1. Verkehr

Über Melken und Marketing

Herr Schwei­zer – er möge als Re­prä­sen­tant von 30% vom Stimm­volk ste­hen – be­zwei­felt (rea­gie­rend auf mei­nen letz­ten Blo­g), dass der Er­folg der SVP auf gutem Mar­ke­ting, fi­nan­ziert von ei­gennüt­zi­gen Fi­nan­ciers, auf­baut. Die Son­der­aus­gabe “Vor­wärts kom­men!” war wohl auch in Ihrem Brief­kas­ten. Sogar das Fahr­rad er­hält grü­nes Licht – wun­der­bar – wis­sen Sie, was so ein hüb­sches Ex­trablatt an alle Schwei­zer Haus­halte kos­tet? Wie die schöne Stu­den­ten­ak­tion ge­zeigt hat, kos­tet schon die Ti­tel­seite von 20min rund 140’000 CHF – nicht alle Par­teien er­hal­ten so viel Klein­geld. 

Ueli Maurer ist zu bedauern, wie er am Ende seiner Stellungnahme zur Milchkuh-Initiative – die sich vorerst wie eine Werbesendung anhört – doch dem Kollegialitätsprinzip​ folgend für ein Nein plädieren muss; gegen seine adretten Gesinnungskollegen Rickli und Silberschmidt. Sein Argument gegen die Initiative wird manche nicht überzeugen; Die Mineralölsteuer sei wichtig, um den öffentlichen Haushalt zu finanzieren. Melken wir die Automobilisten? Milchkühe können meines Wissens nach durchaus auch von Subventionen profitieren. Als passionierter Mountainbiker frage ich mich vielmehr, wieso wir als Steuerzahler all die Gemeinde- und Kantonsstrassen aus dem öffentlichen Haushalt bezahlen müssen. Kann jemand eine schlüssige Übersicht vorlegen, die aufzeigt, dass die Kosten vom motorisierten Individualverkehr effektiv tiefer sind als die von den Verursachern bezahlten Abgaben? Der Kanton St.Gallen bezahlt gemäss Rechnung 2014 alleine für den Strassenunterhalt 98 Mio CHF, und in jeder Gemeinde wird der Strassenunterhalt bis und mit Schneeräumung zusätzlich vom Steuerzahler finanziert. Über die ungedeckten negativen externen Effekte der Verkehrsemissionen können wir gerne sprechen, wenn zumindest dieser Nachweis erbracht wäre. Ich freue mich auf interessante Transparenz statt netten Bildern von freundlich lächelnden Garagisten und SVP Politikern. 

Ja, die Automobilbranche ist ein umsatzstarker Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Eine alte Studie argumentierte einst, der Automobilverkehr sei besser für die Wirtschaft als der öffentliche Verkehr, denn in der Automobilbranche werde viel mehr Geld ausgegeben. Nach der Logik teurer gleich besser ist womöglich auch Atomstrom besser als erneuerbare Energie. Auf jeden Fall investiert keine andere Branche mehr in Marketing als die Automobilbranche. Ein Extrablatt für die Milchkuh-Initiative passt noch ins Budget. 

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Comments to: Über Melken und Marketing
  • April 30, 2016

    Was wollen Sie eigentlich sagen ? Wie ungerecht die Welt ist weil die GLP keine finanzkräftige Lobby hat. Die Schweiz ist ein freies Land und Sie dürfen aus eigener Tasche dass selbe machen wie der angesprochene Gönner der SVP.

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    • Juli 19, 2021

      Ja, mit Ungerechtigkeit bzw. Einkommensungleichhei​t hat das durchaus was zu tun. Interessante Erkenntnisse dazu von Piketty: http://blog.dasmagazi​n.ch/2014/05/30/vorwa​erts-ins-19-%E2%80%89​jahrhundert/

      Wenn Sie zu den Top-Verdienern gehören, lohnen sich Spenden an die SVP durchaus; Vermögende, die an links/grün spenden, würden bei Erfolg hingegen ihre Privilegien und ihren Einfluss verlieren. Entsprechend bleiben egoistisch agierende Parteispender letztendlich stärker. Ja, die Welt ist ungerecht, ist es bequemer zu ignorieren wieso?

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  • Juli 1, 2016

    Herr Heini Lüthi GLP,
    man hat in Städten Strassen dicht gemacht, weil es zu “Laut” war, zu viel “Abgasen” entstanden sind.

    Dieses Gedankengut entstand in den 1990 Jahren, auch einmal die Aussage, man werden den Smart steuerlich begünstigen, …

    In der Zwischenzeit hat sich sehr viel getan, wir stehen vor den Hybrid Fahrzeugen, vor den Reinen E Fahrzeugen, ach ja und dem Ausstieg aus der Atom Energie.
    Man will Staumauern nicht erhöhen, Windanlagen stossen auf wiederstand, in der Solarenergie geht gar nichts, Politisch, die wollen immer noch Baubewilligungen für Solarpanelen, ebenso für Erdwärme Bohrungen….

    So lange man solche Beamte ne sind ja einfache Staatsangestellte sehr oft noch Deutsche, in diesen Ämtern hat, investiert man ganz einfach nicht. Ich schiebe doch nicht Geld in einen Bundesbetrieb, BUWAL und co, mach Erduntersuchungen, damit ich Löcher bohren darf.

    GLP hat nichts drauf. So sehe ich das. Und Sie und Konsorten sind Schuld, dass man nicht Vorwärts macht.

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    • Juli 19, 2021

      Werter Herr Nabulon
      Danke für Ihre Stellungnahme. Leider kann ich nicht klar differenzieren, was sie sarkastisch und was ernsthaft verstanden haben wollen. Sie befürworten E-Mobilität und den Atomausstieg, ärgern sich jedoch über zu viele Vorschriften? In diese Richtung könnten Sie gerne in der GLP mitarbeiten. Anderseits scheint es mir schwierig, es Ihnen recht zu machen. In St.Gallen haben GLP Politiker eine Solargenossenschaft aufbaut, die mittlerweile Solarstrom für über 250 Haushalte produziert, und unsere Kantonsrätin hat angeregt und erfolgreich durchgesetzt, dass die Genehmigung von Windparks nicht an Gemeindegrenzen scheitern. Mehr ist einem von anderen Parteien dominierten Parlament leider kaum möglich. E-Mobilität mag vernünftiger sein als die Erdöl-Abhängigkeit, doch die Automobilität sollte dennoch die Kosten für ihre platzverschwenderisch​e Infrastruktur bezahlen und möglichst wenig Leben kosten…
      Mit freundlichen Grüssen
      Heini Lüthi

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    • Juli 19, 2021

      Herr Heini Lüthi GLP,
      leider ist es Sarkasmus und Ernsthaftigkeit zu gleich.

      Umweltschu​tz hat offenbar nicht mitgekriegt, dass “Dank, sarkastisch” all diesen Untergang Szenarien, sehr viel getan wurde. Sehr viel Sinnvolles, was vom Volk mitgetragen wird. Aber eben sehr viel Stupides, was nicht mitgetragen wird.

      Schauen sie bitte raus, seit wochen haben wir immer wieder Regen, also wir verdursten nicht so schnell. Wenn es aber regnet, haben wir keine Sonne, also investiert man besser in die Wasser Energie, wie in die Solartechnik. Wenn nun ein paar siebengescheite wieder rechnen, was es an “grauer” Energie braucht für Staumauern, also bitte sie, wieder ein Punkt wo Stupides getan und gesprochen wird.

      Als, für mich nächste Variante kommt die Windenergie, aber bitte nicht diese Hohen hässlichen Horizontal Läufer, 80m über Boden, sondern es gibt schon lange Vertikalläufer, entspricht aber optisch nicht den Vorstellungen vom “Windredli, zynisch” wie der in den Köpfen drin ist. Übrigens die ganze Lärmthematik ist bei den Vertikal Läufern kein Thema, da nicht vorhanden.

      Noch ein Wort zur Atomkraft, die Alten weg, Neue bauen, …

      Ist ja gut und recht wenn man für 250Haushalte Strom herstellt, zynisch, Tagsüber, wenn kein Nebel oder Regen da ist, es nicht schneit, man könnte ja Speicherbecken bauen? Will man nicht, könnte für den Atomstrom genutzt werden…

      Sehen sie, es wären Lösungen vorhanden, aber hier wird politisch und idiologisch gegeneinander gearbeitet.

      Im März 2011 war das Erdbeben von Fukushima, wir schreiben 2016, es gab Lippenbekenntnisse, geschehen ist nichts..!!

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