1. Gesundheitswesen

Sparübung auf dem Buckel von PatientInnen und Familien?

Der Bun­des­rat hat die Beiträge der Kran­ken­kas­sen für Bril­len- und Kontaktgläser ge­stri­chen. Na und, was ist schon eine Bril­le? Be­zieht man aber in Be­tracht, dass gleich­zei­tig die Pa­ti­en­ten mit höheren Spi­tal­tag­gel­dern zur Kasse ge­be­ten wer­den sol­len und dies bei stei­gen­den Krankenkassenprämien,​ dann wird’s schon lang­sam hap­pig.

An sich ist ja jede Massnahme zu begrüssen, die ohne Einbusse an Versorgungsqualität Kostenersparnisse im Gesundheitswesen verspricht. Aber hier geht es gar nicht ums Sparen, sondern um den Abbau wichtiger Leistungen auf Kosten von Familien, Kindern und älteren Menschen sowie um eine Entlastung der Kassen auf Kosten der Kranken. Da muss die SP intervenieren.

Klars​icht nur noch für Wohlbetuchte?
Was auf den ersten Blick als Kleinigkeit erscheint, stellt für Familien mit kleinem Budget eine erhebliche Belastung dar.  Das Brillengeld von Fr. 540.- für 3 sehschwache Kinder, ist für diese Familien einfach zu viel. Darum ist das Streichen der Kassenbeiträge von Fr. 180.-/Jahr und Brille kontraproduktiv. Ist das Familienbudget knapp wird womöglich der Kauf einer Brille hinausgezögert. Doch Kurzsichtigkeit, einseitige Übersichtigkeit und Hornhautverkrümmungen​ führen zu lebenslanger Sehschwäche, wenn sie nicht frühzeitig  behandelt werden. Was hier als Sparmassnahme daher kommt, generiert in Wirklichkeit nur neue Kosten. Und diese Mehrkosten fallen ins Gewicht. Nach den Angaben des Berufsverbandes deutscher Augenärzte sieht jedes 10. Kleinkind schlecht. Zu oft, auch in der Schweiz, wird die Sehschwäche erst in der Schule erkannt. Mit seinem Entscheid würde der Bundesrat diese für die kindliche Entwicklung ungute Situation weiter verschärfen.

Und die älteren Menschen?
Auch für die älteren Leute ist der Brillenentscheid problematisch und löst weitere Kosten aus. Die Zahl älterer Menschen mit nur kleinen Renten ist nicht zu unterschätzen. Das zeigt der wachsende Aufwand bei den  Ergänzungsleistungen.​ Schon heute könnten viele Leute mit kleinen Renten sich keine bessere Brille leisten ohne die Unterstützung der Pro Senectute. Wenn nun gar für die 5-Jahresanpassung die Krankenkassen keine Beiträge mehr leisten müssten, werden diese RentnerInnen den Kauf einer neuen Brille hinauszögern, oder gar darauf verzichten. Dies trotz nachlassender Sehkraft die ihr Sturz- und Unfallrisiko erhöht, was wiederum höhere Gesundheitskosten zur Folge hat. Man kann es drehen wie man will, dieser Bundesratsentscheid spart nicht! Im Gegenteil, er treibt die Gesundheitskosten noch zusätzlich in die Höhe.

Höhere Prämien und dazu immer mehr aus dem eigenen Sack berappen!
Das geht nicht auf und sorgt für Ärger. Laut Bundesrat sollen Kranke für jeden Spitaltag statt Fr. 10.- neu 50% mehr aus dem eigenen Sack zahlen sollen, also Fr. 15.- pro Tag Spital. Das erscheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein. Für chronisch Kranke jedoch und Ältere kann dies tüchtig ins Tuch gehen. Was der Bundesrat hier sparen nennt, ist nichts anderes als die Entlastung der Krankenkassen auf Kosten von jenen Patienten, die mehrfach ins Spital müssen oder so schwer krank sind, dass lange Spitalaufenthalte nötig werden. Natürlich kann man argumentieren die Spitaltagbeiträge seien ja seit 1996 immer gleich geblieben. Dafür aber haben die Krankenkassenprämien massiv zugenommen. Vergleicht man die kantonalen Durchschnittsprämien der letzten 10 Jahre, so sind die Prämien der Erwachsenen und Kinder um fast 70% gestiegen und diejenigen der jungen Erwachsenen sogar um 126%! Wir wollen nicht, dass die Kopfprämien mit dem Spitaltaggeld weiter aufgestockt werden. Die 115 Mio Mehreinnahmen bringen keine Prämiendämpfung. Die ist schon weg, aufgefressen von den hunderten von Mio Werbe- und Maklerkosten der Kassen, von den 200-300 Mio die der herbstliche Kassenwechsel kostet und vom 3%igen Prämienanstieg mit der Einführung der DRG’s.

So kann man nicht sparen, Herr Bundesrat! Das Geld bei den Kranken einfordern und ihnen gleichzeitig wichtige Leistungen streichen – das ist das falsche Rezept!

Sehr viel höhere und vor allem echte Einsparungen brächten Massnahmen zur Erhöhung der Patientensicherheit. Hier besteht ein grosses, kaum genutztes Potenzial.

 

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Comments to: Sparübung auf dem Buckel von PatientInnen und Familien?
  • Dezember 29, 2010

    Wie schon im vorletzten Artikel: Ich komme auch hier wieder auf das gleiche Resultat. Solche Massnahmen sind nur Kosmetik und helfen langfristig nicht die Kosten zu senken. Unser Gesundheitswesen leidet nicht hauptsächlich darunter, dass zu viele Leistungen bezahlt werden. Wenn jemand krank ist, muss seine Genesung finanziert werden. Ob nun privat oder über eine Versicherung spielt Volkswirtschaftlich nicht so eine grosse Rolle.
    Ich frage sie nun: Weshalb ist das Gesundheitswesen in der Schweiz so teuer? Die Antwort gibt es schon lange. Mit unseren Geldern wird eine viel zu grosse Infrastruktur am Leben gehalten. Es gibt über 300 Spitäler in der Schweiz. Nach Berechnungen von Experten würden aber 50 reichen. Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, müssen wir bei diesem Punkt ansetzen. Somit mein Vorschlag:

    1. Die Spitäler werden auf 50 Reduziert. Mit Ausnahme der Notfallversorgung spezialisieren sich diese auf einzelne Fachgebiete (z.B. braucht es in der Schweiz sicher nicht mehr als 1 Zentrum für Herzoperationen). Dies würde auch die Qualität der Medizin erhöhen. Ich bin jederzeit bereit etwas weiter zu reisen wenn ich dadurch die Gewähr habe, dass sich Experten um mich kümmern.

    2. Die anderen Spitäler werden zu Notfallstationen umgebaut.
    Auch könnten sich an diesen Orten Ärzte in Ärztezentren zusammenschliessen. Auch dies würde die Qualität der medizinischen Versorgung erhöhen. Mehrere Ärzte könnten auf eine gemeinsame und dadurch bessere Infrastruktur zugreifen. Die Administration könnte zusammengelegt werden.
    Der Kunde hätte den Vorteil, dass unterschiedliche Spezialisten am gleichen Ort sind. Somit könnten Abklärungen schneller und effizienter erfolgen.

    3. Dadurch werden viele Resourcen (Spitalbetten und Personal) frei. Wir bekommen aber durch die Überalterung in nächster Zukunft Kapazitätsprobleme im Pflegebereich. Somit könnten die frei werdenden Resourcen gerade in diesem Bereich genutzt werden.

    4. Noch immer sind die Medikamentenpreise in der Schweiz höher als im Ausland. Somit müssen Paralellimporte in Zukunft zugelassen werden.

    Dies sind nur ein paar Grundsatzgedanken zum Thema. Grundsätzlich bin ich ja ein Befürworter des Föderalismus. Aber in diesem Bereich kann es sich die Schweiz nicht mehr leisten, lokal zu denken. Das Gesundheitswesen ist so komplex geworden, dass eine gesamtheitliche Lösung für die Schweiz gefunden werden muss.

    Leider sind diese Vorschläge nur ein Traum und Ilusion. Unsere Politiker sind leider nicht mehr bereit, zum Wohle des Landes und des Volkes zu politisieren. Sie haben sich leider zu Interessensvertreter der Wirtschaft und des Kantönligeists degradiert. Auch ist leider nur noch Parteipolitik und nicht mehr Sachpolitik im Mittelpunkt. Aber man darf ja die Hoffnung nicht aufgeben.

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  • Dezember 31, 2010

    Selbstbehalt ist immer noch der beste Weg, dass Leute nachdenken, wie viel sie wirklich benötigen.
    Die ärmsten zu Unterstützen (z.B. Ihr Problem mit CHF 540 für 3 Kinder) muss anderwertig gelöst werden, z.B. durch eine Sonderunterstützung für Einkommensschwache (die genaue Form diese Unterstützung ist zu diskutieren).
    Für Leute ab dem Durchschnittseinkomme​n (Laut BFS http://www.bfs.admin.​ch/bfs/portal/de/inde​x/themen/03/04/blank/​data/03.html sind es ca. 60.000 CHF pro Jahr) sollten diese 540 CHF drinnen liegen – auch für Familien.
    Zudem fallen diese 540 CHF auch nicht jährlich an, sondern alle 2-3 Jahre. Was somit im Durchschnitt auf 200-300 CHF pro Jahr, rund 20-30 CHF pro Monat kommt.

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  • Dezember 31, 2010

    Was ist Ihr Lösungsvorschlag Frau Heim?

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  • Dezember 31, 2010
  • Januar 2, 2011

    Wenn jemand an einem grauen Star erkrankt (man kann das auch als Altererscheihnung bezeichnen wie die Schwerhörigkeit), dann muss er dem Arzt, der sie mit Gewinn verkauft, die Intraokularlinse seit Jahren abkaufen und selbst bezahlen. Die SP hat sich darüber nie aufgeregt, nichts unternommen und jedes Jahr zahlen um die 17000 Starpatienten ihre Linse und leben noch. Und nun, da die Brillengläser nicht mehr mit der Giesskanne subventioniert werden, erwacht die SP und redet von Sozialabbau. Für mich ist das unglaubwürdige Effekthascherei.

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    • Januar 2, 2011

      Ein gutes Neues Jahr Herr Stamm. Doch hätte ich eine Frage zu Ihrem Beitrag unter dem Einbezug der Positionen etc. der SP (Link http://www.sp-ps.ch/g​er/Positionen/Dossier​s/Gesundheit). Hat die SP wirklich nichts gemacht und versucht zu machen und ist bloss auf Effekthascherei hinaus?

      Positionen​

      * 21.06.2010: Medienkonferenz: Personalmangel im Gesundheitswesen: SP präsentiert Vorstosspaket
      * 15.05.2009: Medienkonferenz: Wirksame und nachhaltige Kostenkontrolle im Gesundheitswesen
      * 21.04.2008: Medienkonferenz: Nein zur Zweiklassenmedizin und zur Gewinnmaximierung der Krankenkassen auf Kosten der Grundversicherten!
      * 07.04.2008: Medienkonferenz: Nein zur Zweiklassenmedizin !
      * 10.09.2007: Gesundheitspolitik Herbstsession. Positionen SP-Fraktion (zweisprachig)
      * 19.06.2007: Medienkonferenz zur Pflegefinanzierung
      * 31.05.2007: Position der SP zur Pflegefinanzierung,
      ​ eSPress-Artikel von Christine Goll
      * Positionen und Ziele der SP für die Wahlen 2007: Kapitel 10 in der Wahlplattform
      * 02.05.2006: Einheitskrankenkasse notwendiger denn je, Unterlagen der Medienkonferenz
      * September 2003: SP-Schwerpunkte in der Gesundheitspolitik. Grundlagenpapier der SP Fraktion
      * 01.04.2003: Krankenversicherungsg​esetz: Endlose untaugliche Revision! Unterlagen der Medienkonferenz
      * 26.02.2002: KVG – wie weiter? Unterlagen der Medienkonferenz
      * 09.10.2001: Massive Erhöhung der KVG-Prämien: Wie weiter mit der Gesundheitspolitik? Unterlagen der Medienkonferenz
      * 07.09.2001: Medikamentenpreise machen Kopfweh: 1 Milliarde Franken muss weg. Unterlagen der Medienkonferenz

      Ve​rnehmlassungsantworte​n

      * 03.09.2009: Ordonnance sur la protection contre le tabagisme passif
      * 28.05.2009: Projet de modifications de l’ordonnance du 12 avril 1995 sur la compensation des risques dans l’assurance-maladie (OCoR)
      * 08.05.2009: Änderung des Fortpflanzungsmedizin​gesetzes (Präimplantationsdiag​nostik)
      * 04.05.2009: Projets d’ordonnances sur les produits thérapeutiques, paquet III
      * 31.03.2009: Modifications de l’OAMal,de l’OPAS et du RAVS
      * 04.05.2008: Projets de modification de l’OAMal, de l’OCP et de l’OPAS
      * 10.04.2008: Programme national tabac 2008-2012
      * 10.01.2008: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB).
      * 10.01.2008: Nationales Programm Alkohol 2008-2012 (NPA).
      * 18.10.2007: Gegenvorschläge Nationalrat und Ständerat zur Volksinitiative “Für tiefere Krankenkassenprämien​”
      * 16.8.2007: Verordung des EDI über die technischen und grafischen Vorschriften des Versichertenkarte für die obligatorische Krankenpflegeversiche​rung
      * 28.3.2007: Projekt Strategie eHealth
      * 28.3.2007: Fragen zur nationalen Strategie eHealth
      * 14.3.2007: Revision des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
      * 31.1.2007: Aktionsplan Feinstaub: Änderung der Luftreinhalte-Verordn​ung (LRV)
      * 27.10.2006: Verordnung über die Krankenversicherung und Verordnung über die Versichertenkarte für die obligatorische Krankenversicherung
      * 14.03.2006: Änderungen KVG-Verordnung (KVV) vom 27. Juni 1995
      * 27.02.2006: Ausführungserlasse zum Transplantationsgeset​z
      * 06.10.2005: Bundesgesetz über die Krankenversicherung. Teilrevision. Verbesserung des Risikoausgleichs
      * 14.04.2005: Entwurf zur Änderung der Verordnung vom 3. Juli 2002 über die Einschränkung der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversiche​rung
      * 18.10.2004: Verordnung Krankenversicherung (KVV) und Verordnung Risikoausgleich (VORA)
      * 06.07.2004: Teilrevision in der Krankenversicherung: Vorlage Spitalfinanzierung und Vorlage
      * 26.04.2004: KVG Reformpaket 1
      * 22.4.2004: KVG-Revision
      * 14.10.2003: Heilmittelverordnungs​paket II
      * 12.05.2003: Krankenversicherung (KVV)
      * 08.05.2002: Teilrevision der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung
      * 24.10.2001: Verordnung über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler und Pflegeheime in der Krankenversicherung (VKL)
      * 29.03.2001: Verordnungen zum Heilmittelgesetz (Tranchen 1 und 2)
      * 07.09.2000: Entwurf zu den Teilrevisionen der Verordnung über die Krankenversicherung, der Verordnung über den Risikoausgleich in der Krankenversicherung und die Verordnung über die Beiträge des Bundes zur Prämienverbilligung in der Krankenversicherung
      * 27.04.2000: Verordnung über die Krankenversicherung und Krankenpflege-Leistun​gsverordnung Entwurf zu Änderungen im Arnzeimittelbereich

      Gerne möchte ich Ihre Gedankengänge nachvollziehen können…..

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    • Januar 3, 2011

      Liebe Frau Sägesser, auch ich wünsche Ihnen alles Gute für 2011. Hut ab vor der grossen Arbeit in Ihrem Beitrag. Ich gebe zu: Als nicht-SP-Mitglied (und auch nicht SP-Sympathisant) kenne ich die aufgezählten SP-Aktivitäten im Gesundheitswesen nicht im Detail. Die Liste sieht nach grosser Aktivität aus. Trägt sie zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen bei ? Oder eher zum Gegenteil ? Beispiel: Eben die von Frau B. Heim beklagte Streichung der Subventionierung von Brillengläsern. Dabei handelt es sich um eine Giesskannenleistung, die auch Millionären zu Gute kam. Ist das sinnvoll ? Fast alle können sich alle paar Jahre 2 Gläser leisten. Wenn nicht, gibt es gezielt andere Ustü-Möglichkeiten. Anderes Bsp.: Hörgeräte. Ein Paar kann bis zu 8000.- kosten (Sonova z.B.). Bis Ende 2009 zahlte die IV daran bis zu über 4000.- unabhängig von der materiellen Situation des “Hörbehinderten” (das kann ein kinderloses Doppelverdienerehepaa​r mit 2 Autos, Haus und Ferienwohnung im Engadin sein !). Diese Art Giesskannensozialleis​tungen, die Frau Heim in typischer SP-Art an Hand der Brillengläser wieder propagiert, muss beendet werden. Es tut mir leid, wenn ich hier der SP an den Karren fahren muss. Aber diese Partei fällt nicht durch Steuergeldsparsamkeit​ auf, eher durch Umverteilung und Kostenausweitung. Wer in unserem Gesundheitswesen sparen will, muss Apothekern, Aerzten, Analysenlabors, Spitälern und der Pharmaindustrie auf die Füsse stehen. Dieser Herkules als Bundesrat ist noch nicht geboren. So werden auch die Vorschläge von Herrn Chirurg Prêtre, von R. Steiner erwähnt, ungehört verhallen. Und dass das Volk nicht revoltiert wegen der Prämiensteigerungen, dafür sorgt die Prämienverbilligung. So wird der Druck mit Geld vermindert und es passiert wieder fast nichts – ein bewährtes Rezept in der Schweiz.

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    • Januar 3, 2011

      Danke für Ihre rasche Antwort Herr Stamm. Was das Zückerchen (Prämienverbilligung)​ und die überhöhten Preise von Hilfsmittel (IV bezahlt ja nur diese, die auf ihrer Liste sind z.B.) anbelangt bin ich mit Ihnen voll und ganz einig. Man braucht nicht für oder gegen eine Partei zu sein, denke ich. Doch sollte man sich schon informieren wen oder was man wählt. Schliesslich geht um die Sache: “Wie werden Probleme angegangen und gelöst”. Welche Person setzt sich für wen oder was ein und wie ist die Wirtschaft mit der Politik verbandelt (Interessenkonflikt vermeiden z.B.). Ich wähle seit Jahren Personen und keine Partei und sehe mir die Abstimmungen auch entsprechend differenziert an (auch von verschiedenen Seiten anschauend)/informier​e mich so gut ich kann. Ev. könnte so auch der Pharmaindustrie, den Spitälern – welche ja bereits heute kräftig sparen müssen – und anderen Einhalt geboten werden. (fand diesen Link betr. Gesundheitslobbyisten​: http://www.moneyhouse​.ch/wirtschaft/vips/d​er_gesundheitsfilz_we​r_gehort_dazu-623429.​htm). Ob die SP zur Erhöhung oder zur Senkung der Krankenkassenprämie beiträgt weiss ich nicht mit Sicherheit. Doch ist sie bloss einmal auf der Liste im Link der Lobbyisten vertreten, wenn ich richtig gezählt habe). Betr. der Hörgeräte zeigte sich die SP über die Preise geschockt. Den Vorstoss, den ich gefunden habe kam von der CVP http://www.parlament.​ch/d/suche/seiten/ges​chaefte.aspx?gesch_id​=20094171 . Betreffend dem “Giesskannenprinzip​”: Auch was, das man oft über die SP hört. Gemäss diesem Link wollte die SP 1999 (?) eine Erhöhung der Kinderzulage von 600.–/Monat (käme scheinbar auch ärmeren Familien zu Gute). Klar kann es nach “Giesskannenprinzip​” hier so aussehen. Wenn ich richtig gerechnet habe, würden die Familien jedoch von der FDP mehr kriegen, dachte diese doch an einen Steuerabzug pro Kind von 6’500 – 6’800.– (scheinbar würden ärmere Familien davon nicht profitieren, da sie von der Bundessteuer befreit sind. Diese könnten ja ev. durch den Sozialdienst, resp. Prämienverbilligung oder eine Hilfsorganisation unterstützt werden – Also auch eine Umverteilung?)….. http://www.beobachter​.ch/archiv/inhaltsver​zeichnisse/artikel/fa​milienpolitik-kommt-j​etzt-die-nationale-ki​nderrente/ . Oder lesen sie aus diesem Link was anderes draus? Manchmal denke ich, die Ärzte, Spitäler, Pharmaindustrie, Krankenkassen etc. (alle, welche im Gesundheitswesen zu tun haben) sollten pro gesunden Mensch bezahlt werden….. Doch das würde das Gesundheitswesen unter Umständen komplett auf den Kopf stellen. Könnte jedoch durchaus positive Effekte wie z.B. keine, resp. weniger Nebenwirkungen von Medis, Spitalaufenthalte bloss so lange wie nötig haben. Doch könnten auch mehr Menschen gesund gesprochen werden, obwohl sie noch nicht geheilt sind….. Dem müsste entsprechend von Anfang an Einhalt geboten werden. Bin gespannt, was Sie zu meinen Lösungsvorschlägen meinen.

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    • Januar 4, 2011

      Liebe Frau Sägesser, interessante links in Ihrem Text ! U. Schwaller, CVP, hat 2009 tatsächlich den BR angefragt wegen der übersetzten MiGel-Preise (ein jahrelanges Thema, BR Couchepin ist dem ausgewichen, d.h. hat nichts gemacht). Bedenklich ist einmal mehr der SP-Vorschlag einer Kinderrente: Jede Fam. erhält/Jahr 10’000.- Kinderrente, die zu versteuern wären. Einmal mehr handelt es sich um eine Giesskanne: Selbst Brady Dougan von der CS würde diesen Betrag erhalten wenn er ein Kind hat (hat er ? Ich weiss es nicht). Sehr gut ist die Art wie Sie Politiker wählen: Nach Leistung und nicht nach Parteibuch. Soviel Mühe wollen und können sich aber viele Mitmenschen nicht machen; das kann man verstehen. Ihre Kostensparvorschläge für das Gesundheitswesen stellen, wie Sie richtig sagen, dieses komplett auf den Kopf. Ob das bei den langsamen Schweizer Mühlen funktioniert ? Die Bundespolitik ist ja nicht einmal imstande, nach fast 10 Jahren das Aerztetarifwerk Tarmed zu revidieren ! So kommt es (nur 1 Beispiel), dass ein Augenarzt für eine 10-minütige ambulante Routinaoperation (Katarakt) 2300.- verrechnen darf (Vor- und Nachuntersuchungen zusätzlich verrechnet). Vor fast 20 Jahren, als die Tarmedgespräche (es hiess damals GRAT=Generalrevision Aerztetarife) begannen, wurde diese OP im Spital stationär gemacht. Das Beispiel zeigt: Wenn bei uns etwas behördlich beschlossen ist, kann es kaum mehr geändert werden. Und wenn doch gibt es ja noch das Lobbying. Wie soll es da zu grossen Veränderungen kommen (“komplett auf den Kopf stellen”, wie Sie sagen) ? BR D. Burkhalter ist nicht zu beneiden. Drücken wir ihm die Daumen.

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    • Januar 5, 2011

      Danke für Ihre Antwort Herr Stamm. Ja, derr BR Burkhalter ist nicht zu beneiden. Wünschen wir ihm, wie den anderen auch im Leben viel Kraft, Mut, Gesundheit und Erfolg auf dem richtigen Weg. Veränderungen scheinen wirklich schwierig zu sein aufgrund verschiedener Faktoren. Ev. braucht es mal wirklich mal einen entsprechenden Wechsel im Parlament. Wie auch immer, die nächsten Wahlen werden zeigen wieviele wählen gehen und wer gewählt wird…. Dank Ihnen lernte ich auch über GRAT :-)! Kann mich jedoch noch ein bisschen an die Gespräche rund um TARMED erinnern…… Die Fragen, die ich mir stelle betr. der Unterstützung ist, der Aufwand, wer wieviel entlastet wird und wieviel am Ende in der “Kasse” bleibt. Schliesslich sollte ja mit den Steuereinnahmen sparsam und effizient umgegangen werden. Doch es bringt nichts, wenn man Menschen in andere “Kassen” abschiebt oder gar total ausschliesst, denn da sind sie gleichwohl, auch wenn die Statistik diese nicht mehr verzeichnet. Hoffen wir auf das Beste für die Schweiz und Bevölkerung!

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  • Januar 3, 2011

    * Massive Widersprüche – klar ist nur wer die Kosten bezahlt *

    Die Wirtschaft wächst dank hohen Gesundheitskosten, schrieb Tagesanzeiger/Newsnet​z am 13.12.2010. Die steigenden Gesundheitskosten sind eine Folge der Einwanderung und kosten viel Geld. Wenn es um die Bezahlung der Kosten geht, findet die Regierung regelmässig einen Weg.

    Wie sich die neuen Kosten zusammensetzen, weiss niemand so genau. Da stellt sich die Frage: Ist das Parlament in der Lage die Kostentransparenz zu fordern und die Zahlen zu kontrollieren? Wer immer wieder die neuen Kosten bezahlen muss ist klar. Die Bevölkerung!

    Thoma​s Held, Avenir Suisse, nannte die Auswirkungen der Einwanderung «Luxusprobleme». Politologe Hermann erzählt, die Wahrnehmung hänge im Wesentlichen von den «eigenen Werten und Befindlichkeiten» ab. Bundesrat und Innenminister Burkhalter sprach im Interview von «Akademikerimport».

    Verschiedene Politiker sagten im Jahre 2009, die Wirtschaft übernehme die Verantwortung für die Einwanderung. Herr Walter Kielholz ist zurzeit unterwegs mit neuen Forderungen bezüglich der Einbürgerung (Tagesanzeiger/Newsne​tz vom 2.01.2011). Nun empfehle ich ihnen mit Herrn Kielholz zu sprechen. Er möge sich doch einsetzen, damit die Wirtschaft die Hälfte der Einwanderungs-Kosten übernimmt und einen Fonds äufnen. Die Summe des Fonds soll 20 Milliarden CHF betragen. Dies genügt um die Hälfte der aufgelaufenen Kosten bis Ende Dezember 2010 zu entschädigen.

    Mit dem Geld dieses Fonds wird es möglich sein, den jungen und älteren Persönlichkeiten in unserem Lande rechtzeitig die Brillen zu finanzieren und die früher als wichtig gepriesenen Entschädigungen der Krankenkassen in einem Jahr wieder einzuführen.

    Mit ihrer Partei SP sollten Sie ebenfalls sprechen. Jammern über die Einwanderungskosten (steigende Gesundheitskosten) ist keine Lösung. Die Kostenabwälzung auf die Bürger sollten sie als Volksvertreterin, Parlamentarierin und Fraktionsmitglied an der Ursache stoppen. Dies wäre sehr wohl eine sinnvolle Aktivität!

    Die Zusammenhänge sind offensichtlich, sofern Frau Parlamentarierin und Herr Parlamentarier sie erkennen wollen. Ausführliche Informationen über die Kostenabwälzung und die Forderungen für das Gesundheitswesen finden Sie in meinem Buch «Das Einwanderungsland Schweiz». Die Veröffentlichung erfolgt in den nächsten zwei Wochen.

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  • Januar 3, 2011

    “immer mehr aus dem eigenen Sack berappen” Wir müssen die Kosten sowieso bezahlen entweder als Steuern oder als Krankenkassengeld. Der Unterschied ist nur die Bemessungsgrundlage. Die SP möchte alles gratis abgeben und alles mit Steuern finanzieren. Das nennt man Planwirtschaft und die folgen sind bekannt.

    Der Prämienanstieg hat mit einem moralischen Problem zu tun: Der grösste Teil der KK-Kosten entstehen im letzten Lebensjahr. Aus ethischen Gründen können wir aber nicht Patienten diese teuren, innovativen Medikamente und Operationen vorenthalten. Zudem wissen wir nicht im voraus, ob es für den Pateinten wirklich das letzte Lebensjahr ist. Fazit: die Kosten werden steigen, solange nicht rationiert wird.

    Ich bin daher mit trotz steigenden Prämien mit dem heutigen System zufrieden.

    Zyniker​ könnten zudem fordern teure Operationen und Medikamente durch die günstigeren homeopatischen Präparate zu ersetzen. Da sterben die Patienten zwar früher, aber dafür glücklicher.

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  • Januar 5, 2011

    Freut mich Frau Bea Heim, dass nun auch die SP endlich, endlich gemerkt hat wie wir dank Frau Dreifuss und Herr Piller unverschämt abgezockt werden!

    Ich habe dazumal bei der Abstimmung gewusst, dass dieses KK-Gesetz unendliche Abzocke bedeutet und habe NEIN gestimmt, leider ist das Volk dem Bundesrat auf den Leim gekrochen!

    Das KK-Gesetz gehört weg und es muss ein neuer Ansatz gefunden werden um die Gesundheitspolitik wieder auf eine neue Basis zu stellt. Als erstes gehört das Obligatorium abgeschafft! So wie es heute ist kann nur weitergewurstelt werden, weil niemand Interesse hat diese Situation die den einten riesen Profite einbringt zu ändern!

    Wir werden bald mehr KK-Prämien zu bezahlen haben als ein Familienvater verdienen kann, aber das interessiert in Bundesbern niemand, solange sie von der Gesundheitsindustrie gut geschmiert werden.

    Aber da niemand ernsthaft interesse hat dies zum besseren zu Ändern, werden wir weiter fröhlich abgezockt! Politiker haben kein Gewissen und streuen uns nur Sand in die Augen!

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    • Januar 5, 2011

      Hm Herr Grimm, wenn man die Positionen und das Versuchte der SP anschaut sieht man, dass diese Partei doch nicht ganz untätig war und die Probleme durchaus erkannt hat. (Link dazu habe ich auch schon weiter unten gepostet). Betr. dem Obligatorium: Die Versicherungen sind gewinnorientiert. Risikomenschen, wird heute bereits die Zusatzversicherung verwehrt. Wie soll es denn ohne Obligatorium aussehen, wenn eine genetisch bedingte und behandlungsnotwendige​ Krankheit weiter vererbt wird? Soll denn der Sozialdienst, die EL oder gar die IV dann diese bezahlen wenn das Vermögen aufgebraucht ist? (Amerikanisches Gesundheitssystem – der Film “SICKO” von Michael Moore grüsst mich da jedesmal)…. Doch so wie Sie schreiben, sehen Sie dies ja anders und haben sogar eigene Lösungsvorschläge….​. wäre interessiert an diesen.

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    • Januar 7, 2011

      “Als erstes gehört das Obligatorium abgeschafft!” Das Fundament des aktuellen System ist Solidarität. Denken Sie nicht, dass dies ein schützenswertes Gut ist? Wollen Sie kranke Menschen ohne Geld nicht unterstützen?

      Herr​ Roland Steiner hat hervorragende Vorschläge verfasst, um die KK Prämien zu senken. Wenn die Kosten im Rahmen sind, ist unser System einfach Klasse.

      Ergänzung zu Kostensenkungen: KK-Prämie Malus auf Missbrauch (Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung, Drogen usw.). Hier hört meine Solidarität auf.

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    • Januar 7, 2011

      @David Mayer. Besten Dank für Ihren Beitrag. Denke auch, dass unser System gut ist und Roland Steiner gute Vorschläge verfasst hat. Doch hm, Übergewicht kann auch die Ursache von einer Krankheit sein wie z.B. Schilddrüsenunterfunk​tion, welche nicht immer früh erkannt wird. Denke, dann kann der Mensch nichts dafür, dass er mehr Körpergewicht mit sich tragen darf. Ab wann wäre für Sie mangelnde Bewegung ein Grund für ein Malus? Nicht alle können nach Feierabend in einem Bürojob noch ins Fitnesscenter….. Treppen laufen statt Lift? Ab und zu stehen zum telefonieren z.B.? Wie sieht die mangelnde Bewegung für gehbehinderte, oder Menschen im Rollstuhl aus? Müssen kleinwüchsige – die Anstrengung für eine Stufe ist nicht gleich und sie brauchen oftmals zwei Schritte, wenn andere einen nehmen – gleich viele Treppen steigen oder die gleiche Strecke laufen wie normal grosse? Dies sind bloss ein paar Beispiele und Input zum Malussystem. Denke, damit dies gerecht ist, resp. wird, muss jeder Fall angeschaut werden (Mehrkosten?) oder aber entsprechend formuliert werden, was auch nicht zwingend einfach ist….

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    • Januar 9, 2011

      So viel zu Solidarität; um die KK-Prämien bezahlen zu können hab ich selbstbehalt von 2500.- Dafür kann ich mir einen Arztbesuch nicht mehr leisten. Seit 1996 geh ich nicht mehr zum Arzt wenn ich krank bin. Ich bezahl und wenn ich mal richtig Krank bin kann ich verecken, so viel zu ihrer Solidarität!

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    • Januar 9, 2011

      @Herr Grimm. Sie sind nicht der Einzige, der unter den Krankenkassenprämien leidet. Es gibt viele, welche diese nicht mehr bezahlen können. Ich verstehe sicher auch Ihre Gedanken und Missmut diesbezüglich. Doch ändern können wir Bürger bloss während Wahlen und Abstimmungen etwas. Werden wir hinters Licht geführt, so wählen wir nächstes Mal andere…… P.S.: Weiter unten habe ich einen Link betr. dem Gesundheitsfilz gepostet ;-). Zuerst zum Hausarzt gehen anstelle von Spital ist sicherlich auch ein guter Ansatz. Doch in vielen Ländern kennen sie keinen Hausarzt. Also gehen Immigranten zuerst ins Spital. Folglich sollten diese entsprechend darüber informiert werden ;-). Wie sollten sie denn an die Infos kommen, wenn niemand informiert (z.B.). Sicher gibt es auch weitere Lösungsvorschläge – einige wurden auch schon gepostet. P.S.: Was ich in den letzten Jahren leider immer mehr feststelle ist, dass jeder vermehrt ein Einzelkämpfer wurde. Schade, denn ein Land ist stark, wenn die Bevölkerung zusammenhält und nicht gespalten ist/wird. Dazu gehören auch die entsprechenden Vorbilder in der Politik, welche mit gutem Beispiel (auch bei Sparpolitik z.B. den eigenen Gürtel enger schnallen) vorangehen und für die Bürger arbeiten.

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    • Februar 25, 2011

      Toll, man ist Stolz auf eine Krankenkasse die die Arbeitnehmer mit ihren Prämien ins Elend stosst und nennt dies Solitarität!

      was macht uns heute Krank? in erster Linie die Krankenkassenprämien wenn sie nicht mehr bezahlbar sind! Intressiert aber niemand! da heute der Arbeitnehmer, in den Augen unsrer Politiker, sowieso zuviel Geld hat muss dies Abgeschöpft werden um Armut zu erzeugen. Dies ist heute gewollt und wird mit Absicht durchgezogen!

      der Wille in Politik und Wirtschaft ist nicht vorhanden, uns gute und bezahlbare Gesundheitsvorsorge anzubieten. Vielleicht muss hier auch mal Libyen stattfinden? Muss es soweit kommen bis man in den herrschenden Kreisen begreift?

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    • Februar 26, 2011

      Die Kostenübernahme der Brille ist wohl das kleinere Übel ;-). Siehe auch Bundesgerichtsentsche​id betr. Morbus Pompe. Da wird seitens der Krankenkasse eine generelle Kostenübernahme der Behandlung dieser seltenen Krankheit (ca. 500’000.–/Jahr) für Erwachsene nicht mehr übernommen. Die Pharmaindustrie schert sich nicht sehr viel darum (Therapien zu erforschen und entwickeln für seltene Krankheiten – es gibt deren viele und es werden immer mehr entdeckt, bloss die Anzahl der Betroffenen/Patienten​ ist klein) für faire Preise….. und die Politik macht noch wenig…. – siehe dazu meinen Beitrag oben….

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  • Januar 27, 2011

    Und die älteren Menschen?
    Auch für die älteren Leute ist der Brillenentscheid problematisch und löst weitere Kosten aus. Die Zahl älterer Menschen mit nur kleinen Renten ist nicht zu unterschätzen. Das zeigt der wachsende Aufwand bei den Ergänzungsleistungen.​ Schon heute könnten viele Leute mit kleinen Renten sich keine bessere Brille leisten ohne die Unterstützung der Pro Senectute. Wenn nun gar………. Ich zitiere hier ein anderes Schreiben von Ihnne “Unser Parlament arbeitet nicht für die Mehrheit der Bevölkerung, sondern für die Mehrheit des Kapitals.”
    Vielen herzlichen Dank für diesen klaren Satz, danke auch für ihren Kommentar, dem ich nur zustimmen kann.

    Das sind zwei totale Gegensätze. Einerseits spielen Sie hier die Samariterin, andernseits geht es Ihnen hier wieder ums Geld?
    Freundliche Grüsse ich lass mir das gerne von Ihnen mal erklären

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  • Februar 26, 2011

    Die Kostenübernahme von Brillen ist wohl eher das kleinere Problem….

    Internationaler Tag der seltenen Krankheiten (Kursaal Bern, 19.02.2011)

    ProRar​is organisierte im Rahmen des jährlich stattfindenden internationalen Tages der seltenen Erkrankungen am 19. Februar 2011 im Kursaal Bern einen ersten gesamtschweizerischen​ Informationsanlass über seltene Krankheiten. Sie wollen die seltenen Krankheiten auf nationaler Ebene bekannt machen und die Tätigkeiten der verschiedenen Patientenorganisation​en vorstellen.

    Die Begrüssung erfolgte durch die Präsidentin Esther Neiditsch Prigioni. Dieses Forum soll Gehör verschaffen, zu einer besseren Kostenübernahme verhelfen und die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich ziehen. Das Fernsehen war mit dabei.

    Seltene Krankheiten (häufig Stoffwechselkrankheit​en) sind nicht einfach zu diagnostizieren und häufig dauert es mehrere Jahre bis diese erkannt werden. Auch die Spezialisten verpassen mal trotz der Arbeit vor und nach der Sprechstunde inkl. Unterstützung der Sekretärin und Guidelines eine Diagnose. Zudem ist die Vernetzung ist noch nicht optimal. Eine (inter)nationale ist erstrebenswert. Doch nicht alle setzen sich dafür ein. Tests sind nicht immer verfügbar, teuer, Kosten werden nicht übernommen, es fehlt die Qualitätskontrolle. Deshalb sich auch selber die Infos z.B. im Internet suchen, sich vernetzen, Infos anbieten (Veranstaltungen, Broschüren). O.K., dies ist je nach Arzt nicht gern gesehen….. Ich erfuhr auch, dass Woche für Woche 5 neue Pathologien entdeckt werden und es in der Schweiz ca. 500’000 Patienten gibt. In Europa gibt es ca. 30 Millionen betroffene Menschen (6 – 8 %). Folglich eine Herausforderung der öffentlichen Gesundheit (comprendre un enjeu de santé publique). Orphanet (Gebert Rüf Stiftung) hilft bei der Forschung und Entwicklung http://www.orpha.net/​consor/cgi-bin/index.​php?lng=DE. Orphanet unter anderem mit, dass in der Forschung der Nutzen dieser Forschung und Entwicklung für seltene Krankheiten auch für andere Krankheiten erkannt wurde und teilte mit, dass 2009 5 aus 58 Projekten und 2010 5 aus 48 Projekten realisiert werden konnten. Jedoch hat die Schweiz noch grossen Nachholbedarf, es fehlt an Strategie, Geld und Netzwerk. Nicht nur, was die Forschung, Entwicklung und die Diagnosen anbelangt. Sondern auch, was die Integration anbelangt. So teilte ein Betroffener mit, dass er nicht Spitzensport betreiben konnte, da er eine seltene Krankheit hat. Daneben gibt es auch Kämpfe um die Übernahme der Kosten. Behandlungen müssen jährlich von den Krankenkassen bewilligt werden (Kosten – Nutzen) und aufgrund eines Bundesgerichtsurteils​http://jumpcgi.bger.c​h/cgi-bin/JumpCGI?id=​23.11.2010_9C_334/201​0 http://www.nzz.ch/nac​hrichten/politik/schw​eiz/was_darf_ein_jahr​_leben_kosten_1.88374​17.html übernehmen die Krankenkasse für diese Krankheit (Morbus Pompe) die Kosten nicht mehr. Folglich könnte dies einem Todesurteil für Betroffene gleich kommen, was von einer Frau aus den Niederlanden entsprechend (Todesstrafe) kommentiert wurde. Die Frage wegen den hohen Preisen kam ziemlich am Anfang und es gab nur eine Lösung. Die Preise müssen reguliert werden, denn die Pharmakonzerne wollen bloss verdienen. Ein schöner Vergleich brachte ein Vater. Er verglich die Situation mit einem Fussball-Match. In einem Team sind die Patienten und Eltern, im anderen Team die Pharmakonzerne. Als Zuschauer gibt es einige interessierte Ärzte und einige interessierte Forscher. Die Politiker glänzen mit Abwesenheit. Glücklicherweise war dem nicht ganz so am heutigen Anlass. Ruth Humbel, CVP war unter anderem dabei und war positiv überrascht über die Selbstverantwortung, welche wahrgenommen wird und erzählte über das eingereichte Postulat (die nationale Strategie zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Menschen mit seltenen Krankheiten http://www.parlament.​ch/d/suche/seiten/ges​chaefte.aspx?gesch_id​=20104055 (auf die Antwort wird noch gewartet). Sie ist nicht dafür – wie sie sagte -, dass die Kostenübernahme von Medikamenten/Therapie​n je nach Region und Krankenkasse unterschiedlich sind.

    Doch auch mehr Positives wurde berichtet. So stellten sich Miss Handicap und Dauphine Miss Handicap vor. Erzählten aus ihrem Leben, aus ihren Möglichkeiten auch im Sport und luden ein den “The Rolling Thunders “(E-Hockey) zuzusehen und an der nächsten Miss-Wahl teilzunehmen. http://www.misshandic​ap.ch/mh/?CFID=358780​5&CFTOKEN=72025929##

    Tja, obwohl schon einiges von verschiedenen Seiten getan wurde es gibt viel zu tun für die Patientenorganisation​en (Infos und Wissenstransfer, Kostenübernahmeproble​me, Vernetzung, manchmal auch “kämpfen” um die richtige Diagnose und Therapie zu erhalten.

    Tja, es gibt einiges zu tun und dies teilweise seit Jahren! Also bleiben wir dran, denn Patienten in Behandlung können mehr für die Wirtschaft tun und die Sozialversicherungen entlasten ;-)…..

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