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Wieviel Wachstum braucht die Schweiz?

Lange war ich überzeugt, dass die Personenfreizügigkeit​ der rich­tige Weg ist für die Schweiz in­klu­sive der bi­la­te­ra­len Verträgen mit der EU. Die Zu­wan­de­rung aus den EU-­Staa­ten hat der Schweiz nach­weis­lich ein Wachs­tum be­schert. Da gibts kein wenn oder aber. Schaut man sich je­doch den Wachs­tum pro Kopf bzw. das Wachs­tum vom BIP pro Kopf an in den letz­ten 10 Jah­ren, so steht die Schweiz nicht bes­ser da als bspw. Deutsch­land. Es ist zwar im­mer­hin ein Wachs­tum da, aber unverhältnismässig klei­ner als das ge­samte Wachs­tum vom BIP. Nun, dass regt de­fi­ni­tiv zum Nach­den­ken an. Die Ein­wan­de­rung er­zwingt Sprung­fix­kos­ten, wel­che sich auch Jahr­zehnte später aus­wir­ken. Das ist auch an der FA­BI-Vor­lage sicht­bar.

Befasst man sich näher mit der SVP-Initiative kann man durchaus auch ein gewisses Verständnis aufbringen für das grundlegende Vorhaben der SVP, aber ich bin überzeugt, dass eine Annahme dieser Initiative mehr Probleme bringt als Lösungen. Leider, wie so oft, ist es zu populistisch verfasst.

Das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft sind die KMUs und gerade diese Unternehmen sind auf ein nachhaltiges Wachstum aus. Dies bedeutet, dass die kurzfristigen Gewinne bzw. die kurzfristige Einsparungen auf Kosten der inländischen Arbeitsbevölkerung eine nur sehr kleine Rolle spielen. Der Arbeitsmarkt kann dies selber regulieren. Grundsätzlich gilt das Prinzip, dass man die Personen rekrutiert, welche sich für die offene Stelle am besten eignen, damit die Unternehmen die Bedürfnisse der eigenen Kunden bestmöglichst befriedigen können. Welcher Nationalität der Arbeitnehmer angehört spielt hierbei eine untergeordnete Rolle.

Die Frage stellt sich, ob die Schweiz in ihrer Gesamtheit weiter überproportional wachsen will im Vergleich zu den Staaten der EU? Ich gehe davon aus, dass auch die SVP und der Grossteil der Unternehmen dies mit Ja beantworten. Sollte ich hier falsch liegen, müsste man die Attraktivität, Lebensqualität und die steuerlichen Anreize in der Schweiz runterfahren. Als Konsequenz werden auch weniger ausländische Arbeitnehmer nachgefragt und die Schweiz hätte ein negatives Wachstum verbunden mit einer Rezession und einer Schlechterstellung der inländischen Bevölkerung. 

Die ultimative Frage stellt sich nun: wieviel Wachstum soll sich die Schweiz zugestehen? Solange das Wachstum des BIP pro Kopf positiv ist, muss an der Personenfreizügigkeit​ festgehalten werden. Sollte dieser über längere Zeit negativ ausfallen, bin ich überzeugt, dass sich der Arbeitsmarkt selber regulierten kann. Mag sein, dass man als Arbeitsloser in der Schweiz besser gestellt ist, als im Ausland, aber Spass macht es auch in der Schweiz nicht. Der Arbeitnehmer wird immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Das gilt auch für die ausländische Population. Wenn die Schweiz in einer Rezession steckt und es im Ausland Opportunitäten gibt, so werden die Ausländer auch wieder abwandern und nicht unsere Sozialwerke belasten. 

Darum stimme ich gegen diese Initiative

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Comments to: Wieviel Wachstum braucht die Schweiz?
  • Januar 26, 2014

    Zitat: “Wenn die Schweiz in einer Rezession steckt und es im Ausland Opportunitäten gibt, so werden die Ausländer auch wieder abwandern und nicht unsere Sozialwerke belasten.”

    Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…

    Wenn-aber-​kann und den Trend-Slogan “flankierende Massnahmen” haben wir nun zur Genüge gehört.

    Deshalb ganz klar Ja.

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  • Januar 26, 2014

    Herr Pellegrini, das glauben Sie ja wohl selber nicht. Wer geht den schon freiwillig in Harz 4 zurück oder gar nach Polen oder so. Für das ist unser Sozialsystem viel zu reizvoll!!!!!

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  • Januar 26, 2014

    Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, eher den Tod, als in der Knechtschaft leben. Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.

    So wie es damals war ist es heute, es war noch nie gut angekommen wenn fremde (jetzt EU), über die Schweiz bestimmen wollen!

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