1. Verkehr

Kritische Fragen zum Fahrplanwechsel

Der neue Fahr­pla­n­ent­wurf 2019 bringt für St.­Gal­len Er­staun­li­ches zu Tage: Die Aus­dün­nung des S-­Bahn­fahr­pla­nes auf den Li­nien 850 Rich­tung Stadt und auch auf der Linie 870 führen zu einem mar­kan­ten Ab­bau. Zudem sind An­schlüsse an den Fern­ver­kehr nicht mehr ge­währ­leis­tet. Nach­dem der öf­fent­li­che Druck auch für den Stadt­rat immer grös­ser ge­wor­den ist, er­ach­tet er es mitt­ler­weile als dring­lich, für die Stadt­bahn­höfe Brug­gen, Hag­gen und Win­keln einen Vier­tel­stun­den­tak​t ein­zu­führen. Dies ist grundsätz­lich zu be­grüs­sen, wenn­gleich die Re­ak­tion erst spät kommt. Zudem un­ter­schätzt der Stadt­rat nach wie vor den Leis­tungs­ab­bau, wel­cher im Fahr­pla­n­ent­wurf 2019 steckt und die ge­samte Stadt betrifft.

Mit dem ersten Zug, welcher am Morgen unter der Woche nach Zürich mit einer S-Bahn aus Winkeln und Bruggen erreichbar ist, erreicht man die frühen Flüge im Flughafen nicht mehr. Ebenso können Zentren wie Bern, Basel oder Luzern frühestens um 8.30 erreicht werden. Auch funktioniert die Abstimmung zwischen dem Fernverkehr und den VBSG in den Randstunden nur ungenügend. Im Haggen kommt es ebenfalls zu einer Reduzierung des Taktes von 3 auf 2 Züge pro Stunde, resp. 4 auf 3 Züge in den Hauptverkehrszeiten. Dies „Dank“ dem neu eingeführten Regio-Express Herisau – Konstanz, welcher im Haggen durchfährt. Mit einem zusätzlichen Halt im Haggen könnte eine enorme Verbesserung erzielt werden. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass die Anbindung des Bahnangebotes des Bahnhofes St.Fiden mit einem der grössten städtischen Arbeitsplatzvolumen (Spital) unseres Erachtens verbesserungswürdig erschient (z.B. keine direkten S-Bahn-Verbindung von Winkeln/Bruggen nach St.Fiden).

Dies alles ist unverständlich, da gerade die Quartiere Haggen, Bruggen und Winkeln aktuell stark entwickelt werden und die bisherigen und neuen Bewohner sowie die Wirtschaft auf einen raschen und guten S-Bahnverkehr in die Stadt angewiesen sind. Die Unterzeichnenden einer Einfachen Anfrage verstehen nicht, weshalb die vorhandene Infrastrukturen und S-Bahnen nicht besser für die innerstädtischen Verkehrsanbindungen und die Vernetzung mit dem Fernverkehr genutzt werden.

In der Interpellation „Im Westen nichts Neues“ aus dem Jahre 2016 wurden die sich abzeichnenden Missstände bereits identifiziert und benannt. Die Stadt als grösste Gemeinde im Kanton müsste unseres Erachtens mit den politischen Vertretungen im Kantonsrat und den zuständigen Fachämtern ein anderes Gewicht in der Angebotsplanung des Regionalverkehrs haben.

Darum stellen Barbara Hächler (CVP), Sandra Steinemann (SVP) und Remo Daguati (FDP) dem Stadtrat folgende Fragen:

  • Wann wird der in einer Interpellationsantwor​t „Im Westen nichts Neues“ vom 24. Mai 2016 Punkt 1.4 und 2 versprochene Halbstundentakt auf der S-Bahn der Linie 850 eingeführt? Welche Massnahmen ergreift der Stadtrat, um diese Forderung umzusetzen?
  • Wie weit ist die Entwicklung der S-Bahn St.Gallen, welche flächendeckend einen Viertelstundentakt vorschreibt (siehe Mobilitätskonzept der Stadt St.Gallen)? Was unternimmt der Stadtrat, um dieses Ziel zu erreichen?
  • Welche konkreten Infrastrukturvorhaben​ müssen nach Ansicht des Stadtrats bis zu welchem Zeitpunkt realisiert sein, damit eine funktionierende und mit dem Fernverkehr abgestimmte innerstädtische S-Bahn umgesetzt werden kann?
  • Welche konkreten Massnahmen fordert der Stadtrat beim Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St.Gallen und den SBB, damit Anschlüsse (S-Bahn, Busse, Postautos) zu ankommenden und wegfahrenden Fernverkehrszügen verbessert werden können?
  • Aus welchen Gründen setzt sich der Stadtrat nicht konsequenter dafür ein, dass eine bessere Anbindung aller Quartiere des Regionalzentrums St.Gallen an weitere nationale Zentren wie Zürich, Bern, Basel oder Luzern sowie den Flughafen Zürich erfolgen kann?

 

Artikel im Tagblatt: https://www.tagblatt.​ch/ostschweiz/stgalle​n/kritische-fragen-zu​m-fahrplanwechsel-aus​-dem-stgaller-stadtpa​rlament-ld.1032127

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