1. Finanzen & Steuern

Wenig Schulden und tiefe Steuern bringen Wohlstand

Warum ei­gent­lich müssen Steu­ern und Staats­aus­ga­ben möglichst tief sein? Die Ant­wort ist klar: bei­des führt letzt­lich zu Wirt­schafts­wachs­tu​m und damit zu mehr Arbeitsplätzen. Dies zeigt die gegenwärtige Wirt­schafts­kri­se. Ob­wohl die Zen­tral­ban­ken der Industrieländer enorm viel Geld in den Markt pump­ten und die Staats­aus­ga­ben so hoch sind wie noch nie, bleibt das Wirt­schafts­wachs­tu​m vie­ler­orts aus und die Ar­beits­lo­sig­keit hoch. Zu Recht schreibt des­halb die NZZ (30.8.2010): “Wenn eine ex­pan­sive Geld- und Fi­nanz­po­li­tik die Wirt­schaft aus der Krise führen könnten, müssten die USA ei­gent­lich boo­men.” Warum es eben nicht so ist und wes­halb viel­mehr Steu­ern und Staats­ver­schul­dung​ zu sen­ken sind, erklärte Kurt Schilt­knecht, Pro­fes­sor an der Universität Ba­sel, in einem kur­zen (öffentlich nicht verfügbaren) Ar­ti­kel in “Der Weltwoche” (34/2010).

Nach dem Zweiten Weltkrieg glaubten einflussreiche Ökonomen, dass mit einer genau dosierten Geld- und Fiskalpolitik ein hohes Beschäftigungsniveau bei stabilen Preisen garantiert werden kann. Diese aktivistische Politik funktionierte jedoch nicht – wie sich bereits in den 1970er Jahren herausstellte. Schiltknecht schreibt: “Die Wirtschaft lernte nämlich, dass eine zu expansive Geldpolitik entweder zu Inflation führt oder in kurzer Zeit wieder korrigiert werden muss. Ebenso wurde es der Wirtschaft bewusst, dass konjunkturell bedingte Erhöhungen der Staatsausgaben dazu führen, dass früher oder später die Steuern massiv erhöht werden müsssen.” Auch ein wachsender Schuldenberg ist zudem schlecht für die Wirtschaftsaussichten​.

Heute meinen offenbar viele Politiker, sie wüssten es besser und wiederholen die alten Fehler. Sie vergessen, dass Unternehmen wegen zusätzlicher Staatsausgaben weder mehr Arbeitskräfte einstellen noch höhere Investitionen tätigen. Denn die Unternehmen verstehen ganz genau, dass dann bald die Steuern raufgehen; andernfalls wächst nämlich der Schuldenberg ins Unendliche. Das Fazit von Schiltknecht ist klar: Statt auf immer höhere Staatsausgaben mit immer höheren Steuern zu reagieren, sollten die Staaten Steuern und Ausgaben senken. Damit verschaffen sie “der privaten Wirtschaft mehr Spielraum für Ausgaben und Investitionen”. Dies ist der Weg zu wirtschaftlichem Erfolg.

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Comments to: Wenig Schulden und tiefe Steuern bringen Wohlstand
  • März 10, 2011

    Eine kleine Anmerkung dazu: Der Finanzausgleich in ZH wurde neu geregelt. Warum wurde er nicht abgeschafft? Da wird reine Misswirtschaft belohnt. Aber niemand war dagegen.

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  • März 14, 2011

    Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz: Steuerquote spielt eine untergeordnete Rolle!

    Die Wettbewerbsposition der Schweiz gegenüber dem Ausland hängt meines Erachtens von weit wesentlicheren Faktoren ab als von der in der Schweiz relativ hohen Zuwachsrate bei den staatlichen Zwangsabgaben. Die Ungleichgewichte bei der beruflichen Ausbildung zwischen Angebot und Nachfrage sowie die Turbulenzen im Währungsbereich beeinflussen diese Position weit stärker. Schweden als Beispiel hat traditionell hohe Steuern, aber auch hohe Wachstumsraten. Entscheidender als die absolute Höhe oder die Zuwachsrate bei den staatlichen Zwangsabgaben ist die Verwendung der öffentlichen Gelder. Dazu wären wohl einmal Studien anzustellen, bevor gesicherte Korrelationen zwischen der Entwicklung der Zwangsabgaben und der Wettbewerbsposition unterstellt werden. Die durch Steuergelder finanzierten staatlichen Leistungen sind in der Regel für unsere Gesellschaft und Wirtschaft nicht minderwertiger als die privatwirtschaftlich erzeugten Leistungen, im Gegenteil: Bei manchen privatwirtschaftlich erzeugten Gütern und Diensten hatte ich schon den Eindruck, sie würden nur nachgefragt, weil die Kaufkraft nicht sinnvoller verwendet werden kann (Stichwort: Luxuskonsum); auch hatte ich schon das dumpfe Gefühl, die Marktwirtschaft funktioniere in der Schweiz noch nicht vollkommen.

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