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Sonnengott und Erdölteufel

Seit Jahr­zehn­ten ver­lei­hen fos­sile Brenn­stoffe aus dem tie­fen Un­ter­grund der west­li­chen Zi­vi­li­sa­tion ü­ber­mensch­li­che Kräf­te. Erdöl, Kohle und Erd­gas stel­len heute etwa drei Vier­tel der vom Men­schen ge­nutz­ten Primär­ener­gie. Dass uns deren Ver­bren­nung in die Kli­ma-Hölle treibt, mag ü­ber­spitzt sein, aber auf jeden Fall ist es ein ge­fähr­lich-ir­re­ve​r­si­bles Ex­pe­ri­ment mit un­se­rer Erde.

Das Wirtschaftswachstum in China wurde durch eine Ver-8-fachung der Kohlestromproduktion getrieben. Die Erdölproduktion wird sich kaum vervielfachen lassen – werden Entwicklungsländer daher nie einen Mobilitäts- und Lebensstandard wie Europa erreichen, oder wie? Die erfreuliche Nachricht: Der Zubau erneuerbarer Energien ist global kaum mehr zu bremsen: Die von China alleine in 2016 zugebaute Solar- und Windkraft liefert doppelt so viel Strom wie alle Schweizer Atomkraftwerke zusammen. Ob Photovoltaik, Wind oder Biomasse – die Energie ist getrieben von der Sonne. Viele alte Kulturen verehrten einen Sonnengott – langfristig wird er den Erdölteufel bändigen.

 

Elektromo​bilität als Sonnenspeicher

Die Abhängigkeit von begrenzten Erdöl-Vorkommen scheint globalen Wachstumsambitionen zu widerstreben. Wenn man bedenkt, dass 65% vom Erdöl im Mobilitätssektor mit tiefem Wirkungsgrad verbrannt wird, ergeben sich mit der Elektromobilität neue Perspektiven. Würde die Elektrizität dazu aus Kohle hergestellt (40% Wirkungsgrad), wäre der Primärenergie-Einsatz​ via Elektromotor etwa gleich schlecht wie bei einem Benzinmotor. Stattdessen die erneuerbare Stromproduktion zu verzehnfachen, klingt ambitioniert. Anderseits hat sich die Stromproduktion aus Wind und Sonne in den letzten 15 Jahren global ver-20-facht. Seit Wind und Sonne günstigeren Strom produzieren als neue Atomkraftwerke, steht einer sauberen Energiezukunft kaum mehr etwas im Weg.

Photovoltaik trägt in der Schweiz mittlerweile 3% zur Stromversorgung bei. 20% sind machbar, insbesondere wenn Elektroautos als Zwischenspeicher dienen: Wenn dereinst 50% der Schweizer Autos elektrisch getrieben sind, kann deren Batteriekapazität die gesamte Solarstromproduktion puffern. Wenn die Batterien die mobil-geforderten Leistungsspitzen nicht mehr erbringen, wartet ein zweites Leben im stationären Stromnetz auf sie. Neben Batterien kann jedoch auch die saisonale Power-to-Gas-Speicher​ung an Bedeutung gewinnen; und kein Land ist besser mit Stauseen gerüstet wie die Schweiz. Hilfreich ist die saisonale Ergänzung der Zukunftstechnologien:​ 60% Wasserkraft und 20% sommerlastige Solarstromproduktion ergänzt sich mit 20% Strom aus winterlastiger Windkraft und Biomasse-Kraftwerken,​ deren Abwärme in der kalten Jahreszeit Erdölheizungen substituiert.

 

Rahme​nbedingungen in der Schweiz

Bei der anstehenden Abstimmung über das Energiegesetz geht es um mehr als um die zukünftige Stromversorgung; aber den Primär-Energie-Wirkun​gsgrad beachtend kann jede kWh Strom aus Wind, Sonne und Biomasse drei kWh fossile Primärenergie ersetzen. Seit der atomaren Havarie in Fukushima 2011 wird über die Energiestrategie 2050 debattiert. Ambitionierte Pläne wurden relativiert – der politische Kompromiss ist kompliziert und ist kein Schlüssel zu sorglos unbegrenztem Solarstromzubau. Im Vergleich zu der bisher versprochenen kostendeckenden Einspeisevergütung sind die Fördermittel knapp gehalten. Zum Durchbruch der erneuerbaren Energien braucht es heute nicht mehr hohe Subventionen, aber gute gesetzliche Rahmenbedingungen. Wird das neue Energiegesetz am 21.Mai abgelehnt, können sich die Schweizer weiter vom Erdölteufel verführen lassen. Aber global gesehen dreht sich die Erde um die Sonne.

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Comments to: Sonnengott und Erdölteufel
  • April 26, 2017

    Dass das Speicherproblem sich so einfach per gesteigerter Elektromobilität lösen lässt, ist heute nicht der Fall und aufgrund der unplanbaren und kurzfristigen Produktionsschwankung​en von Wind- und Solaranlagen auch künftig schwer vorstellbar. Momentan sieht die Realität so aus, dass das unregelmässige Aufkommen von hochsubventioniertem deutschem Wind- und Solarstrom während Zeiten von Ueberproduktion zu negativen Strompreisen führt und damit die bewährte (und für die Versorgungssicherheit​ essentielle) Wasserkraft – die erneuerbare Energie schlechthin – in finanzielle Notlage bringt. Aus diesem Grund berät das Parlament aktuell Massnahmen zur Stützung der einheimischen Wasserkraft, während das Energiegesetz sie mit einem mageren Schweigegeld abzuspeisen versucht. Das Energiegesetz würde den Markt mit zusätzlichem hoch subventioniertem Wind- und Solarstrom fluten und die Wasserkraft so noch ärger bedrängen.

    Ein weiterer bizarrer Auswuchs der unregelmässigen Solar- und Windstromproduktion sowie der Tatsache dass dieser sich nicht in ausreichender Menge speichern lässt, ist die in Niedergösgen eben in Betrieb gegangene Anlage zur Stromvernichtung, welche sich Alpiq mehrere Millionen Franken hat kosten lassen um während Produktionsspitzen (gegen Entgelt) Strom vernichten zu können. Der nette Fachbegriff dafür heisst “negative Regelenergie” oder auch neudeutsch “Power-to-Heat”.

    D​eshalb NEIN zum Energiegesetz, zum Schutz einheimischer Wasserkraft, zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit​ und um kostspielige und unsinnige Installationen zu vermeiden, wie den Stromvernichter von Niedergösgen.

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    • Juli 19, 2021

      “Momentan sieht die Realität so aus” – ja lieber Herr Maletinsky – man kann sich darüber streiten, wie blöd Alpiq ist. Es geht um Lösungen für die Zukunft – und die Kombination Solarstrom und e-mobility-Batterien sind eine davon. Ein Nein bringt jedenfalls keine Lösung – aber weiter gute Geschäfte für die Erdölteufelchen 🙂

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    • Juli 19, 2021

      Ich weiss nicht ob man das Vorgehen von Alpiq wirklich als blöd bezeichnen kann. Alpiq folgt hier einfach einer durch Subventionen extrem verzerrten Marktlogik und wird mit der Stromvernichtung unterm Strich vermutlich sogar Geld verdienen!
      Auch in Deutschland hat die Deutsche Bahn übrigens schon im Sommer (gegen Entgelt) die Weichenheizungen eingeschaltet, mit derselben Motivation, temporär überschüssigen Wind- und Solarstrom zu vernichten.

      Ein NEIN wird solchem Unsinn den Riegel schieben und zusätzlich unsere Landschaften vor der Verschandelung durch Windturbinen und die Bürger vor immensen Kosten schützen.

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    • Juli 19, 2021

      Die legendären Weichenheizungen… hundertmal mehr zitiert als wirklich eingesetzt. Quelle http://www.epexsport.com – der Day-Ahead-Strommarktp​reis war letztes Jahr 6x kurz negativ. Um eine Power-to-X Anlage wirtschaftlich zu betreiben, braucht es soweit deutlich mehr Negativ-Stunden. Die es kaum geben wird, weil schlaue Leute ihren Verbrauch verschieben. Das neue Energiegesetz öffnet auch die Tür zu intelligenten Mess- und Steuerungssystemen, mit denen Verbraucher-Geräte je nach Marktsituation zu- oder abgeschaltet werden können (für jene, die von entsprechenden Anreizen profitieren wollen…). Wenn z.B. ein Kühlhaus negative Regelenergie anbietet, so “vernichtet” es temporär Strom, braucht jedoch später weniger. So spielt der Markt – sie wehren sich dagegen?

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    • Juli 19, 2021

      Power-to-Heat Niedergösgen:
      “Neben der Vermarktung im Regelenergiemarkt besteht die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der Papierfabrik Model AG. Die Papierfabrik bezieht den von ihr benötigten Prozessdampf aus dem Kernkraftwerk Gösgen (KKG). Diese Dampflieferung bleibt bestehen. Während der jährlichen Revision des KKG kann jedoch die neue Power-to-Heat-Anlage von Alpiq in Niedergösgen den Dampf liefern.”
      http://www​.alpiq.com/de/news-st​orys/medienmitteilung​en/media_releases.jsp​?news=tcm:95-150090

      Die Papierfabrik möchte auch Dampf, wenn das KKG ausfällt – kann ja ab und zu passieren, vgl. Leibstadt. Alpiq braucht die Power-to-Heat-Anlage,​ um die Dampf-Versorgungssich​erheit aufrecht zu erhalten – so kann’s aufgehen.

      Für den Blick ist die skandalöse Schlagzeile bzw. die Auflage wichtiger als der sachliche Hintergrund…

      http://www.blick.​ch/news/wirtschaft/al​le-reden-vom-energies​paren-aber-alpiq-inst​alliert-stromvernicht​er-id6551821.html

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    • Juli 19, 2021

      Das neue Energiegesetz öffnet, wie Sie schreiben, die Tür zu “intelligenten” Mess- und Steuerungssystemen. Es öffnet damit aber auch die Tür zu einer immer engmaschigeren Überwachung der Bürgerinnen und Bürger und die Möglichkeit selbst kleinste Details des Privatlebens nach einem strikten Regime von Belohnung und Bestrafung zu orchestrieren.

      Tat​sächlich besteht die Möglichkeit, mit dem zu vernichtenden Strom in Niedergösgen Dampf für die nahegelegene Papierfabrik zu erzeugen. Allerdings war das AKW Gösgen 2013 während 75% der Zeit verfügbar, in den übrigen Jahren zwischen 2004 und 2014 während 90% oder mehr. D.h. der Anteil des zu vernichtenden Stroms der für die Dampferzeugung zugunsten der Papierfabrik genutzt werden kann ist entsprechend gering.

      Sie schreiben auch, der Strompreis sei letztes Jahr 6x kurz negativ gewesen. Dazu ist zu sagen, dass Deutschland auch erst am Beginn der “Energiewende” steht (2016 wurden noch 2/3 des Stroms nuklear und fossil erzeugt) und dass mit einem Energiegesetz welches den Markt mit zusätzlichem subventioniertem Flatterstrom aus der Schweiz fluten wird und dem weiteren Ausbau solcher Anlagen in Deutschland damit zu rechnen ist, dass mit zeitweiligem Überangebot (und daraus resultierenden negativen Strompreisen) in Zukunft häufiger zu rechnen ist.

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  • April 27, 2017

    Das grösste Rätsel ist: wieso war denn bis jetzt der BR-sozialistische “Spühler-Strom” so ausgiebig & preiswert? 1) weil sich die Gemeinden bei den Wasserzinsen vernünftig zurückhielten & 2) weil das anstehende Tiefenlager nicht für die Milliarden-Ewigkeit gegen alle kantonalen Vorurteile vor-amortisiert werden musste (obwohl die Menschheit statistisch in nur 5000 Jährchen nicht mehr existiert!). Wenn nun alle AKW’s ihren “Mist” (pardon : zukünftige Energievorräte) nach Wührenlingen schicken wollen, wird der Platz so knapp, dass die Spitäler ihren strahlenden Krebs-Mist im “Strahlenkämmerchen” halten müssen, was die heutige Strahlenmenge bei der immer mehr zunehmenden Röntgerei (aus Gesundheits-ANGST)
    u​m ein Vielfaches vergrössert als alle 5 AKW abgeben und dadurch dem Atomkrieg das Kernmaterial entziehen.

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  • April 27, 2017

    Die Energiepolitik der Schweiz soll wie bisher schrittweise, in verkraftbaren Etappen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Wenn wir mit Abgaben auf importierter Tiefpreisenergie genügend Finanzmittel erwirtschaften könnten, um Energiesparmassnahmen​, Energiespeicher und den Zubau von Anlagen der erneuerbaren Energie (Wasser, Sonne, Biogas, Geothermie) zu unterstützen, könnte die Zusatzbelastung der Haushalte und der Unternehmungen in Grenzen gehalten werden.

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    • Juli 19, 2021

      Ja, und das Energiegesetz ist eine weitere kleine, verkraftbare Etappe. Die unmittelbaren Kosten durch die Erhöhung vom Netzzuschlag sind ca. 40 CHF/Jahr – u.a. auch zur Unterstützung der bestehenden Wasserkraft. Die weiteren Etappen sind wiederum Gegenstand der politischen Diskussion. Ambitionierte Ziele wurden bereits relativiert – die Energiegesetz-Vorlage​ ist ein tragbarer Schritt in die richtige Richtung.

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    • Juli 19, 2021

      Woher nehmen wir in Zukunft den knappen Winterstrom?

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    • Juli 19, 2021

      Ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär alles nicht nur schöne Mär.

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    • Juli 19, 2021

      Winterstrom – Holzheizkraftwerke, und die Windstromproduktion ist in der kalten Jahreszeit höher als im Sommer. (Vielleicht haben Sie nicht den ganzen Artikel gelesen, den Sie kommentieren?) Wärme-Kraftkoppelung produziert dann Strom, wenn die Wärme verwertet werden kann – im Winter.

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  • April 27, 2017

    “Die es kaum geben wird, weil schlaue Leute ihren Verbrauch verschieben. “

    Genau! Ist doch ganz einfach. Waschen, kochen, putzen, Autofahren alles nur noch im Hochsommer. Macht auch mehr Sinn im Sommer um 5 das Licht einschalten, anstatt im Winter!

    Wir müssten uns ja nur ein Beispiel an den Bären nehmen….

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  • April 27, 2017

    Ganz genau, man muss ab sofort konsequent auf Erdöl verzichten.

    Bei der Schifffahrt übernehmen wieder Segel- und Ruderschiffe das Kommando. Auf den Strassen sind nur noch Pferdekutschen erlaubt. Einziger Nachteil: Pferdeäpfel werden wieder die Strassen verunstalten.

    Die Reise in die neue Welt wird wieder Wochen dauern, da der Flugverkehr eingestellt wird. Für die Ferien in der Karibik muss eine gemütliche Reise auf einem Segelschiff gebucht werden. Notfalls heisst es: An die Ruder!

    Auch wenn viele es negieren wollen, ohne Erdölprodukte wäre der heutige Luxus und Wohlstand nicht zu denken.

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  • April 28, 2017

    Freiheitlichen Gesichtspunkten zufolge könnte eigentlich jedermann selber entscheiden, wieviel Energie er verbrauchen will, solange er diese auch zu bezahlen bereit ist.
    Das neue Energiegesetz wendet sich nun in eklatanter Weise gegen diese Selbstbestimmung der Verbraucher und Konsumenten. Es soll uns vorgeschrieben werden, auf praktisch die Hälfte des bisherigen Energieverbrauchs zu verzichten und erst noch zu höheren Kosten.

    Der Grund dafür ist der nach dem Fukushima-Tsunami-Unf​all panisch „beschlossene“ (besser: verfügte) Ausstieg aus der Energiegewinnung mit Atomkraft.

    Ein Technologieverbot im „Energiegesetz“ verunmöglicht den Ersatz der bestehenden Kernkraftwerke. Die daraus entstehenden Energieversorgungslüc​ken sollen mit Sonne und Windkraft ausgeglichen werden. Was das bedeutet kann man abschätzen wenn man weiss, dass es für den Ersatz eines einzigen AKW’s (z.Bsp. Gösgen) tausend Mega-Windturbinen braucht oder eine Million Hausdächer mit Sonnenkollektoren gedeckt werden müssten. Man stelle sich nur schon optisch und akustisch die von summenden und brummenden Windräderwäldern und blendend-blitzenden Hausdächern durchsetzte Schweiz vor.

    Aber nicht einmal wenn die Schweiz als Ersatz für alle fünf AKW’s mit tausenden von Windrädern und Millionen von Sonnenkollektoren zugestellt würde, wäre die Energieversorgung gewährleistet. Denn vor allem im Winter, wenn er am meisten gebraucht wird, fällt der Flatterstrom von Sonne und Wind fast vollständig aus.

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  • April 30, 2017

    Herr Lüthi
    Gute Gratis-Werbekampagne für Ihr Geschäft! Gratuliere.

    Die Energiestrategie und mit ihr das Energiegesetz ist weit vom Markt entfernt. Alleine mit der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) werden ineffiziente Energieträger bevorzugt und andere zwangsläufig schlechter gestellt. Gleichzeitig wird mit dem Klima- und Energielenkungssystem​ (KELS) und weiteren Massnahmen u.a. im Bereich der CO2-Abgabe zusätzlich ein Ungleichgewicht zwischen den Energieträgern aufgebaut. Ich hätte ja auch nichts gegen Ihre Gratiswerbekampagne, wenn ich Ihr Geschäft nicht durch die KEV-Beiträge tragen helfen müsste.

    Was ich einfach nicht begreife, wieso Sie glauben, dass die Schweiz für die Sonnenenergie das richtige Land sein soll. Besser und sinnvoller wäre doch, die Verhältnisse in der Sahara zu nutzen. Mit Ihrem Geschäft könnten Sie den ganzen Maghreb bedienen! Es geht doch nicht an, dass ich mit meinem Steuerbatzen via KEV Ihr Geschäft subventionieren soll!!!

    Noch besser wäre, wenn Sie Ihre Forschungs- und Entwicklungsenergie in die Speichertechnik investieren würden!

    Nochmals, es geht nicht an, dass ich mit meinem Steuerbatzen Ihr Geschäft via KEV subventionieren soll.

    Ich stimme NEIN!
    Das ewig lächelnde Bundespräsidentin-Win​dfähnchen, kann mich nicht überzeugen.

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    • Juli 19, 2021

      Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber schade, wenn Urteile aufgrund von Missverständnissen gefällt werden. Die KEV zahlen Sie nicht mit ihren Steuerbatzen. Die saubere Stromproduktion, die damit bezahlt wird, zahlt der Stromkonsument proportional zum Stromverbrauch. Und wenn Sie sich genauer mit der Vorlage befasst hätten, so würden Sie erkennen, dass:
      – Die KEV mit dem neuen Energiegesetz stark eingeschränkt wird (Tarif neu 11 Rp/kWh, und freigegeben werden noch Projekte, die bis Ende 2012 eingerecht wurde – neue Anlagen erhalten nur noch eine bescheidene Investitionsvergütung​ und müssen den Strom am Markt verkaufen)
      – KELS ist kein Bestandteil der aktuellen Abstimmung.

      Ich weiss nicht, was Ihr Beruf ist. Ja, ich arbeite für eine saubere Stromversorgung – hier in St.Gallen. Für unsere PV-Anlagen erhalten wir keine KEV-Gelder; wir verkaufen den Ökostrom über die Stadtwerke – und einigen Bürgern ist die lokale, saubere Versorgung etwas wert. Unsere jüngste PV-Anlage liefert dem Dachpartner Solarstrom unter den Netzbezugskosten, ohne Fördergelder.

      Erneuerbare Energien sind auch hierzulande preiswert und sinnvoll. Ich engagiere mich gerne in Afrika – ich investiere auch in Indien. Während die Schweizer weiter jährlich 10 Milliarden CHF für fossile Brennstoffe ausgeben und damit die korruptesten Regierungen alimentieren? Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber ich möchte auch in meinem Heimatland mit gutem Gewissen leben können.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Lüthi
      Ich habe kein Problem, wenn Sie die Situation im Energiemarkt für Ihr Geschäft nutzen. Das hat nichts mit Korruption, Vetternwirtschaft oder Ähnlichem zu tun. Im Gegenteil, reizen Sie diese Chance voll aus!

      Meine Meinung in Sachen KEV kann nicht mit der Benennung der Finanzierung geändert werden. Ob man die Mehrbelastung nun Steuern, Umverteilung, Lenkungsabgabe nennen will, die Auswirkung auf mein Portemonnaie wird nicht anders sein. Und was macht man dereinst, wenn die Ziele nicht erreicht werden können?

      Mein Entschluss für die Ablehnung der Energiestrategie hängt übrigens nicht von der KEV ab. Ich mag nicht alle Gründe, die bereits unzählige Male publiziert und kommentiert wurden wiederholen. Nur soviel: Die Energieministerin will komplett aus der Kernenergie aussteigen. Ohne Rücksicht auf die Versorgungssicherheit​. Und ohne Rücksicht auf den Mehrverbrauch fossiler Energieträger.

      Aus meiner Sicht ist die Energieversorgung nur durch den Bau eines modernen Kernkraftwerkes gewährleistet – in genügender Grösse die erlaubt, die alten nach und nach stillzulegen.

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