1. Sonstiges

NAF mit Hintertürchen

Grundsätzlich wäre der NAF eine gute und lo­gi­sche An­pas­sung zur Fi­nan­zie­rung des Ver­kehrs. Im Ge­gen­zug zum Fon­d-ÖV wurde dies auch mehr­mals er­klärt, dass der BR dies ein­rich­ten wol­le. Je­doch hat der NAF kleine und feine Hin­ter­tür­chen für neue Einnahmen.

Erklärung vom Bundesrat – Kein Geld auf Vorrat

Um den steigenden Finanzbedarf zu decken, soll der Mineralölsteuerzuschl​ag in einem ersten Schritt um 4 Rappen pro Liter Benzin und Diesel erhöht werden. Dies erfolgt allerdings erst, wenn die Reserven des NAF unter eine gewisse Grenze fallen. Es wird kein Geld auf Vorrat erhoben. Der Bundesrat geht davon aus, dass die Erhöhung frühestens 2019 fällig wird. Der Bundesrat hält die Erhöhung für verkraftbar, da moderne Autos viele weniger Treibstoff verbrauchen als früher und der Mineralölsteuerzuschl​ag seit über 40 Jahren unverändert blieb und nie der Teuerung angeglichen wurde. Die reale Belastung hat sich seither dadurch faktisch halbiert. Für den NAF werden insgesamt jährlich rund 3 Milliarden Franken zur Verfügung stehen.

Genau gelesen steht “im ersten Schritt 4 Rp/Lt erhöhen” das bereits im 2019 und folgenden Jahren weitern 10-20 Rp/Lt?

Weiter erklärt man uns, dass der Treibstoffverbrauch pro FZ zurückgegangen sei. Dies ist nicht korrekt, im 2013 stieg er sogar.

http://www.ee-​news.ch/de/article/28​989/schweiz-energieve​rbrauch-2013-um-2-5-g​estiegen

Es ist soweit richtig, dass neue Fahrzeuge weniger Verbrauch aufweisen. Mit Einführung des Katalysators und Abgasreinigungen aber wieder gestiegen sind.

Zudem wird ein Arbeitnehmer immer mehr zu grösseren Distanzen, vielfach in Schichtzeiten (ausserhalb ÖV) zur Arbeit gebeten. Das ist auch beim RAV so zu sehen.

Einkaufsmöglichkeite​n, Post und Aemter werden immer mehr Zentralisiert und alle, die nicht in der Stadt leben oder an Randagglomerationen müssen immer grösser Wege zurück legen um das Nötige zu erledigen.

Im Jahr 1990 war gemäss RAV der erträgliche Arbeitsweg noch 30min/Fahrweg. Seit längerem wird man vom RAV jedoch gebeten mit 2 Std/Fahrweg zu leben. Dies sei im Selbstinteresse… ja klar… man wird ja zwangsweise dazu “gebeten”, da die Arbeitsstellen immer mehr Zentralisiert werden, und somit sich immer konzentrierter in Stauregionen verlegt werden.

Und da wundert man sich, dass genau seit 1990 die Mehrkilometer und Staustunden permanent, massiv angestiegen sind. Und mit der sog. Globalisierung werden Arbeitsstätten immer mehr im Schichtbetrieb gefahren, was die Nutzung des ÖV immer mehr zur Problematik macht.

Staustunden sind gestiegen und verursachen massive Kosten. Nicht nur beim Privatverkehr. Man rechne: Transportmittelbetrie​b mit rund 50 Fahrzeugen, jeder Chauffeur steht rund 1 Std im Stau, das mal 220 Arbeitstage. Folglich 11’000 Std unproduktive Kosten, die der Verkehrsüberlastung zugesprochen werden müssen.

 

Ein LKW muss als Komplettzug rund 1’100-1’200 Fr. Ertrag/Tag einbringen zur Kostendeckung. Bei einer durchschnittlichen Arbeitsleistung von 9-10Std eines Chauffeurs kosten somit 1 Std Stau rund 110Fr./Tag und somit rund 25’000/Jahr und Chauffeur, welche dem Kunden weiter verrechnet werden muss um die Kostendeckung zu erreichen.

http://www​.nzz.ch/schweiz/zahl-​der-staustunden-steig​t-weniger-stark-1.180​96436

Mit einer permanenten Zuwanderung von über 50’000/Jahr, den immer länger werdenden Produktionsfahrten, werden die Staus bestimmt nicht weniger, und wir werden kaum in der Lage sein, solche Mengen in der Erweiterung der Strassen aufzufangen.

Wir dürfen also hoffen, dass die “angedrohten” Mehrrappen/Liter auch da ankommen, wo sie sollten. Nicht wie die LSVA, welche zu 1/3 in den ÖV-Fond fliesst und noch nicht zugesichert ist, dass die restlichen 2/3 in den NAF abgeleitet werden.

Nun müssen wir uns halt überlegen. Was ist das kleinere Übel. Künftig noch mehr Steuern abzugeben, damit wir die Mehrmengen an Fahrzeugen über die Strasse bringen können (auch die jährlichen rund 50’000 Zuwanderungen netto). Oder ob wir nun einfach mal auf Blockade gehen und dem Verkehrskolaps entgegen sehen.

 

So sind nun halt mal die Fakten, nun darf sich jeder selber überlegen, welche Alternativen er hat bei der Abstimmung. Weitere Zunahme der Kosten und Abgaben, oder immer längere Staus und längere Arbeitswege.

 

 

 

 

 

 

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Comments to: NAF mit Hintertürchen
  • Januar 1, 2017

    Wenn wir das Grundübel dieser Verkehrszunahm auf kleinem Schweizerraum bremsen wollen, gibts nur eine Alternative: stopp der “unkontrollierten Enwanderung”. Denn, jeder schon Eingewanderte produziert in 20 Jahren mehr Nachwuchs als zukünftig Arbeitsplätze vorhanden sind. Geht’s weiterhin Abwärts, werden Industrie und Handel ihre Anlagen ausser Landes bringen, wo billigere und “unkomplizierte” Löhne herrschen. Die Arbeiterschaft wir aber nur in wenigen Prozentem dem Arbeitgeber ins Ausland nachfolgen. Ergo, mehr Arbeitslose, ein gnadenloser Anbietrekampf um Waren und mit den “Schnäppchen” werden die Löhne ins Bodenlose fallen(Zeithorizonth 25-35 Jahre. Der hier noch herrschend.Wohlstand zieht ausländische Arbeitskräfte an wie Fliegen den Mist….Die negativen Auswirkungen werden immer mehr nur noch durch Gutverdienende berappt, bei den anderen ist ja nichts zu holen. Tolle Wirtschaftsspirale. Mehr Leute in der Kommune = kosten immer mehr – Mehreinnahmen von Steuern-das war früher ! Weniger Leute = weniger Karossen = weniger Pendler.. Für mehr Arbeitskräfte in der Schweiz plädieren nur Groskonzerne und Grossverdiene – sie machen den Schnitt im modernen “Sklavenhandel” – immer mehr Leute ohne Perspektiven arbeiten immer mehr zu “Abhängigkeitslöhnen”​ – da hilft auch keine Gewerkschaft weiter… die Schwarzarbeiter, Dumpinglohnbezieher und Sub-sub-sub-Subuntern​ehmer lassen grüssen – ebenfalls die Grossinvestoren aus China und dem nahen Osten – sie werden demnächst die Stellung der Lohnschraube im Westen bestimmen – Vogel friss oder stirb!

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    • Juli 19, 2021

      Dem kann man kommentarlos beipflichten!Ich gehe hier noch weiter und bin unterdessen der Meinung,man soll diese unsäglichen Bilateralen kündigen und die Milliardenbeträge an Zahlungen (Steuergelder!!)im eigenen Lande denen zukommen lassen,die auch hier immer mehr in die Armutsfalle geraten.Unser Land braucht kein Stadt-Staat zu werden,der auf Teufelkommraus bis 20 Millionen Einwohner aufnehmen soll!..aber klar…!..ein kleiner Haufen Leute verdient daran…!..und das nicht zu knapp…!

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  • Februar 2, 2017

    Bahn, Bus und Tram werden regelmässig teurer; die Kosten für ÖV-Benutzer/innen stiegen in den letzten Jahren deutlich stärker an als diejenigen für Autofahrende.

    Während für den Ausbau der Schiene die Nutzerinnen und Nutzer stärker zu Kasse gebeten werden, sollen mit der NAF-Vorlage die Automobilisten weiter entlastet werden. Das ist auch für die Umwelt und die Belastung der Infrastruktur (Staus) schädlich und behindert die Entwicklung einer zukunftsgerichteten Mobilität.

    Deshalb​ MUSS den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehr​s-Fonds (NAF) ablehnen.

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    • Juli 19, 2021

      Wie kommen Sie darauf, dass die Strasse entlastet würde mit dem NAF?

      Nur dank der masslosen Einwanderung muss unser Strassennetz pausenlos den zu hoher Einwanderung angepasst werden.

      Der NAF wird explizit aus Gelder aus der Steuereinnahmen der Strasse finanziert. Umlagerung, damit nicht pausenlos Gelder aus den Strasseneinnahmen für sonst was genutzt werden kann.

      Beim FINÖV hat Frau Leuthart klar damit geworben, dass man diesen annehmen solle. Es sei im Gegenzug der NAF in Bearbeitung, damit auch die Strasse eine Eigenfinanzierung bekommt.

      Wenn Sie für die Zukunft unseres Landees und deren Belastung der Infrastrukturen helfen möchten, müssen Sie klar die vollständige Umsetzung der MEI anstreben. Solange aber die Wirtschaftsgläubigen weiterhin Rabatte und sog. Reformen von Steuern anstreben, welche noch mehr Firmen anlocken sollen (damit Mehreinnahmen entstehen würden), wird der Verkehr weiterhin ansteigen und ein NAF ist unumgänglich, damit man die Strasse schnellstmöglichst anpassen kann.

      Es ist ganz klar – die MEI wurde nicht umgesetzt – Gegenzug muss der NAF angenommen werden, damit die Mehrmassen über FINÖV und Strasse bewältigt werden können.

      Und ohne NAF wird weiterhin mittel Budget-Diskussion im BR dem Strassenbau zuwenig Geld gegeben für die nötigen Anpassungen.

      Sie dürfen sich nun überlegen:

      entwede​r – Vollumfängliche Umsetzung MEI und kontrolle über das Wachstum der Personenmassen in der Schweiz

      oder – Anpassung der unkontrollierten Personenmassen, die man pausenlos in die Schweiz holt und damit auch die schnelle Anpassung der Strassenzustände.

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