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Staatliche Einheitskasse? – Nein Danke!

Das jet­zige Sys­tem der Wahl­frei­heit und der Wett­be­werb unter den Krankenkassen

Selb​st​​​​​verständlich hat das jetzige System Verbesserungspotentia​​​​​​​l. Denn die Leistungen, welche die Krankenversicherungen​​​​​ erbringen, sind teuer geworden. Sie entsprechen jedoch dem Stand der Technik in der Gesundheitsbranche. Aus diesem Grund stiegen die Krankenkassenprämien.​​​​​​​ Ein weiterer Grund, warum die Kosten gestiegen sind, ist die Erwartungshaltung der Versicherungsnehmer, die beste Leistung zu erhalten. Somit liegen die Gründe für die Steigung der Krankenkassenprämien nicht grundsätzlich bei den Versicherungsgesellsc​​​​​​​haften selber. Denn die Verwaltungskosten liegen nur bei 5-8% der Gesamtkosten. Der hauptsächliche Kostentreiber ist vielmehr der stetige Ausbau des Leistungsangebotes.

Die Idee der staatlichen Einheitskrankenkasse hat 2 wesentliche Fehler:

  1. Versta​atli​​​​​​chung:
    Der Staat ist, wie gestern erneut wieder mal bekannt wurde, der teuerste Arbeitgeber der Schweiz. Mit einem Durchschnittsjahresei​​​​​​​nkommen von CHF 120000 pro Mitarbeiter liegt der Staat sogar über den Banken. Die Verwaltungskosten einer staatlichen Einheitskrankenkasse würden somit steigen. Wenn die Kosten der Leistungen steigen bzw. gleich bleiben und die Verwaltungskosten steigen, dann bezahlen dies die Versicherten über höhere Prämien.

    Müssen jedoch, wie wir Versicherungsnehmer es uns wünschen, die Prämien gesenkt werden, kann dies nicht durch eine Senkung der starren Verwaltungs- und Leistungskosten (welche eher steigen würden) erfolgen, sondern z.B. in der Einschränkung der Dienstleistungen. Die staatliche Einheitskrankenkasse würde dort einsparen, wo es die Versicherten am Meisten trifft: In der individuellen Beratung.

    Da es nur noch eine Krankenkasse gäbe, könnten wir als Versicherungsnehmer nicht mehr wechseln. Egal, wie unzufrieden wir mit den Leistungen der staatlichen Einheitskrankenkassen​​​​​ wären. Da haben wir es mit dem heutigen System des regulierten Wettbewerbes besser. Wir können diejenige Versicherung wählen, welche uns am besten passt und unseren individuellen Bedürfnissen entspricht.

  2. Einhei​ts​​​​​​system:
    Das System einer Einheitskrankenkasse würde gleichzeitig einen Einheitspatienten als Versicherungsnehmer erfordern. Versicherungsnehmer sind jedoch Menschen und Menschen sind Individuen mit individuellen Krankheitsgeschichten​​​​​​​ und Bedürfnissen. Auf dies würde nicht mehr Rücksicht genommen. Wie oben bereits beschrieben, könnten wir Versicherungsnehmer nichts mehr entscheiden. Bei einem Einheitssystem wären wir auf Gedeih und Verderb einer einzigen Krankenkasse ausgeliefert.

Der richtige Weg

Einerseits müssen wir bei der Kostenexplosion der Leistungen ansetzen. Dies erreichen wir aber nicht durch eine Einheitskasse. Dies erreichen wir durch individuelle Aufklärung und Beratung, so dass ein Versicherungsnehmer nur diejenigen Leistungen bezieht, welche er auch wirklich benötigt. Des Weiteren müssen wir den Risikoausgleich verbessern, damit der Wettbewerb unter den Krankenkassen richtig funktioniert und die Jagd nach „guten Risiken“ gebremst wird. Denn diese Praxis verursacht jedes Jahr unnötigerweise Kosten von mehreren 100 Millionen Franken und muss dringend sachgerecht über den ordentlichen Gesetzgebungsprozess,​​​​​​​ so wie er jetztaufgegleist ist, angepasst werden.

Nein zur staatlichen Einheitskrankenkasse​​​

​​Die staatliche Einheitskrankenkasse wollen die Initianten nun zum 4. Mal (!) durchdrücken. Das ist Zwängerei. Ausserdem ist ein staatlich kontrollierter, jedoch freier Wettbewerb leistungsfähiger und günstiger für die Versicherungsnehmer, als ein rein staatliches System. Das beweisen auch Beispiele aus den Nachbarländern. Ausserdem will das Volk die freie Wahl, wie auch die Abstimmung zur Vorlage “Management Care” gezeigt hat.

Deshalb empfehle ich am 28.09.2014 ein klares NEIN zur staatlichen Einheitskrankenkasse.​​​​​​​ Auch die BDP Schweiz (NR-Fraktion) steht geschlossen gegen die Initiative.

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Comments to: Staatliche Einheitskasse? – Nein Danke!
  • März 20, 2014

    Ich kann mich für eine EK auch nicht wirklich begeistern. Aber sagen Sie mir, Herr Bürgi, welche Leistungen wollen Sie denn kürzen? Ist es nicht so, dass jeder Prämienzahler nur auf die Leistungen verzichten will, die er ohnehin nicht benötigt? Ganz nach dem Motto: “Oh heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd andre an!”

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  • Juni 30, 2014

    Zum Thema „Einheitskasse“ dieser Artikel http://politblog.bern​erzeitung.ch/blog/ind​ex.php/26744/l-gen-un​d-angst-im-dienste-de​r-krankenversicherer/​?lang=de

    Je nach Perspektive sieht dies ganz anders aus. Was allerdings nicht sein darf und kann, ist dass Gesundheit nur noch für Reiche erschwinglich ist.

    Krankheiten wie Krebs oder Demenz z.B. können jeden treffen. Ob Krebst z.B. ausgelöst durch Substanzen in der Nahrung oder in entsprechenden Verpackungen sei dahingestellt. Dahinter steht auch ein Armutsrisiko, welches dann in andere Kassen (Sozialkasse -> auch für Familienangehörige möglich, wenn die entsprechende Gesetzgebung vorhanden, ausgelegt und angewandt wird anstelle Krankenkassenkasse und deren Prämie z.B.). Die Frage stellt sich nach der Kasse und sicher ist die Belastung durch die Krankenkassenprämie (nebst Mieten) für zu viele nicht mehr tragbar. In der Bundesverfassung steht folgendes http://www.admin.ch/o​pc/de/classified-comp​ilation/19995395/inde​x.html#a118 :

    Art. 41 b:jede Person die für ihre Gesundheit notwendige Pflege erhält;

    Art. 118: Schutz der Gesundheit
    1 Der Bund trifft im Rahmen seiner Zuständigkeiten Massnahmen zum Schutz der Gesundheit.
    2 Er erlässt Vorschriften über:
    a. den Umgang mit Lebensmitteln sowie mit Heilmitteln, Betäubungsmitteln, Organismen, Chemikalien und Gegenständen, welche die Gesundheit gefährden können;
    b. die Bekämpfung übertragbarer, stark verbreiteter oder bösartiger Krankheiten von Menschen und Tieren;
    c. den Schutz vor ionisierenden Strahlen.

    Art. 118a Komplementärmedizin
    ​Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin.

    und weitere folgende Artikel.

    Will man was ändern braucht es möglicherweise auch eine Gesetzesänderung. Die Frage ist einfach jeweils nach dem „Welche, Wie, Wo etc….“ und den Aus- und Nebenwirkungen und den Konsequenzen. Entsprechend bei der Überlegung ob „Ja“ oder „Nein“ zur Einheitskasse bitte das Rechts-Links-Schema weglassen für sich gut die Kosten-Nutzen-Rechnun​g samt den externen Effekten und Konsequenzen machen.

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