1. Umwelt, Klima & Energie

Preiserhöhung für Glühlampen

Die Ökologierendite – mir geht ein Licht auf!

Das Parlament hat den Ausstieg aus den konventionellen Glühlampen beschlossen. Ab 1. Oktober werden diese (ab 60 Watt) nun durch so genannte Sparlampen ersetzt. Das ökologische Handeln des Parlamentes hat offensichtlich das ökonomische Handeln der Glühlampen-Produzente​n auf den Plan gerufen. Sofort haben die zwei marktführenden Produzenten die Preise für Sparlampen um jeweils 25 % erhöht.

 

Beide Produzenten haben ihren Stammsitz innerhalb der der Europäischen Union (München und Amsterdam) und profitieren zweifellos von der Euroschwäche im Exportgeschäft.

Trot​z des starken Frankens und mit der Begründung, dass die Rohstoffe für die Lampenproduktion knapp geworden seien, begründeten beide Unternehmen den Preisanstieg. Seltsam nur, dass diese Knappheit so rasch und unvermittelt auftritt. Eigenartig, dass der Entscheid der Preiserhöhung mit dem Entscheid des Nutzungsverbotes konventioneller Glühlampen einhergeht. Jeder wäre ein Schelm der Böses dabei denkt.

Als Vertreter des Gewährleistungsstaate​s vertrete ich die Position, dass sich die Politik zurückhaltend bei Entscheiden, welche die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen treffen, gebaren soll. Dies ist die Grundlage eines gemeinsamen Miteinanders, ohne eine Forcierung des Wettbewerbs um den jeweiligen Primat zwischen Politik und Wirtschaft. Es ist aber gleichzeitig schlichtweg inakzeptabel, dass zwei marktführende Unternehmen einen ökologischen Entscheid der Politik dafür missbrauchen, ihre Verkaufsrendite zu Lasten der Konsumenten zu maximieren.

Die Politik ist gefordert, Zeichen zu setzen und zumindest zu untersuchen, ob es zwischen den beiden Unternehmen allenfalls Preisabsprachen gibt und gegebenenfalls eine Verletzung des Wettbewerbrechtes vorliegt. Es kann schlichtweg nicht sein, dass über millionenschwere Entlastungsprogramme für die Unternehmen beraten wird und gleichzeitig der einzelne Konsument für eine erzwungene ökologische Massnahme erheblich tiefer ins Portemonnaie greifen muss. Aber: mir ging ein Licht auf!

People reacted to this story.
Show comments Hide comments
Comments to: Preiserhöhung für Glühlampen
  • Oktober 7, 2011

    Gerade als Vertreter der “C”-Partei sollten Sie sich eher darüber Gedanken machen, wie gesundheitsschädlich der von Brüssel diktierte Umstieg auf “Sparlampen” für die KonsumentInnen ist — Stichworte Elektrosmog, Quecksilber und UV-Licht!

    Und bezüglich “Energiesparen” ist das Glühlampenverbot ein Hohn — wenn schon, müsste man SUVs verbieten und den Umstieg auf 3Liter-Autos diktieren — das würde viel mehr Energie sparen, und erst noch die Dieselruss- und CO2-Emissionen stark verringern. Aber das “Energiesparen” ist halt nur ein Vorwand…

    Report comment
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Reuss

      Es ging mir bei dieser Betrachtung weniger um den Aspekt des “Umweltschutzes”, denn um jenen der wirtschaftspolitische​n Frage, ob das Verhalten der erwähnten Konzerne denn aus wettbewerblicher Perspektive haltbar sei.

      Report comment
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Meier

      Das war mir soweit klar. Meine Anregung ist, dass sich die _C_VP eher um Gesundheit und Umwelt kümmern sollte, und die wirtschaftpolitischen​/wettbewerblichen Aspekte der FDP überlassen kann. Sozusagen im Sinne des Wettbewerbsrechtes sollten sich auch die Wähler darauf verlassen können, dass die Parteien sich um ihre “Tätigkeitsfelder” kümmern… 😉

      Report comment
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Reuss

      Erlauben Sie, dass ich Wirtschafts- und Verwaltungspolitik – zumindest mit meinem “Portfolio” – als zu wichtig erachte, als dass es nur einer “Wirtschafts”-Parte​i überlassen werden sollte. Denn gerade die CVP setzt sich oft viel mehr für unsere KMU’s ein, als viele andere Mitbewerber im politischen Wettbewerb.

      Report comment
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Meier

      Ich dachte es ging Ihnen um die Konsumenten, nun geht es also um die KMUs. Aber wenn es hier KMUs gibt, die Sparlampen herstellen, dann kann es denen doch nur recht sein, wenn die EU-Grosskonzerne ihre Preise erhöhen. 😉 Oder meinten Sie die KMUs als Käufer von Sparlampen? Also wenn Sie Einsparungen für KMUs wollen, dann muss Ihre Partei sich vor allem gegen den EU-Beitritt einsetzen (auch gegen den in Salamischeiben). Verglichen damit sind nämlich die Ausgaben für Lampen vernachlässigbar. Und Sie könnten auch mal thematisieren, wieso die EU überhaupt eine marktbeherrschende Stellung solcher Lampenkonzerne zulässt, und welche sinistren Wirtschaftsinteressen​ überhaupt hinter dem EU-Verbot der Glühbirnen stecken. Aber das würde ja EU-Kritik voraussetzen…

      Report comment
  • Oktober 8, 2011

    Schade, Herr Meier, daß Ihnen als ursprünglichem Kaufmann und studiertem Ökonom nicht noch ein zweites Licht aufgegangen ist. Das ist eben Marktwirtschaft: Der Staat reglementiert in wirtschaftliche Prozesse hinein und wundert sich, daß Unternehmen dann darauf reagieren – schön nach dem alten ökonomischen Gesetz, wonach steigende Nachfrage zunächst steigende Preise bewirkt.

    Im übrigen:
    Die CVP hat ja den Atomausstieg ziemlich marktschreierisch neben den grünen Originalkämpfern auch noch gefordert und auf ihre orangen Fahnen geschrieben. Den laufend wachsenden Strombedarf – plus ca. 4 % per annum, Tendenz steigend – wird man beim Wegfall der Kernenergie längst nicht allein mit den erneuerbaren Energieformen kompensieren können. Auch technologischer Fortschritt beim Bau von Anlagen und Geräten wird nicht ausreichen, die immer noch verbleibende große Stromlücke zu füllen.
    Deshalb ist vor allem Energiesparen angesagt. Wer aber glaubt, das erreiche man mit Sparlampen und dem Verbot von 100-Watt-Birnen, der weiß wirklich nicht, um welche Dimensionen es da geht. Energiesparen heißt, mittel- bis langfristig unsere westeuropäischen Gesellschaften ziemlich gründlich umbauen. So wird man den derzeitig massiven Entwicklungszug hin zur 24-Stunden-Gesellscha​ft nicht nur stoppen müssen, sondern sogar ein Stück zurückdrehen. Ohne eine solche Veränderung wird der Energiekonsum unvermindert weiter zunehmen.
    Dieser Gesellschaftsumbau wäre Aufgabe der Politik! Und nicht, sich mit den guten, alten und erst noch angenehmen Glühbirnen zugunsten ökologisch äußerst fragwürdiger Sparlampen anzulegen.
    Der Politik müßte man zurufen: Passons aux choses sérieuses! Allerdings zeigt der laufende Wahlkampf, daß da ja kaum noch einer überhaupt ein Interesse daran hat.

    Report comment
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Mohler

      Das ökonomische Gesetz von Angebot und Nachfrage ist mir durchaus bewusst. Lediglich handelt es sich hierbei um ein Angebotsmono- bzw. duopol, durch welches eine so genannte Monopolrendite abgeschöpft werden kann, was ohne staatlichen Eingriff auch gemacht wird. Wenn die Rede von sozialer Marktwirtschaft ist, stellt sich schon die Frage, wo und wie stark der Konsument denn durch staatliche Eingriffe geschützt werden soll.

      Aber zur Erinnerung: Auch im Gesundheitswesen ging man bei der Einführung des KVG davon aus, dass bei einem Wettbewerb die Gesamtkosten – zumindest langfristig – sinken würden. Die ökonomische Praxis hat uns wohl eines besseren belehrt (sic!).

      Report comment
    • Juli 19, 2021

      Mit Ihrem Hinweis auf das Gesundheitswesen haben Sie, Herr Meier, vollkommen recht. Der tiefere Grund liegt halt darin, daß die hehren Theorien vieler Gesundheitsökonomen davon ausgingen (und wohl meistens immer noch gehen), im Gesundheitswesen liege ein “echter Markt” vor. Und das ist aus mancherlei Gründen halt nur in der Theorie so.

      Report comment
  • Oktober 12, 2011

    Sehr geehrter Herr Roger Meier, CVP,
    Glühlampen, mag ja ein Thema sein. Und beim genaueren Studieren Ihrer Person ging mir kein Licht, sondern traten Fragen zu Tage, es herrscht sozusagen Sparbeleuchtung bei mir.

    Ich bin da recht im Zweifel, Sie werden mir möglicherweise die Fragen beantworten, hoffe ich zumindest, damit mir ein Licht aufgeht.

    Gubrist Tunnel Sanierung, ist das bekannt bei Ihnen? Da wird ein Oberbauleiter Roger Meier genannt. Klickt man auf den Namen Roger Meier, taucht eine CVP Seite auf mit Ihrer Person.

    http://www.tagesa​nzeiger.ch/zuerich/un​terland/Nachts-beginn​t-im-Gubristtunnel-de​r-Arbeitstag/story/17​832557/print.html

    Liest man Ihre Berufsstationen, hört das bei 2008- Leiter Kanzlei Gemeinde Vaduz auf? Also Kein Wort davon wird erwähnt, dass Sie Oberbauleiter im Tunnelsanierungsprogr​amm Gubrist Tunnel sind.
    Bringen Sie doch bitte etwas Licht in den Tunnel, oder eröffnen Sie bitte ein Thema, in dem dieses Programm und Ihre Verbindung „Wie werde ich Oberbauleiter im Kanton Zürich“ zusammen hängen?

    Mit freundlichen Grüssen

    Werner Nabulon

    Report comment
    • Juli 19, 2021

      Geschätzter Herr Nabulon

      Ich finde es erfreulich, dass Sie meinen Beitrag gelesen haben – leider aber falsche Schlussfolgerungen in Bezug auf meine Person ziehen. Aber gerne zünde ich Ihnen ein Licht an.

      Die Bezeichnung 2008 – in einem Lebenslauf bedeutet, dass jene Person immer noch in ungekündigter Stellung ist. Dies gilt auch für mich. Nach wie vor bin ich Leiter der Gemeindekanzlei Vaduz (FL). Weder in meiner Vergangenheit, noch aktuell konnte ich im Baugewerbe Erfahrungen sammeln, geschweige denn eine Grossbaustelle wie den Gubristtunnel leiten können.

      Erlauben Sie mir zudem noch die Anmerkung, dass der Name “Roger Meier” in der Schweiz (Twixtel) über 100 Mal vorkommt und schon deswegen Verwechslungen nicht auszuschliessen sind.

      Ich hoffe, Ihr “Licht im Tunnel” erhellt zu haben und würde Ihnen sonst gerne noch die Homepage der Gemeinde Vaduz (http://www.vaduz.li/​content.aspx?auswahl=​1238&mid=1238)
      zur Ansicht empfehlen, womit auch der Beweis meiner aktuellen Tätigkeit erbracht wäre.

      Einen schönen und erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
      Roger Meier, Mels

      Report comment
    • Juli 19, 2021

      Besten Dank für Ihre Auskunft Herr Roger Meier,
      Ich habe die Frage dem Tagesanzeiger der eine falsche Verlinkung vorgenommen hat, auch gestellt, plus Bauverantwortliche ASTRA usw.

      Report comment
    • Juli 19, 2021

      Geschätzter Herr Nabulon

      Besten Dank für Ihre Information betreffend der Verlinkung zu meiner Homepage. Ich werde mit dem Tagesanzeiger in Kontakt treten, um diese Verlinkung so rasch als möglich aufheben zu lassen.

      Viele Grüsse
      Roger Meier

      Report comment

Write a response

Neuste Artikel

Bleiben Sie informiert

Neuste Diskussionen

  1. Ja und unser Bundesrat ist ebenfalls dabei zusammen mit der EU unser liberales Waffengesetz "pragmatisch" zu zerstören. BR Sommaruga am…

Vimentis Login

Willkommen bei Vimentis
Werden auch Sie Mitglied der grössten Schweizer Politik Community mit mehr als 200'000 Mitgliedern
Tretten Sie Vimentis bei

Mit der Registierung stimmst du unseren Blogrichtlinien zu