1. Sozialpolitik & Sozialsysteme

Rettet den Sozialen Frieden

Die Schweiz ist ein be­son­de­rer Ort. Eine Naturschönheit liegt neben der an­dern. Die Stras­sen sind si­cher, nie­mand braucht Angst zu ha­ben, wenn er Nachts für die Türe geht. Die öffentliche Ver­wal­tung funk­tio­niert rei­bungs­los. Bus, Tram und Züge sind sau­ber und pünktlich. Die Ämter ver­rich­ten ihre Auf­ga­ben ohne dass mit Schmier­gel­der nach­ge­hol­fen wer­den muss.

Die Infrastruktur ist Gold wert. Was für uns SchweizerInnen Alltag ist, ist für die meisten Erdbewohner ein unerreichbarer Traum.

Der Schweiz ging es nicht immer so gut wie heute. Vor 80 Jahren war die Schweiz ein armes unterentwickeltes Auswanderungsland.

D​ass sich die Schweiz von einem ärmlichen Agrarstaat zu einem der reichsten Länder der Erde entwickeln konnte, verdankt sie dem sozialen Frieden.

Zwischen 1868 und 1932 wurden das Militär vierundzwanzig Mal aufgeboten, um gegen streikende Arbeiter vorzugehen.

Dabei kam es zu blutigen Auseinandersetzungen,​ die für die Streikenden tödlich endeten.

Unter dem Druck des aufsteigenden Nationalsozialismus erkannten unsere Grosseltern, dass die Schweiz nur überleben kann, wenn alle zusammenstehen.

Dies​ war die Geburtsstunde des sozialen Friedens. Die ArbeitgeberInnen gaben den Arbeitnehmer genug zum Leben und die ArbeitnehmerInnen verzichten im Gegenzug auf Arbeitskämpfe.

Der Erfolg der Schweiz basiert auf einem ungeschriebenen Gesellschaftsvertrag.​ Anstatt sich in der Konfrontation zu verlieren, werden Interessen solange angeglichen, bis ein für alle tragbarer Konsens entsteht.

Jeder gibt etwas, jeder bekommt etwas.

Was für uns heute lebende SchweizerInnen selbstverständlich ist, musste hart erkämpft werden.

Heute ist das Bewusstsein für die Leistung unserer Grosseltern gering. Sozialer Frieden und Wohlstand werden als etwas Selbstverständliches betrachtet, das leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden kann.

Vor zwanzig Jahren hat die Wirtschaft damit begonnen, schleichend den Gesellschaftsvertrag aufzukünden. Harte erkämpfte Errungenschaften wurden und werden dem Profit geopfert. Löhne werden gekürzt, Schichtzulagen gestrichen, unbezahlte Überstunden eingefordert, Stellen abgebaut, etc.

In der Politik sieht es nicht besser aus. Die Parteien verlieren sich in Schaukämpfe um Nichts und wiegeln die verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegeneinander auf.

Der soziale Frieden erodiert. Wird er noch stärker belastet, dann bricht er.

Der soziale Frieden muss bewahrt bleiben. Von ihm hängen der Wohlstand und das Wohlergehen der Wirtschaft ab.

Es liegt im Interesse der ArbeitgeberInnen und der ArbeitnehmerInnen, dass der Sozialabbau aufhört. Lohnungleichheiten müssen beseitigt werden und ausgesteuerte ArbeitnehmerInnen wieder in den Berufsalltag integriert werden.

Heute ist es an der Zeit wieder zueinander, zu finden.

Die aufsteigende Wirtschaftskrise wird alles bis heute gesehene in den Schatten stellen.

Es ist ein Gebot der Stunde, dass die Einheit wieder hergestellt wird. Die ArbeitnehmerInnen haben grosse Opfer geleistet, jetzt sind die ArbeitgeberInnen gefordert.

Die Zeit der Parteipolitik ist abgelaufen. Die Parteien sollen aufhören sich mit Scheinlösungen für virtuelle Probleme, gegenseitig zu blockieren.

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Comments to: Rettet den Sozialen Frieden
  • September 13, 2011

    Bei Animal Farm von George Orwell wurde genau das gefordert, was Sie fordern. Das “Kolletiv” muss dafür sorgen, dass es allen besser geht.

    Lesen Sie nach wie es ausgegangen ist.

    Und wie wollen Sie Ihre Ziele “kein Sozialabbau” und “Lohnungleichheiten beseitigen” erreichen und vor allem auf wessen Kosten finanzieren?

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    • Juli 18, 2021

      Nicht das Kollektiv muss dafür sorgen, dass es uns allen besser. Dafür sind wir selber verantwortlich. Aber das Kollektiv, in unserem Fall der Souverän, muss für gerechte Rahmenbedingungen sorgen. Solange unser Geldsystem Einkommen aus Vermögen gegenüber Einkommen aus Arbeit bevorzugt, wird der Sozialabbau und der Umweltverbrauch ständig zunehmen.

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  • September 13, 2011

    Hmm Herr Antoine Johannes Kuske, Parteifrei,

    Der Titel tönt richtig gut, rettet den Sozialfrieden.
    Ja, wir haben wunderbare Naturschönheiten, ein wunderbares Land, das stimmt.

    Als ich so 14Jährig war, konnte man zu den 68ger Babyboomer an so Feste gehen, es gab umstrittene Jugendhäuser mit Discos, du man war recht sicher auf den Strassen, eigentlich. Wir Jugendliche waren eine kleine Gefahr mit den frisierten Töfflis, ab und zu tranken wir etwas zu viel, oder rauchten einen Joint.
    Zu Hause konnte man die Türen auch mal offenlassen, und das gleich zur Grenze der Stadt Zürich, ohne dass gleich alles gestohlen wurde.

    Unsere Jugendlichen hatten einmal den Drang ebenso in Discos oder Jugendhäuser zu gehen, aber nach Zürich gehen sie aus Angst nicht mehr in den Ausgang. Man liest ja nach einem WE was alles abgeht dort.
    Und die Neue Einbruchfeste Mehrfach Verriegelte Türe wurde auch schon zweimal aufgebrochen, gestohlen was es zu stehlen gibt.

    Unsere Hunde werden Kampfhunde genannt, dürfen keine Einbrecher mehr beissen. Und gemäss netten Politikerinnen und Politikern sollten wir die Schuss-Waffen abgeben, damit wir nicht Ausversehens mal einen Einbrecher erschiessen.

    Drei Km/h zu viel, und es blitzt und man bezahlt massig Busse. Und als Neulenker muss man Kurse über Kurse absolvieren, hat den Ausweis provisorisch auf Drei Jahre, und seit neustem freiwillig eine Black Box drin um Versicherung zu sparen.

    Ja, retten wir den Sozialfrieden, denn wenn wir so weitermachen geht das ins Auge.

    Ach ja, apropos Verwaltungen und Steuern. Haben die doch im alten Programm bei den Steuerverwaltung nicht die Möglichkeit, eine Gewerbe/Industrie Liegenschaft separat zu bewerten, sondern bewerten das als Mehrfamilien Haus mit Eigentumswohnung. Dann muss man 1Jahr lang kämpfen, bis man recht bekommt.
    Das Neue Programm der Steuerverwaltung sei nun besser, heisst es. Absichtlich ungerechtfertigte Steuern eintreiben, oder sind das einfach keine Fachleute mehr dort?
    Das zum Thema öffentliche Verwaltung funktioniert reibungslos,
    Ich weiss nicht auf welchem Planeten sie leben, sorry…

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