1. Umwelt, Klima & Energie

Keinen halbpatzigen Atomausstieg

Der Ständerat muss drin­gend kor­ri­gie­ren, denn seine Kom­mis­sion hat schlecht ent­schie­den. Sie will nur aus der “heutigen AKW-Generation” aus­stei­gen. Für künftige “sichere” AKWs soll die Türe offen blei­ben. Wann es diese künftige Ge­ne­ra­tion geben wird, weiss aber nie­mand. Das ist ein schlech­ter Ent­scheid. Er zeugt von Wan­kel­mut und Un­ein­sich­tig­keit aber si­cher nicht von Weit­sicht. Denn wer sich auf sei­nem Weg nicht ent­schei­den kann und durch zwei Türen gleich­zei­tig mar­schie­ren will, schlägt sich mit Si­cher­heit den Kopf an.

Es wird Zeit die Atom­kraft ohne wenn und aber zu ver­las­sen. Erst ein unmissverständlicher Aus­steigs­ent­scheid​ schafft verlässliche Rah­men­be­din­gun­ge​n. Erst wenn klar ist, dass keine AKWs mehr ge­baut wer­den, kann sich die Wirt­schaft aus­rich­ten und ihre In­ves­ti­tio­nen in die Al­ter­na­ti­ven len­ken. Es ist völlig unnötig und ver­wir­rend, das berühmte Türchen für die Atom­kraft einen Spalt of­fen­zu­las­sen , wenn die Türe der Er­neu­er­ba­ren weit offen steht.  Der Weg durch diese Tür ist un­sere Zu­kunft und muss end­lich kon­se­quent be­schrit­ten werden.

Der Ent­scheid der Ständeratkommission zeigt auch wie wenig glaubwürdig die AKW-Befürworter wie Eco­no­mie Suisse ar­gu­men­tie­ren.  Noch vor kur­zem hiess es, wir müssten rasch neue AKWs pla­nen sonst gibt es eine Stromlücke.  Und jetzt plötzlich haben wir Zeit, um auf eine neue Ge­ne­ra­tion AKWs zu war­ten, wann immer sie auch er­fun­den wer­den mag.

Nein, die Zeit drängt wirk­lich, der Um­stieg  wird in an­dern Ländern kon­se­quent an­ge­packt. Diese Länder po­si­tio­nie­ren sich im Be­reich der Clean­tech-­In­dus­tr​ie und rüsten sich so für die Zu­kunft. Das muss auch die De­vise für die Schweiz sein, wenn sie den Zug nicht ver­pas­sen und in der Zu­kunfts­tech­no­lo­​gie schlecht­hin mit­hal­ten will. Die Schweiz darf nicht als Land in die Ge­schichte ein­ge­hen, das vor dem Türspalt ste­hen ge­blie­ben ist wie der Hase vor der Schlange.

Beat Jans, Na­tio­nal­rat SP Ba­sel-­Stadt, Co-Präsident NWA, Na­tio­nal­rat

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Comments to: Keinen halbpatzigen Atomausstieg
  • September 19, 2011

    Halbpatzig ist der Atomausstieg der SP: Bevor ausreichende Alternativen parat sind, schon aussteigen, damit man dann EU-abhängig wird und Atomstrom aus Ländern mit geringerer(!) AKW-Sicherheit importieren muss, oder mit Stromlücken zum “Entwicklungsland” wird. So werden die wahren Ziele der SP auf jeden Fall erreicht…

    Derwei​l kann dieselbe SP nicht genug Ausländer in die Schweiz schaufeln, wodurch der Stromverbrauch mehr steigt, als durch Windenergie produziert wird. Wie “nachhaltig” ist so eine Politik?

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  • September 19, 2011
    • September 29, 2011

      Sehr geehrter Herr Keller – zum Glück gibt es ja diverse Schweizer Hersteller und noch mehr Europäische und amerikanische – welche fast gleich teuer sind, bzw. wenn man noch die Qualität anschaut, sogar günstiger sein als die von Ihnen angesprochenen. Doch halt Stopp, es gibt in China auch die “guten” und „grünen“, welche Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Umwelt zeigen, doch wo ein boomender Mart ist, gibt es eben die anderen!

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    • Juli 18, 2021

      Das Problem sind nicht die Solarpanels. Das Problem ist, dass die Fabrik ihren Abfall nicht sauber entsorgt.

      Für so etwas gibt es in der Schweiz zum Glück Vorschriften (was von gewissen Kreisen als Bürokratie verteufelt wird).

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    • Juli 18, 2021

      Die Grünen sagen ja immer, wie billig die Solarzellen nun sind. Dass diese aus China stammen und nicht nachhaltig produziert werden, verschweigen sie.

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  • September 19, 2011

    Herr Jans

    Wenn Sie die Sicht bis zu Ihrem Horizont im Bereich der Energieversorgung als „Weitsicht“ bezeichnen, dann haben Sie wirklich das für Sie maximal Mögliche erreicht. Doch verschonen Sie bitte andere Menschen mit Ihren Einschätzungen. Wer hier „uneinsichtig“ den „Kopf anschlägt“, sehe ich ganz anders als Sie.

    Der von Rudolf Rechsteiner, Ihrem Vorgänger im Nationalrat, verbreitete Spruch „Wir haben keine Stromlücke, sondern eine Denklücke!“ ist etwas vom Dümmsten und langfristig Gefährlichsten, was wir in den letzten Jahren in der Schweiz zu hören bekamen! Es geht nicht nur darum, die zukünftige Stromversorgung von Basel oder der Schweiz abzudecken, sondern die sich schrittweise aufs Stromnetz verlagernde Energieversorgung weltweit auch in Zukunft zu ermöglichen.

    Erdöl und Erdgas werden in den kommenden Jahrzehnten knapp, politisch umkämpft und unter dem Einfluss von Spekulanten teuer. Anstatt schrittweise auf die Nicht Fossilen Energiequellen umzusteigen, schauen wir machtlos und unbegreiflich träge zu, wie ihr Anteil an der weltweiten Gesamtenergieversorgu​ng bereits unter 18% abtaucht. Das wohl grösste Risiko der Menschheit ist ihre immer noch wachsende Abhängigkeit von den fossilen Energiequellen. Grafik: http://www.bernerschach.ch/I​EA.pdf Niemand kann heute abschätzen, in was für eine Wirtschaftskrise wir da hineinlaufen und welches die Konsequenzen sein werden. Wer erneuerbare Energien und Kernenergie gegeneinander ausspielt, hat den Ernst der Situation noch nicht begriffen: Wir brauchen alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie (inkl. Kernfusion). Und wenn wir bei deren Weiterentwicklung nicht noch einen Zacken zulegen, kommen wir leider zu spät!

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  • September 20, 2011

    Herr Jans, sie dürfen jederzeit mit der Produktion erneuerbarer Energieerzeuger anfangen, wir warten alle darauf und wünschen einen guten Start!

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    • September 20, 2011

      > Herr Jans, sie dürfen jederzeit mit der Produktion
      > erneuerbarer Energieerzeuger anfangen

      Das dürfte schwerfallen, da seine Firma nur “warme Luft” produziert.

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  • September 20, 2011

    Der Helvetismus gefällt mir – aber die falsche Schreibweise (richtig wäre halbbatzig) ist wohl ein “Freud’scher Verschreiber”…

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  • September 20, 2011

    Leider ist es so, dass wenn die Politik keine klaren Anweisungen gibt passiert gar nichts. Deshalb ist der komplette Atomausstieg erstmal nötig. Nur dann wird richtig geforscht. Alle AKW-Betreiber haben absolut kein Interesse, sich für andere Energien einzusetzen, die Gewinne sind zu klein. Dass es dennoch geht, zeigen aufeinmal die deutschen AKW-Betreiber, urplötzlich investieren sie in alternative Energien.

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  • Oktober 24, 2011

    Darf ich jetzt noch meinen Atomstrom konsumieren oder werd ich nun kriminalisiert?

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