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Staatlich subventioniertes Nichtstun

Karl Mar­x’ Freund Paul La­fargue ver­kün­dete einst ein Grund­recht auf Faul­heit; hat­ten Marx sel­ber und die Kom­mu­nis­ten der Nach­kriegs­zeit noch «­Ar­beit für al­le» pro­pa­giert, so lau­tet jetzt die De­vise «­Geld für al­le». Eine neue so­zi­al­ro­man­ti­sc​he Uto­pie aus einem ein­fach ge­strick­ten Welt­bild ist auf dem Ide­en­markt: Ein Leben auf Kos­ten der All­ge­mein­heit soll in der Schweiz zum Nor­mal­fall er­ko­ren werden.

Die Initianten beglücken uns mit einer neuen Umverteilungsidee und stellen uns mit einer neuen Volksinitiative paradiesische Zustände in Aussicht: «Das bedingungslose Grundeinkommen soll der ganzen Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen.» Offenbar frönen wir bisher in einem unwürdigen Zustand ohne soziale Kontakte…

Im Reich der Freiheit

Freiräume sollen entstehen für mehr Flexibilität, lässt uns das Komitee via Homepage wissen. Die Wohltäter erwarten, dass dann die vom Erwerbsdruck befreite Gesellschaft erst recht aktiv werde, so in den Lebensbereichen Kunst, Kultur, der gegenseitigen Fürsorge oder im Umweltschutz. Kurz, damit sich die

Ideenreichen verwirklichen können: «Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts ist die Kreativität», gibt uns eine Psychologin und Professorin der Hochschule für Künste als Befürworterin zu bedenken. So dürfen wir nun im Bewusstsein leben, dass wir in einer menschenunwürdigen Existenz dahinvegetieren und aus dieser Sklaverei nur gerettet werden können durch die bedingungslose Alimentierung von Vater Staat. Aber wird das die Stimmung auf dem Golfplatz und im Pflegeheim heben? Die leeren Stühle in der Oper oder der Kirche füllen? Oder doch schon eher die CO2-intensive Reisebranche ankurbeln. Ansprüche hineingewachsen.

Währ​end die Fürsorge mit Bedarfsprüfung wohl überflüssig wird, blieben sämtliche anderen sozialen Ausgaben bestehen. Natürlich, warum sollten auch bei Kranken, Behinderten, Menschen im Altersheim oder schwierigen Schülern Einsparungen erfolgen; die Stammkundschaft soll dem pädagogisch- juristisch-sozialen-w​issenschaftlichen und verwaltenden Komplex schliesslich erhalten bleiben. Keinen Hehl machen die Initianten, dass sie sich mit ihrem Konzept vorab an den Niedriglohnempfängern​ orientieren. Für diese dürfte die Zahlung eines höheren oder gleich hohen Grundeinkommens Grund genug sein, sich vom Arbeitsmarkt zu verabschieden, womit denn auch diese Sozialversicherungsbe​iträge wegbrechen dürften. Gut möglich, dass das zurückgehende Angebot an Arbeitern für die weiterhin Beschäftigten höhere Löhne nach sich ziehen würde, wodurch sich deren Attraktivität im Gegensatz zu heute steigern könnte. Wir verfügen in der Schweiz bereits über ein verfassungsrechtlich garantiertes Grundeinkommen. Es ist zu Recht nicht bedingungslos. Wer Geld vom Staat will, hat sein Anliegen zu belegen und zu begründen, so wie umgekehrt der Staat mittlerweile auch vom Steuerzahler Rechtfertigungen verlangt. Wie sich eine millionenfache leistungslose Alimentierung auf die Gesellschaft und das soziale Leben auswirkt, steht in den Sternen. Mit Sozialhilfe ist jedenfalls noch keiner zu mehr Innovation, Ausdauer, Moral, Kreativität und Fleiss motiviert worden. Arbeitslose und Fürsorgeempfänger sehen sich zu Bewerbungsschreiben gedrängt, ansonsten der Geldhahn zugedreht wird. Eine Lebensrente ohne Bedingungen widerspricht diesem Geist. Wer soll diesen zu verteilenden Kuchen erwirtschaften, wenn sich die neue subventionierte Arbeitsdemotivation auf die Volkswirtschaft niederschlägt und die Wertschöpfungsmaschin​erie schweizerischer Prägung ins Stocken gerät?

Schweizer Wohlfahrtinsel

So dürfte sich auch der Zuwanderungsdruck verstärken, da der bedingungslose Geldsegen jedermann, der sich rechtmässig im Land befindet, treffen soll. Keine guten Aussichten für einen Staat, der schon mit falschen Asylbewerbern, Inländervorrang und Einwanderungskontinge​nten völlig überfordert ist. Die halbe Welt könnte sich die Augen reiben und überlegen, wie sie in die Schweiz gelangen und die monatlichen 2500 Fr. abzugreifen vermögen. Wie üblich bei linken Ideen sind Steuererhöhungen in Aussicht gestellt, hierbei untypischerweise durch Umsatzsteuern. Der Staat soll also mit der einen Hand beim unausweichlichen Konsum nehmen, um es dem Bürger nach einer Runde in der Bürokratie mit der anderen wieder zu geben. Jedenfalls bliebe eine gewaltige Finanzierungslücke, die Steuererhöhungen und eine weitere Ausdehnung der Verschuldungsapparate​ notwendig machen würde. Griechische Verhältnisse würden uns bevorstehen. Aber uns wird die EU für dieses Menschenexperiment sicher nicht mit dem Rettungsschirm zu Hilfe eilen!

Menschenrecht auf Konsum?

Die Initianten graben hiermit eine oftmals vorgetragene, aber nie verwirklichte Leiche aus dem 16. Jahrhundert aus: Damals von Thomas Morus als literarisch propagierte «Utopia», später von den Protagonisten der Aufklärungszeit weitergesponnene Idee der Menschenrechte in damals herrschenden Diktaturen, nachmals als Minimalabsicherung in Zeiten, als die Fabrikschlote noch rauchten, keine Arbeiterschutzbestimm​ungen griffen und noch auf Kinderarbeit gesetzt wurde. Die Höhe des Versorgungsbetrages orientiert sich an den Bedürfnissen der Gesellschaftsmitglied​er, nicht an der Produktion, seine Motivation entspringt dem Recht auf Konsum. Ein Recht auf eine Erwerbschance dagegen kennt dieses Konzept nicht. Massstab für unsere Gesellschaft soll nicht mehr Arbeit, sondern Geldsegen von Staates wegen sein. Die Motive dazu werden philosophisch kostümiert, die Metapher hierfür ist Schlaraffenland. Wer möchte dann die Wohltäter noch loswerden, selbst wenn wir an den Wohltaten zugrunde zu gehen drohen? Wer steht schon auf und wehrt sich dagegen, dass er in Watte gepackt, gehätschelt und gefüttert wird? Und wenn das Hätscheln und Füttern einmal aufhört, sind wir dann nicht schon zu verweichlicht, um noch aufzustehen? Die verführerische Propaganda der Sozialisten, sich mit dem Geld der Allgemeinheit grosszügig zu zeigen, wird hiermit auf die Spitze getrieben. Rundherum kämpfen Länder mit Arbeitslosenzahlen im zweistelligen Prozentbereich und wir überlegen uns, das Nichtstun staatlich zu fördern, was schon fast altrömische Züge der Dekadenz annimmt. Ist Wohlstand schon so selbstverständlich, dass wir ihn als geschenkten Normalfall erwarten?

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Comments to: Staatlich subventioniertes Nichtstun
  • April 17, 2016

    Werte Frau Regula Steinmann,

    Würden Sie die Entstehung, Funktion und Auswirkung des Geldsystems verstehen, hätten Sie längst erkannt, dass die kreierten Sozialsysteme die Wirtschaft begünstigt! Verstehen sie den aus nicht getilgten Schulden bestehende Geldfluss? Woher stammen die Mittel für die Steuern und Abgaben, oder wie werden die Gewinne geldtechnisch ermöglicht? Grundlage zu der korrekten Beantwortung: der frei verfügbare Tauschwert Arbeit/Leistung fliesst bei Produkte/Leistungs-Na​chfrage wieder auf das Lohnkonto zurück! Der Tauschhandel besteht mit der Zirkulation aus nicht getilgten Schulden (Geld)!

    Der Binnenmarkt gilt es zu festigen! Die Automatisation (künstliche Intelligenz) wird den Arbeitsmarkt dramatisch verändern!
    Marx = Arbeit schafft Freiheit widerspiegelt sich immer noch in den geltenden “Demütigungssystemen”​ (unnötige Arbeitsplätze)!
    Dies​e Aussage war zu seiner Zeit wohl richtig? Zusammen mit der Schuldenwirtschaft, welche nur privilegierten Ländern vorenthalten ist, konnte der Wohlstand geschaffen werden!

    Das BGE ist bei richtiger Umsetzung ein Nullsummenspiel! Also müssen die Mehrzahl der Erwerbstätigen wegen dem BGE keine Einbusse erleiden! Die künstliche Intelligenz wird die Wertschöpfung neu ordnen (zu hohe Zuordnung der Wertschöpfung nach unten korrigieren = Erhöhung der Sozialanteile = Kaufkraftumverteilung​)!

    Konservatives Denken kann Veränderungen wohl nicht richtig einordnen (Uniformiertes Denken)? Kopieren ist einfach, neugierig und plausibilisieren braucht mehr Zeit! Ich würde mir wünschen, dass Sie sich die Zeit nehmen und sich mit den Meinungen der Zukunftsforschern und Informatiker auseinandersetzen

    ​Wenn die Grundlagen nicht stimmen, kann das Gesagte nicht das Gemeinte sein!

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  • April 18, 2016

    Das BGE ist eine versuchte Antwort auf die Auswirkungen des hemmungslos gierigen Finanzsektors auf die Gesellschaft.
    Es würde vermutlich nicht funktionieren. Aber die Gegner sollten sich doch Gedanken machen, wie das zur Verfügung stehende Einkommen gerechter verteilt werden kann, als das jetzt geschieht.
    Unsere Gesellschaft akzeptiert hohe Einkommen aufgrund hoher Eigenleistung, aber nicht nach dem Giesskannenprinzip. Daher ist das BGE abzulehnen. So wie es jetzt läuft, ist es aber genauso falsch, denn hohe Einkommen werden vorwiegend nicht durch eigene Leistung, sondern durch Privilegien erworben: Wahl reicher Eltern, glückliche Finanzspekulationen, das, was beschönigend Steueroptimierung genannt wird, usw. Der Spruch, wer arbeitet, hat keine Zeit zum Geld verdienen, kommt nicht von ungefähr.
    Ich möchte eine Gesellschaft, in dem jeder, der will, egal woher er kommt und was er hat, es durch eigene Arbeit auf einen grünen Zweig bringen kann.

    Ankurbelung der Wirtschaft mit der Politik billigen Geldes ist keine Lösung, denn das wird gebetsmühlenartig seit Jahrzehnten von den Wirtschaftsexperten gepredigt und vom Staat praktiziert, ohne das sich irgendwas für die Leute mit niedrigen Einkommen dadurch verbessert hätte.
    Steuersenkung​en funktionieren auch nicht, denn wer wenig Einkommen hat, dem kann man mit Steuerrabatten auf nichts auch nicht helfen.

    Einwanderu​ngsbeschränkung? Als Lösung für alle Probleme: Nein. Ein Land, das vom Export und vom Tourismus lebt, kann sich nicht völlig abschliessen.
    Auswäh​len, wer kommt, hingegen schon.

    Meine Vorschläge:

    Mindes​tlöhne, die bei Vollzeitpensum ein menschenwürdiges Leben ermöglichen

    Keine Steuerprivilegien für leistungslose Einkommen. Kapitalgewinne, Dividenden und dergleichen sind voll als Einkommen zu versteuern. Das Argument, das habe die Firma schon getan, deren Mitbesitzer man mit der dividendenbringenden Aktie ja sei, ist unlogisch. Denn das Geld, das ein Unternehmen einnimmt, wurde von denen, die es ausgeben, ja auch schon versteuert. Auf jedes Brötchen und jede Schraube, die ich mit meinem versteuerten Einkommen kaufe, kommt Mehrwertsteuer – warum dann nicht auf Kapitalgewinne und Finanztransaktionen?

    Schluss mit der verfassungwidrigen Pauschalbesteuerung reicher Ausländer

    Um den Lohndruck auf wenig qualifizierte Berufe zu mindern, müssen die Meiten sinken, also Immobilien als Finanzanlage uninteressant werden, so dass jeder, der will und sich anstrengt, zu Wohneigentum kommen kann. Der Mieter soll Unterhalt und Amortisation der genutzten Wohnung finanzieren, aber nicht überhöhte Kapitalrenditen von Spekulanten.
    Das bedeutet: nicht selbst genutzte Immobilien so besteuern, dass sie als Anlageobjekt uninteressant werden. Das würde als willkommene Nebenwirkung auch die Pendlerwege verkürzen und so den Nahverkehr entlasten.

    Mehr Steuern? Unterm Strich für die meisten nicht, denn es würden vor allem die belastet, die haben, und nicht die, welche für ihr Einkommen selber arbeiten müssen. Dem Steuerargument ist auch entgegenzuhalten, dass der Staat Riesenbeträge in die Stützung des Finanzsektors gepumpt hat. Da darf dann ja auch einiges zurückkommen.

    Sozi​al? Ja. Sozialistisch? Nein.

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  • April 19, 2016

    Liebe Frau Steinemann, mal davon abgesehen, dass das ganze eine Schnapsidee unserer Linken sein mag, auch wenn die es wohl eher kreative Lösungsfindung nennen dürften, ein paar Fakten schleckt nichts desto trotz, keine Geiss weg!

    Die Politik hat der Wirtschaft und den Grossbanken lange genug gehöbbelet, so langsam wäre es wirklich an der Zeit mal wieder was für das gemeine Volk zu tun….

    Nein, ich meine nicht noch mehr Kinderkrippen mit überbewerteten Sozialpädagogen und Propaganda für Karrierefrauen. Sondern allen Schweizer Müttern wieder die Grundlage zu schaffen, überhaupt eine Wahl zu haben!
    Das Gro der Gesellschaft bildet ja nicht die karrieregeile Hochschulabsolventin mit Kinderwunsch und auch nicht der zugelaufene Sozialfall mit religiösem Sonderstatus, sondern die KV Angestellte und ihre Familie, die sich mit einem Gehalt die Miete nicht mehr leisten kann geschweige denn je ein Eigenheim.

    Gegenvo​rschläge wären auch von Seiten der SVP begrüssenswert! Die Ideen der anderen nur niedermachen, ist einfach, mir zu einfach, Frau Steinemann! 😉 Hier hätten die SVP DIE GELEGENHEIT ALLEN zu zeigen, dass man nicht nur gegen Überfremdung und die EU kämpft, sondern tatsächlich MIT UND FÜR den Schweizer Bürger und Büezer…. 🙂

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    • Juli 19, 2021

      Jäh, Frau Stutz, weder rauf noch runter mit dem Daumen. So ziemlich jede Schnappsidee wie AHV, IV ist auf dem Mist der Linken gewachsen.
      Ich finde, dass zu jeder industriellen Revolution eben auch eine gesellschaftliche Revolution gehört, das BGE ist so ein Ansatz der bei genauerer Betrachtung umsetzbar ist.
      Auf ihre letzte Anregung an Frau Steinmann werden Sie ziemlich sicher keine Antwort erhalten, denn es wird schwierig für Frau Stein,an sein, irgend etwas zu finden, was die SVP für uns gemeines Volk initiiert hat.

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  • April 19, 2016

    “….wir überlegen uns, das Nichtstun staatlich zu fördern, was schon fast altrömische Züge der Dekadenz annimmt.”
    Finde ich etwas heikel, wenn Politiker von altrömischen Zügen der Dekadenz sprechen….

    “Ist Wohlstand schon so selbstverständlich, dass wir ihn als geschenkten Normalfall erwarten?”

    Was verstehen Sie genau, unter Wohlstand?! Und wieso nicht geschenkt, die welche ihn sich auf Kosten anderer einfach nehmen, halten dies ja offenbar auch für ihr Grundrecht und keiner, ausser unseren Linken, stört sich daran…. ( und auch die nur, wenn sie sich davon Wählerstimmen erhoffen)

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  • April 24, 2016

    Frau Steinemann,

    wenn man die Frage auf “Ja oder Nein zur BGE ?” reduziert, muss ich Ihnen zustimmen. In der jetzigen Form muss ich diese Initiative eindeutig ablehnen.

    Im Kern aber beweisen die Initianten der BGE, dass sie über weit mehr Weitblick verfügen und eine klarere Sicht der Dinge haben als die meisten Bürger und Politiker. Mehr als hundert Jahre sind seit der industriellen Revolution vergangen, und trotzdem hält sich bis heute hartnäckig die Vorstellung, dass persönlicher Wohlstand nur durch harte Arbeit erreicht werden kann, mit deutlich mehr als dem wöchentlichen Büezer-Minimum von 5 x 8.4 Stunden (Arbeitsweg nicht eingerechnet).

    Hunderttausende Arbeitslose schreiben Monat für Monat ihre vorgeschriebenen X völlig chancenlosen Arbeitsgesuche, welche von der HR-Abteilungen der angeschriebenen Firmen gewissenhaft angeschaut und dann weggeworfen werden. In jedem Haushalt klingelt täglich das Telefon, weil uns ein Versicherungsanbieter​ dazu überreden will, “die Prämien zu optimieren”. Der Briefkasten quillt über mit Werbematerial, dass keiner anschaut. Jedes zweite Wochenende wird zu einem bisher unbekannten Anlass die Verkaufsmeile mit Verkaufsständen angereichert, damit auch diese Leute noch eine Chance haben, sich mit unnützem Tand einen Lebensunterhalt zusammenzukratzen.


    Sie machen sich lustig, Frau Steinemann, über die Vorstellung, dass wir in Sklaverei leben. Tatsache aber ist: für allzu viele von uns ist das die bittere Realität. Wir arbeiten um der Arbeit willen, in einem Hamsterrad ohne Sinn und Verstand. Wir sehen es nur deshalb nicht, weil wir darin aufgewachsen sind oder, für die älteren unter uns, schleichend hineingeschlittert sind.

    Die BGE ist keine Lösung, weil sie die Realität der Überbevölkerung ignoriert und deshalb diejenigen belohnen würde, welche hemmungslos weitere Kinder in eine überlastete Welt setzen – von Schleppern und anderen Kriminellen ganz zu schweigen.

    Trotzde​m haben die Initianten in einem wichtigen Punkt absolut recht: die Arbeit als Grundlage für das tägliche Brot ist hinfällig. Sie ist seit Jahrzenten nur noch eine Illusion, die mit hunderten von Krücken aufrechterhalten wird.

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    • Juli 19, 2021

      Sehr schöner Text Herr Gygax

      Klingt sehr einleuchtend !!

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    • Juli 19, 2021

      Danke! Hoffen wir, dass diese wichtige Diskussion trotz der klaren Ablehnung weitergeführt wird.

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    • Juli 19, 2021

      Richtig erkannt Herr Gygax

      Das BGE löst das Problem nicht, sondern legt nur einen erneuten Deckel darauf, welcher irgendwann wiederum abspringen wird, weil sich die Menge im Behältnis weiter und weiter vergrössert.

      Für die Situation dass wir immer weniger Arbeitsplätze haben, führen viele Faktoren. Die 4. Revolution konkurrenziert mit einem System, welches über Sozialdenken aufgebaut wurde. Und die neuen Schaffer in dem neuen System brauchen keine Sozialleistungen. Sie sind nur noch ein Amortisationsfaktor und Erneuerungskostenante​il in der Abschreibungsrechnung​.

      Um diesem Entgegen zu halten muss oder müsste man das Steuersystem kontinuierlich verändern in die Steuerverlagerung der Wirtschaftsleistung. Egal ob das nun ein Mensch oder eine Maschine erzeugt. Oder plump gesagt, müssten Firmen den Robotern Lohn bezahlen, welches in einen Topf geht für ALV usw. Lohn welcher Sozialleistung generiert und auch besteuert wird.

      Nur so können wir ein System verändern, indem wir es in der Grundlage verändern und nicht in der laufenden Richtung.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Schweizer,

      wahrsch​einlich gäbe es grundsätzlich viele Möglichkeiten sicherzustellen, dass die Bürger im Geldkreislauf verbleiben, nachdem jetzt die Arbeit – also zumindest die früher übliche “Maloche”, hochqualifizierte Arbeit natürlich ausgenommen – als echte Einkommensquelle ausgefallen ist. Das bedingunglose Grundeinkommen wäre durchaus eine dieser Möglichkeiten – nur eben dürfen wir die Überbevölkerung nicht länger ignorieren, und vor allem nicht fördern.

      Eine Idee, die mir persönlich gut gefällt, ist die vom “Bodeneigentum für alle” (der offizielle Name ist mir entfallen), wobei “alle” hier auf eingetragene Schweizer/Innen begrenzt werden muss. Die Menge, die auf jeden Bürger entfällt, würde am Anfang natürlich bei weitem nicht reichen, um genügend Einkommen zu erwirtschaften. Aber das nach meiner Meinung genau die Definition von “Überbevölkerung”: wenn ein Land seine Bewohner nicht mehr tragen kann; und dieses Problem muss endlich anerkannt und gelöst werden.

      Leider scheinen Politiker der Meinung zu sein – ich erinnere mich z.B. an ein Interview mit Frau Sommaruga vor der Ecopop-Initiative -, dass dieses Problem “einmal in der Zukunft” auftauchen wird, wo es dann selbstverständlich auch gelöst wird…

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    • Juli 19, 2021

      Herr Gygax

      Es ist leider so, dass unsere Politik vielfach am falschen Ort schnell reagiert. Aber wo es wichtig wäre um das Landeseigentum und die darin befindliche Bevölkerung zu schützen, scheint man es immer mit “mehr und mehr und mehr” lösen zu wollen.

      Es ist so, dass im Grundsatz das Problem ist, dass eine zu hohe Bevölkerungszahl besteht. Aber mit einer PFZ wird man die Demographie einzelner Regionen auch nicht lösen können. Aber auch hier geht man davon aus, dass man mit immer mehr Menschen in einer Region, der Region das Problem der Demographie lösen kann oder könnte. So ist es auch im Finanzbereich….

      ​Auch da ist man heute “gewungen” ein Wachstum zu generieren, damit die Schuldzinsen getilgt werden können und kein Minus entsteht. Naja vielleicht wird der nächsten Generation die Augen geöffnet. Den “Alten” hört man nicht zu, die sollen sich ja angeblich im Hamsterrad am “Alten” festklammern. 🙂

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  • April 24, 2016

    Bei der Diskussion ums BGE wird oft entgegengehalten, dass man Geld fürs nichts tun erhält. Da stellte ich mir die Frage wie weit man denn Nichtstun und Geld erhalten auch mit den Direktzahlungen zu Gunsten der Biodiversität vergleichen kann. Man erhält Geld, wenn man eine Fläche nicht entsprechend bewirtschaftet. Der Bauer mag dafür weniger Geld erhalten, dafür tut er was (sofern er sich auch daran hält!) für die Umwelt. Also auch ein Kassenspiel wie beim BGE auch und Geld auch fürs “nichts tun”? Die Direktzahlungsverordn​ung kann man unter diesem Link nachlesen: file:///C:/Users/Barb​ara/Downloads/2016_DZ​V_mit_Weisungen_de%20​(2).pdf

    Wichtig ist, dass man das Sytem der Arbeitsmöglichkeiten anpasst. Was wenn Stellen durch automatisierung ausradiert werden, Unternehmen ins Ausland auswandern, Was wenn kein Geld für eine Umschulung/2. Ausbildung etc. aufgetrieben werden kann? Der Kapitalismus, den wir globalisiert leben ist überhitzt. Aber es gibt wohl einige, welche im Hamsterrad weitermachen wollen und unbedingt an altem festkleben wollen, sich sogar für Arbeitgeber “prostituieren” wollen.

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    • Juli 19, 2021

      Frau Sägesser

      Was änders sich an der heutigen Situation tatsächlich mit einem BGE? Nichts. Jeder der sein Grundeinkommen nicht erreicht, bekommt heute auch Geld. Nur mit dem Unterschied, dass er es belegen muss und nicht mittels Giesskanne verteilt wird.

      Es ist richtig, dass ein Wandel entstehen muss und wird, dass sich die Steuersystem erneuern müssen, durch eine Roboterisierung. Aber das wird nicht mittels BGE gelöst, sondern mit der Besteuerung von Gerätschaften, welche eine Wirtschaftsleistung erzielen.

      Ihr Vergleich mit den Bauern ist somit widerlegt. Auch Menschen in unserer Gesellschaft erhalten Direktzahlungen, wenn sie durch Veränderung der Sitation weniger oder zu wenig einkommen erreichen.

      Auch ist es nicht ganz richtig, dass die Umschulung oder Weiterbildung nicht gefördert würde. Betrachten Sie dazu zuerst mal Ihre Steuererklärung und die Pauschalabzüge, welche Sie jedes Jahr nutzen. Zudem stünden Ihnen in nahe zu jedem Kanton Schulungsplätze zur Verfügung. Und mit etwas Recherche erhalten Sie sogar die Information, dass JEDER Kanton solche Schulung mitfinanziert oder die Schule Ihnen einen günstigeren Preis macht dank Kantonsfinanzierung.

      Ich selbst habe kürzlich eine Schulung gemacht, welche durch Nachfragen eine rund 50%ige Reduzierung ergab, dank Kantonsfinanzierung. Aber man muss halt was tun um etwas zu bekommen. Und genau da liegt auch das BGE im Argen. Für Nichts tun etwas bekommen? Pauschal? Mit der Giesskanne auf alle?

      Etwas vermessen finde ich, dass Sie Jene die sich in einem Arbeitsprozess befinden als “prostituierende” bezeichnen. Wenn Sie das tun ist das Ihre Sache. Ich gehe gerne arbeiten, wenn nicht ändere ich das. Aber als “Prostituierte” muss oder möchte ich mich nicht bezeichnen lassen, weil ich mit meiner Leistung in einem Betrieb einen Wirtschaftsfaktor erziele, der wiederum Ihnen, Anderen und auch mir zu einem vermeindlichen Wohlstand verhilft.

      Eine Veränderung in der 4. Revolution können wir nur erzielen, indem wir die Besteuerung der nichtmenschlichen Arbeitskräfte so besteuern, dass Jene die dann nicht mehr im Arbeitsprozess sind auch finanziert werden können. Aber nicht indem man zuerst die Finanzierung der nicht mehr Arbeitenden löst und vielleicht dann später die Erneuerung der Besteuerungssystem der Wirtschaftsleistung.

      Richtige Reihenfolge ist: Erst Besteuerung ändern, dann über ein BGE diskutieren.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Schweizer,

      Ihre Idee von der Besteuerung von wertschöpfenden Gerätschaften ist nicht uninteressant, wenn ich auch nicht verstehe, wieso der gleiche Zweck nicht einfacher über die Mehrwertsteuer erfüllt werden könnte. Würde eine Besteuerung von Gerätschaften nicht auf eine Bestrafung der Innovation hinauslaufen?

      Aber​ egal wie genau die Steuer erhoben würde, das Geld muss letztendlich an die Bürger weitergegeben werden. Es gibt hier keinen Widerspruch zum BGE, im Gegenteil: das BGE wäre der natürlichste und einfachste Weg dazu.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Gygax

      Der Widerspruch liegt darin, dass das BGE eingeführt werden soll, aber keine solche Gegenfinanzierung besteht. Zuerst muss oder müsste man das Besteuerungssystem ändern. Gleichenschrittes kann man die Umverteilung auf die Betroffenen ändern.

      Und schon gar nicht eine solche Umverteilung mittels Giesskanne. Sondern nur an die Betroffenen, welche durch eine solche Roboterisierung nicht mehr in den Arbeitsprozess “passen”. Die Finanzierung solcher Personen in Umschulung, Nachschulung oder Ausbildung wäre das sicherlich der bessere Weg statt mit Giesskanne an Alle auszuschütten.

      Daz​u kommt, dass die MwSt kaum ein geeignetes Instrument ist um eine solche Finanzierung zu lösen. Dies trifft genau die Wenigverdienende im grösseren Rahmen.

      Zudem ist die 4. Revolution ein Wandel wie die 3. die 2. und die 1. Und in keiner dieser grossen Veränderungen hat man sofort ein System entwickelt, in welchem mittels Giesskanne eine angebliche Unverteilung erzielt hat.

      Es kann sicher nicht der richtige Weg sein, zuerst grosszügig Gelder zu verteilen, um sich danach zu überlegen wie man diese wieder einbringen kann. Sollte man sich für eine solche Umverteilung entscheiden, muss die Einnahme und die Ausgabe verändert werden. Und nicht nur die Ausgabe.

      Ich glaube kaum, dass mittels Pauschalzahlung an Alle, die Veränderug des Arbeitsmarktes eine kluge Idee ist. Vielleicht überlegt man sich mal, dass heute mit viel Kraft versucht wird ein Sozialhilfeempfänger oder Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsprozess zurück zu führen. Aber hier will man genau das Gegenteil. Man möchte Zahlungen erstellen für das Nichts tun. Dass eine solche Zahlung ohne Arbeit keine gute Idee ist, sollte oder ist in der ALV schon längst bekannt und erkannt worden.

      Daher ist für mich ganz klar. Aus Erfahrung wird man klug und daher “Nein zum BGE”.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Schweizer,

      über die Details der BGE-Initiative bin ich wahrscheinlich ungenügend informiert, es gibt aber da diesen (Gummi-)Paragraphen über der “Einheit der Materie” – der würde wohl verhindern, dass die Finanzierung im gleichen Text geregelt werden kann.

      Die Abneigungen gegen das Giesskannenprinzip kann ich nachvollziehen. Ich bin wie gesagt dagegen, dass das Einkommen völlig bedingungslos wäre, und würde es zum einen nur schweizer BürgerInnen zukommen lassen. Ausserdem würde ich es auch benutzen, um das Problem der Überbevölkerung anzugehen: kein BGE für Kinder – wer Kinder in die Welt setzen will, soll dies nur dann tun, wenn er deren Existenz selbst sichern kann.

      Bezüglich dem Argument “Zahlungen fürs Nichtstun” werden wir uns wohl nicht einigen können. Ich habe Verständnis dafür, wenn hart arbeitende Menschen es nicht gerne sehen, dass die “Faulenzer” plötzlich ohne den Finger zu rühren die dolce Vita geniessen können.

      An dieser Stelle aber gilt es, mit althergebrachten Vorstellungen aufzuräumen. Es muss erkannt werden, dass 50% der Arbeit, die in diesem und anderen westlichen Ländern verrichtet wird – oder mehr ! – nichts als unnützen Kram produziert oder auf hirn- und trostlose Papierlischieberei hinausläuft. Ja, es gibt sie noch, die echte und nützliche Arbeit, es gibt sogar viel davon; aber eben, und das ist der springende Punkt, nicht mehr genug für alle, und die Tendenz ist abnehmend. Roboter sind dabei nur einer der Faktoren.

      Es ist schon komisch. Wir haben über Jahrhunderte den technischen Fortschritt vorangetrieben, um unser Leben mit Maschinen zu erleichtern, und das ist uns im Prinzip auch gelungen. Nur scheinen wir dieses leichtere Leben, jetzt da wir es erreicht haben, irgendwie nicht mehr zu wollen ?

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  • Juli 20, 2016

    Klar, drauf auf die Ärmsten. Am liebsten noch der IV und der AHV Mittel entziehen. Setzen Sie sich doch mal dafür ein, dass diejenigen, die daran Schuld haben, dass aus der Schweiz Milliarden an Bussen bezahlt werden müssen, nicht noch solch unverschämte Boni kassieren können für ihr Versagen. Diese Herren im Schlips – und es sind fast nur Herren – versauen mehr Finanzen als alle Linken verplanen können. Das stört Sie anscheinend nicht, Frau Steinemann, sind Sie etwa sogar abhängig von deren Sponsoring? Können Sie mir mindestens einmal verraten, wie viele Franken bisher an Strafen ins Ausland geschaufelt werden mussten? Es dürfte Ihnen ein Leichtes sein, dies zu eruieren.

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