1. Finanzen & Steuern

Steuer Oasen auf der ganzen Welt

Der Pa­na­ma

Sumpf

 

Alle diese Län­der sind betroffen

 

© Bernd Helfert

Korruption,

Geld­wä­sche,

Steuerhinterziehung:​​​​​​

 

Die Panama Papers sorgen weltweit für Aufsehen. Mehr als 200.000 Briefkastenfirmen, Millionen hinterzogener Gelder, unzählige Politiker und Prominente im Visier der Fahnder: Das größte Daten-Leak, das Journalisten je entdeckt haben, bringt viele Länder in Erklärungsnot. Aber worum geht es konkret, welche Verbindungen wurden durch die Panama Papers aufgedeckt, welche Vorwürfe ans Licht gebracht?

Die F.A.Z.-Korrespondente​​​​​​​n haben sich weltweit auf die Suche gemacht. Ein Überblick über den aktuellen Stand der Affäre – von Argentinien bis in die Tschechische Republik, von China bis nach Venezuela.

 

 

1.  Milliarden Steuereinsparungen global

 

 

Sehr bezeichnend ist doch die traurige Tatsache, das diese Enthüllungen  –  wie so oft  –  erst von Journalisten vollbracht werden musste. Kunststück wenn man (erst jetzt) “plötzlich erfahren haben will, wie viele Staaten und Politiker/Innen ihre eigenen Steuern so selber (völlig legal) “obtimierten”.

Diese insgesamt global gar über Milliarden Steuer-Einsparungen, in deren Folge müssen die dann notabene nicht die Bürger & Bürgerinnen dieser Staaten zwangsläufig (Steuerhöhungen) selber bezahlen ?.

Versprechen denn nicht  die Politiker/Innen immer vor den Wahlen, dass sie mit all ihrer Kraft die Interessen der Bürger/Innen vertreten würden ?. Einmal im Amt, sind da nicht für all zu viele diese Versprechen, nicht schnell genug nur noch Schall & Rauch ?.

Ist nicht für all zu viele danach die eigene “Brieftasche” ausschliesslich noch im eigenen  Interesse  wichtig ?.

 

 

2.  Das schweizer Bank-Kunden-Geheimnis​​​​​​​,

ein”verspielter”, verflo​ssener Diamant

des Schweizer Bankenplatzes.

 

 

A​​​​​​​. Ex-Bundesrätin E. Widmer-Schlumpf (EWS) hat  –  mit Sicherheit zu sehr völlig überstützt  –  dieses Flaggschiff des Schweizer Finanz-Platzes, ohne zwingenden Grund, bedenkenlos “absauffen” lassen.  Sie hatte doch mit Sicherheit davon Kenntnis,  dass in den USA im Staate “Delaware”, sowie in Grossbritannien auf der Insel “Jersey”, munter weiter Steuerschlupf-Löcher betrieben werden.
 
B.  Warum hat sie z.B. nicht standhaft gesagt; Also gut, die Schweiz bringt Ordnung in seinem Bankenplatz, aber nur soweit und erst dann, wenn die  USA und Grossbritannien – a u c h  – gleichziehen ? Also schon damals EWS eine sehr schwache Bundesrätin. Sie hätte doch mutig in die Waagschale werfen müssen, dass es zwar Tatsache ist, dass es ein Bank-KUNDEN-Geheimnis​​​​​​​ gibt in der Schweiz, jedoch kein BANK-Geheimnis. Ersteres musste eingeführt werden um Bankkunden vor der Nazi-Willkürherrschaf​​​​​​​t, deren SS-Leute saufrech damals i.d. Schweiz kamen, und von den Schweizer Banken Auskunft über Kunden-Gelder haben wollten. Erst in Folge dessen beschloss der Bundesrat dann völlig richtig, die Bank-KUNDEN zukünftig mit einem GESETZ zu schützen. Eine lari-fari Politik nach dem Krieg war, dass man diesen Vorzug leichtsinnig auch Diktatoren gewährte. Nur letzteres hätte der Bundesrat und das Parlament schon lange eigenständig abschaffen müssen. Wieso geschah diese Notwendigkeit aber eigentlich nicht, waren etwa einflussreiche Politiker/Innen zu sehr schon “verbandelt” mit diesen Schweizer Gross-Banken, politisch wie finanzieller Natur ?
 
C.  Anstatt mehr Verhandlungsgeschick mit aller Zivilcourage an den Tag zu legen – zumindest soviel wie ein gerissener Basarh-Händler z.B. in Marokko, Tunesien, Lybien dies versteht & beherrscht (geben & NEHMEN, hat EWS  leider viel zu schnell einfach zugelassen, dass der Bankenplatz Schweiz dadurch katastrophal geschwächt wurde.
 
D. Wie das ?  Indem die Schweiz sich von den USA ganz einfach hat erpressen lassen mit der Drohung der USA,  dass die Schweizer Banken widrigenfalls die Bank-LIZENZEN i.d. USA verlieren werden. Wieso hat EWS denn nicht die GRÖSSTEN-Steuerschlup​​​​​​​flöcher in den USA (und auch in Grossbritanien) völlig flglerichtig  in die Verhandlung-Waagschal​​​​​​​e
geworfen ?
 
 
 

4. USA pflegen die grösste Steueroase

 

In Delaware geniessen Firmen seit mehr als 100 Jahren Steuerprivilegien. Doch Kritik an der Steuerflucht in den USA und die Finanzmarktreform bed​rohen den Sonder-Status des amerikanischen Bundesstaates.

 

De​​​​​​nn​ Delaware ist eine der ältesten noch intakten Steueroasen der Welt. Nirgendwo sonst können Unternehmen ihre Steuern besser minimieren als hier; nirgends ist es einfacher, mit einer Briefkastenfirma oder Stiftung Geld vor dem Fiskus zu verstecken.

In einem Flachbau an der North Orange Street in Wilmington verstecken sich fast 300’000 Unternehmen. Darunter finden sich Weltkonzerne wie Apple, Google, Coca-Cola, Wal-Mart und Berkshire Hathaway von Warren Buffett. Kein einziger Angestellter arbeitet hier in der Finanzmetropole von Delaware. Die Adresse und die CT Corporation sind das Einzige, was die Firmen mit Delaware verbindet.

Zwei Drittel der 500 grössten US-Konzerne

Die CT Corporation ist ihre Steuerdrehscheibe: Die Firma wickelt deren Zahlungen ab, erhält den Kontakt mit Hunderten von spezialisierten Anwälten und Treuhändern aufrecht und erscheint vor dem Spezialgericht des Chancery Court. Sie vertritt jede dritte in Delaware eingetragene Firma und zwei Drittel der 500 grössten US-Konzerne.

 
 
5. ​​​​​​​ Die vielfältigen Verstrickungen
der Länder, Politiker & Politikerinnen, Persönlichkeiten, Stars 
 
 
 

 

Argent​​in​​ie​n:​ Viel Ärger für Macri und Kirchner

 

Australien​​​: Alles wegen der Rohstoffe

 

Brasilien​​​: Tief im Petrobas-Sumpf versunken

 

Chile: Transparency-Chef tritt wegen Panama Papers zurück

 

China: Mächtige Familien unter Druck

 

Ecuador: Geldwäsche und andere „Wunder“

 

Frankreich​​​: Die Le Pens in Erklärungsnot

 

Guine​​​a:​​​​ Besonders dreiste Korruption rund ums Erz

 

Indien: Die Oberschicht im Visier

 

Israel: Auch der Name Scharon taucht auf

 

Italien: Auch Inter Mailand steht auf der Liste

 

Kolumbien: Der Schwager und das Dutzend

 

Kongo-Kinsh​​​as​​​​a: Vor allem eine Bank im Visier

 

Malaysia: Wieder die Familie des Regierungschefs

 

Öst​​​er​​​​reich: Verbindungen zu Poroschenko und Putin

 

Pakistan: Ärger für Regierungschef Nawaz Sharif

 

Peru: Panama wird zur Gefahr für Präsidentschafts-Favo​​​​​​​ritin

 

Russlan​d​:​ Der Cellisten-Freund des Präsidenten

 

Schweiz​​​: Mehr als 34.000 Offshore-Konstrukte vermittelt

 

Slowakei​​​: Kaum Aufregung über das Gewohnte

 

Spanien: Frau von EU-Energiekommissar betroffen

 

Südafrika​​​: Die Spur führt zu Zumas Neffen

 

Tschechische​​​ Republik: Knapp 300 Tschechen im Visier

 

Ungarn: Zwei Lager, beide Panama

 
 
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Comments to: Steuer Oasen auf der ganzen Welt
  • April 6, 2016

    So halten sich die Amerikaner die Banken-Konkurrenz vom Leib;

    Es ist tatsächlich eine seltsame, fast schizophrene Rolle, die die USA bei der Jagd auf Steuersünder spielen. Im März 2010 beschloss der amerikanische Kongress den Foreign Account Tax Compliance Act, kurz: Fatca.

    Er zwingt Banken auf der ganzen Welt, die Konten von Amerikanern nach Washington zu melden. Banken, die sich weigern, drohen nicht nur drakonische Strafen. Sie werden faktisch vom amerikanischen Finanzmarkt ausgeschlossen. “Das wäre für eine international agierende Bank in der Schweiz der Todesstoß”, sagt eine Sprecherin der Schweizerischen Bankiervereinigung. Also bleibt der Schweiz und anderen Ländern nichts anderes übrig, als sich dem Druck der Amerikaner zu beugen. Zum ersten Mal fällt damit etwas Licht auf die sonst so schattige Welt der geheimen Konten.

    Selbst handhaben die Amerikaner es weniger streng mit der Transparenz. Fatca ist mehr oder weniger eine Einbahnstraße. “Die USA erhalten detaillierte Informationen über Auslandskonten ihrer Bürger, geben aber selbst kaum etwas preis”, sagt Markus Meinzer vom Tax Justice Network, einer Organisation für Steuerehrlichkeit.

    Beim OECD-Abkommen, bei dem für alle die gleichen Regeln gelten, machen die USA nicht mit. Mit dem zweifelhaften Argument: Wir haben doch schon Fatca! “Solange ein gleichberechtigter Datenaustausch nicht gewährleistet ist, sind die USA ein Problem”, sagt der OECD-Experte Pross.

    Quelle;

    http:/​/www.zeit.de/2015/45/​steuerflucht-usa-schw​eiz-geld-bank/komplet​tansicht

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  • April 6, 2016

    Um auch vor der eigenen Türe zu wischen, diesen Dreck übersieht man gerne, möchte ich den Blick auf unseren sog. Steuerwettbewerb schärfen!

    Es ist nicht alles Gold was glänzt! Ich denke immer offen (Zivil = eigene Meinung und nicht Uniform = Obrigkeiten, Parteien, etc.), um mir eine plausibilisierte von Vorbetern losgelöste Meinung, bilden zu können!

    Würde der Staatsausgabenrückfüh​rung (Steuer) – Wettbewerb korrekt umgesetzt, müssten die Gemeinden mit gehobener Lebensqualität, höhere Zuordnungen (Steuern) verfügen, um die Gemeinden mit minderer Lebensqualität entsprechend abdecken zu können!
    Im praktizierten, konstruierten Wettbewerb, welcher das Marktgesetz völlig ausgehebelt, werden die Besserverdienden und Reichen durch vergünstigtes Wohnen in ausgezeichneter Infrastruktur, subventioniert! Die Bevölkerung applaudiert! Dummheit PUR!!!!!!

    Panama Paper:
    Zu der Panamageschichte habe ich eine dezidierte Meinung:
    Die USA sind heute wahrscheinlich der grösste Offshore-Platz der Welt. Dabei macht die Regierung keine Anstalten, sich selbst an die Standards zu halten, die sie Europa aufzwang!
    Ich vermisse Namen aus den USA und Deutschland!
    Könnte es nicht sein, dass man das Augenmerk eigentlich auf Putin richten wollte, weil man Russland destabilisieren will! Einen solchen gezielt lancierten Hintergrund, sollte auch von kritischen Journalisten erkennbar sein? Warum wurden die Daten nach Deutschland transferiert? Obrigkeitshörig und gründlich!

    Nun zu der Schweiz als Mitorganisator für das grosse Spiel:
    Beispiel Holland CASE:
    Gründe eine Tochtergesellschaft in Holland (kann mittels Bürogemeinschaft aktiv sein) und gründe eine Muttergesellschaft in Aruba – gehört zu Holland.
    Als Beispiel: Tochter macht 200,000 Gewinn in Holland zu Steuersatz 10% (wären 20,000 Steuern), so .. die Tochter darf bis zu 90% Gewinn an die Mutter ausschütten, rechne: 90% von 200,000 = 180,000 nach Aruba, somit verbleiben 20,000 zu 10 % = noch 2,000 Steuern bei der Tochter in Holland, die restlichen 180,000 haben einen Steuersatz von 2% (wurde vor wenigen Jahren um 100% auf Druck EU erhöht, von 1% auf 2% ) somit Steuer in Aruba 3,600.—bzw. Total 5,600, statt 20,000.
    Multiplizier​e das mit den Grosskonzerngewinnen,​ bzw. Viele Filmproduktionsstätte​n haben Sitz Aruba./ bzw. Holland .. Wieso???

    Unternehm​ensreform lässt grüssen, um die Schere zwischen Arm und Reich weiter zu gestalten!!!!!!!!!!

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  • April 8, 2016

    «Wir wollen die Schweiz ersetzen»

    In diesem Zusammenhang erwähnt der Bericht von «Vanity Fair» am Rande ein pikantes Detail. Es macht klar, dass sich US-Regierungen seit bald 50 Jahren der Wichtigkeit von Steuerlücken durchaus bewusst sind und sie aktiv geschaffen haben – zumindest für Ausländer.

    Im Jahr 1966 bekam demnach ein Bankmitarbeiter in einem Fahrstuhl von einem ehemaligen Regierungsbeamten ein Memo zugesteckt. Es stammte von der Regierung in Washington und war in seinem Wortlaut explizit: «Wir wollen die Schweiz ersetzen.» Er, der Ökonom, sollte nach Strategien suchen, wie die USA ausländische – ausdrücklich keine US-amerikanischen – Schwarzgelder anziehen könnten.

    Seither haben sich die USA – nahezu unbemerkt von der eigenen Öffentlichkeit – zu einem gigantischen Steuerparadies entwickelt. Der US-Bundesstaat Delaware gilt als grösstes Steuerparadies überhaupt. Jenes Kapital, das so in die USA fliesst, will irgendwo angelegt sein. Davon profitieren Firmen wie Bain – und damit auch Präsidentschaftskandi​dat Mitt Romney, der aus seiner ehemaligen Firma noch immer Geld bezieht. Erst im Juni machte er einen Bezug von zwei Millionen öffentlich.

    Ich sage es ja schon lange, wir befinden uns in einem erbitterten Wirschafts-Krieg, nur wollen das Einige immer noch nicht begreifen. Nettigkeiten sind jetzt nicht mehr gefragt, sondern knallhartes Verhandeln, auch NEIN sagen können, mit allen Konsequenzen, nur so verschaft man sich Respeckt. Die verantwortlichen zwei Bundesrätinnen gefallen sich zu lange schon in der “Schwizermeiteli”-Rol​le, dass so sanft gestreichelt werden will, nur haben diese schon längst eine Glatze ! Hallo, endlich aufwachen !

    Quellen;

    http​://www.tagesanzeiger.​ch/ausland/amerika/US​Regierung-wollte-Schw​eiz-als-Steueroase-er​setzen/story/25793175​#mostPopularComment

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