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Wider den Goldmythos – Nein zur Goldinitiative –

Ich bin keine Ökonomin, aber dies können wohl nur die we­nigs­ten Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von sich be­haup­ten. Und ich gehe auch davon aus, dass nur sehr We­nige von uns wirk­lich abschätzen können, was ein Ja zu die­ser In­itia­tive be­deu­ten würde. Die In­iti­an­ten be­haup­ten zwar, es zu wis­sen, aber ihre Sicht und Wahr­neh­mung von Gold und Gold­bin­dung scheint doch ziem­lich verklärt und rosa gefärbt. Zudem sind Ihre Ar­gu­mente weit her­ge­holt und un­be­hol­fen, ver­gan­gene Zei­ten müssen für etwas her­hal­ten, was sie gar nicht wa­ren!

Ich halte es mit Jürg Müller und Hansueli Schöchli, welche die Thematik meines Erachtens in ihren Artikel sehr gut treffen und auch den Mythos Gold entlarven:

à http://www.nzz.ch/wir​tschaft/mythos-gold-1​.18424572

à http://www.nzz.ch/wir​tschaft/die-taeuschen​de-20-prozent-marke-1​.18417617

Ich habe übrigens durchaus Verständnis für die Forderung der Initianten nach einem gewissen Mindestprozentanteil an Gold, ich habe aber absolut kein Verständnis für die zwingende Unverkäuflichkeit. Damit schiesst einmal mehr eine Initiative völlig über ihr Ziel hinaus. Die Unverkäuflichkeit ist ein absolutes Killerkriterium, sie kann dazu führen, dass der Anteil an Gold übermässig werden könnte, ohne dass die Nationalbank darauf reagieren kann und darf.

Und es mutet ja schon sehr seltsam an und wirft grosse Fragen auf, wenn der Initiant Lukas Reimann in einem Interview bereits wieder einräumt, dass diese Unverkäuflichkeit ja im Falle einer Krise auch wieder aufgehoben werden könne…………….​ Warum soll sie dann überhaupt in die Verfassung geschrieben werden? Eine Verfassungsänderung dauert und in einer Krise muss schnell reagiert werden können!

Mittlerweile​ räumt sogar der ehemalige Professor Hans Geiger ein, dass es sich bei der Unverkäuflichkeit um einen Konsruktionsfehler handelt. Ein Auto mit einem Konstruktionsfehler darf nicht verkauft werden, weil gefährlich und fatal und genau aus dem gleichen Grund darf die Goldinitiative nicht angenommen werden.

Im übrigen mache ich mir auch Sorgen um die Entwicklung des Frankenkurses, dies mit Blick auf die Schweiz als Exportland. Und zuletzt konnte mich bisher noch kein Befürworter davon überzeugen, dass es nicht vor allem eine Gewinnergruppe gibt bei Annahme der Initiative: Die Spekulanten!! Sie werden gewinnen und dies eben vor allem wegen den Fesseln, die der Nationalbank mit der Unverkäuflichkeit auferlegt werden. Oder warum sind die Firmen welche sich im Goldhandel betätigen solch vehemente Befürworter? Warum gibt es aus diesem Bereich solch grosse Spenden? Warum wird durch einen Goldhändler eine gewaltige Social-Media-Kampagne​ geführt?

Ich beschliesse mit den Worten von Jürg Müller, die es exakt treffen und gut erklären, warum ich NEIN sage zur starren Goldinitiative!

„…​.Die Geldgeschichte der Schweiz verdeutlicht, dass eine Währung dem Wandel von Gesellschaft, Technologie und Umwelt ausgesetzt ist. So führte manchmal die Entdeckung neuer Edelmetall-Vorkommen,​ manchmal realpolitische Zwänge zu Verwerfungen in der Geldpolitik. Interessanterweise war die Bindung an Edelmetalle – sei es Gold oder Silber – meist nur von kurzer Dauer. Die versprochene Sicherheit erwies sich wiederholt als trügerisch.

Doch die Sehnsucht nach einem goldenen Anker scheint immer noch gross zu sein. Das spiegeln auch die Diskussionen rund um die Goldinitiative. Einmal mehr prägen Emotionen eine geldpolitische Debatte in der Schweiz. Die Initianten erhoffen sich eine Rückkehr zu vergangenen goldenen Zeiten. Ein Blick zurück zeigt aber, dass Edelmetalle keine Garanten für die Stabilität einer Währung sind. Mit ihren starren Regeln ist die Goldinitiative die falsche Antwort auf die geldpolitischen Herausforderungen unserer Zeit.….“

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Comments to: Wider den Goldmythos – Nein zur Goldinitiative –
  • November 16, 2014

    Frau Maya Bally Frehner BDP

    Sie schreiben: “Ich bin keine Ökonomin…”, Ich bin auch kein Ökonom und doch weiss ich, dass es Kräfte gibt, die sehr interessiert sind, die Schweiz und die Welt zu destabilisieren. Dabei spielten die Goldreserven, besonders in der Schweiz eine grosse Rolle den Finanzplatz Schweiz zu ruinieren. Ein weiterer Grund ist der Privatgoldkauf von Gold in der Schweiz. Denn in vielen Ländern können Privatpersonen kein Gold mehr kaufen.

    Ich sehe nicht ein warum so viele Politiker und die NB gegen die Goldinitiative sind. Es ist doch gut ein sicheres Polster an Gold zu besitzen, da das Papiergeld bald Wertlos sein wird. Interessant ist auch, wie die Politiker reagieren, sie tun so als ob sie sich für die Schweiz einsetzen, dabei unterlassen sie in vielem nichts, um der Schweiz zu schaden. Bei jeder Abstimmung wird ein Gejammer losgelassen und es wird der Teufel an die Wand gemahlen, dass im Falle einer Annahme (einer ihnen nicht passenden Initiative), es der Schweiz dann sehr schlecht gehen würde und dass wir von der EU sanktioniert würden. Diese Drohgebärden sind nichts anderes als Luftschlösser und Seifenblasen, die sich in Nichts auflösen werden.

    Mit einem Ja zwingen wir die NB aufzuhören, die maroden EURO aufzukaufen, mit denen sie die Schweiz in eine riesen Verschuldung führen werden. Anstelle dessen ist es sinnvoll Gold zu kaufen. Jetzt höre ich schon das Gejammer, dass das der Wirtschaft schaden werde. Ja, meine lieben Schweizerinnen und Schweizer: Etwas weniger wäre am Schluss mehr! Für was müssen wir so viele Arbeitskräfte in die Schweiz locken?, damit unser schönes Heimatland zubetoniert werden kann und die Wirtschaft floriert? Diese Zusammenhänge werden einfach ausgeklammert.

    Gol​d und Masseneinwanderung hangen einfach zusammen, ob wir es sehen wollen oder nicht. Unzählige Völker beneiden uns um unsere Eigenständigkeit und dass wir an der Urne abstimmen können, über alle wichtigen Geschäfte. So zum Beispiel über die Goldreserve und die Einwanderung. Unverständlich bleibt und setzt ein grosses Fragezeichen: Was ist mit unserer Regierung und mit den Politikern los, dass diese die Volkentscheide, wenn sie ihnen nicht passen, nicht befolgen und somit gegen das Stimmvolk rebellieren?!

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  • November 16, 2014

    Die Gold INI habe ich angenommen, egal, ob Frau Frehner Ökonomin ist. Sie sollte ganz einfach weltweite Informationen einholen, statt als Parteigängerin eine massiv bachab geschickte LEX USA zu befürworten. 🙂

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  • November 19, 2014

    Hallo, ich schreibe aus Bayern. Euer Land ist die einzige wirkliche Demokratie auf der Welt. Nirgendwo sonst können Bürger wirklich über die Finanz- und Geldpolitik ihres Landes abstimmen. Mit großer Dankbareit, dass es in der heutigen Welt so etwas überhaupt noch gibt, schaue ich auf eure Abstimmung Ende November.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Misselbeck (entschuldigen Sie die Schreibweise, bei uns gibt es kein scharfes S), vielen Dank für die Blumen. Auch in Deutschland gibt es Bestrebungen für eine direkte Demokratie (Omnibus für direkte Demokratie). Vielleicht wollen Sie sich informieren und evtl. sogar mitmachen? Ich drücke jedenfalls unseren nördlichen Nachbarn die Daumen.

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    • Juli 19, 2021

      Geht doch nicht, wenn es EU Alternativlose nicht wollen.

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  • November 22, 2014

    Info’s zum Gold:

    http://www​.focus.de/finanzen/ex​perten/rohmann/waehru​ngskrieg-wie-die-usa-​mit-der-dollar-waffe-​die-welt-beherrschen_​id_4289973.html

    ht​tp://alles-schallundr​auch.blogspot.de/2014​/11/goldinitiative-ve​rsetzt-elite-in-panik​.html

    http://www​.wsj.de/nachrichten/S​B11401573521024413408​604580290722679046394​

    Es geht nicht nur um die Schweiz. Das globale Spiel der (Finanz)-Wirtschaft um die neue Leitwährung, welche den Dollar ablösen soll ist in vollem Gange.

    Der Euro “gehört* dem Dollar und der CHF gehört mit seiner generellen Abhängigkeit zum sterbenden Yankee-Dollar und durch die Anbindung des CHF an den krisengeschhüttelten Euro je länger, je weniger der Schweiz.

    Die SNB rennt im krisengeschüttelten Hamsterrad. In dieser Inszenierung hat das Volk und die Interessen des Landes keinen Platz.

    http://deut​sche-wirtschafts-nach​richten.de/2014/11/21​/britische-ex-spionin​-amerika-will-den-dol​lar-mit-einem-kalten-​krieg-retten/

    Wenn​ die Goldinitiative angenommen wird, hat die SNB nicht mehr die volle Handlungsfreiheit sondern muss sich künftig, bezüglich der Goldreserven mit dem Volkswillen auseinandersetzen, bevor sie wie auch immer handeln darf.

    Man suche auch unter:
    Rücktransport​ von Gold aus der USA nach Holland (letzter Tage in der Presse)
    Der Bericht führt zu weiteren Info’s zu den Querelen die es wegen dem Rücktransport des Deutschen Goldes aus USA immer noch gibt. U.a.

    Vergesst den Tunnelblick der ausschliesslich auf unser Land gerichtet ist.
    Alle wollen ihr Gold wiederhaben, die einen bekommen es (s.Holland), die anderen bekommen vor allem Ausreden (s. BRD).

    Und die wieder Anderen (CH) sollen, laut Regierung und Wirtschaft, trotz dem was in der ganzen Welt, wegen globalen Krieg um die Währungshoheit abgeht, so tun, als ob nichts wäre und alle so lassen wie es ist – obwohl offensichtlich ist, dass man bitte sofort andere Strategien fahren sollte.
    Selbständige nämlich!

    PS: China, Russland, Indien u.a. haben sich in den letzten Jahren auffällig mit Gold eingedeckt. Nicht zufällig! Wenn Dollar und Euro crashen sind alle damit gebundenen Währungen Geschichte – und Gold wird zumindest vorübergehend der einzige Wertspeicher sein. Deswegen sichern sich diese Länder (s. auch unter BRICS-Staaten) mit Gold ab.
    Umso mehr als sie sich zusammengeschlossen haben,um künftig die Leitwährung Dollar aus dem Handel auszuschliessen und damit dessen Untergang, und der USA als Weltpolizei zu beschleunigen.
    Damit hätte man auch einen schlüssigen Grund für die Kriegshetze gegen Russland, welche anscheinend unbedingt in einem Krieg (Spielplatz Europa) enden soll. Die Lösung für seine Probleme hat Amerika schon immer durch Kriege zu erreichen versucht.

    Verschwö​rungstheorie????
    Na klar. Was sonst?

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