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Plötzlich schneits Krankenkassen-Jobs für Politiker

Warum er­staunt mich das wohl nicht mehr?

 

http://www.b​lick.ch/news/politik/​vor-der-abstimmung-zu​r-einheitskasse-ploet​zlich-schneits-kranke​nkassen-jobs-fuer-pol​itiker-id2982537.html​

 

Vor der Abstimmung zur Einheitskasse – Plötzlich schneits Krankenkassen-Jobs für Politiker

Bürgerli​che Politiker kämpfen gegen die Einheitskasse. Immer mehr beziehen Lohn von den Krankenkassen. Rot werden sie dabei nicht.

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Die Krankenkassen haben Angst. Der Grund: Im September kommt die SP-Initiative zur Schaffung einer Einheitskasse zur Abstimmung. Das populäre Anliegen bedroht die blühende Kassenlandschaft in der Schweiz. Sagt das Volk Ja, gibt es künftig nur noch eine nationale Anstalt für die Grundversicherung. Viele der heute rund 60 Kassen stünden vor dem Aus. Also weibeln sie auch im Bundeshaus für Unterstützung.

Unt​er anderem, indem sie Volksvertreter mit Mandaten versorgen. Ein Job im Verwaltungsrat einer Krankenkasse kann gut und gern 50 000 Franken im Jahr einbringen. Eine fürstliche Entschädigung für eine Handvoll Sitzungen.

Nun zeigt eine BLICK-Analyse, dass die Kassen im Vorfeld der Abstimmung eine neue Mandats-Offensive gezündet haben.

Einige Beispiele: SVP-Ständerat Roland Eberle (TG) deklariert seit Anfang Jahr einen Verwaltungsratsposten​ bei der Groupe Mutuel. BDP-Politiker Lorenz Hess (BE) kam im April zum Handkuss, er steht neu im Sold der Visana. Mitte Juni durfte auch CVP-Nationalrätin Ruth Humbel (AG) die Champagnerkorken knallen lassen, sie ist neu Verwaltungsrätin der Concordia. Selbst Fuhrhalter Ulrich Giezendanner (AG), der in der Gesundheitspolitik kaum grosse Stricke zerriss, kommt in den Genuss einer hübschen Entschädigung: 2013 übernahm der SVPler und ehemalige KPT-Delegierte das Vizepräsidium der Berner KPT.

Wie unabhängig sind unsere Politiker noch?

Bloss Zufall? Oder sind unsere Volksvertreter vielleicht doch nicht so unabhängig, wie sie gerne behaupten?

Auf Anfrage sagt BDP-Nationalrat Lorenz Hess, dass das Krankenkassenmandat seine Haltung in der Gesundheitspolitik nicht beeinflusse. Nachdem Hess im April den Visana-Job übernahm, trat er aus dem Beirat der Groupe-Mutuel zurück. Er verdient nun ein Vielfaches der Beiratsentschädigung.​

Hess sagt aber: «Das Geld hat beim Entscheid für den Visana-Job keine Rolle gespielt. Mich hat die Herausforderung gereizt.» Zudem findet er, dass die Mitarbeit in einem Beirat nicht mit einem Verwaltungsrats-Job vergleichbar sei. «Mein Aufwand und die Verantwortung sind jetzt viel grösser.»

CVP-Nati​onalrätin Ruth Humbel sieht keinen direkten Zusammenhang zwischen ihrem neuen Mandat und der Abstimmung. «Ich setze mich schon zum dritten Mal gegen die Einheitskasse ein, weil ich überzeugt bin, dass es in der Gesundheitsbranche Konkurrenz braucht», sagt die Aargauerin.

Humbel​ rechnet damit, dass das Concordia-Mandat ihr jährlich rund 32 000 Franken einbringt. Die zeitliche Beanspruchung sei aber auch hoch: «Zudem muss man bedenken, dass ich keine feste Stelle mehr habe. Irgendwie muss man auch als Politikerin Geld verdienen.»

Die Krankenkassen kämpfen bei der Abstimmung am 28. September ums Überleben. Kein Wunder, sitzt ihnen das Portemonnaie derzeit sehr locker. Rund fünf Millionen Franken wirft die Gesundheitslobby auf, um die SP-Initiative zu bodigen.

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Comments to: Plötzlich schneits Krankenkassen-Jobs für Politiker
  • Juli 15, 2014

    NEIN zur Einheitskasse!

    Dan​n haben wir damit das gleiche Desaster wie bei der AHV und IV, dass ist so sicher, wie die Politiker nie die Wahrheit sagen.

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  • Juli 15, 2014

    Einheitskasse: NEIN

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  • Juli 17, 2014

    Ich finde, Parlamentarier welche eine bezahlte Tätigkeit erfüllen, diese Jobs sie nur bekommen weil sie Gewählt wurden und als Parlamentsmitglied so geheime Informationen bekommen die sie Vergolden können. (Firmen profitieren davon) sollten den Verdienst zumindest teilweise abgeben müssen. Schließlich bekommen Parlamentarier schon ein zu grosszügiges Gehalt und Spesen.
    Damit würden auch Interessenkonflikte gemindert und weniger gegen die BürgerInnen kollaborierende Entscheide gefällt werden. (z.b. Aufrechterhaltung von Preisabsprachen usw. zugunsten von Unternehmen/Sharehold​er)

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  • September 6, 2014

    Bezüglich Korruption haben wir mächtig zu andern Ländern aufgeholt. Was wir nur schon hier bei den Krankenkassen erleben……

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    • Juli 19, 2021

      Richtig, Herr Scheiwiller. Siehe prominentes Beispiel Ruth Humbel (CVP), welche inner- und ausserhalb des Nationalrats als vehemente Gegnerin der EKK auffällt. Frau Humbel ist als Verwaltungsrätin zweier Kliniken (Privatklinik Villa im Park, ReHaClinic AG) und der Krankenkasse Concordia eine direkte Profiteurin der steigenden Gesundheitskosten. Humbel & Co. haben eine starke Lobby, welche es geschickt versteht die eigenen Interessen und Pfründe zu schützen. Ein Job im Verwaltungsrat einer Krankenkasse kann gut und gern 50’000 Franken im Jahr einbringen.

      Klar, dass solche sogenannten “Volksvertreter/Innen​​” kein Interesse an einer EKK haben. Es ist Zeit, dass solches Schmarotzertum auf Kosten der Allgemeinheit gestoppt wird.

      JA zur EKK!

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