alle Schüler noch Kopfrechnen.
      Und die Schweiz lag Weltweit an 11. Stelle was die Bildung anbelangt.
      Freundlic​he Grüsse

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    • Juli 19, 2021

      Werte Frau Jacqueline Fehr,
      Ja, man muss das Rad nicht x-mal neu erfinden.
      Die Kinder sollten in die Schule gehen um zu lernen. Fehlt der Wille der Kinder, oder fehlt die Überzeugung der Kinder, etwas zu lernen, ist die Schule da, wäre bereit Unterricht zu erteilen, stattdessen werden die LehrerInnen zu Pausen Clowns gemacht.
      Mit dem Verändern der Schule, verändere ich also den Willen der Kinder?
      Die Kinder werden erst dann glücklich sein, wenn die Schule sich ihnen angepasst hat, und sie nichts mehr lernen müssen. Was ja sichtbar in den letzten Jahren geschehen ist.
      Ich war einmal der Ansicht, dass man diese Fachleute welche von sich sagen, Sie seien die Spezialisten für Kinder, für Jugendliche, wüssten genau was sie tun, ihre Arbeit machen lassen kann.
      Wenn man sich mit ihnen Unterhält, versteht man zwar nicht unbedingt was einem erklärt werden soll, aber es tönt beeindruckend.
      Offenbar aber wissen diese Fachleute selber nicht so genau, was sie da erzählen wollen, verpacken das einfach in geschwollenes Daherreden, um sich ja keine Blösse zu geben.
      So lange die Erkenntnis der Erwachsenen fehlt, den Kindern aufzuzeigen dass es mehr als Sehr wichtig ist in der Schule zu lernen, und zusammen mit den LehrerInnen das den Kindern einpaucken, so lange mein ich, wird die Schule immer schlechter werden.
      Übrigens Herr August Sommerhalder, Sprache und Mathematik sind beide gleichwichtig. Falls Sie die Sprache nicht können, ein Blatt Papier und darauf zeichnen, also Symbolsprache…

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    • Juli 19, 2021

      Übrigens Frau Fehr was ganz genau lernen diese Kinder??
      Wie man später Randaliert oder Sachbeschädigung und Kriminalität ausübt???
      Freundlich​e Grüsse

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  • August 19, 2011

    Warum gibt es immer weniger schweizer Ingenieure und Naturwissenschaftler?​
    Ganz einfach: Die Primarschüler lernen nicht mehr richtig rechnen und haben später Probleme, weil ihnen die Basis fehlt. Denn höhere Mathematik kann man nur betreiben, wenn man weiss wie man ausklammert, einen Doppelbruch auflöst, usw. Der ganze Primarschulstoff halt.

    Viele Gymnasiasten(!!) scheitern bereits am 1-mal-1: Was gibt 8 mal 7?
    Langes Studieren und Rechnen – – – : 8 mal 7 gibt 54!
    Oder doch nicht?

    Hier ist offensichtlich etwas schief gelaufen!
    Und Schuld sind nicht die Schüler!

    Es genügt nicht, wenn die Kinder das Prinzip richtig verstanden haben. Sie müssen es auch anwenden können. Das geht nur durch stundenlanges Ueben. Sorry, das ist etwas altmodisch. Es ist falsch, wenn sich das Niveau der Klasse an den schwächsten Schülern orientiert.
    Profispo​rtler und Profimusiker müssen regelmässig ganz einfache Bewegungsabläufe üben. Nur so können sie ihren Platz an der Spitze behaupten.
    Mit dem Rechnen ist es genauso. Wenn eine stabile Basis fehlt sein, können, sobald es schwieriger wird, die Aufgaben nicht mehr gelöst werden. So wird den Kindern die Freude an der Mathematik ausgetrieben.

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    • Juli 18, 2021

      Mein Sohn musste mal in der Primarschule schreiben, wie er sich bei Lösen der Rechenaufgaben gefühlt hat. Da hat mein Sohn – so ehrlich wie er war – geschrieben, dass er diese Aufgaben ja schon seit 2 Jahren beherrsche, schliesslich hätte der Vater ihm einmal erklärt wie es ginge.

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    • Juli 18, 2021

      Kennt jemand das Gefühl, wenn man meint man hat das Gefühl nicht und genau dieses Gefühl habe ich jetzt…heisst die Antwort

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  • August 19, 2011

    In der Schweiz arbeiten immer mehr ausländische Lehrer. Warum?
    In der Schweiz leben immer mehr ausländische Kinder.

    Mir wäre es lieber, wenn unsere Kinder durch schweizer Lehrer unterrichtet würden. Unterrichten heisst auch erziehen.
    Es ist falsch, wenn unsere Kinder durch Fremde erzogen werden!

    Mehr schweizer Lehrer: das wird etwas schwierig.
    Also bleibt noch: weniger ausländische Kinder. Das lässt sich durch einen Einwanderungsstop sehr leicht erreichen.

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    • Juli 18, 2021

      Tja, rechtsextremismus scheint sich laufend zu verbreiten.

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    • Juli 18, 2021

      Es gibt da ein Sprichwort: Es kommt nicht darauf an was für eine Farbe die Katze hat, sie muss einfach Mäuse fangen.

      Karl Müller, was macht der Unterschied aus zwischen einem ausländischen Lehrer und einem Schweizer Lehrer? Der Schulstoff wird durch Gesetze vorgegeben. Die Qualifikation und Eignung muss bei der Leherauswahl im Vordergrund stehen. Das sage ich ihnen als SVP-Wähler.

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    • Juli 18, 2021

      Sehr geehrter Herr Keller

      Da muss ich leider bei Ihnen passen.
      “was macht der Unterschied aus zwischen einem ausländischen Lehrer und einem Schweizer Lehrer? “

      Wir haben auch in der Schweiz Fachpersonen die einen Lehrerberuf mit bringen.
      Meist liegt das Problem nicht beim Lehrer, sondern bei den Eltern der Schüler.
      Freundliche​ Grüsse auch eine SVP Wählerin

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    • Juli 18, 2021

      Sehr geehrter Herr Müller
      Es gab auch bei uns einmal Quereinstieg in die Schule.
      leider sind diese Zeiten vorbei.
      Es müsste nur jemandem wieder mal Einfallen, dann hätten wir auch dieses Problem im Griff

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    • Juli 18, 2021

      Sehr geehrter Herr Wagner
      Ich würde viel lieber mal mit Ihnen eine Meinung teilen, als mit Ihren Bemerkungen

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  • August 25, 2011

    Die Ausführungen von Frau Fehr zeigen, wie gut diese Politikerin über die Probleme der Lehrberufe informiert ist. In der Diskussion um die Ausbildung der Lehrpersonen ist es in der letzten Zeit Mode geworden, die alte Ausbildung an den Lehrerinnen- und Lehrerseminaren zu idealisieren und gleichzeitig die neuen Ausbildungsgänge an den Pädagogischen Hochschulen als “theorielastig” , “akademisiert” oder gar “praxisfremd” zu kritisieren. Konservative schwärmen neuerdings sogar von einer Art “Meisterlehre” für die Lehrberufe – also eine Rückkehr zu vor-gotthelfschen Zuständen. Wer da von der “reinen Praxis” redet, merkt häufig gar nicht, dass er von vielen nicht als solches bezeichneten Theorien ausgeht. Die alte Ausbildung an den Lehrerinnen- und Lehrerseminarien war gewiss gut, aber “praxisorientierter​” als die heutigen Ausbildungsgänge war sie nicht. Ein Hauptfehler vieler alter Seminare war gerade die absolute Trennung von Theorie und Praxis, von Fachinhalten des Seminars vom Fachunterricht an der Volksschule. In vielen pädagogischen Hochschulen bemüht man sich heute, Theorie und Praxis eng zu verbinden, in eine wechselseitige Beziehung zu bringen. Dies ist m.E. entscheidend für die Qualität der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Das Ausspielen von Theorie gegen Praxis und umgekehrt bringt es nicht.

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    • Juli 18, 2021

      Niemand will wieder zu Zeiten vor Gotthelf zurück. Wir würden uns begnügen, wenn man wenigstens die Irrläufe im Bildungswesen abbrechen würde.

      Beispiel: eine Integrative Schulung ist meines Erachtens nur dann möglich, wenn man sehr kleine Klassen hat. Für die kleinen Klassen benötigt man auch mehr Schulhäuser. Wegen der anhaltenden Migration sind aber alle unsere Schulhäuser mit Klassen in Maximalgrösse gefüllt. Also zuerst Finanzierung suchen für Schulhäuser und Verdoppelung der Lehrpersonen, dann erst die Integrative Schulung umsetzen. Oder eben preiswertere Wege suchen um die gleiche Bildung zu vermitteln.

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    • Juli 18, 2021

      Lieber Herr Keller, Sie gehen davon aus, dass niemand wieder zu Zeiten vor Gotthelf zurück will. Am 1. Schweizerischen Bildungstag von LCH und SER von gestern tönte es anders: Herr Schlüer von der SVP möchte die Studierenden 4 Tage in die Schule schicken und einen Tag an die PH. Das entspricht der Lehrerinnen- und Lehrerbildung, wie man sie in “Leiden und Freuden eines Schulmeisters” von Gotthelf nachlesen kann. Die “Meisterlehre”, garniert mit einigen “Normalkursen” bestand so vor der Gründung der Lehrerseminare um 1830. Herr Schlüer bestätigt sich mit seinem Vorschlag als echter Reaktionär, der die Zustände aus der Restaurationszeit bzw. des Ancien Régime wieder herstellen will.
      Was die integrative Schulung angeht, bin ich weitgehend mit Ihnen einig: Kleinere Klassen und mehr Lehrpersonen sind dringend. Aber: Nicht an allen Schulen der Schweiz sind die Klassen bis zur Maximalgrösse gefüllt und an den steigenden Schülerzahlen sind nicht allein die Migrantinnen und Migranten schuld.

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    • Juli 18, 2021

      Daniel Moser, ich wäre mir gar nicht so sicher, ob Schlüers Ideen nicht effektiver wären. Am liebsten hätte ich unterscheidliche Schultypen, so dass niemand mehr gezwungen wäre seine Kinder in die integrative Schulen schicken zu müssen.

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    • Juli 19, 2021

      Wir waren 25 Schüler in einer Klasse und es hat wunderbar Funktioniert.
      Muss ich nun mit Ihren Aussagen wahrnemen, wir hätten keine richtigen Fachlehrkräfte (aus dem Ausland) oder waren die Gotthelfzeiten gar nicht so schlecht??? Weltweit an 11. Stelle zu sein als kleine Schweiz anno 60 70 Jahre !!!!!

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  • September 1, 2011

    Ergänzung zu meinem Kommentar weiter unten.

    Durch die Einwanderung von Familien steigt auch der Bedarf an Lehrern. Weil zu wenig schweizer Lehrer ausgebildet werden, müssen Lehrer aus der Fremde geholt werden.
    Was sind die Folgen?
    Didaktisch sind die fremden Lehrer sicher mit den Schweizern zu vergleichen. Wir müssen uns also keine Sorgen machen, dass die Schüler von den Fremden schlechter ausgebildet werden.
    Warum steht hier überall Fremder und nicht Ausländer? Weil es auf diesen Faktor, das Fremdsein ankommt. Die Schulen sind nicht einfach nur Bildungsanstalten sondern Stätten der Erziehung. Denn an unseren Schulen findet ein Teil der charakterlichen Entwicklung der Heranwachsenden statt. Die fremden Lehrer vermitteln nicht nur Wissen. Sie erziehen die Schüler, nach ihrem eigenen fremden Bilde. Das ist keine böse Absicht der Fremden. Das geschieht automatisch.

    Es gibt so etwas wie einen “Volkscharakter”, der sich in den Bewohnern eines Landes zeigt. Ausländer, die längere Zeit hier gewohnt haben, werden in ihrer Heimat häufig als “Schweizer” bezeichnet. Sie haben einen Teil unseres Charakters übernommen. Dieser “Volkscharakter” ist also ansteckend. Es ist nicht egal ob ein Lehrer ein Einheimischer oder ein Fremder ist. Schüler die von fremden Lehrern unterrichtet werden, entwickeln sich anders, als wenn sie von Einheimischen unterichtet werden.
    Die fremden Lehrer tragen also etwas bei zum Verschwinden der schweizer Eigenart. Es ist nun nicht so, dass diese schweizer Eigenart das Nonplusultra wäre. Nein. Sicher nicht. Wir sind kein bischen besser als die Bürger anderer Staaten. Wir sind nur anders. Und diese Andersartigkeit ist erhaltenswert.

    Die​ schweizer Eigenart ist am verschwinden. Die Sprache ist ein unschönes Beispiel. Es gibt nicht einfach nur Deutsch. Es gibt deutsches, östereichisches und schweizerisches Deutsch. Gemeint sind hier nicht die Dialekte sondern die Hochsprachen. Sie unterscheiden sich in diesen drei Ländern nach Wortschatz, Rechtschreibung, Aussprache, Sprachmelodie, …
    Die Unterschiede zwischen diesen drei Standardsprachen sind nicht gross, aber vorhanden. Deutsche haben in der ersten Zeit Schwierigkeiten schweizerisches Deutsch zu verstehen.
    In den Medien ist eine schleichende Germanisierung des schweizerischen Deutschs zu beobachten. Wortwahl und Aussprache, teilweise auch die Sprachmelodie passen sich an. Man hürt und liest immer mehr von Zigartettenkippen, Führerscheinen, schullern usw. Ein “schönes” Beispiel sind die ch-Morser. Viele Deutsche, aber nicht alle, sagen zwanzich, wir zwanzig usw. Sprecher denen das deutsche Deutsch besser gefällt als das schweizerische Deutsch verwenden in der Umlernphase abwechslungsweise die deutsche und die schweizer Aussprache. Oder sie starten ihren Beitrag “deutsch” mit g und enden “schweizerisch” mit ch. Das Resultat klingt recht seltsam. Noch schlimmer wird es, wenn sie versuchen die deutschze Sprachmelodie nach zu machen.
    Diese Entwicklung wird auch vor den Schulen nicht halt machen. Die Schüler werden “schönes” deutsches Deutsch lernen. Die Lehrer ebenfalls. Vermutlich hat diese Entwicklung bereits begonnen. Ist sie noch aufzuhalten?

    Es geht um unsere Kultur!
    Die Multkultiwelt ist in Wirklichkeit eine Entwicklung zur weltweiten Monokultur. Die grossen Metropolen werden sich immer ähnlicher. Ueberall die gleichen Architekten und Restaurant-, Kleider- usw. Ketten. Die Provinz, also auch die Schweiz, zieht nach.
    Unsere kulturelle Zukunft wird todlangweilig sein! Ueberall auf der Welt der gleiche Einheitsbrei. Nur auf dem Land werden sich gewisse Unterschiede erhalten, doch wie lange?

    Wir können diesen Prozess nicht aufhalten nur verlangsamen. Wenn wir unsere Einzigartigkeit etwas länger erhalten wollen, müssen wir den Zuzug fremder Lehrer und dementsprechend auch fremder Kinder beschränken.

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    • Juli 19, 2021

      Sie haben Recht Herr Müller – leider! In einigen Jahren werden volkloristische Atraktionen in den Tourismus-Angeboten Einzug halten. Wie z.B. Emmentaler Vokstänze oder “Zäuerlen” eines Appenzellerschors. Die “Urschweizer” werden dann zu den Aburitschini’s Europas und werden dann auch von den importierten Einwohnern belächelt. Schöne Aussichten!

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  • Dezember 5, 2011

    Sehr geehrte Frau Fehr
    hätte man von Generation zu Generation das Schul- Wissen weitergegeben,
    müsst​e die Schule selbst heute weniger lernen.
    Das sollten ja die Aufgabe der Schüler sein und nicht die, der Schule.

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