1. Gesundheitswesen

Krankenversicherung: Nur noch eine Prämienregion pro Kanton

Die Re­ge­lung der ob­li­ga­to­ri­schen Krankenkassen führt zu stos­sen­den Ungerechtigkeiten. 

Das KVG erlaubt den Versicherern im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversiche​rung eine regionale Abstufung der Prämien innerhalb eines Kantons (Art. 61 Abs. 2 KVG). Die Versicherer entscheiden heute selber, ob sie eine solche Abstufung vornehmen wollen. Ebenso entscheiden sie, wie und nach welchen Kriterien die Kantone in Regionen eingeteilt werden.

Der Bundesra​t soll endlich das geltende System der regionalen Prämienabstufungen in der obligatorischen Krankenversicherung vereinfachen und pro Kanton nur noch eine Prämienregion zulassen. dies verlange ich in einer Motion, welche ich in der Frühlingssession 2010 eingereicht habe.

Die Aufteilung der Kantone in bis zu drei Prämienregionen in den grösseren Kantonen führt zu willkürlichen Grenzziehungen und benachteiligt die Kernstädte, welche in die teuerste Zone eingeteilt werden und bis zu einem Drittel mehr Krankenkassenprämien bezahlen müssen. Dies widerspricht dem Prinzip der Gleichbehandlung und bedroht die Solidarität unter den Versicherten. Gerade die Städte haben eine andere Bevölkerungsstruktur (A-Syndrom) als die Landregionen. Vor allem viele ältere Menschen, die höhere Gesundheitskassen verursachen, leben in den Städten.

Fünfzehn Kantone kennen nur eine Prämienregion: Aargau, Appenzell-Innerrhoden​, Appenzell-Ausserrhode​n, Basel-Stadt, Genf, Glarus, Jura, Neuenburg, Nidwalden, Obwalden, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri und Zug.

Fünf Kantone haben zwei Prämienregionen: Basel-Land, Freiburg, Schaffhausen, Tessin und Wallis.

Für sechs Kantone wurden drei Prämienregionen festgelegt: Bern, Graubünden, Luzern, St. Gallen, Waadt und Zürich (gemäss Antwort des Bundesrates zu Postulat Riklin Kathy 03.3089).

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Comments to: Krankenversicherung: Nur noch eine Prämienregion pro Kanton
  • April 29, 2010

    Gebe der SVP recht, dass es zu Ueberdenken ist, ist ein Obligatorium noch verantwortbar, denn seit dem Obligatorium sind die Krankenkassenprämien nur gestiegen und zwar entgegen den Zusicherungen der SP und Grünen.
    Vor dem Obligatorium zum Beispiel waren rund ein Drittel der Bevölkerung der Stadt Zürich nicht versichert. Wenn ich an eine Verwandte von mir denke, konnte sie in ihrem Leben rund 250’000 Franken sparen, grechnet mit einem Krankenkassen-Beitrag​ pro Jahr von Franken 3000. Der Slogan soziales Denken wird gerade von denen nicht gemacht, welche es Propagierten, nämlich der SP – Grünen – Grünliberalen und zum Teil auch von der CVP.
    Mit der Einführung des Obligatoriums explodierten auch die Praxen von Spezial-ärzten wie zum Beispiel die Schönheitschirurgie.

    Es kann doch nicht sein, dass Versicherte, nur weil man in einer Stadt wohnt, mehr bezahlen müssen als Landbewohner, wo ist denn die Gleichberechtigung geblieben ???

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  • April 30, 2010

    Das Obligatorium bitte nicht abschaffen – oder wollen wir das, was Amerika nun versucht zu verbessern? Denke die Prämienregionen überprüfen sind ein guter Ansatz. Denke die wenigstten (auch in der Stadt lieben es zum Arzt zu gehen)…. Ich glaube nicht daran, dass die Gesundheitskosten ohne Obligatorium sinken werden. Krebs z.B. kann jeden Treffen und eine Behandlung wird kann man dann teuer…. Kann man diese dann noch selbst, wenn die Kassen schlechte Risiken nicht mehr versichern (Gewinnorientierung – Altersgrenze haben wir ja schon heute bei den Zusatzversicherungen z.B.)….. Was ist denn mit den Menschen in Pflegeheimen? Wie wäre es das System, die Kosten der Spitäler (inkl. Praxen und Spezialärzte überprüfen). Zudem stellt sich auch die Frage ob so hohe Gewinne für die Pharmaindustrie notwendig ist – oder ist der Bereich Forschung in der Buchhaltung nicht ausgewiesen? Wettbewerb der Kassen stoppen mit einer Einheitskasse? Darüber hatten wir doch vor noch nicht allzulanger Zeit abgestimmt….. und ich bin auch nicht sicher, ob das die Kosten senken wird. Unnötige Untersuchungen (Zweitröntgen, zu frühe Testwiederholungen z.B.) abschaffen inkl. einer Vernetzung (Datenbank) zwischen Spitäler, Ärzten etc. um auch hier Zeit und Geld zu sparen? Tja, zu einem Sozialstaat gehört ein Minimum an Solidarität…..und ein gemeinsames am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen….. soll dies abgeschaft, weitere Armut kreiert werden und weitere Menschen zum Sozialfall werden?

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  • Mai 19, 2010

    Jetzt will Frau Ricklin wieder Unterschiede verwischen, einebnen und die Prämien sozusagen einer “Harmonisierung” zuführen. Dabei sind es gerade Unterschiede in den Kosten, die zum Nachdenken und besser machen anregen. Dabei handelt es sich um einen Mechanismus zur Kostenbeschränkung, der nicht wegfallen darf. Uebrigens: Auch auf dem Land gibt es alte Menschen, nicht nur in der Stadt. Und man kann die “Solidarität” auch übertreiben, Frau Ricklin.

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  • Mai 21, 2010

    Lieber Herr Stamm
    Riklin und nicht Ricklin, denn zum C stehe ich. Und das C steht für christliche Werte und Solidarität. Es ist nicht einzusehen, dass eine Frau in Meggen weniger Krankenkassenprämien bezahlen muss als eine Frau in Luzern. Wie wollen Sie eine sinnvolle Abgrenzung ziehen? Jede Abgrenzung in Regionen ist willkürlich. Das Versicherungssystem beruht eben gerade auf dem Prinzip des Ausgleichs. Und daher sind unterschiedliche Prämienregionen, mindestens in einem Kanton ganz einfach nicht einzusehen.

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  • Mai 31, 2010

    Am Mittwoch, 26. Mai hat der Bundesrat beschlossen, das von mir in einer Motion formulierte Anliegen anzunehmen. Ein Versicherungssystem besteht auf dem Ausgleichsprinzip. Regional unterschiedliche Kassenprämien wiedersprechen dem Versicherungsgedanken​. Wollen wir denn unterschiedliche Tarife für Junge und Alte, Frauen und Männer, Gesunde und Kranke? Machen Kernstädte krank? Oder sind es nicht eher die Ärtze, die Geld verdienen wollen? Warum setzen die Krankenkassen nicht dort an?

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