1. Verkehr

Strassen: Das Machbare machen

“Der Bau neuer Stras­sen wird sich ab so­fort “am Mach­ba­ren” ori­en­tie­ren” – Kretsch­mann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg (seit 2011)

Was hat das mit unserer Schweiz zu tun?

Bitte lesen Sie – mehr als Sie vielleicht sich vorstellen können. Ich werde an Beispielen aufzeigen, wie unsere direkte Demokratie, die sich von unten nach oben aufbaut, einzigartig ist. Dies ist die erste Betrachtung.

So wie Deutschland, das ich nach zehn Jahren ziemlich gut kenne, sind auch die anderen, in der EU domizilierten Staaten gebaut: von oben nach unten.
Wir haben ein wertvolles demokratisches Gut zu bewahren und auszubauen, nicht aber aufzugeben.

Konkret: Strassen -Unterhalt oder -Neubau?
Der Entscheid der roten-grünen Regierung von Baden-Württemberg ist richtig: Zuerst werden die vielen maroden Strassen endlich einmal von Grund auf saniert, bevor weitere neue Strassen erstellt werden. Die schadhaften Stellen, die der letzte Winter überall hat entstehen lassen sind höchst notdürftig geflickt. Diese Flickstellen und die mit Bestimmtheit neu auftretenden Löcher und Risse in den Straßen gefährden den Verkehr – vor allem die Radfahrer und Fußgänger.
 
Vergleich mit der Schweiz: Ich kann mir nicht erklären. warum hier in Deutschland in jedem Winter die Fahrbahnen durch Frostaufbrüche so arg beschädigt werden. Aus der Schweiz kenne ich nur die Rinnen, die der Lastwagenverkehr eingewalzt hat.

Das Geld wird verschleudert – ein Beispiel: Der Tunnelneubau in Neckargemünd am Neckar, östlich von Heidelberg ist mit 50 Millionen Euro um das 2,5fache teurer geworden als geplant. Er dient nur der Freihaltung des Stadtkerns von Durchgangsverkehr nach dem Örtchen Dillsberg. An einen Brückenanschlussbau über den Neckar zur Entlastung eines grösseren Teils von Neckargemünd wurde nicht gedacht. (Es ist schludrig geplant worden. Der Tunnel wurde gebaut, ohne dass man genügend Kenntnisse hatte über das Material, das durchstossen werden musste).
Das kommt davon, dass in Deutschland aller “Segen” von oben kommt. Die Gemeinden – hier: ‘Kommunen’ genannt – gieren nach Zuwendungen von Kreis, Land, Bund.  Da wird alles getan oder auch unterlassen, um den Geldfluss ins eigene Revier zu leiten.

D, Kontrolle – ohne Folgen: Es gibt in Deutschland ‘Rechnungshöfe’ die nachträglich Ausgaben und Finanzgebaren der Gemeinden überprüfen. Die Urteile dieser Rechnungshöfe sind sehr konkret und zutreffend – allerdings ohne weitere Folge; es wird weiter gewurstelt. Die SteuerzahlerInnen dürfen als WahlbürgerInnen – StimmbürgerInnen gibt es so nicht – per Verfassung nicht über Steuern und finanzielle Angelegenheiten abstimmen. So sind Oppositions- und Kritikmöglichkeit der mündigen Deutschen kaum möglich; so müssen sich Bürgermeister und seine von ihm präsidierten und geleiteten GemeinderätInnen auch nicht sorgen, sie würden zur Rechenschaft gerufen.

Wenn weitere Umgehungsstraßen so teuer ausfallen, dann bleibt auch dem reichen Land Baden-Württemberg kein Geld mehr für die dringend benötigten Strassensanierungen. Daher zuerst Strassen sanieren, dann neu bauen.

Da sollten sich auch die anderen deutschen Länder entsprechend orientieren. Der Zustand der Strassen ist – im Vergleich zur Schweiz – katastrophal. Ich vermute, dass die deutschen Strassen nicht gegründet sind – kein Kiesbett, das das Wasser ableitet. So entstehen in jedem Winter Eisbeulen unter der Asphaltschicht, die dadurch gesprengt wird.

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Comments to: Strassen: Das Machbare machen
  • Januar 22, 2012

    Bei uns ist das nicht anders. Da wird alles getan um das Geld in seinen Kanton zu leiten. Mit dem einzigen Unterschied, dass wir dazu ein Abstimmung benötigen. So rotten sich die Finanzausgleichgeldbe​züger zusammen bis sie eine Mehrheit haben um die Kassen der Minderheit zu plündern. da dies nicht genügt um ihre Misswirtschaft am Leben zu erhalten, werden noch weitere Milliarden an Landwirtschaftssubven​tionen hinterhergeworfen. Da jede Partei in diesen Kantonen weiterhin gewählt werden will, existiert niemand der diese Misswirtschaft beenden will.

    Ich habe in Deutschland keine schlechten Strassen angetroffen. Genauso wenig wie in Frankreich. Wir haben in der Schweiz unnötige Luxustrassen mit Randsteinen und Strassenentwässerung auch Überland.

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    • Juli 19, 2021

      Da weiss ich wirklich nicht, Herr Hans Meier, wo Sie in Deutschland herumgekurvt sind. Ich lebe als Schweizer seit zehn Jahren in Deutschland.
      In jedem Winter nehmen die Strassen grossen Schaden. Die Zeitungen berichten, die Leser schreiben und beklagen sich darüber. Das ist hier ein Dauerthema.
      Ich habe von Deutschland geschrieben, nicht von Frankreich. Randsteine – hier: Bordsteine – gibt es auch hier in Deutschland, als Begrenzung des Trottoirs – hier: Bürgersteig. Mag sein, dass Sie die Randsteine nicht beachtet haben, weil sie – mit unerwarteten Ausnahmen – so niedrig sind, dass man mit dem Auto ohne anzustossen aug das Trottoir fahren kann.

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  • Januar 23, 2012

    Herr Hans Meier,
    Herr Jürg Walter Meyer,

    Jawohl, wir haben in der Schweiz Luxusstrassen mit Randsteinen und Strassenentwässerung auch Überland.
    Dies eine klare Forderung vom Umweltschutz, Strassenwasser welches mit Salz und weiteren Unreinheiten versehen ist, nicht ins Umland, sondern in die Kläranlagen zu leiten.

    Ein weiteres Hobby sind Kreisel, welche überall gebaut wurden und gebaut werden. Eine wahre Geldvernichtungsmasch​ine, diese Kreisel. Eben erst gebaut mit Teerbelag, werden die nun mit Betonbelag nach wenigen Jahren (5) grunderneuert.
    Nicht dass jetzt diese Betonkreisel dem Verkehr besser standhalten würden, nein, aber die Strassenbaulobby hat wieder Arbeit und kann sich weiter selbstbeweihräuchern.​

    Und, während der Bauzeit notabene unter Einhaltung der Sommerferien, da geht gar nichts mehr, entsteht so eine Stauregulierung welche von dem individuellen Strassenverkehr eher abgetan, dies begrüssen. An so einem Beispiel sieht man, wie Mittig Bürgerlich zusammen mit Links den Verkehr lahmlegen.

    Im Zentrum eines solchen Kreisels befindet sich der Platz der Künste, wo Künstler oder Sponsoren ihre Werke, Werbung ausstellen können.
    Im Zuge von Sanierungen werden dann Baum-Alleen angelegt, nach neusten Verkehrstechnischen Erkenntnissen, heisst es.
    Ehemalige Nationalstrassen A1 auf Höhe Hardturm werden zu Parkanlagen umfunktioniert, mit Bäumen die aus Norddeutschland stammen.

    Man muss wissen, dass die Knatterkarren (die mit diesen grossen Auspuffrohren) gemäss Aussagen der Polizei, meist legal unterwegs sind.
    Ein EU – Gesetz erlaubt dies, die Hersteller sprich Garagen welche solche Umbauten tätigen schreiben gemäss EU-Recht, selber die Zulassung Beiblätter.

    In Folge dieses Strassenlärms, der ausserdem durch Überbreite Bereifung ebenso entsteht, müssen dann die Lärmschutzwände saniert werden. Und weil es in der Tat nicht schön ist, zwischen Wellblechwänden durchzufahren, baut man Luxuslärmschutz aus Glas und Stahl.

    Werter Herr Jürg Walter Mayer, ja, eigentlich könnten Wir in der Schweiz dank direkter Demokratie Einfluss nehmen, auf diese Verschleuder Politik. Wir tun es aber nicht!

    Das heisst, wir tun es eigentlich schon, nur sind die Strassen zum Tummelfeld einerseits der Strassenbaulobby welche Gelder generieren möchte, anderseits zum Tummelfeld der Ewigen Umweltschützer welche diese blockieren wollen geworden, und zusammen ergänzen sich diese Prachtsidiotien aufs Beste. Nach dem Motto nichts geht mehr.

    Der nächste Frühling kommt bestimmt und somit schiessen die Baustellen wieder wie Pilze aus dem Boden.

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