1. Gesellschaft

Religionsfreiheit ist ein Grundrecht

LETZTE WOCHE WAR ICH mit einer Par­la­ments­de­le­ga​­tion an der OSZE-­Kon­fe­renz in Bel­grad. Die­ser «Organisation für Si­cher­heit und Zu­sam­men­ar­beit in Europa» sind 56 Länder an­ge­schlos­sen, von Por­tu­gal bis Ka­sach­stan, von Zy­pern bis Nor­we­gen. Und durch ihr En­ga­ge­ment nach dem Zwei­ten Welt­krieg sind auch Ka­nada und die USA da­bei. Im Zen­trum der De­bat­ten stan­den die De­mo­kra­ti­sie­rung​s­be­we­gun­gen im nord­afri­ka­ni­schen​ Raum, die nu­kleare Si­cher­heit, der il­le­gale Or­gan­han­del – und der Um­gang mit staat­li­chen und religiösen Min­der­hei­ten.

 

DA DIE SCHWEIZ seit dem Ja des Volkes zum Minarettverbot immer wieder als Diskriminierungsbeisp​iel erwähnt wird, war es wichtig, dass wir in diesem Punkt selber Stellung nahmen. Die Schweiz steht zu ihren Freiheiten und Rechten. Am 29. November 2009 hat die Mehrheit der Bevölkerung demokratisch entschieden, dass der Bau von weiteren Minaretten verboten wird. Andere konkrete Folgen dieser Volksabstimmung auf die Ausübung des musli- mischen Glaubens wird es nicht geben. So kann dieser weiterhin im ganzen Land frei ausgeübt werden. Ebenso können Gebetsräume eröffnet, Glaubensgemeinschafte​n gegründet und Moscheen gebaut werden. Einzig der Bau von Minaretten ist unter dem neuen Verfassungsartikel verboten.

 

DIESEN ENTSCHEID HAT das Stimmvolk ungeachtet der Empfehlung von Regierung, Parlament und den meisten politischen Parteien getroffen. Es war ein Zeichen eines Unbehagens aufgrund gewisser Entwicklungen, das eine Mehrheit der Bevölkerung mit dem Minarettverbot zum Ausdruck brachte. Es war aber auch eine Antwort auf Berichte über Steinigungen und Zwangsheiraten, auf Aussagen eines muslimischen Rechtsexperten, der die Einführung der Scharia in der Schweiz forderte, auf die diplomatische Krise mit Libyen – und selbst die grauenhaften Anschläge vom 11. September 2001 in den USA haben ihre Spuren hinterlassen. Immer wieder wurde auch erwähnt, dass man in manchen islamischen Ländern weit davon entfernt sei, dass Christen ihre Religion frei praktizieren könnten.

DIE RELIGIONSFREIHEIT ist und bleibt ein wichtiges Grundrecht in unserem Land. Auch wenn sich die Schweizer Verfassung auf die christliche Tradition beruft, haben wir keine Staatsreligion, und es ist seit der ersten Verfassung geregelt, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger gleich welcher Weltanschauung oder Geisteshaltung der Verfassung und ihren Gesetzen unterordnen müsse.

DIE RELIGIÖSE FREIHEIT ist aber – wie andere Freiheitsrechte – Teil eines Ganzen und steht im Kontext zu andern Grundrechten wie der Mei- nungsfreiheit, Redefreiheit oder unseren sozialen Rechten und Pflichten und kann allenfalls auch durch diese eingeschränkt werden. Bei aller Tole- ranz und allem Verständnis gegenüber verschiedenen Lebensarten, Werthaltungen und Traditionen müssen die Menschenrechte, die Grundwerte sowie die verfassungsrechtlich geschützten Freiheitsrechte, die gleichen Rechte von Mann und Frau (nicht nur die gleiche Würde!), die demokratischen Regeln und die Rechtsstaatlichkeit von allen, die in unserem Land leben, respektiert werden, und zwar im öffentlichen wie auch im privaten Bereich.

EIN DEMOKRATISCHER STAAT wie die Schweiz kann es deshalb nicht zulassen, dass über die Religion oder kulturelle Tradition andere Grund- rechte verletzt werden. So darf es nicht sein, dass Mädchen genital verstümmelt werden oder ihre Ausbildung nicht fertigmachen dürfen, Jugendliche gegen ihren Willen verheiratet werden, Ehefrauen eingesperrt oder geschlagen werden. Das sind widerrechtliche Taten und müssen geahndet werden. Auch wenn man den Minderheiten ausdrücklich das Recht gibt, ihre Kultur und Identität zu pflegen, müssen unsere Grundrechte, die auf der Deklaration der allgemeinen Menschrechte abgestützt sind, eingehalten werden.

 

WIR MÜSSEN ÄNGSTE, wie sie mit dem Ja an der Urne eindrücklich gezeigt wurden, ernst nehmen. Die religiöse Freiheit als Grund- recht darf aber damit nicht infrage gestellt werden. Die Schweiz hat viel Erfahrung im Umgang mit Minderheiten. Diese haben ein Recht auf Schutz und Bewahrung ihrer Kultur. Aber es ist immer eine Zweibahnstrasse. Sie müssen auch die gewachsene Kultur und die Werte der Mehrheiten unseres Landes achten. Dazu braucht es einen offenen, ehrlichen Dialog.

 

Text: Christine Egerszegi-Obrist (erschienen als Gastkolumne in der AZ vom 13. Juli 2011).

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Comments to: Religionsfreiheit ist ein Grundrecht
  • Juli 19, 2011

    Ich bin auch als SVP-Wähler ganz ihrer Meinung und kenne viele, die genau so denken.

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    • Juli 19, 2011

      Der Artikel trifft den Nsgel auf den Kopf: Religionsfrrigeit gibt es nur mit den andern Freiheiten zusammen. In keinem islamistischen Land gibt es gelebte Religionsfreiheit für Christen und schon gar nicht die gesamte Palette der Grundrechte. Wir können stolz sein suf die bei uns vorhandenen Freiheiten.

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    • Juli 19, 2011

      Herr Müller kennnt die Welt nicht. Allein schon, dass er die Länder “islamistisch” bezeichnet, disqualifiziert ihn.

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    • Juli 20, 2011

      Es ist anzustreben, dass alle Länder alle Grundrechte und Freiheiten einhalten, aber dazu ist noch ein weiter Weg.

      Wenn im Menschenrechtsrat gewisse Länder fordern, dass die Meinungsfreiheit einzuschränken sei, wenn ihre Religion kritisiert wird ist dies klar zu bekämpfen!

      Es geht auch nicht an, das einige meinen, ihre Religion stehe über den Andern und habe damit mehr Rechte als die andern Glaubensrichtungen oder die Menschen ohne Religion!

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  • Juli 20, 2011

    Werte Frau Christine Egerszegi-Obrist

    R​eligion, Religionen, Glauben nicht glauben, ist ein ganz heisses Eisen, das schon seit ein paar tausend Jahren geschmiedet wird.
    Ich meine ja nur, die Geschichtsbücher sind voll davon, was Menschen glaubten tun zu müssen, weil das angeblich so in Ihren Glaubensbüchern drin steht.
    Heute, mit etwas Abstand zu jenen Zeiten wissen wir, dass dies damals Fehlinterpretationen der damaligen Religionsoberhäupter waren.
    Interessant ist ja ebenfalls, dass diese grossen Religionsgemeinschaft​en gegeneinander antreten, angetreten sind, ob wohl der Ursprung dieser, bei allen dreien der gleiche ist.

    Bereits das verfassen dieser Worte muss heute wohlüberlegt sein, dass man auf keinen Fall jemanden beleidigt, etwas verfasst, dass in den falschen Hals gelangt. Es geht ja um alles, wenn man Gläubig ist. Man glaubt bedingungslos, hinterfragt nicht.

    Sie haben es erwähnt, Frau Christine Egerszegi-Obrist, wir haben eine Verfassung, Regeln und Gesetze, welche hier halt „Christlichen“ Ursprung haben.

    Ich persönlich sehe einen Widerspruch in der Religionsfreiheit und gleichzeitig muss man aber aus unserer Sichtweise gegen Umstände einschreiten, welche gegen unsere Verfassung und Rechte verstossen.
    Interessant ist noch zu wissen, dass solche Umstände in den Herkunftsorten solcher Menschen dort erlaubt sind, oder mindestens geduldet werden, Kulturen sind, wie man dem auch sagen muss.
    Auch Deutsch, was hier verboten ist unter Strafe, darf oder muss andernorts so gelebt werden, im Namen einer Religion, Religionsfreiheit.


    In dem wir hier auf unsere Gesetze verweisen, diese durchsetzen, unterbinden wir die Religionsfreiheit, automatisch.
    Das Minarett Verbot was übrigens ein Baugesetz ist, ist als Ausdruck zu verstehen, dass die Schweizer Bevölkerung will, zwingend, dass nach Unseren Gesetzen gelebt wird, hier.

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  • Juli 20, 2011

    Ihr Artikel widerspiegelt den Zeitgeist in der Schweiz.
    In unserer Region haben wir den höchsten Ausländeranteil(gross​mehrheitlich aus dem Balken) Wir erleben fast tagtäglich Extemsituationen zwischen grund-sätzlich verschiedenen Kulturen. Man kann beim besten Willen nicht bestreiten, dass diese Menschen sich nicht anpassen wollen. Viele Muslime verweigern bewusst die Integration. Wenn man sich mit dem islamischen Gedankengut befasst, wird man feststellen, dass diese Muslime sich uns gegenüber distanziert, um nicht feindlich zu sagen, verhalten. Werden ihnen unsere Werte dargelegt, kommt aus deren Richtung nur Desinteresse. Was bei uns wegen dieser Multikultieuphorie geschieht, werden unsere Enkelkinder bitter zu bezahlen haben. Verlangen, missbrauchen, eigene Kultur gegen die des Gastlandes stellen, sind ernst zu nehmende Zeichen. Solange diese Menschen sich nicht anpassen und unserer Kultur Respekt engegenbringen, ist der Konflikt vorprogrammiert. Wir müssen Verunglimpfungen standhalten wie zB “In zwei Jahren wirst du unsere Stiefel putzen usw.”.
    Die Annahme des Minarettverbots ist die Summe vieler Erfahrungen.

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    • Juli 20, 2011

      Sehr geehrte Frau Christ. ? Mag sein, dass man dies wie Sie wahrnehmen kann. Doch wie ist denn genau der Prozentsatz jener, welcher sich nicht integrieren gegenüber jenen welche sich integrieren? Kenne viele Menschen aus Ex-Jugoslawien, welche als Gastarbeiter vor ein paar Jahrzehnten in die Schweiz kamen und sich super integriert haben. Auch viele andere Muslime aus anderen Ländern haben sich gut integriert. Bei den Zahlen beachten Sie bitte, dass zwar rund 70 % der Ausländern in den Gefängnissen sind, aber ein sehr grosser Teil (rund 50 %) davon ohne Aufenthaltsbewilligun​g (folglich Kriminaltouristen oder illegale).Der Rest sind Schweizer. Ja, man soll sich anpassen und seinen Beitrag zum Wohle der Gesellschaft und des Staates tun. Doch tun das denn alle Schweizer? Verhalten sich denn alle Schweizer in anderen Ländern vorbildlich? Wenn nein, weshalb? Weshalb helfen denn die Ausländer in der Schweiz nicht mit. Sie sehen sicherlich, dass ich nicht blind bin, sondern die Ursache erkennen und bekämpfen möchte. Sah diesbezüglich mal einen Film: Ein Stück Land im Garten Eden. http://www.swissinfo.​ch/ger/kultur/Ein_Stu​eck_Land_im_Garten_Ed​en.html?cid=8830738 . Was ich da sah, ist die Meinung von den Schweizern, dass die Ausländern in den Schrebergärten kei. n Deutsch können (doch im Interview sprachen diese Ausländer gut Deutsch).Das einzige, was da zu Problemen führen konnte ist, wenn man nicht aufeinander zugeht und/oder sehr religiös ist. Und z.B. streng religiöse gibt es auch bei den Christen inkl. deren Auslegung der Bibel. Zudem sowohl der Islam, wie auch das Christentum eine abrahamitische, monotheistische Religion, wie man im Internet selber nachlesen kann, wenn man will.

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    • Juli 21, 2011

      “Die Annahme des Minarettbauverbots ist die Summe vieler Erfahrungen”. Das stimmt!

      Und diese Erfahrungen müssen ernst genommen werden. Man soll sie nicht herunterbrechen und auseinanderdividieren​. Viele der Probleme mit der Zuwanderung, sei es nun durch Migration aus Kriegsgebieten oder auch durch die PFZ, haben sich vergrössert, weil man den davon negativ betroffenen Landsleuten nicht zuhört.

      Statt dessen verlangt man von ihnen alles zu schlucken womit sie konfrontiert werden und wenn sie das nicht mehr wollen oder können bezeichnet man sie als Rassisten.

      Die längste Zeit ist man mit dieser Missachtung bzw. dem Schönreden und auch den ehrverletzenden Beschimpfungen seiner Landsleute, die ganz direkt von den negativen Auswirkungen der Migration betroffen worden sind ausgezeichnet über die Runden gekommen!

      Nur wurden dadurch die Probleme nicht gelöst, sondern verstärkt.
      Wenn man die Geschichten der Schweizer die schlechte Erfahrungen mit Migranten gemacht haben – (sehr oft an unseren Schulen, wo die eigenen Kinder brutal mit dem “umgekehrten Rassismus” Erfahrungen machen durften und die Lehrer eifrig Täterschutz betrieben, anstatt den Schweizer Opfern zu helfen!)- wundert einem der massive Vertrauensverlust den immer grössere Teile der Schweizer Bevölkerung gegenüber der Politik zeigen überhaupt nicht.

      Die Annahme des MBV war der Anfang, ist als eine vorläufige Abrechnung vom Volk mit der Regierung anzusehen. Die Reaktionen der Räte auf dieses, von ihnen unerwartete Abstimmungsergebnis zeigt wunderschön auf, wie weit sich die Regierung von der Realität des Volkes entfernt hat. Die finsteren Drohungen im Zusammenhang mit der Anrufung “Höherer Mächte”, die dem bösen Volk dann schon zeigen würden wo’s langgeht, die jetzigen Versuche die Annahme der AI (als weitere Abrechnung des Volkes mit der Regierung) durch die verdeckte Installation des abgelehnten Gegenvorschlags ausser Kraft zu setzen, zeigt Überdeutlich wie unsere Regierung mittlerweile die direkte Demokratie der Schweiz interpretiert.

      Ich frage mich wie lange es noch dauert – bis unsere “Zuständigen” anfangen zu rechnen und zwar auf einer realistischen Basis.
      D.h. man soll aus den Elfenbeintürmen klettern und das reale Leben der Bürger durch deren Einsatz und von deren Steuergeldern dieser Staat lebt, endlich ernst nehmen.
      Man soll – auch im eigenen Interesse – einsehen, dass man “Multikulti” nicht einfach über die Köpfe der Menschen hinweg “installieren” kann!
      Es sind nämlich genau diese Menschen die einer Regierung und ihren Funkionären überhaupt eine Existenz in ihren Positionen ermöglichen.
      Andersrum: Ein Volk braucht nicht zwingend eine Regierung – eine Regierung braucht aber zwingend ein Volk!

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  • Juli 24, 2011

    Sehr geehrte Frau Christine Egerszegi-Obrist,

    ​Lesen Sie bitte die neuste Weltwoche, „Scharia für die Schweiz“, und erklären danach bitte den Leuten, was es damit auf sich hat. Ist das eine Lüge der Weltwoche, oder entspricht das der Wahrheit.
    Warum „Wissenschaftlerinnen​ und Wissenschaftler“ Richter, im Ausland geschlossene Vielehen, Minderjährigen-Heirat​en und Inzest-Verbindungen anerkennen sollen, dies bereits tun?
    Wie sollen wir Schweizerinnen Schweizer die das nicht begrüssen, verhalten?

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  • Juli 29, 2011

    Religionsfreiheit ist ein Grundrecht und dieses Thema kommt nicht vom Fleck.
    Das sollte bereits ein Hinweis darauf sein, dass etwas mit der Religion und dieser Freiheit etwas nicht stimmt.
    Und das binde ich als Agnostiker nicht am „Islam“ fest. Denn aus den Geschichtsbüchern weiss ich, dass die „Religionen“ sehr oft, auch bei uns (Christliches Abendland) Ihre Werte und Ansichten in den Staat die Gesellschaft hineingetragen haben.
    Der Umgang mit Ketzern war auch kein schöner, gelinde gesagt.

    Ich persönlich kann keinen nennenswerten Unterschied zwischen den monotheistischen Religionen, oder muss man diese Semitische Religion nennen, erkennen, wenn diese streng gläubig gelebt werden.
    Jedoch bereits dieser Satz kann „beleidigen“, kann sich jemand verletzt fühlen, der sich eben für eine dieser Religionen entschieden hat und sich klar von den Anderen Religionen abgrenzt.

    Ja, die Religionsfreiheit soll gewährt bleiben.
    Es wird dann angefügt, solange diese Religion Privat bleibe, da wir ja keinen Staatsglauben haben.
    Wir weisen dann darauf hin, dass Wir Gesetze haben, welche einen Christlichen Ursprung haben, und noch etwas abgeändert wurden, so dass ein Neues Eherecht als eines der vielen Beispiele, entstehen konnte.
    Heute bald 55Jährig erinnere ich mich noch an Geschlechter Getrennte „Systeme“, Schule, Badi, Sauna, oder dieses Konkubinats verbot, es gibt da endlose Beispiele.

    Wir als Ungläubige oder Zweifler meinen, mit solche neuen Kreationen die aus dem Sozial denkenden Umfeld entstanden sind, umgehen zu können.
    Je nach Religionszugehörigkei​t ist das aber undenkbar, sich nach solche von Mensch gemachten Gesetze zu richten.

    Sie werden streng religiöse egal welcher Religion nicht dazu bringen, sich weltlichen Gesetzen welche im Widerspruch zu deren Religion steht, anzupassen.
    Dass diese Religionen untereinander noch unterschiedliche Ansichten vertreten, vereinfacht die Gespräche nicht wirklich.

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  • Juli 29, 2011

    Wo steht ihr der Verfassung was von RELIGIONSFREIHEIT?

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    • Juli 18, 2021
    • Juli 18, 2021

      Ich sehe “Glaubens- und Gewissensfreiheit”, jedoch nicht Religionsfreiheit.


      Kann ich nicht lesen oder bin ich einfach der deutschen Sprache nicht mächtig?

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    • Juli 18, 2021

      … oder Sie sind unfähig, Artikel 15 zu verstehen.

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    • Juli 18, 2021

      Verständnis hängt von der Person ab, das Geschriebene nicht. Und nach dem Verständnis habe ich niemand gefragt, werter Herr Estermann. Sie dürfen mir bei Gelegenheit ja gerne helfen, denn Artikel zu verstehen. Aber vorher sollten Sie versuchen, meine Frage zu beantworten:

      Nochm​als: Wo steht in der Verfassung was von Religionsfreiheit?

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    • Juli 18, 2021

      Art. 15 Glaubens- und Gewissensfreiheit
      1 Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist gewährleistet.

      2 Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen.

      3 Jede Person hat das Recht, einer Religionsgemeinschaft​ beizutreten oder anzugehören und religiösem Unterricht zu folgen.

      4 Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft​ beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.

      ——–​———————​———————​———————​———
      copy paste admin

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    • Juli 18, 2021

      Grüezi Herr Nabulon

      Danke für’s Posten des Art. 15.

      Bin gespannt wo Herr Estermann die Religionsfreiheit geschrieben sieht. Ich sehe es nach wie vor nicht…

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    • Juli 18, 2021

      Können Sie es nicht? …

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    • Juli 18, 2021

      Hallo Herr David Mayer,

      Ich bin jetzt etwas überrascht. Wer lesen kann, ausserdem noch verstehen kann was geschrieben steht, ist klar im Vorteil.

      Meiner Ansicht nach steht das in Art.15. dass die Glaubens und Gewissensfreiheit gewährleitet wird.

      Gut, wer es nicht sehen will, der sieht das halt nicht.

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    • Juli 18, 2021

      Also beim lesen gibt es, dank moderner Technik, ein Hilfsmittel ctrl+f suchen nach Religionsfreiheit, nichts gefunden?

      Hier sind wir nun beim Verständnis:

      Wenn Ich sie richtig verstehe, setzen Sie “Religion” mit “Glaube” gleich?

      Religion und Glaube sind doch zwei verschiedene Wörter mit verschiedenen Inhalten.

      Religion​=Christentum, Islam, Buddhismus
      Glaube=Re​ligion, Wissenschaft, Karma, an das Gute im Menschen

      Ich darf also gemäss Artikel 15 auch an den Osterhasen glauben.
      Und dies darf ich auch weiterhin, trotz Minarettinitiative. 🙂

      Auch Absatz 2., 3. und 4. steht in keinem Konflikt mit der Minarettinitiative, denn: Gemäss Absatz 2 steht Ihnen das Recht zu, sich zu einer Religion und weltanschauliche Überzeugung zu BEKENNEN. Es steht nichts von AUSÜBEN.

      Bekennen heisst: Ich bekenne mich zu dieser “Gruppierung”, nicht mehr und nicht weniger.

      Die Initiative wurde schliesslich von Juristen überprüft und für gültig erklärt.

      Deshalb habe ich versucht, Herr Estermann, bei der Basis anzufangen (nur Text und Lesen, ohne verstehen), um Ihnen einen Einstieg in eine andere Sichtweise zu vereinfachen.

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    • Juli 18, 2021

      Herr Mayer, warum fragen Sie nicht die Autorin des Blogs, ob sie mit Religionsfreiheit nicht eben das gemeint hat, was in Art. 15 der BV steht?
      Noch ein Hilfsmittel für Sie: lesen Sie doch Wikipedia zu “Religion”.

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    • Juli 18, 2021

      Was man meint und was man sagt sind Zweierlei. Ich kann lediglich Zweiteres beurteilen. Und in diesem Kontext ist es schlichtweg eine Fehlinformationen.

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    • Juli 18, 2021

      Herr David Mayer,

      Die Verbindung zwischen Glaube und Religion, was in der Tat zwei unterschiedliche Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung.
      Das eine ist, ich glaube an etwas, das ist Sein Glaube, und daraus erweist er dem gegenüber seine Ehrfurcht, aus dem lateinischen religio…Religion (gemeinschaft) wenn er noch weitere gleich glaubende findet.

      Ja sicher, kann man an den Osterhasen glauben, an das fliegende Spaghetti Monster in der Teekanne, was auch immer glauben. Probleme werden sich ergeben, wenn Sie dann entsprechend Aussehende Bauten erstellen möchten, die entsprechende Töne von sich geben, ..da ja ein Glaube eine private Angelegenheit sein solle.

      Hat man aber eine Ehrfurcht vor etwas, möchte man gerne eine Baute erstellen, das quasi zeigen…und je mehr man diese Passion, Leidenschaft hat, auch öfters freiwillig ..am Tag

      Art.15/4) niemand darf gezwungen werden….sondern Art.15/3) man hat das Recht, beizutreten…

      Diese​ 3) und 4) finde ich, dagegen verstossen alle Juden, Christen, Muslime, denn das Neugeborene wird sofort in die Gemeinschaft aufgenommen, Rituale werden vollzogen. Nein, nicht gezwungen, einfach ungefragt, zum Wohle des Kindes.

      Danach wird das Kind im Namen seines „das seiner Eltern, Vorfahren“ Glauben erzogen, und ob wohl alle drei Glauben (Religionsgemeinschaf​ten) auf den gleichen Ursprung zurückgehen, wird um die Unterschiede …diskutiert, gestritten…?

      Ich habe also das Recht, gemäss Verfassung, ein und auszutreten, ohne dass meine Person behelligt wird, ohne dass ich Angst haben muss, oder von einem Pfarrer besucht werde.

      Wenn ich als Agnostiker aus so einer Religionsgemeinschaft​ ausgetreten bin, heisst das aber noch lange nicht, dass ich den Glauben abgelegt habe.

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    • Juli 18, 2021

      Genau so sehe ich das auch.

      Und etwas darf man nicht vergessen: diese Verfassungseinträge sind über 150 Jahre alt, als die Globalisierung noch nicht so fortgeschritten war.

      Interessant ist dann eben, wenn man Aufgrund der Religion Zeichen setzen will, beispielsweise durch Bauten. Dieses Recht ist ja im 15. Artikel nicht enthalten, da wie bereits erwähnt, von bekennen und nicht von ausüben gesprochen wird.

      Es ist schön zu sehen, dass es doch noch Bürger gibt, die sich mit der Materie genauer beschäftigen.

      Grüs​se,
      David Mayer

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    • Juli 18, 2021

      “Und etwas darf man nicht vergessen: diese Verfassungseinträge sind über 150 Jahre alt.”

      Da hats einer verschlafen, dass die BV per 18. April 1999 totalrevidiert wurde. Mich verwuunderts nicht.

      “Es ist schön zu sehen, dass es doch noch Bürger gibt, die sich mit der Materie genauer beschäftigen.”

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    • Juli 18, 2021

      Soso lieber Herr Estermann. Wer hat’s den verschlafen? Was wurde den beim 15. Artikel genau revidiert? Quatschen Sie wieder mal nur mal aus dem Kontext oder können Sie auch Ihre Aussage erläutern?

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    • Juli 18, 2021

      Bleiben Sie bitte anständig, lieber Herr Mayer. Ich hatte geschrieben, die BV wurde totalrevidiert. Die Ausgabe von 1848 habe ich nicht, aber die Jubiläumsausgabe von 1948.
      Wenn Sie den Ton mässigen, schreibe ich Ihnen, was da in Artikel 15 stand.

      Allerdings glaube ich nicht, dass Sie das wirklich interessiert. Sie wollen nur sabotieren.
      Ein anderer Blogger hatte geschrieben: “Gut, wer es nicht sehen will, der sieht das halt nicht.”

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    • Juli 18, 2021

      Das wäre doch schon etwas, sehr gerne.

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    • Juli 18, 2021

      Bin immer noch sehr gespannt

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    • Juli 18, 2021

      Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
      vom 12. September 1848.

      http://www.verfas​sungen.de/ch/verf48-i​.htm

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    • Juli 18, 2021

      Besten Dank für die Quelle. Also sind wir uns einig das ein solches Grundrecht 1848 nicht in der Verfassung enthalten war.

      Der 15. Artikel oder damals der 49./50. Artikel wurde 1874 in die Verfassung aufgenommen und da steht folgendes:

      Art. 49
      1 Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist unverletzlich.
      2 Niemand darf zur Teilnahme an einer Religionsgenossenscha​ft oder an einem religiösen
      Unterrich​t oder zur Vornahme einer religiösen Handlung gezwungen, oder
      wegen Glaubensansichten mit Strafen irgendwelcher Art belegt werden.
      3 Über die religiöse Erziehung der Kinder bis zum erfüllten 16. Altersjahr verfügt im
      Sinne vorstehender Grundsätze der Inhaber der väterlichen oder vormundschaftlichen
      ​Gewalt.
      4 Die Ausübung bürgerlicher oder politischer Rechte darf durch keinerlei Vorschriften
      oder Bedingungen kirchlicher oder religiöser Natur beschränkt werden.
      5 Die Glaubensansichten entbinden nicht von der Erfüllung der bürgerlichen Pflichten.
      6 Niemand ist gehalten, Steuern zu bezahlen, welche speziell für eigentliche Kultuszwecke
      einer Religionsgenossenscha​ft, der er nicht angehört, auferlegt werden. Die
      nähere Ausführung dieses Grundsatzes ist der Bundesgesetzgebung vorbehalten.
      Art. 50

      1 Die freie Ausübung gottesdienstlicher Handlungen ist innerhalb der Schranken der
      Sittlichkeit und der öffentlichen Ordnung gewährleistet.
      2 Den Kantonen sowie dem Bunde bleibt vorbehalten, zur Handhabung der Ordnung
      und des öffentlichen Friedens unter den Angehörigen der verschiedenen Religionsgenossenscha​ften
      sowie gegen Eingriffe kirchlicher Behörden in die Rechte der
      Bürger und des Staates die geeigneten Massnahmen zu treffen.
      3 Anstände aus dem öffentlichen oder Privatrechte, welche über die Bildung oder
      Trennung von Religionsgenossenscha​ften entstehen, können auf dem Wege der Beschwerdeführung
      de​r Entscheidung der zuständigen Bundesbehörden unterstellt
      werden.

      4 Die Errichtung von Bistümern auf schweizerischem Gebiete unterliegt der Genehmigung
      des Bundes.

      Ich finde meine Frage im Bezug auf den Kontext (zu Deutsch: Zusammenhang) durchaus berechtigt: Können Sie mir also erläutern, was meine Kernaussage (siehe Initialpost) mit Ihrem Einwand “Die BV wurde 1999 totalrevidiert” zu tun hat?

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    • Juli 18, 2021

      Sie schrieben Ende Juli: “Wo steht ihr der Verfassung was von RELIGIONSFREIHEIT?”

      Und jetzt schreiben Sie die revidierte (alte) Verfassung ab. Versuchen Sie bitte Ihren Verstand einzuschalten.
      Soll ich mit Ihnen “das Kalb” machen?

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    • Juli 18, 2021

      Sie haben doch auf die ebenfalls revidierte Verfassung von 1848 hingewiesen. Deshalb fragte ich ja, nach dem Grund. Ich glaube Sie machen schon lange “das Kalb” mit mir 🙂

      Sie können es drehen und wenden, wie sie wollen, Ihre Interpretation entspricht nicht dem Inhalt der Verfassung (weder der Original, noch der von 1874, noch der Heutigen), es entspricht nicht der Definition der deutschen Sprache und es entspricht auch nicht der Auffassung der Juristen, des SR, des NR und des europäischen Gerichtshofs, da die Minarettinitiative für RECHTSGÜLTIG erklärt worden ist.

      Ich denke also nicht, das mein Verstand (und der oben genannten Instanzen) nicht eingeschaltet ist. Meiner Meinung nach happert es an Ihrem Einsehen.

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    • Juli 18, 2021

      Sie hatten bemängelt, dass Religionsfreiheit durch unsere Verfassung nicht gewährleistet sei. Ich behaupte das Gegenteil. Da stehe ich wohl nicht allein. Die Bocksprünge, die Sie sonst noch aufführen sind lachhaft.
      Aber fragen Sie doch bitte die Autorin des Blogs, ob sie auch Ihrer Ansicht ist. Wozu ich Sie übrigens schon lange aufgefordert hatte. Aber das getrauen Sie sich wohl nicht.

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    • Juli 18, 2021

      Grüezi Herr Estermann.

      Ich habe meine Einträge nochmals durchgelesen und bin der Meinung, dies unmissverständlich beschrieben zu haben.
      Bitte lesen Sie meine Kommentare ebenfalls nochmals genau durch.

      Ich habe darauf hingewissen, dass der Begriff Religionsfreiheit nicht in der Verfassung enthalten ist. Der Begriff existiert nicht, das ist FAKT. Sie dürfen es mit ctrl+f (suchen) gerne überprüfen. Es kann nicht sein, dass man irgendwelche Begriffe erfindet, welche in der Verfassung nicht existieren. Religionsfreiheit IST NICHT das Gleiche wie Glaubens- und Gewissensfreiheit (Unterschied wurde erläutert). Die Rechte sind gemäss BV klipp und klar definiert. Durch diesen ausgeklügelten Wortlaut tangiert die Minarettverbotsinitia​tive die BV in keinster Weise.

      Meine Frage war übrigens durchaus an die Autorin gerichtet.

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    • Juli 18, 2021

      Schreiben Sie ihr
      ch_egerszegi@bluewi​n.ch
      und lassen uns die Antwort wissen. Danke.

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