1. Finanzen & Steuern

Warum billig, wenn es auch teuer geht?

Im Sinne der Of­fen­le­gung von In­ter­es­sen­bin­dun​­gen weise ich dar­auf hin, dass ich für eine Firma ar­bei­te, die auf Li­nux- und Open Source Lösungen spe­zia­li­siert ist (SyGroup).

Trotz ihrer vielen Vorteile gegenüber «herkömmlicher Software» hat freie und offene Software, kurz FOSS, einen schweren Stand. FOSS ist mit dem Vorurteil behaftet, instabil, kompliziert oder schlecht zu sein; sie wird gemieden. Zu Unrecht! Die Qualität ist oft gleich hoch, das Sparpotenzial ist gewaltig und teure Abhängigkeiten zu Firmen (Monopolisten) entstehen gar nicht erst. Dazu kommt, dass die Hilfeleistung oft unkomplizierter und kompetenter ist, als man es sich von Microsoft und co. gewohnt ist. Proprietäre Software hingegen ist in der Regel teuer, spätere Neuanforderungen sind mit hohen Kosten verbunden und wenn die Softwarefirma pleite geht – Pech gehabt, die Steuergelder sind in den Sand gesetzt. Der Fall ist klar: Für Verwaltungen und Schulen muss ein Umstieg auf freie und offene Alternativen ernsthaft in’s Auge gefasst werden!

Aus diesem Grund setzt sich die Piratenpartei dafür ein, dass offene und freie Lösungen ihren Weg auf unsere Computer finden. Das bedeutet auch: An Schulen muss Open Office genau so ein Thema sein wie Microsoft Office, Linux genau so wie Windows (oder Mac OS). Nur so erlangen wir die Kompetenz, die richtige Software für den richtigen Zweck einzusetzen.

Ich finde es grossartig, dass die Geschäftsprüfungskomm​ission des Ständerates das Bundesgericht im Vorhaben stärkt, die Geschäftsverwaltungss​oftware OpenJustitia frei zugänglich zu machen und zu fördern. So ist sichergstellt, dass hohe Folgekosten ausbleiben und die Software regelmässig an neue Bedürfnisse angepasst werden kann. Diesem guten Beispiel sollten möglichst viele Verwaltungen folgen!

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Comments to: Warum billig, wenn es auch teuer geht?
  • September 3, 2011

    Hallo Herr Simonet,

    in Deutschland ist schon seit ca. fünf Jahren üblich, dass Kommunen und Kreisverwaltungen ihre Homepages mit OS-Software erstellen.

    Es gibt übrigens ein exzellentes OS-CMS, das in der Schweiz produziert wird. Ich benutze das u.a. für die Schweizer-Gesellschaf​t-Darmstadt.de

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  • September 3, 2011

    Ich kenne die “Kompetenz” vieler Support- oder Beschwerdenhotlines sie sind teilweise wirklich unter aller Kanone, da ich auch noch geschäftlich damit zu tun habe und da nochmals schlechtere Erfahrungen mache (Businesshotlines).
    ​Allerdings muss ich Ihnen leider sagen, das Linux beispielsweise nicht annährend an die Funktionalität von Windows heranreicht. Zudem ist es für Unterrichtszwecke wichtig die meistverbreitete Software zu benutzen (Windows). Auch OpenOffice ist nicht annährend so gut durchdacht und ausgeklügelt wie Microsoft Office. Man merkt eben schon das in diese teuren Produkte Millionen fliessen.

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    • Juli 18, 2021

      Genau das meine ich. Man muss in der Lage sein, die passende Lösung einzusetzen. Warum viel Geld bezahlen, Wenn man eh nur ein paar mal im Jahr einen Brief schreibt? Dann ist man nicht auf Wordarts und komfortable Serienbrief-Funktion angewiesen. Open Office tut es dann allemal! Bezüglich Linux dasselbe. Haben Sie schon mal das neuste Ubuntu installiert? Einfacher geht’s wohl kaum. Und wieder reicht das allemal aus, wen man eh nur Briefe schreibt und twittert. Doch kaum jemand ist sich dessen bewusst.

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    • Juli 18, 2021

      Oh, vergessen: Selbstverständlich soll man in der Schule einen gesamten Überblick erhalten und nicht nur die meist verbreiteten Dinge. Der Französischuntericht gehört dazu, obwohl in der Deutschschweiz kaum jemand diese Sprache spricht. Auch lernen wir alle Kontinente, obwohl die Wenigsten jemals nach Australien fliegen werden. Es gehört einfach zum Allgemeinwissen.

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  • September 4, 2011

    OpenOffice und LibreOffice sind MS Office absolut ebenbürtig und – die meisten Nutzer reizen diese Programme zu höchstens 40 – 50 Prozent aus. Abgesehen davon, wie Herr Simonet schon sagt, absolut kostenlos!

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    • Juli 18, 2021

      Ich arbeite auf Linux und muss sagen es ist viel flexibler wie MS Oficce man sollte sich überlegen oder MS soll übrlegen enger mit UBuntu oder Linux zusammenarbeiten

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  • September 4, 2011

    Bei mir stellt sich die Frage gar nicht. Die Hälfte der Programme funktioniert nur auf Windows. Ein bekannter wollte das einführen, musste aus Datenaustauschgründen​ mit seinen Kunden darauf verzichten. Solange Dokumente nicht Problemlos austauschbar sind, wird FOSS ein Nischenmarkt sein. Wir haben bereits genug Problem zwischen Mac und Windowsnutzern.

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    • Juli 18, 2021

      Wie meinen Sie “die häfte der Programme funktioniert nur auf Windows”? Es geht doch gerade darum, Software zu wählen, die frei ist – und in der Regel für Windows, Linux und Mac OS X portiert wurde.

      Der Datenaustausch ist übrigens ein weiteres Problem. Proprietäre Produkte verwenden oft proprietäre Standards, die es schwierig bis unmöglich machen, die Daten auf freien Produkten weiter zu verarbeiten. Das hat natürlich einen kommerziellen Hintergrund.

      Es ist also genau umgekehrt: Daten von FOSS können ohne Probleme zwischen verschiedener Software hin und her getauscht werden. Die Daten kommerzieller Produkte sind das Problem, diese können nicht immer problemlos ausgetauscht werden.

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    • Juli 18, 2021

      Ein Grossteil der Software die ich benütze ist frei und läuft nur auf Windows. Ich bin allerdings auch nicht repräsentativ bezüglich Programmbenützung.
      Der Vorteil des Microsoftmonopols ist der reibungslos funktionierende Datenaustausch. Wirtschaftlich gesehen ist das sicher schlecht, jedoch wird so der Benutzeralltag erleichtert. Ob am Schluss FOSS wirklich so viele Einsparungen bringt, bin ich mir nicht so sicher.

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  • September 5, 2011

    Ich für meinen Teil halte es Unangebracht das Wort alternative zu verwenden. Sollte dies zutreffen, dann wohl höchsten für den Home-Desktopbereich. Als Techniker und Supporter für alle drei Betriebssysteme (Linux, Apple, Microsoft), bietet mir OpenSource vielerlei Anwendungen, für die es aktuell schlicht keinen Konkurrenzfähigen Ersatz gibt. Mag sein das die OpenSource Welt nicht so schillernd daher kommt wie die von Apple oder Microsoft, und der Kennlernprozess nicht immer der einfachste ist. Dafür sind die Produkte aber ehrlich, und in vielerlei Hinsicht auch Wegweisend und den aktuell Käuflichen Produkten weit voraus.
    Ich kann nicht behaupten das beispielsweise Linux nicht an die Funktionalität von Windows oder OSX heran-reichen würde. Ganz im Gegenteil, sie übersteigen sie. Ich empfinde es daher auch ausserordentlich bedauerlich, das solch -teils hochqualitative- Produkte und Projekte durch Geld, Diplomatie und Patente aus-gebremst oder gar Stillgelegt werden können.
    Ich würde es daher nur zu gerne sehen wen diesem treiben ein ende gesetzt werden könnte.

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  • September 5, 2011

    Ein kleines Microsoft-Netzwerk kann ich sogar als Computerbanause einrichten. bei OS würde ich scheitern. Das ist vor allem für viele kleine Unternehmer wichtig. Die können sich keinen PC-Support leisten. Da sind die Fähigkeiten der Mitarbeiter gefragt.

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  • September 5, 2011

    Sehr geehrter Herr Simonet

    “Für Verwaltungen und Schulen muss ein Umstieg auf freie und offene Alternativen ernsthaft in’s Auge gefasst werden!

    Nein, das muss es nicht. Warum gehen Sie in die Schule? Richtig, um ausgebildet zu werden. Macht es also Sinn, dass Sie auf einer Plattform ausgebildet werden, welche Sie später nie mehr benötigen?

    Die Schule muss sich am Markt orientieren. Und Fakt ist, dass Microsoft und co. einen erheblichen Marktanteil hat. Somit ist es sinnvoll, auch mit diesen Produkten zu arbeiten.

    Ich persönlich glaube bei Ihrem Blog geht es nicht um Sachlichkeit, sondern mehr um eine Antipathie gegen die grossen Herstellern oder schlichte Träumerei. z.B. Ihre einseitige Darstellung: “und wenn die Softwarefirma pleite geht – Pech gehabt” Welche Garantien habe ich denn mit freier Software?

    Ich bin überhaupt nicht gegen freie Software, es gibt hier super Produkte. Diese sind aber mehrheitlich spezifische Lösungen, welche es für den individuellen Bedarf zu evaluieren gilt.

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  • September 5, 2011

    In den Verwaltungen können sich die Beamten selbst auswählen was sie wollen. Meistens wird nicht nur eine Software sondern mehrere Softwaren eingesetzt für die gleiche Aufgabe. Zudem interessieren sich Beamte nicht für Gesamtkosten. So werden lieber 10 teure Einzelversionen gekauft statt dass man eine Concurrent-Version kauft.

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    • Juli 18, 2021

      Hans-Rudolf Schneider

      TCO=Tota​l Cost of Ownership (neudeutsch: Gesamtkosten). Den Beamten ist zwar TCO ein Begriff, nur würden sie die Allmachtstellung verlieren, wenn mehrere Personen die gleiche Software anwenden könnten. Die von ihnen erwähnten kostensparende Verwaltungen müssen auf Gemeindeebene angesiedelt sein.

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  • September 5, 2011

    Lieber Denis

    Auch ich finde es toll, das die GPK-SR mutig entschieden hat und damit der FOSS den Rücken stärkt.

    Ausserdem;​ wenn eine Schule Gratissoftware vom Monopolisten erhält ist das zwar schön, für die Eltern heisst dies aber, vom gleichen Monopolisten die Software für die Kids teuer zu beschaffen… dies ist gerade meiner Nachbarin passier… Steuern gespart, Privatausgaben erhöht… ist das wirklich fair?

    Die Zeche eines Monopols bezahlt in jedem Fall der/die BürgerIn/KonsumentIn.​

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  • September 5, 2011

    Die Kosten finde ich bei FOSS nicht mal so wichtig.
    Viel wichtiger ist die Hersteller-Unabhängig​keit und der offene Quellcode. JEDER interessierte Dienstleister ist in der Lage sich die Software anzusehen um diese zu erweitern oder anzupassen. Dies fördert den Wettbewerb und wirkt der Bildung von Monopolen entgegen.

    Bei grossen Firmen oder eben auch beim Staat welcher Millionen in Software und Anwendungen steckt ist dieser Punkt essentiell. (Versionswechsel, Features, Anpassung, Lizenzen, wechselnde Dokumentenformate…)​

    Nicht abhängig von einem einzelnen Lieferantenzu sein. Das ist der gewaltige Vorteil von FOSS. Die Software gehört DIR! Mach damit was Du willst.

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  • September 19, 2011

    FOSS schön und gut, aber braucht es dafür wirklich eine neue “1-Thema-Partei”, die z.B. für mich unwählbar ist wegen ihrer Ausländer- und Drogenpolitik? Eigentlich müssten sich alle vorbestehenden Parteien dieses Themas (Software/-Monopole) annehmen… Gerade aus patriotischer Sicht ist klar, dass FOSS der Vorzug gegeben werden sollte.

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