1. Abstimmungen & Initiativen
  2. National

Kommentar zur Erbschaftssteuerinita​tive

Erben ist ein hei­kles The­ma. Man kann pla­ka­tiv be­haup­ten, die die schon ha­ben, denen wird ge­ge­ben. Dem ist auch so. Die Frage ist nun, was kann man da­ge­gen ma­chen und soll man was da­ge­gen ma­chen?

Zuerst mal: die Besteuerung von Einkommen ist marktwirtschaftlich eine unsinnige Sache. Es vermindert das Einkommen der natürlichen Personen beträchtlich und entzieht diesen somit Geld welches gespart (und somit dem Finanzsektor geliehen) oder ausgegeben werden kann.

Auf der anderen Seite muss ein Staat auch finanziert werden. Denn nicht alle Staatsaufgaben können privatisiert werden oder gar mit einer Zweckabgabe oder einer Zwecksteuer finanziert werden. So lässt sich ein Trottoir nicht mit einem Wegzoll finanzieren, da der „Eintreibungsaufwand“​ die Erträge komplett verschlingen würde (ausser man gehe vom gläsernen Bürger aus).

Ausserdem erfüllen Steuern eine der wichtigsten Funktionen in einem Staat, die Ermöglichung einer Gesellschaftsform. Ohne Staat und zeitgleicher Umverteilung wäre ein Staat im heutigen Sinne nicht möglich. Es käme u.U. zu demokratisch nicht legitimierten Machtkonzentrationen und/oder sozialen Unruhen. Man würde sich die Steuerfreiheit mit einer täglichen Unsicherheit teuer erkaufen, Gewaltexzesse und Kriminalität wären nicht von der Hand zu weisen. Daher haben auch Besserverdienende oder Besservermögende ein grosses Interesse an einem funktionierenden Staat und somit einer expliziten Eigentumsgarantie.

W​ie passt nun die Erbschaftssteuer in dieses Konstrukt? Was macht es vom Ansatz her richtig, was ist falsch daran?

Die Besteuerung von Vermögen, oder noch besser, von Erbschaften ist eine der besten Besteuerungsmassnahme​n. Das Geld wird „verschenkt“, d.h. es steht keine Leistung in Konnexion zum eigenen Vermögensgewinn (im Gegensatz zum Einkommen, da wir dafür ja Arbeiten müssen). Der Vermögensempfänger wird also in jedem Falle (egal wie hoch besteuert wird) finanziell belohnt. Emotionslos gesehen „gewinnt“ man in jedem Falle, eine Besteuerung ist also gerechtfertigt.

Auf der anderen Seite ist wurde das Geld jedoch schon besteuert (und zwar mehrfach). Und genau in diesem Punkt wird die Erbschaftssteuer „gierig“, denn entweder wird die Erbschaft oder aber das Einkommen und Vermögen besteuert. Beides geht nicht. Ein Beispiel:

Wenn sie im Migros etwas einkaufen, so wollen sie sicher sein, dass nach der Bezahlung an der Kasse der Apfel auch Ihnen gehört und sie ihn Verzehren können. Der Gefahr, dass noch der Filialleiter hinter ihnen hergerannt kommt und nochmals „e Stutz“ haben, möchten sie nicht ausgesetzt sein.

Auf der anderen Seite haben wir wieder die „Steuerfrage“ und die Umverteilung. Momentan erleben wir (auch in europäischen Ländern) durch die Globalisierung einen enormen Vermögenszuwachs der jedoch nur einer kleinen Schicht zugutekommt. Dies zu bestreiten kommt einer Lüge gleich. Dies ist die Grundlage von sozialen Unruhen. Was wäre nun die Alternative?

Meines Erachtens ist eine Erbschaftssteuer das richtige Mittel um die momentanen Tendenzen zu entschärfen und die Gesellschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Jedoch mit etlichen Zusätzen:

  1. Einkom​mens- und Vermögensteuern sind abzuschaffen und durch die Erbschaftssteuer und die Vereinfachung der Konsumsteuer (MwSt) zu ersetzen. Somit kann jedermann ein Vermögen anhäufen!

  2. Alle staatlichen Zusatzleistungen sind durch Zwecksteuern (progressiv) und Zweckabgaben (auch progressiv) zu finanzieren und zwar transparent und absolut kostendeckend (keine Quersubventionierung)​.

  3. Subventionen sind grundsätzlich aufzuheben und durch Darlehen (ohne „Gewinn“) und Entschädigungen (z.B. Landwirtschaft) zu ersetzen

  4. Der MwSt-Satz ist ohne Differenzierung zu gestalten (keine verminderten MwST-Sätze ausser auf Grundnahrungsmittel)

  5. Kopfsteuern gehören abgeschafft

  6. Zusa​tzsteuern die der gesellschaftlichen Entwicklung hinterherhinken sind zu eliminieren

  7. Lenk​ungsabgaben sollen NUR zur Lenkung genutzt werden und nicht zur Finanzierung des Staatshaushalts

Wenn diese 7 Bedingungen erfüllt sind, lässt sich über eine Erbschaftssteuer diskutieren, vorher nicht.

Aus diesem Grund sage ich NEIN zur Erbschaftssteuer. Nur nehmen ist nicht!

People reacted to this story.
Show comments Hide comments
Comments to: Kommentar zur Erbschaftssteuerinita​tive
  • Juni 10, 2015

    @Kevin Beining; Geldkunde!
    Die Funktion des Geldschneeballsystems​ (Geld dreht sich im Kreise) ist Ihnen scheinbar nicht geläufig?
    Mittelflus​s: Woher stammen die Mittel und wie fliessen diese im Kreise? Ihre “Dissertation” fusst m.E. auf dem Gleichnis: “der elektrische Strom kommt aus der Steckdose, darum braucht man dafür einen geeigneten Stecker!”

    In den Tauschwerten Arbeit/Leistung und Güter/Dienstleistunge​n sind sämtliche Wirtschaftsfaktoren einkalkuliert, also auch der Deckungsbeitrag für die Staats- und Sozialausgaben! Aus Geld und Arbeitskraft entsteht die Wirtschaftskraft! Aus dieser Wirtschaftskraft kann Aufbewahrung (höhere Schulden = Geldmengenerhöhung) entstehen! Wenn man während des Lebens, diese Aufbewahrung (also Schulden der Anderen) nicht verzehrt, entsteht eine Erbschaft!

    Weil sowohl die Staats- und Sozialausgaben als Wirtschaftsleistung im Geldkreislauf zirkuliert, sollten diese auch wieder aus der Wirtschaft absorbiert werden können! Oder woher glauben Sie stammen die Mittel für die sog. “Steuern”?

    Vermöge​n anhäufen sind immer Schulden der Anderen! Nur der Geldbesitzer kann die Schulden reduzieren! Das Horten von Geld, ermöglicht der Finanzindustrie, Kreditzinseinnahmen, welche eigentlich anteilig dem Staat gehören würde (Währungshoheit)!

    Das Geld wird nicht mehrfach besteuert, sondern der Deckungsbeitrag wird anteilig auf die Träger zugeordnet! Im Sinne des Geldkreislaufs ist das Vermögen das letzte Glied in der Deckungsbeitragskette​!

    Die Optimierungslenkungss​piele der Politiker für die Finanzindustrie, welche entweder bereits in die Tarife eskomptiert wurden oder anderswo kompensiert werden, würden mit einer direkten Abwicklung des Trägers Erwerb zwischen Staat und Wirtschaft endlich entfallen! Die Berater könnten einem sinnvollen Beruf nachgehen!

    Report comment
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Bender

      Mein Text bezieht sich auf die Steuerpolitik und eine mögliche (Steuer-)Zukunft. Finanzpolitische Fragen werden nicht aufgeworfen. Dies könnte natürlich Teil des Kommentars sein, jedoch würde dies den Kommentar entweder stark ausweiten oder durch Komplexitätsreduktion​ stark verfremden.

      Report comment
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Beining

      Ohne Geld keine Wirtschafts- oder Steuerpolitik (wie entsteht Strom….)! Eine Reform sollte m.E. nicht die praktizierten, falschen Grundwerte bedienen?
      Sparen ist ohne Neuverschuldung eines Anderen nicht möglich! Ohne Abbau des Geldvermögens ist eine Reduktion der Schulden nicht möglich! Dieses Naturgesetz sollte man den Menschen begreifbar machen und nicht unkorrekt suggerieren, dass bei tieferen Deckungsbeiträgen an die Staatsausgaben, der Nettolohn nachhaltig steigen würde! Ausnahme der Staat würde sich verschulden und die Tauschwerte würden nicht gesenkt! Diese Zusammenhänge sind nicht komplex, sondern ein Naturgesetz!

      Auch ich habe eine mögliche künftige “Steuerreform” im Einklang mit dem Geldsystem, aufgezeigt! Ihre Ansicht Einkommen zu besteuern, sei marktpolitisch falsch, teile ich nicht, weil wie ich dargelegt habe, sämtliche Wirtschaftsfaktoren in den Tauschwerten (Wirtschaftsleistung)​ einkalkuliert sind (Geld dreht sich im Kreise)! Ebenso kann man im Informatikzeitalter, die Vermögensbewirtschaft​ung an der Quelle erheben!

      Die Steuer ist der Preis für die Gemeinwohldienstleist​ung und ist auch im Tauschwert Arbeit/Leistung eingespeist! Es stimmt also nicht, dass Ihr Einkommen, wie fast alle Bürger annehmen, geschmälert wird (woher stammen die Wirtschaftskraft – Mittel?) Jedenfalls hatte ich ich mein Tauschwert der Arbeit kalkuliert und gefordert!
      Sparen bedeutet höhere Schulden oder Geldvermögensabbau der Anderen! Geldschneeballsystem!​

      Ich verfremde nicht, sondern möchte aufklären, damit die Manipulation reduziert wird!

      Report comment
    • Juli 19, 2021

      Vermögen anhäufen sind immer Schulden der anderen?…und was ist mit Schulden anhäufen?…wenn ein Staat beschliesst,ein Darlehen aufzunehmen,um damit laufende Rechnungen bezahlen zu können,muss er es im Normalfall von dort nehmen,wo noch etwas Geld vorhanden ist.Also ist es im Normalfall die Bank,die das Geld von Sparern dazu benützt,auf eine gewisse Dauer Geld auszuleihen.Geld ausleihen war bis dato eine befristete Sache,wo sich der Schuldner verpflichtet hat innert einer gewissen Zeitspanne seine getätigten Schulden wieder zurück zu bezahlen.Dem ist aber vor allem im EU-Raum längst nicht mehr so.Alllles hat Schulden!..in Frankreich gehen die Bürger längstens ohne Bargeld einkaufen.Man streckt sein Kärtchen hin und lässt es zahlen:!…Auf jedem Kärtchen in Frankreich ist mindestens ein Monatslohn geschuldet.Damit man sein Kärtchen weiter benützen darf,muss irgendwann ein gewisser Betrag zurück bezahlt werden.Alle aber wirklich alle in der Eu leben mehr oder weniger ungedeckt an Eigenkapital, mit nicht rückzahlbaren Schulden.Nur ja kein Erspartes auf dem Konto!..(Wenn der “Knall” kommt,sollen die anderen den Schaden haben und nicht ich!!)ist die Philosophie der EU Bürger!Nach etlichen schon erlebten Pleiten nach Krieg und Wirtschafts-Krisen ist das Misstrauen gegenüber der Politik extrem hoch.So sind nun die Geldverwalter also die Banken in eine fast unlösbare Situation gedrängt worden.Nämlich Geld wieder herein zu bekommen,dass mehr oder weniger verloren ist.Griechenland lässt grüssen!..der “Knall” kommt..!!..die Frage ist nur noch wann…!..im Moment laufen einfach die Notenpressen heiss..!..und dann??

      Report comment
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Wolfensperger

      Aus Ihrer Antwort muss ich leider entnehmen, dass Sie, wie die meisten Menschen (auch Ökonomen, Politiker) die Funktion des Geldschneeballsystems​, genau so verstehen, wie wenn der Strom aus der Steckdose fliessen würde! Diese Einschätzung macht sich die Wirtschaft und Politik zu Nutze! Wer erbringt die Arbeit zum Wohlergehen einer Gesellschaft? Export braucht kein Land zur Abdeckung seiner Bedürfnisse! Den Binnenmarkt kann jedes Land mit Geld und Arbeitskraft, vorausgesetzt es darf Geld drucken und die Währung wird als Zahlungsmittel (Import) akzeptiert, selber organisieren! Die Wettbewerbsvorbedingu​ngen sind im Inland für alle gleich! Der Preis des Exports ist für die Menschen sehr hoch! Die Freihandelsabkommen nimmt Freiheit und führt zur modernen Sklaverei!

      Das Ersparte auf dem eigenen Konto ist die Schuld eines Anderen auf dem Bankkonto (Geld-Naturgesetz)! Haben Sie schon einmal eine Bankbilanz zu verstehen versucht? Zuerst muss das Geld ausgegeben werden, bevor es eingenommen werden kann (Naturgesetz)!

      Die​ Risikohaftung (Verbriefung) ist aus jeder Bilanz ersichtlich!
      Ohne Schulden kein Geld bedeutet, dass nur der Geldbesitzer die Schulden reduzieren kann! Mit jedem Bankkredit wird die Geldmenge insgesamt erhöht und fliesst in den Geldkreislauf! Die Notenpresse der EZB erhöht die Geldmenge nicht, sondern macht ein Gläubigerwechsel (Basis erhöhen, Geschöpft senken) und übernimmt die entsprechenden Kreditrisiken der Geschäftsbanken!
      Das Geld aus Schulden von Griechenland ist nicht weg, sondern einfach auf einem Sparkonto (Geldvermögen) eines Anderen! Kein Staat bezahlt die Schulden zurück, ist auch nicht im Sinne des Geldsystems (Reduktion der Geldmenge), sonst müssten sie ihre Ausgaben (im Geldkreislauf) bei den Bürgern wieder zurück holen (Steuern)!

      Woher stammt eigentlich das Geld welches die Bürger an den Staat als zugeordneter Pflichtdeckungsbeitra​g an die Staats- und Sozialausgaben (Bruttolohn einkalkuliert) abliefern? Bezahlt der Arbeitgeber den Geldgegenwert der Arbeit und beteiligt er sich überhaupt an den Sozialkosten? Antwort: Natürlich nicht!

      Ohne Schulden kein Geld! Unser Geldsystem besteht einzig aus Schulden! Die Geschäftsbanken benötigen die Zentralbank resp. das Spargeld der Kunden schon lange nicht mehr um Kredite zu gewähren! Mit der 10%igen Basisgeldmenge der SNB und dem Interbankkreditgeschä​ft wird die 90%ige geschöpfte Geldmenge, nach Bedarf bewegt (Geldkreislauf)! Sparen kann man im Sinne der Funktion des Geldschneeballsystems​ nur, wenn eine anderer Mitbürger oder Unternehmen Schulden macht! Die Staatsverschuldung nützt also der Wirtschaft (Gewinne) und schafft teilweise Arbeitsplätze, weil die Kernverschuldung (im Verhältnis zum BIP) nicht in den Tauschwerten einkalkuliert ist!

      Das Geldschneeballsystem kann jederzeit, auf Knopfdruck zur Krise führen (2008!)! Nicht die Schulden (Geld) sind das Problem, sondern die einseitige Verteilung der Geldschöpfung auf eine dünne Oberschicht, welche ihre Bedürfnisse längst befriedigt haben und somit keinen Beitrag mehr leisten, um die Schulden der Anderen zu reduzieren! Die Politik hat die Schere zwischen Arm und Reich mit ihrer falschen „Steuer- und Sozialpolitik“ zu verantworten! Lex Berset 2020 lässt grüssen! Wenn die Wirtschaftsleistung nicht sinkt, der Nettowert der Arbeit jedoch aus Sozialgründen geschmälert wird, profitiert die Wirtschaft (Geldnaturgesetz)!


      Am Ende des Geldes, verbleiben die aus der Natur veredelten Sachwerte! Der Währungshüter Staat, wird den Motor in Zusammenarbeit mit den Bürgern, wieder zum Laufen bringen! Das Geld wurde als Tauschwert der Arbeit geschaffen um damit Güter oder Dienstleistungen ein zu tauschen! Der Aufbewahrungswert ist einer Erfindung der modernen Ökonomie, der dämlichsten Denklehre!

      Report comment
  • Juni 11, 2015

    Und nun lässt SP NR Rechtseiner die Katze aus dem Sack betr. seine INI, die AHV zu erhöhen. Er will dafür eben diese Erbschaftssteuer. Eine Gegenrechnung ist unbekannt. HIer wird nicht nur gemogelt, sondern auch mit Neidargumenten agiert. Schön, eine AHV Erhöhung durch eine linke INI! Aber damit würde der Generationenvertrag zwischen jung und alt mehr als durchbrochen. Dies gilt selbst dann, wenn man sagen kann, dass die AHV nie wirklich real erhöht worden ist, abgesehen von der sog. ‘Teuerung’, die ein Witz ist.

    In einer Zeit, wo die Jungen mehr als ‘ran an den Mann und die Frau’ müssen, ist eine solche Mogelpackung völlig fehl am Platz.

    Report comment
  • Juni 14, 2015

    Was wird also nach der Ablehnung nun der linke Schwarze Block veranstalten? Banküberfälle zur Rettung der AHV? Die USA verfügen über zahllose Western, die zeigen wie man es macht. Huiii 🙂

    Report comment

Write a response

Neuste Artikel

Bleiben Sie informiert

Neuste Diskussionen

  1. Ja und unser Bundesrat ist ebenfalls dabei zusammen mit der EU unser liberales Waffengesetz "pragmatisch" zu zerstören. BR Sommaruga am…

Vimentis Login

Willkommen bei Vimentis
Werden auch Sie Mitglied der grössten Schweizer Politik Community mit mehr als 200'000 Mitgliedern
Tretten Sie Vimentis bei

Mit der Registierung stimmst du unseren Blogrichtlinien zu