1. Gesundheitswesen

Schweinegrippe – ein Jahr danach

Am 11. Juni 2009 rief die Di­rek­to­rin der WHO, Frau Chan, für die Schwei­ne­grippe den welt­wei­ten Pan­de­mie­alarm aus. Zuvor – im Mai 2009 – hatte die WHO die Pan­de­mie-­De­fi­ni­​tion geändert. Frau Chan sag­te, sie stütze sich auf die Er­kennt­nisse be­deu­ten­der In­flu­enza-Wis­sen­s​chaf­ter. Die WHO schätzte 2009 die Zahl der möglichen H1N1-in­fis­zier­ten Men­schen glo­bal auf 2 Mil­li­ar­den.

In Medienkampagnen wurde bekannt gemacht, dass mit vielen Toten gerechnet werden müsse. Die Hersteller von Tamiflu und Relenza kündigten an, binnen kürzester Zeit große Mengen der Grippe-Medikamente liefern zu können. Ein rechtzeitiger Einsatz könne Hilfe für Millionen von potentiellen Grippe-Opfern bringen, stellten Medien den besorgten Bürgern in Aussicht.

Heute spricht die niemand mehr davon.

Die Gesundheitsminister aller Länder haben für Milliarden Medikamente eingekauft, die inzwischen entsorgt sind oder in Lagerhäusern auf ihre Entsorgung warten. In den Jahresrechnungen der Pharmakonzern finden sich die Gewinne. Die Rechnung bezahlen die Steuer- und Prämienzahler.

Im britischen Medical Journal wird darüber diskutiert, dass Influenza-Experten der WHO offenbar finanzielle Verbindungen zu Pharmakonzernen hatten. Die massgebliche European Scientific Working Group on Influenza (ESWI) wird von Herstellern von Grippemitteln finanziert. Einzelne Wissenschafter erschienen in Marketing-Prospekten der Hersteller. Die Wirksamkeit der Medikamente ist zumindest umstritten.

Gegen die Tätigkeit von Influenza-Wissenschaf​ter bei der Entwicklung von Influenza-Medikamente​n in der Industrie kann niemand Einwände haben. Eine andere Frage ist, welchen Einfluss solche Wissenschafter auf Entscheide der Gesundheitsbehörden betreffend die Auslösung eines Pandemiealarms haben sollen.

Es geht um die Glaubwürdigkeit der nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden und um die strapazierten Finanzen des Gesundheitswesens. Die Gefahr, dass unter Missbrauch der Gesundheitsbehörden medial Krankheiten und Epidemien ausgerufen werden, um damit schnelles Geld zu machen, ist nicht von der Hand zu weisen. www.eugendavid.ch

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Comments to: Schweinegrippe – ein Jahr danach
  • August 14, 2010

    Obiger Artikel entspricht genau der Wahrheit. Er entspricht der Manipulation, welcher wir tag täglich ausgesetzt sind. Es geht nur ums Geld und das holt man mit Lügen aus dem Volk. Gewissen Wissenschaftlern ist nicht mehr zu trauen, denn sie sind oft mit den Profiteuren solcher Aktionen vernetzt und werden damit gewaltig geschmiert und sind bereit dazu, ihre “Studien” im Sinne des Verkäufers zu frisieren.

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  • August 14, 2010

    Ich unterstütze die Aussagen von Hr. David voll und ganz. Mir war das Verhalten der Pharmaindustrie von Anfang an suspekt. Als ich dann die Finanzzahlen (Jahresabschluss) der Pharma gesehen habe, war mir klar, dass hier ein fieses Spiel mit den Konsumenten getrieben worden war. (Siehe auch mein Blog vom April: http://wp.me/piTaZ-2q&#8203😉

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  • August 15, 2010

    E. David schildert eine klassische korruptionsanfällige Situation: Einige wenige Leute in einer Behörde (WHO) haben eine Entscheidungsgewalt, die bei Firmen Milliardenumsätze auslösen kann. Ob es im Fall der Schweinegrippe zu Bestechungen gekommen ist weiss ich nicht; jedenfalls ist bis heute nichts bekannt geworden. Eine ähnliche Situation besteht seit Jahrzehnten in der Schweiz. Da entscheidet die Arzneimittelkommissio​n über die Kassenzulässigkeit von neuen Medikamenten (was normalerweise den Verschreibungserfolg bei den Aerzten garantiert) und die Preisfestsetzung (zusammen mit dem BGA; je höher desto besser für die Firma). Die Entscheide sollten im Interesse der Krankenkassen resp. Patienten streng objektiv und wissenschaftlich gefällt werden. Ob das immer so ist und ob nicht von Firmen Einfluss genommen wird bleibe dahin gestellt; es sei hier nichts behauptet. Sicher ein Punkt für Transparancy International z.B. oder einen aufmerksamen Parlamentarier.

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  • August 16, 2010

    Herr SR David hat natürlich völlig recht. Das ist aber eine Sache der Gesundheitsbehörden und nicht der Pharma-Industrie.

    ​Nehmen Sie mal an, das Horror-Szenario wäre eingetreten, ein Pandemiealarm wäre nicht ausgelöst worden und die Pharma-Industrie hätte nicht genügend Impfstoffe produziert. Was hätten Sie dann gefordert, Herr David? Wenn Sie die Verantwortung für einen Entscheid gehabt hätten, was hätten Sie entschieden?

    Siche​rlich ist die Situation im Nachhinein einfach zu kritisieren. Vielleicht kann man die nötigen Lehren aus diesem Fall ziehen. Natürlich ist die Einflussnahme der Gesundheitsbehörden nicht von der Hand zu weisen. Man muss aber der Sache auf den Grund gehen, anstatt nur Vermutungen anzustellen.

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  • Oktober 7, 2010

    SR David stellt die Glaubwürdigkeit der nationalen Gesundheitsbehörden in Frage. Als politischer Insider und VR-Präsident der Helsana dürfte ihm wohl bekannt sein, dass auch das BAG, samt seinen Influenza-Experten, mit der WHO im Einklang war und die Pandemiegefahr in den Medien wirksam publik machte. Meinungen von nichtregierungs Experten (z.B. Beda Stadler) wurden dabei nicht berücksichtigt. Kann man daraus schliessen, dass die Vermutung von Eugen David gemäss seinem letzten Abschnitt auch auf das BAG samt Departementsleiterin zutrifft? Was geschieht eigentlich mit dem gelagerten Impfstoff? Wir er teilweise bei den anstehenden Grippeschutzimpfungen​ verwendet?

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