1. Sicherheit & Kriminalität

Wehrwillen und geistige Landesverteidigung

Seit dem Ende des Kal­ten Krie­ges, par­al­lel dazu der Auflösung der So­wje­tu­nion und dem Fall der Mauer in Deutsch­land, hat sich die Be­dro­hungs­lage der Schweiz verändert und ent­spannt. Ak­tu­ell spüren wir wenig bis gar nichts einer di­rek­ten Be­dro­hung, ob­wohl diese la­tent vor­han­den ist. Frie­den-Freu­de-Ei­e​r­ku­chen!

So wenigstens tönt es seitens all jener, die aus ideologischen oder gutgläubigen Gründen den Wehrwillen der Schweizer systematisch und gezielt aushöhlen, indem sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Armee abschaffen und die Landesverteidigung zu Grabe tragen wollen.

Soeben konnten wir vom amerikanischen Aussenministerium erfahren, man würde sich Sorgen machen, durch die Bürgerkriege in Nordafrika könnten Waffen (allenfalls sogar A-Waffen) in die Hände von Extremisten gelangen. Einige Tage später meldet die Uebergangsregierung von Lybien, die Rebellen hätten sich grössere Mengen Waffen angeeignet. Diese seien trotz ausdrücklichem Verbot zur Zeit nicht auffindbar. Eine Meldung in der Tagespresse, der wir kaum Beachtung schenken. Bezeichnend aber für die Art der aktuellen Gefahren in Europa. Bezeichnend aber auch, wie schnell eine Bedrohungslage sich verändern kann. Sicher, diese Fanatiker sind nicht die grösste Gefahr der unser Land ausgesetzt ist. Anschläge auf unsere Einrichtungen können bei Früherkennung durch die Polizei verhindert werden. 

Angesichts des sicherheitspolitische​n “Dornröschen-Schlafs​” in ganz Europa (die EU Mitgliedstaaten rüsten aus finanziellen Gründen ab) und des verschobenen Sicherheits-Gleichgew​ichts USA-Asien, kann sich auch an der Lage der Schweiz, schneller als wir das wahr haben wollen, Grundlegendes verändern.

Die Schweiz im Zentrum von Europa, mit hochentwickelter Volkswirschaft, hervorragender Infrastruktur, global vernetzten Industrie-, Finanz- und Dienstleistungsuntern​ehmen stellt einen “fetten Happen” dar für einen Aggressor, der seine Machtansprüche an Europa befriedigen möchte. Taktisch und strategisch müsste ein solcher Angreifer die Schweiz in sein Visier nehmen. Geografisch ist die Nord-Süd-Achse für Bahn und Strasse, und auch die Ost-West-Achse integrierender Bestandteil des Europa-Transits. Wer zudem in Europa die Energieversorgung sicherstellen will, braucht unsere Stauseen als Speicher für die Stromproduktion.

Auc​h wer lieber den “ewigen Frieden” möchte, kann diese Fakten nicht ausser Acht lassen, wenn er sich mit den möglichen Bedrohungs-Szenarien für unser Land ernsthaft und ohne ideologisches Geplänkel auseinander setzt. Das Herunterspielen dieser Tatsachen bedeutet Sicherheitspolitik, die für uns verheerende Folgen haben kann.

Die Schweiz braucht eine Armee deren Organisation und Bestände genügen, um den schlimmsten Fall bewältigen zu können. Bewaffnung und Ausrüstung die dieser Herausforderung Rechnung tragen, und eine Truppe die kriegsgenügend ausgebildet und trainiert ist. Eine Armee die ihren Auftrag erfüllen kann, nämlich den Schutz der Bevölkerung und des Territoriums zu gewährleisten.

Die beste Armee der Welt, wie sie BR Maurer anvisiert, scheint ein hochgestecktes Ziel. Dafür wird er von den Defaitisten verspottet. Die Grundlage dieses Ziel erreichen zu können, ist der unabdingbare Wehrwille, verankert in einer grossen Mehrheit unserer Bevölkerung. Dieser muss gezielt geweckt werden, durch aktive Kommunikation des VBS und der Armee. Sie ist teil der geistigen Landesverteidigung, so wie sie vom BR in der schwersten Bedrohungslage des 2. Weltkrieges (1.+2. Mobilmachung der Armee) angeordnet wurde.

Mit missionarischem Eifer wird von den Vertretern der GSOA, an vorderster Front “Bö-Fei-Jo”, (NR JO Lang), Stimmung gemacht gegen die Armee und deren Exponenten. Sie werden unterstützt von SF TV(Herrn GD de Weck und seinen Adlaten), Hochschulprofessoren und politisch motivierten Historikern, sowie abgedankten Personen der Oeffentlichkeit (für den Friedensrat), mit dem Ziel die Armee über den Wehrwillen zu demontieren. 

Diesem​ einseitigen Vorgehen muss ohne Verzug ein Gegenpol gesetzt werden. Ein Anfang ist gemacht (Gruppo Giardino), weitere Helfestellung von allen Seiten ist notwendig. Die Armeebefürworter sind in Verbänden zusammengeschlossen und im Volk zahlreich vorhanden. Es ist nicht zu spät auf breiter Front dagegen zu halten. Wenn sie gemeinsam und koordiniert auftreten sind sie um ein Mehrfaches stärker als der Gegner. Die Bekämpfung der Initiative der GSOA zur Abschaffung der obligatorischen Wehrpflicht müsste der Start zur Gegenoffensive sein.    

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Comments to: Wehrwillen und geistige Landesverteidigung
  • Oktober 4, 2011

    Sehr geehrter Herr Brugger
    Da stimme ich Ihrer Meinung voll zu.
    freundliche Grüsse

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    • Juli 19, 2021

      Hallo Frau Wulkow, danke, Sie haben sich geoutet als Mitglied unserer Gesellschaft, die am traditionell vorankerten Wehr-willen in der Schweizer-Bevölkerung​ festhält. Ich habe ein gewisses Verständnis, wenn junge Menschen die Schweiz durch die “Brille” vermeintlicher und grenzenloser “Sicherheit” sehen. Eigentlich müsste es Aufgabe der erfahreneren Menschen sein, aus der Vergangenheit abzuleiten, dass existenzielle Bedrohungen von Staaten sehr wohl entstehen können, auch heute noch. Verantwortungsvolle Politik bedeutet, bezogen auf die Schweiz, zwar Kompromisse eingehen zu können, aber bezogen auf die Sicherheitspolitik, trotzdem das “wohrst case” Szenario nicht aus den Augen zu verlieren. Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag. Gruss K.Brugger

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  • Oktober 5, 2011

    Guten Tag Frau Wulkow, toll, Sie haben schnell auf meinen neuen Beitrag reagiert. Ich freue mich natürlich wenn Sie meinen Gedanken beipflichten können. Es ist geradezu unglaublich, wie eine Horde von Mitläufern von “BöFei-Jo” bei jeder sich bietenden Gelegenheit, das “Evangelium des ewigen Friedens” predigen. In einer Welt die strotzt von kriegerischen Auseinandersetzungen und ein Gefahren-Potential in sich birgt, das perfider und unberechenbarer ist, als alles was bereits in den Geschichtsbüchern steht. Wenn ich mir diese “Wanderprediger” ansehe, da sträuben sich bei mir die “Rückenhaare”. Ein Wirtschaftsprofessor an einer Hochschule, der seine Nähe zu jungen Menschen benützt, um diesen in defaitistischer Weise den Glauben an die Wehrhaftigkeit unseres Landes zu rauben. Eine aSTR (abgedankt, weil sie ihre Klientel allzu grosszügig mit Sozialgeldern ausgestattet hat), Person des offentlichen Lebens (für den Friedensrat),die in ihrer Ueberheblichkeit, den Garant des ewigen Friedens mimmt. Soziologieprofessoren​ und Historiker die aus rein ideologisch geprägten Argumenten die Armee, deren Leistungen und deren Exponenten mit Häme und “Schmutz” bewerfen. Wie lange wollen wir denen noch zuhören?

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    • Juli 19, 2021

      Verteidigungsminister​ Maurer hat “die beste Armee der Welt”. Das ist nicht sein “hochgestecktes Ziel”. Er hat sie schon – meint er.

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    • Juli 19, 2021

      Grüezi Herr Emmenegger, es wäre schön, denn die Schweiz braucht diese. Entgegen allen Unkenrufen wird BR Maurer weiterhin daran arbeiten, beharrlich und ausdauernd. Sohn eines Landwirts im voralpinen Hügelgelände, hat er schon in seiner Jugend gelernt, sparsam mit vorhandenen Mitteln umzugehen, aber diese zielführend einzusetzen. Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag, aber eigentlich habe ich etwas mehr Gehalt (innerer Wert Ihres Beitrags) erwartet. Vielleicht sollten Sie
      sich mal schlau machen, was die Mehrheit der Schweizer halten von Wehrwillen und geistiger Landesverteidigung. Möglicherweise erhalten Sie Antworten die Sie so nicht erwartet hätten. Grüsse K.Brugger

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr P.Emmenegger
      denken Sie mal ein wenig Grossspuriger.
      Wesha​lb brauchen wir unser Militär?
      Was ist wenn die Schweizer Milliz plötzlich aufgefordert wird (Was wir übrigens nie hoffen wollen)?
      Und wem schadets wenn er ins Millitär einrücken muss?
      Ich kenne sehr viele, die im Militär noch etwas fürs Leben gelernt haben und zwar: Disziplin und Ordnung.
      Für mich ist auch das ein grosser Faktor, es ist eine tolle Lebensschulung für jedermann auch im Privat und Berufsleben.
      Wenn ich die heutige jugend anschaue, sprich z.Bsp.
      Hooligens da schadet kein Militär im Gegenteil.
      Freundlic​he Grüsse

      usw.
      Beim genaueren sich hinterfragen können Sie sich die richtige Antwort selber geben.

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