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Mogelpackung Gegenvorschlag „medizinische Grundversorgung“

Über 200.000 Bürger haben die Volks­i­ni­tia­tive „Ja zur Hausarztmedizin“ un­ter­schrie­ben, damit es auch in Zu­kunft genügend Hausärzte gibt. Die In­iti­an­ten haben nun je­doch die In­itia­tive zu­guns­ten des Ge­gen­vor­schlags zurück ge­zo­gen, weil ihnen of­fen­bar höhere Haus­arzt­ta­rife ver­spro­chen wur­den, die bei den Fachärzten ein­ge­spart wer­den sol­len, was nicht un­be­dingt zum Vor­teil des Pa­ti­en­ten ist. Der am 18. Mai al­lein zur Ab­stim­mung kom­mende di­rekte Ge­gen­vor­schlag des Bun­des­ra­tes zur Volks­i­ni­tia­tive „Ja zur Hausarztmedizin“ ist nicht mehr im Sinne der Un­ter­zeich­ner. Der Ge­gen­vor­schlag ist eine Mo­gel­pa­ckung, mit der die „medizinische Grundversorgung“ und nicht die Hausärzte gestärkt wer­den sol­len. Bei dem wohltönenden, aber uns frem­den Kon­zept der „medizinischen Grundversorgung“ ist der Haus­arzt nicht mehr die erste An­lauf­stelle für die Be­hand­lung von Krank­hei­ten und Unfällen, wie in der von den 200.000 Bürgern un­ter­schrie­be­nen Volks­i­ni­tia­tive „Ja zur Hausarztmedizin“ vor­ge­se­hen war.

Beim Konzept der „medizinischen Grundversorgung“ handelt es sich um ein altes WHO-Modell, dass in den 1970er Jahren als kostengünstiger Basisgesundheitsdiens​t für Entwicklungsländer („Barfussärzte“-Model​l) propagiert wurde. Darin ist vorgesehen, dass anstelle des Hausarztes der Patient in erster Linie von billigeren Nichtärzten (Krankenschwestern, Ernährungsberater, Podologen usw.) „behandelt“ werden soll. Das nach dem Vorbild von Mao’s „Barfussärzten“ konzipierte WHO-Modell führte in der Praxis zu einem unzureichend ausgestatteten öffentlichen Gesundheitswesen mit unmotivierten, überarbeiteten und schlechter qualifiziertem Personal sowie einem Privatsektor, der qualifizierte Leistungen nur gegen hohe Bezahlung bereitstellte. Der Gegenvorschlag bringt zudem die Gefahr des zentralistischen Eingriffs in die Kantonshoheit, weil die bisherigen Kompetenzen der Kantone zum Bund verlagert werden können. Der Gegenvorschlag muss mit allen Mitteln bekämpft werden, weil er einen radikalen Wandel und eine massive Verschlechterung unseres bewährten Gesundheitssystems mit sich bringen würde und ein gefährlicher Angriff auf die Kantonssouveränität darstellt. Der zentralistische Gegenentwurf ist zudem unnötig, weil die Kantone die Hausärzte in eigener Initiative fördern können

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