Das Rütli und der Rütlischwur haben eine wich­tige Be­deu­tung für mich, und das nicht nur, weil mein Blick bei mei­ner Ver­ei­di­gung im Na­tio­nal­rats­saal un­mit­tel­bar auf das Wand­bild von Charles Giron mit dem Vierwaldstättersee und der Rütliwiese ge­rich­tet war.

Zum einen ist das Rütli Sinnbild für das historische und emotionale Zentrum der Schweiz und damit für den Ursprung unserer Demokratie. Ich verstehe diesen Ort aber nicht nur als geschichtliches Erbe, sondern ebenso als Aufforderung, auch in Zukunft in urschweizerischer Manier die Balance zwischen Stabilität und Fortschritt, zwischen Bodenständigkeit und Offenheit zu finden. Neuem einen Platz zu geben, nicht nur Asche aus früheren Feuern zu verteilen, sondern die Glut weiterzutragen, um neue Feuer zu entfachen.

Zum anderen verkörpern die drei Schwurfinger für mich auch das Zusammengehen und Zusammenstehen unserer Regionen und Landesteile. Damit ist für mich das Rütli auch das Symbol für die sprachliche, kulturelle und landschaftliche Vielseitigkeit der Schweiz – Sinnbild für meine Heimat. Ein Heimat- und Selbstverständnis, das für mich gerade im Grenzland ganz wichtig ist. Das Bewusstsein der eigenen Wurzeln zusammen mit der Grenzerfahrung aus meiner Region trägt dazu bei, dass aus Stabilität nicht Stagnation wird, und dass der politische Blick auch in Zukunft über (Landes-) Grenzen hinausgeht.


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Comments to: Rütli
  • Juli 31, 2011

    Mein Wunsch zum 1. August:
    Da die heute “elektronischen” Feuer weiter reichen als 1291 und ganze Regionen beleuchten, scheint es mir nach über 700 Jahren sinnvoll und nötig, dass sich auch Kantone zu Regionen zusammenschliessen; die Glut weitertragen als bis zur Kantonsgrenze und im 21. Jahrhundert neue, regionale Feuer entfacht werden. Und damit Neuem ein Platz gegeben wird.

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  • Juli 31, 2011

    Liebe Frau Schneider
    Ich glaube, Sie haben mit Ihrem Blog unsere romanischen Mitbürger vor den Kopf gestossen! Oder haben Sie etwa den Tessin vergessen?
    Auf jeden Fall sind Sie bei Ihrer Interpretation der Schwurfinger etwas aus der von Ihnen zitierten Balance geraten, was Ihnen als Politikerin eigentlich nicht passieren sollte! Aber mit der Anzahl der Finger haben Sie natürlich recht. 😉

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    • Juli 31, 2011

      Jetzt hätte ich Ihnen beinahe meinen 1. August-Wunsch vorenthalten…
      Ich hatte neulich einen Traum.Ich träumte vom Bundeshaus in Bern nach den Wahlen im Herbst.
      Das umwerfende an dem (leider)Traum war, dass von den heutigen Bundespolitikern nur noch etwa jeder zehnte sein heutiges Amt inne hatte. Der neue Wind im Bundeshaus verursachte so gewaltigen Durchzug, dass er den ganzen Wirtschafts- und anderen Filz aus den Gängen und Säälen blies!

      Mein Wunsch: “Lieber Herr, lass meinen Traum in Erfüllung gehen!”

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  • September 6, 2018

    Leider besteht die Gefahr, dass bei Annahme der Velo-Initiative, von den Autogegnern versucht wird, mit entsprechenden Projekten, das Auto weiter zu verdrängen, was bei den Wanderwegen nicht möglich ist! Sehen Sie die Tiefenaustrasse in Bern als neustes Beispiel verkehrter Verkehrsplanung, gegen das Auto, was allerdings für Bern symptomatisch ist – leider! Seit Jahrzehnten wird davon gesprochen, mehr Raum für die Velos bei Um- und Neubauten vor zu sehen. Und es wurde auch Vieles gemacht, so, dass es kein Eintrag in die Bundesverfassung braucht! Gegen Verbesserungen zu Gunsten der Velos, ist nichts einzuwenden, aber nicht auf Kosten des automobilen Verkehrs!

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  • September 15, 2018

    Velowege sind Aufgaben, die idealerweise auf Gemeindeebene gelöst werden. Jeder Kanton soll selber entscheiden, ob er seinen Gemeinden dazu eine Richtlinie geben möchte. Leider wird mit der Einbettung in die Bundesverfassung wieder eine überflüssige Aufgabe in der Gesamt-Schweiz geschafffen. Das braucht in der Bundesverwaltung einen zentralisierten Verantwortlichen, und wohl ein Büro mit eionigen qualifizierten Mitarbeitern, die der wertschöpfenden Wirtschaft entzogen werden und dort durch vermutlich weniger qualifizierte Ausländer ersetzt werden müssen. Wirtschaftliches Endresultat ist Wertvernichtung.
    Mehr Velowege: vielleicht. Aber nicht auf Kosten einer weiteren Aufblähung eines zentralisierten Molochs.

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